Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 15.04.2013

Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Papillenabblassung
Unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
parainfektiös
begleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
Paralyse
Lähmung.
Paraplegie

völlige Lähmung beider Beine.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Paraspastik
spastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus

Siehe auch: Sympathikus

Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
parietal
seitlich, wandständig; auch: zum Scheitelbein (Os parietale) gehörend.
Parietallappen
der in der Scheitelregion befindliche Teil des Gehirns.
Parosmie
Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen.
paroxysmal
anfallsweise.
Paroxysmus
Anfall.
passager
vorübergehend.
pathogen
krankheitserregend, krankheitsauslösend
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch
für eine Krankheit charakteristisch.
Pathologie
Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer Reflex

Reflex, der beim Gesunden nicht auftritt.

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Pathophysiologie
Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
Pendelnystagmus

Hin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Perimetrie
Aufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Periphlebitis retinae
peri . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)
periventrikulär
den Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
perkutan
durch die Haut; Begriff wird insbesondere verwendet, wenn es um minimalintensive Operationen geht, bei denen nur ein kleiner Einschnitt im Gegensatz zu einer großen Operationswunde notwendig ist.
Persistenz
Fortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.
Phantom
Trugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.
Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerz
schmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.
pharmakologisch
die Arzneimittellehre betreffend.
Pharmakovigilanz
systematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
Pharynx
Rachen.
Phobie
Angstzustand ohne vernunftmäßig einsehbare Ursache. Zwanghafte Übersteigerung alltäglicher, natürlicher Ängste.  Unfähigkeit, eine freie Fläche zu überqueren = Agoraphobie  (Agora = Markt) oder objektgebunden, z.B. Insektenangst u.v.a.m.
Physikalische Heilmethoden
Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.
Placebo
Scheinmedikament.
Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig  begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Plasmazelle
vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und lymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper.
Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
PML
Progressive multifokale Leukenzephalopathie; eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch das JC-Virus verursacht wird. Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Menschen vor. Es ist eine akute, progrediente Krankheit, die zu schweren Behinderungen und auch zum Tode führen kann.
Pneumonie
Lungenentzündung.
Pollakisurie
häufiger Harndrang, oft mit häufiger Entleerung kleiner Harnmengen.
Poly...
Wortteil mit der Bedeutung: viel, zahlreich, verstreut.
Polyneuritis
entzündliche Reaktion des peripheren Nervensystems als Ganzes.
Polyneuropathie
Erkrankung des peripheren Nervensystems infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem  reagiert pathologisch als Ganzes.

Siehe auch: peripheres Nervensystem

peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Polysklerose
identisch mit der Bezeichnung  MS. Der Wortteil "Multipel" ist hier durch den Wortteil "Poly" = viel ersetzt.
Population
eigentl.: Bevölkerung; Gesamtheit einer (biol.) Art oder Rasse in einem bestimmten Gebiet; verbunden durch gemeinsame Entstehungsprozesse; auch: Gesamtheit einer an einer Studie beteiligten Gruppe oder auch Gesamtheit von Zellen, die bestimmte Eigenschaften haben. 
post...
hinter, nachher (Wortteil).
postinfektiös
im Anschluss an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).
postpartal
nach der Geburt eines Kindes
postpunktionelle Beschwerden
heftige Kopfschmerzen nach lumbaler Liquorentnahme mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. (Bei Verwendung spezieller Punktionsnadeln sehr selten).

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Potential
Unterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.
PPMS

Primär Progrediente MS

Prädilektionsalter
bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
Prädilektionsstelle
bevorzugte Stelle.
präpartal
vor der Entbindung
Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
primär
in erster Linie; hauptsächlich
primär progredient

auch: primär chronischer Verlauf der MS.

Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.

Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:

Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.

 

 

Siehe auch: Progredienz

Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Proband

eine Person, die an einer Studie teilnimmt.

Prognose
Beurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
prognostizieren
voraussagen,
Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Proliferation
Zell- und Gewebsvermehrung.
Prophylaxe
Vorbeugung.
prospektiv
den weiteren Verlauf einer Erkrankung betreffend
Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
Proteinstoffwechsel
alle biochemischen Vorgänge im Körper, die den Auf- und Umbau von Eiweißen betreffen.
proximal
näher zum Rumpf gelegen.
Pseudo-Schub
Nur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (allg. Infektionen, Blasentzündung), Hitze oder körperliche Überanstrengung.
Psychiatrie
Lehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.
psychisch
auf das Seelenleben bezogen, seelisch, geistig.
Psychoanalyse
Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewusst gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewusst geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.
psychogen
auf seelischen Ursachen beruhend.
Psycholabilität
seelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.
Psychologie
Seelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
Psychose
Psychisch Krankheit, Störungen der Psyche. Verlauf schubweise, chronisch-fortschreitend, transitorisch (vorübergehend).

  1. durch fassbare krankhafte oder traumatische (s.) Schäden des Gehirns hervorgerufen. Im akuten Stadium: Desorientiertheit, Erregung, psychomotorische Unruhe, Bettflüchtigkeit, fluktuierende 
    Bewusstseinsstörung (Auftreten von verschiedenen Graden der Bewusstseinsstörung).
  2. typische psychische Erkrankungen verschiedener Art, wie Schizophrenie, Depressionen, hervorgerufen durch nicht fassbare Störungen.
Pubertät
Zeit der geschlechtlichen Reife, verbunden mit seelischer Reifung und Ablösung vom Elternhaus, etwa in der Zeit vom 11. bis 16. Lebensjahr.
Pubertas praecox: stark verfrühte, schon in der Kindheit einsetzende geschlechtliche Reife.
Pubertas tarda: verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.
Punktion
Einstich mit einer Kanüle zwecks Entnahme von Blut, Nervenwasser, anderer Körperflüssigkeiten oder Organgewebe zu diagnostischen Zwecken.
Pyelogramm
Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Pyramidenbahn
beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.

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