Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 13.06.2015

... itis
Wortendung kennzeichnet entzündlich, Entzündung.
Abort
auch: Abortus: Fehl- oder Frühgeburt
absorbieren
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: resorbieren.
Absorption
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: Resorption.
Acetylcholin
Abkürzung: Ach; ist ein Überträgerstoff (Neurotransmitter) der elektrischen Erregung von einer Nervenzelle zur anderen.

Siehe auch: Neurotransmitter

Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Achsenzylinder

zentraler Teil des Axons, das Impulse weiter leitet. Den von Myelin umhüllten Achsenzylinder bezeichnet man auch als Neurit.

Siehe auch: Axon, Neurit

Axon

langer Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung

Neurit
Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
ACTH
Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).
adaptieren
anpassen, sich anpassen, an etwas gewöhnen
adäquat
angemessen, den Anforderungen entsprechend; z.B. bei der Dosierung eines Medikamentes oder bei Therapien.
Adduktoren
die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).
ADEM

Siehe auch: akute disseminierte Enzephalomyelitis

akute disseminierte Enzephalomyelitis
Abkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Adenom
Geschwulst an den Drüsen.
Adhäsion
das Anheften; z.B. von Molekülen aneinander oder an Zellen oder von Zellen miteinander.
Adiadochokinese
Aufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.

Siehe auch: Diadochokinese

Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
adult
ausgewachsen, erwachsen
Adynamie
Antriebslosigkeit.
AEP
Akustisch Evozierte Potentiale

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Affektlabilität
leichte Beeinflussbarkeit von Stimmungen und Gefühlsäußerungen mit raschen und starken Schwankungen; kann u.a. in fortgeschrittenerem Stadium bei MS auftreten.
afferent
aufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.
Affinität
Anziehung, chemische Verwandtschaft, Neigung, einen bestimmten chemischen Stoff anzuziehen.
Ageusie
Unvermögen zu schmecken.
Agnosie
Unvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne dass eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Agraphie
Unfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Akalkulie
Verlust der Fähigkeit zu rechnen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Akinese
Bewegungsarmut, Bewegungsunfähigkeit bei fehlendem Antrieb.
Akkommodation
Naheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.
Akne
Hauterkrankung, besonders im Gesicht, im Bereich des Halsausschnittes und am Rücken. Kortisonbehandlung kann Aknebildung vorübergehend fördern.
Aktionstremor
Tremor beim Durchführen einer bestimmten Bewegung, v.a. mit den Armen oder Händen.
Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
akute disseminierte Enzephalomyelitis
Abkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Albumin
Gruppe von wasserlöslichen Eiweißkörpern, Transportmittel für Substanzen im Blut.
Alexie
Schriftblindheit, aufgehobenes Verständnis für Schriftzeichen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Allel
Eine von mehreren Formen eines Gens, das an einer bestimmten Stelle auf einem Chromosom liegt.
Allergie
veränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.
ALS

