Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 23.06.2014

EAE

Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis: ist eine der  MS beim Menschen ähnliche Erkrankung des Zentralnervensystems bei Labortieren (Ratten, Mäusen). Wird in der Forschung als Modell der MS verwendet.

ED

Abkürzung für 'Enzephalomyelitis disseminata'

Siehe auch: Encephalomyelitis disseminata

Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
EDSS
Die EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Den Begriff könnte man mit der Umschreibung: "Erweiterte Skala zum Behinderungsgrad" übersetzen. Die Skala beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer insbesondere die Gehfähigkeit sowie weitere acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.

Wert Beschreibung
0,0 normaler neurologischer Untersuchungsbefund
1,0 keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System
1,5 keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System
2,0 leichte Behinderung in einem funktionellen System
2,5 leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System
3.0 mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber vollständig gehfähig
3,5 mäßiggradige Behinderung in zwei funktionellen Systemen oder mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen oder leichte Behinderung in fünf funktionellen Systemen, aber voll gehfähig
4,0 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 500 m am Tag; während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung
4,5 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 300 m; ganztägig arbeitsfähig, aber mit gewissen Einschränkungen wegen rel. schwerer Behinderung
5,0 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 200 m; Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen
5,5 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 100 m; Behinderung schwer genug um normale tägliche Aktivität zu verhindern
6,0 mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe) ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 m
6,5 mit dauernder, beidseitiger Unterstützung (Gehhilfe)ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 m
7,0 nicht fähig, selbst mit Hilfe, mehr als 5 m zu gehen; weitgehend rollstuhlbedürftig, der aber ohne Hilfe benutzt werden kann, Transfer selbständig möglich
7,5 unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; rollstuhlbedürftig, der mit Hilfe benutzt wird, evtl. E-Rollstuhl, benötigt Hilfe beim Transfer,
8,0 weitgehend auf das Bett beschränkt, kann aber auch noch im Rollstuhl sitzen; pflegt sich weitgehend selbständig mit meist gutem Gebrauch der Arme
8,5 auch während des Tages weitgehend bettlägerig; teilweise selbständige Pflege mit teilweisem Gebrauch der Arme
9,0 hilflose Bettlägerigkeit, Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten
9,5 völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) und Verständigung
10,0 Tod durch MS

EEG

Elektroenzephalographie

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
efferent
abwärts, in Richtung der Muskulatur leitend. Wird bei der Beschreibung von Nervenleitbahnen verwendet.
Eineinhalb-Syndrom
Störung der koordinierten Augenbewegungen im unteren Hirnstamm (hinterer unterer Teil der sog. Brücke (Pons), der Übergangsstelle von Gehirn und Rückenmark). Patienten mit einem Eineinhalb-Syndrom können nur mit einem Auge noch etwas (ruckhaft) zur Seite nach außen blicken, nicht mehr zur Nase hin, - das andere Auge steht praktisch in der Mitte und kann weder nach außen noch nach innen bewegt werden.
Ejakulation
Samenerguss.
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographie
auch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
Elektroneurographie
Messen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Elektrophysiologie
Wissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.
EMG
Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
Encephalon
Gehirn (griechisch).
endogen
durch innere Ursachen entstehend, im Innern befindlich.
endokrin
Abgabe von Stoffen aus den Körperorganen ins Blut; z.B. von den Drüsen werden Hormone ins Blut abgegeben.
ENG

Siehe auch: Elektronystagmographie

Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Enhancement
engl.: Anreicherung. Wird bei der MRT im Zusammenhang mit Kontrastmitteln verwendet: Kontrastmittelanreicherung in aktiven Läsionen.
Entmarkung
Verlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherd
herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheiten
krankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
Enzym
Ferment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
Epidemiologie
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
epidural
auf der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Epikrise
abschließende Beurteilung des Verlaufs einer Krankheit oder einer Behandlung.
Epilepsie
Oberbegriff für krankhafte Störungen, die mit wiederholt auftretenden epileptischen Anfällen einhergehen.

Siehe auch: epileptischer Anfall

epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.

Erektion
Versteifung des männlichen Gliedes.
Ergotherapie
Beschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
Erythrozyt
"Rote Blutkörperchen": reife, rote, kernlose, ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthaltende Blutkörperchen. Sind für den Transport und die Verteilung des Sauerstoffs im Körper verantwortlich.
Eskalationstherapie
ausgeweitete Behandlung, meist dann, wenn die Basistherapie nicht oder nicht ausreichend erfolgreich ist. Bei MS v.a. mit Natalizumab, Fingolimod, Mitoxantron oder Cyclophosphamid.

Siehe auch: Basistherapie

Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Eudiadochokinese
Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu=griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.
eugenisch
Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.
Euphorie
gesteigerte Heiterkeit mit Optimismus und Minderung des Kritikvermögens. Symptom bei Stirnhirnschäden auch in Verbindung mit Kleinhirnfunktionsstörungen.
Evidenz
Beweis, Nachweis, Gewissheit.
Evidenzklassen
Mit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:

- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien

- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie

- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie

- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie

- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien

- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozieren
hervorrufen.
evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Exazerbation
leitet sich aus dem Lateinischen exacerbatio ab und bedeutet "Verschlimmerung". Meist versteht man in der Medizin darunter den Ausbruch eines Krankheitsschubs bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. In der medizinischen Fachsprache wird dafür auch der Begriff "Schub" verwendet. Gelegentlich spricht man auch von einer "akuten Exazerbation", wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist.
exogen
durch äußere Ursachen entstehend.
Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis
(abgekürzt: EAE): eine bei Mäusen experimentell ausgelöste Autoimmunkrankheit, die Ähnlichkeiten zur Multiplen Sklerose aufweist und deshalb in tierexperimentellen Studien als Modell für MS verwendet wird.
Expression
Verbform: 'exprimieren': Umsetzung der genetischen Information in Proteine. In einer Zelle werden in der Regel nur ganz bestimmte Gene gebraucht, diese werden "angeschaltet". Diese Aktivierung von Genen zur 'Produktion' der benötigten Proteine wird als Expression bezeichnet.

 

Siehe auch: Proteine

Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
extrakranial
auch: extrakraniell: außerhalb des Schädels
extrazellulär
außerhalb von Zellen
extrazerebral
außerhalb des Gehirns

Multiple Sklerose Lexikon

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