Amyotrophe Lateralsklerose

Amaurose
Blindheit.
Amblyopie
Schwachsichtigkeit; oft angeboren auf einem Auge, Folge von Schielen.
Amenorrhoe
Ausbleiben der Monatsblutung
Amnesie
Erinnerungslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten. Bei Vergiftungen, Infektionen und traumatischen Schädigungen des Gehirns.
Amyotrophe Lateralsklerose
Abkürzung: ALS. Die aus heutiger Sicht eher historisch zu verstehende Krankheits-Bezeichnung sollte auf die bei dieser Erkrankung auffällige Muskelbeteiligung hinweisen ("amyotrophe"), obwohl es sich hier um eine ursächlich noch ungeklärte Systemkrankheit motorischer Nervenzellen im Rückenmark und der motorischen Hirnrinde handelt. Sie kann, vor allem in Spätstadien, mit einer Beteiligung des Hirnstamms (Bulbärparalyse) einhergehen, sodass neben Lähmungen und Muskelatrophien auch Schluck- und Sprechstörungen das klinische Bild prägen. Die Erkrankung tritt sehr viel seltener als die MS auf, hat aufgrund ihres meist schnellen Fortschreitens auch eine ungünstigere Prognose. Trotz des ähnlich klingenden Namens ("Lateralsklerose" bedeutet hier die sekundäre Degeneration seitlich im Rückenmark verlaufender motorischer Nervenstränge) hat die ALS mit der MS ursächlich kaum etwas gemeinsam.
ANA
Abkürzung für "Antinukleäre Antikörper". Es handelt sich um Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
Analgesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.
Analgetikum
schmerzstillendes oder - linderndes Medikament.
Anamnese
Vorgeschichte einer Krankheit. Darstellung der Entwicklung der jetzigen und früheren Erkrankungen durch den Patienten.
Anästhesie
Unempfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen, Schmerzlosigkeit, Betäubung.
Anazidität
Fehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.
Anfall
(Iktus) akute, vorübergehende Veränderung des Bewusstseinszustandes, oft von Krämpfen begleitet (Epilepsie). Auch Kreislaufkollaps (Synkope) infolge plötzlichen Blutdruckabfalls.
Angio-MRT
ein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen Aufnahme dargestellt werden können.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Angiographie
Röntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.
Angioplastie
Erweiterung eines verengten Blutgefäßes.
Ankylose
Gelenkversteifung.
Anosmie
Ausfall des Geruchsvermögens.
Antacida
Medikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.
Antagonist

in der Anatomie: sich gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

in der Biochemie: eine Substanz, z.B. auch ein Arzneimittel, das sich an die Bindungsstelle eines anderen Stoffes anheftet und diesen dadurch hemmt oder die Wirkung abschwächt.

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
antiinflamatorisch
gegen entzündliche Vorgänge gerichtet.
antikonvulsive Therapie
medikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Antinukleäre Antikörper
Abkürzung: ANA; Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
Antispastikum
Mehrzahl: Antispastika; Medikament zur Herabsetzung eines krankhaft erhöhten Muskeltonus.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Anus
After.
Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
 - motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
 - sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
 - amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Aphonie
Stimm-, Tonlosigkeit.
Areflexie
Es können keine Muskeleigenreflexe ausgelöst werden.
Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
Arthrose

nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.

Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
Astrozyt
sternförmige Zelle im Nervensystem, speziell in der Glia, mit vielfältigen Funktionen

Siehe auch: Glia

Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ätiologie
Krankheitsursache; Gesamtheit aller Faktoren, die zu einer Erkrankung führen
atonisch

spannungslos, Spannungsverlust der Muskulatur.

Siehe auch: Tonus

Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Atrophie
Volumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels oder des Gehirns) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz; Nervenzellen) durch Schädigung oder durch Inaktivität.
Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenspiegeln
(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.
Autoaggression

Immunreaktion gegen körpereigene Gewebe.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autoantikörper
Antikörper gegen körpereigenes Gewebe
autochthon
am ursprünglichen Entstehungsort verbleibend.
Autogenes Training
bestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autoimmunerkrankung
Erkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.
Automatismen
unwillkürliche, nicht wissentlich beeinflussbare Bewegungen.

Siehe auch: Beugeautomatismen

Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Autopsie
auch: Sektion; medizinische Untersuchung von Verstorbenen; insbesondere zur Aufklärung der genauen Todesursache.
autoreaktiv
mit/gegen sich selbst reagierend
Avitaminose
Erkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.

Siehe auch: Vitamine

Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Axon

langer Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung

Azathioprin
Immunsuppressivum. Unterdrückt Immunreaktionen, die auch gegen das eigene Körpergewebe gerichtet sind.
B-Zellen
aus dem Knochenmark stammende Lymphozyten, die sich in Plasmazellen umwandeln können und Antikörper bilden.
Babinski-Zeichen

(auch: Babinski-Reflex): Beim Bestreichen der seitlichen Fußsohle wird die Großzehe nach oben gestreckt mit gleichzeitigem Spreizen der übrigen Zehen. Er gehört zu den Zeichen einer Schädigung des zentralen Nervensystems und ist bei der MS häufig nachweisbar.
Babinski: franz. Neurologe (1957-1932), der sich u.a. mit MS beschäftigte.

Baclofen-Pumpe
Das Medikament Baclofen (z.B. Lioresal®) wird vorzugsweise zur Behandlung der Spastizität eingesetzt. Es wirkt vorwiegend auf motorische Schaltkreise des Rückenmarks, sodass sich neben der oralen systemischen Anwendung auch das direkte Einbringen in den Liquorraum, der das Rückenmark umgibt, anbietet. Die Baclofen-Pumpe ist ein Gerät, das eine Dauertherapie mit diesem Wirkstoff ohne häufige Lumbal-Punktionen möglich macht, da hier das Medikament über eine in der Bauchhaut implantierte kleine Dosierpumpe in der individuell unterschiedlich erforderlichen Dosierung kontinuierlich direkt in den Lumbalraum abgegeben wird.

Es gibt technisch unterschiedliche Systeme: Die Freisetzung des Medikamentes wird entweder über Gasdruck kontinuierlich oder zusätzlich durch eine Mikrocomputer-Steuerung geregelt.

Balken
(= Corpus callosum); eine die beiden Großhirnhälften verbindende Masse quer verlaufender markhaltiger Nervenfasern, häufig von der Demyelinisierung der MS betroffen.
Bandagengefühl

Gefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Bandscheibe
(= Discus intervertebralis); aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.
Barthel-Index
eine Messmethode, mit der Einschränkungen im Alltag gemessen werden und z.B. auch ein Erfolg einer Rehabilitation eingeschätzt werden kann. Er gibt Informationen zur Mobilität, wichtigen Aktivitäten des täglichen Lebens sowie Blasen- und Darmstörungen.
basal
auf die Basis bezogen, unten gelegen.
Basalganglien

Nervenzellen, die als Gruppe in der Tiefe der beiden Hirnhälften liegen. Andere Bezeichnung: Stammganglien

Siehe auch: Stammganglien

Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Basis
Grund, unterer Teil eines Organs.
Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Beckenboden EMG
Elektromyographie; Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
Behinderung
in der Medizin: ein über längere Zeit von der Norm abweichender körperlicher oder psychischer Zustand, der Aktivitäten oder die Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt; bei MS messbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
benigne
gutartig. Der Begriff wird uneinheitlich benutzt, wenn eine MS ohne oder nur mit geringen Behinderungen (EDSS kleiner oder gleich 3) über eine Zeit von mehr als 10 Jahren abläuft.
Berührungsempfindung
Wahrnehmung von Berührungsreizen und die Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beta-lnterferon
Eiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch technisch rekombinant hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und in Hamsterovarzellen produziert wird sowie ein Beta-Interferon 1b, das in einem Bakterium (Escherichia coli) rekombinant hergestellt wird. Beide Beta-Interferone werden in der Behandlung der MS eingesetzt.
Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Bindegewebe
Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
biographische Anamnese
Darstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
Biopsie
Entnahme von Körpergewebe zur mikroskopischen Untersuchung unter örtlicher Betäubung.
Black holes
englisch: schwarze Löcher; im MRT (Magnetresonanztomogramm) sich darstellende runde bis ovale vor allem in den T1-gewichteten Darstellungen dunkle Herde. Zeigt irreversible Schädigung von Axonen an.
Blickrichtungsnystagmus

ruckartige Augenbewegungen; deutet bei verstärkter Ausbildung bei MS auf eine Schädigung von Hirnstamm oder Kleinhirn hin.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Blinkreflex
Lidschlussreflex. Beklopfen der Nasenwurzel mit dem Reflexhammer oder Finger löst Lidschluß aus. Fehlen kann ein Krankheitszeichen sein.
Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Blutwäsche

"Waschen", Filtration des Blutplasmas mit dem Ziel, Autoantikörper zu entfernen.

Siehe auch: Plasmapherese

Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Bobath-Methode
(nach einem englischen Ehepaar benannt): eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
Botulinumtoxin
Nahrungsmittelgift eines Bakteriums, das zu Lähmungen führt. Es wird zur Behandlung der Spastik in den Muskel gespritzt.
Brady-
(griech.); Wortteil mit der Bedeutung langsam.
Bradydysdiadochokinese
langsame Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
BSG
Blutsenkungsgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit, in der sich das Blut in einem dünnen Röhrchen in seine festen und flüssigen Bestandteile auftrennt. Bei Entzündungen ist die BSG erhöht
bulbäre Sprechstörung
Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muss abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken).

Siehe auch: Aspirationspneumonie

Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
Bulbus
im Nervensystem der untere Teile des Hirnstamms, wo sich motorische Hirnnervenkerne für Sprech-, Schluck- und Kehlkopfmuskulatur befinden.
Cannabis
Pflanze, die eine Reihe von Drogen enthält (Haschisch, Marihuana). Wirkstoff ist vor allem Tetrahydrocannabinol (THC).
Cauda
auch: Cauda equina (Pferdeschweif); Nervenwurzelbündel, das aus dem unteren Ende des Rückmarkes entspringt.
CCSVI

Chronische Cerebro-Spinale Venöse Insuffizienz (CCSVI): Hypothese, dass MS durch Verengung der Halsvenen  und damit einem verlangsamten Bluabfluss aus dem Gehirn entsteht. 

CCT oder CT

Siehe auch: craniale Computertomographie

craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
cerebelläre Ataxie
Oberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsreaktion und der Bewegungskoordination durch Funktionsstörung des Kleinhirns oder seiner Bahnen.
Cerebellum
(= Kleinhirn). In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.
Cerebrum
Gehirn (lat.).
cervikal
den Hals betreffend.
Chemokine
Botenstoffe des Immunsystems; vermitteln Abwehrreaktionen.
Chemotherapie
Behandlung mit Wirkstoffen, die selektiv auf die Teilung von Zellen Einfluss nehmen und daher vor allem zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Wegen ihrer teilweise besonders ausgeprägten Wirkung auf Immunzellen werden sie auch zur Immunsuppression eingesetzt, z.B. bei schwerem MS-Verlauf.
Chondrosis intervertebralis
alterungsbedingte Austrocknung des Bandscheibengewebes, die zur Höhenminderung des Zwischenwirbelraums führt.
choreatische Bewegungen
regellose, plötzlich einschießende Bewegungen der Extremitäten.
Chorioidea
Aderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.
Chorioiditis
Aderhautentzündung des Auges.
chronisch
langsam stetig fortschreitend, im Gegensatz zu schubförmig.
CIS
Clinically Isolated Syndrome: klinisch isoliertes Syndrom,  eine neurologische Funktionsstörung, die sich auf die Schädigung (Läsion) eines bestimmten Ortes im Zentralnervensystem zurückführen lässt. Oft erstes Anzeichen für eine MS.
Cognition

Siehe auch: Kognition

Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
Coma
auch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Conjunktiva
Bindehaut des Auges.
Conjunktivitis
Bindehautentzündung.
Copaxone®
Medikament, das zur Behandlung der MS eingesetzt wird; enthält den Wirkstoff Glatirameracetat und war früher auch als Copolymer-1 (COP 1) bekannt.

Siehe auch: Glatirameracetat

Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Copolymer
Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Heute mit dem Begriff Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) beschrieben. Dieser Wirkstoff stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Cornea
Hornhaut des Auges.
Cortex
Hirnrinde.
cortical
zur Rindensubstanz des Gehirns gehörend.
Corticalis
die Rindensubstanz des Gehirns.
Corticoide
(Corticosteron, Cortison): Nebennierenrindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon.
craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
Cranium
knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
Cyclophosphamid
ein das Immunsystem unterdrückendes Medikament. Hemmt die Zellvermehrung; kann als Infusion oder als Dragee (oral) verabreicht werden. Wird bei Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen als Ersatz für Mitoxantron in der Eskalationstherapie eingesetzt.

Siehe auch: Mitoxantron

Mitoxantron
Wirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
Cystitis
Blasenentzündung (in der Regel der Harnblase).
Cytokine
von Zellen gebildete kleine Eiweißkörper, die Bildung und Funktion von anderen Zellen steuern.
Defäkation
Stuhlgang.
Deformation
Verformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ (z.B. Arthrose).
Degeneration
Abbau oder Untergang von Zellen oder Körperorganen, einhergehend mit Funktionsverlust oder Fehlfunktionen.
degenerieren
untergehen, abbauen, zugrunde gehen
Dekubitus
Druckgeschwür durch Aufliegen, meist an Stellen, wo der Knochen dicht unter der Haut liegt, sehr infektionsgefährdet und dadurch Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Gefahr der Sepsis.

Siehe auch: Sepsis

Sepsis
Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
Demenz
fortschreitender, hirnorganisch bedingter Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit und fortschreitende organische Wesensänderung, mit Untergang von Nervenzellen einhergehend.
Demyelinisierung
Verlust von Myelin, Abnahme der Myelinscheide der Nervenfasern. Andere Bezeichnung: Entmarkung, Demyelinisation. Gegensatz: Remyelinisierung

Siehe auch: Remyelinisierung

Remyelinisierung
Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
Dendrit
dünner, meist kurzer Nervenfortsatz; leitet von anderen Nervenzellen eintreffende Signale an die entsprechende Zelle weiter. 
dendritische Zelle
Ist eine Form der 'Fresszellen', die aktiv durch verschiedene Gewebe wandert und nach ihrer Reifung den T-Zellen Antigene präsentiert
Depression
eine krankhafte Niedergeschlagenheit, Traurigkeit; besteht oft über längere Zeit; häufig bei MS zu finden
depressiv
niedergeschlagen, traurig, lustlos, antriebslos
Detrusor
die Blasenwand überziehender Muskel, der durch sein Zusammenziehen die Blasenentleerung in Gang setzt.
Devic-Syndrom
akute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
Diagnose
Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
Diagnostik
Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
diagnostizieren
eine Diagnose stellen.
Differentialdiagnose
Abgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
differentiell
unterschiedlich
Disability
Behinderung (englisch).
diskret
schwach ausgeprägt, geringgradig. Gegensatz: massiv
Diskusprolaps
(Discus = die Scheibe). Bandscheibenvorfall im Bereich der Wirbelsäule.
Dissemination
(lat.disseminare = aussäen): bedeutet so viel wie Ausbreitung. Im Zusammenhang mit dem MRT bedeutet räumliche/ zeitliche Dissemination, dass MS-bedingte Läsionen an verschiedenen Stellen im ZNS (räumlich) und auch zeitlich aufeinanderfolgend neue (zeitlich) erscheinen.
distal
peripherwärts (körperfern) gelegen.
Diuretika
Medikamente mit harntreibender Wirkung.
Dolor
Schmerz.
Dosis
eine bestimmte, dem Kranken zu verabfolgende Menge eines Arzneimittels.
Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Dronabinol
ein Medikament aus Cannabis zur Schmerztherapie etwa bei der Behandlung von AIDS- und Krebs- Patienten, sowie bei Patienten mit Multipler Sklerose oder Querschnittslähmung mit muskulären Krämpfen oder Spastiken. Noch uneinheitliche Bewertung des therapeutischen Nutzens speziell bei der MS.
Dura mater
kurz: Dura; harte Hirnhaut; bildet die Schutzkapsel des Gehirns und die Knochenhaut der Schädelinnenfläche.
Dysarthrie
Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).
Dysästhesie
unangenehme Missempfindungen bei Berührung an bestimmten Hautstellen.
Dysdiadochokinese
Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Dysphagie
Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
Dyssynergie
fehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.

Siehe auch: Agonist

Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Dystonie
mit überschießender Tonuserhöhung der Muskulatur einhergehende willkürliche und unwillkürliche Bewegung mit teilweise bizarrer Gliedmaßenstellung.
Dystrophie
Muskelschwund, dessen Ursache auf Erkrankung des Muskels selbst beruht (keine Störung des peripheren Nervensystems).
Dysurie
Störung beim Wasserlassen; geht oft einher mit Schmerzen oder Brennen, meistens als Zeichen einer Blasenentzündung. 
EAE

Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis: ist eine der  MS beim Menschen ähnliche Erkrankung des Zentralnervensystems bei Labortieren (Ratten, Mäusen). Wird in der Forschung als Modell der MS verwendet.

ED

Abkürzung für 'Enzephalomyelitis disseminata'

Siehe auch: Encephalomyelitis disseminata

Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
EDSS
Die EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Den Begriff könnte man mit der Umschreibung: "Erweiterte Skala zum Behinderungsgrad" übersetzen. Die Skala beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer insbesondere die Gehfähigkeit sowie weitere acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.

Wert Beschreibung
0,0 normaler neurologischer Untersuchungsbefund
1,0 keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System
1,5 keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System
2,0 leichte Behinderung in einem funktionellen System
2,5 leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System
3.0 mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber vollständig gehfähig
3,5 mäßiggradige Behinderung in zwei funktionellen Systemen oder mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen oder leichte Behinderung in fünf funktionellen Systemen, aber voll gehfähig
4,0 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 500 m am Tag; während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung
4,5 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 300 m; ganztägig arbeitsfähig, aber mit gewissen Einschränkungen wegen rel. schwerer Behinderung
5,0 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 200 m; Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen
5,5 gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 100 m; Behinderung schwer genug um normale tägliche Aktivität zu verhindern
6,0 mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe) ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 m
6,5 mit dauernder, beidseitiger Unterstützung (Gehhilfe)ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 m
7,0 nicht fähig, selbst mit Hilfe, mehr als 5 m zu gehen; weitgehend rollstuhlbedürftig, der aber ohne Hilfe benutzt werden kann, Transfer selbständig möglich
7,5 unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; rollstuhlbedürftig, der mit Hilfe benutzt wird, evtl. E-Rollstuhl, benötigt Hilfe beim Transfer,
8,0 weitgehend auf das Bett beschränkt, kann aber auch noch im Rollstuhl sitzen; pflegt sich weitgehend selbständig mit meist gutem Gebrauch der Arme
8,5 auch während des Tages weitgehend bettlägerig; teilweise selbständige Pflege mit teilweisem Gebrauch der Arme
9,0 hilflose Bettlägerigkeit, Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten
9,5 völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) und Verständigung
10,0 Tod durch MS

EEG

Elektroenzephalographie

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
efferent
abwärts, in Richtung der Muskulatur leitend. Wird bei der Beschreibung von Nervenleitbahnen verwendet.
Eineinhalb-Syndrom
Störung der koordinierten Augenbewegungen im unteren Hirnstamm (hinterer unterer Teil der sog. Brücke (Pons), der Übergangsstelle von Gehirn und Rückenmark). Patienten mit einem Eineinhalb-Syndrom können nur mit einem Auge noch etwas (ruckhaft) zur Seite nach außen blicken, nicht mehr zur Nase hin, - das andere Auge steht praktisch in der Mitte und kann weder nach außen noch nach innen bewegt werden.
Ejakulation
Samenerguss.
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographie
auch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
Elektroneurographie
Messen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Elektrophysiologie
Wissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.
EMG
Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
Encephalon
Gehirn (griechisch).
endogen
durch innere Ursachen entstehend, im Innern befindlich.
endokrin
Abgabe von Stoffen aus den Körperorganen ins Blut; z.B. von den Drüsen werden Hormone ins Blut abgegeben.
ENG

Siehe auch: Elektronystagmographie

Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Enhancement
engl.: Anreicherung. Wird bei der MRT im Zusammenhang mit Kontrastmitteln verwendet: Kontrastmittelanreicherung in aktiven Läsionen.
Entmarkung
Verlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherd
herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheiten
krankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
Enzym
Ferment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
Epidemiologie
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
epidural
auf der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Epikrise
abschließende Beurteilung des Verlaufs einer Krankheit oder einer Behandlung.
Epilepsie
Oberbegriff für krankhafte Störungen, die mit wiederholt auftretenden epileptischen Anfällen einhergehen.

Siehe auch: epileptischer Anfall

epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.

Erektion
Versteifung des männlichen Gliedes.
Ergotherapie
Beschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
Erythrozyt
"Rote Blutkörperchen": reife, rote, kernlose, ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthaltende Blutkörperchen. Sind für den Transport und die Verteilung des Sauerstoffs im Körper verantwortlich.
Eskalationstherapie
ausgeweitete Behandlung, meist dann, wenn die Basistherapie nicht oder nicht ausreichend erfolgreich ist. Bei MS v.a. mit Natalizumab, Fingolimod, Mitoxantron oder Cyclophosphamid.

Siehe auch: Basistherapie

Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Eudiadochokinese
Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu=griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.
eugenisch
Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.
Euphorie
gesteigerte Heiterkeit mit Optimismus und Minderung des Kritikvermögens. Symptom bei Stirnhirnschäden auch in Verbindung mit Kleinhirnfunktionsstörungen.
Evidenz
Beweis, Nachweis, Gewissheit.
Evidenzklassen
Mit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:

- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien

- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie

- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie

- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie

- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien

- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozieren
hervorrufen.
evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Exazerbation
leitet sich aus dem Lateinischen exacerbatio ab und bedeutet "Verschlimmerung". Meist versteht man in der Medizin darunter den Ausbruch eines Krankheitsschubs bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. In der medizinischen Fachsprache wird dafür auch der Begriff "Schub" verwendet. Gelegentlich spricht man auch von einer "akuten Exazerbation", wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist.
exogen
durch äußere Ursachen entstehend.
Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis
(abgekürzt: EAE): eine bei Mäusen experimentell ausgelöste Autoimmunkrankheit, die Ähnlichkeiten zur Multiplen Sklerose aufweist und deshalb in tierexperimentellen Studien als Modell für MS verwendet wird.
Expression
Verbform: 'exprimieren': Umsetzung der genetischen Information in Proteine. In einer Zelle werden in der Regel nur ganz bestimmte Gene gebraucht, diese werden "angeschaltet". Diese Aktivierung von Genen zur 'Produktion' der benötigten Proteine wird als Expression bezeichnet.

 

Siehe auch: Proteine

Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
extrakranial
auch: extrakraniell: außerhalb des Schädels
extrazellulär
außerhalb von Zellen
extrazerebral
außerhalb des Gehirns
Fatigue
MS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
Fazialisparese
Lähmung der Gesichtsmuskulatur.
Feinmotorik
feinere Bewegungen, z.B. der Finger.

Siehe auch: Grobmotorik

Grobmotorik
grobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
Feldenkraismethode
Entspannungsmethode, die oft auch MS Patienten hilft. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein durch Bewegung zu erreichen.
Ferment

Eiweißstoff, der bestimmte biochemische Reaktionen fördert.

Siehe auch: Enzym

Enzym
Ferment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
Fibrinogen
Eiweißkörper im Blutplasma, aus dem Fibrin entsteht. Faktor der Blutgerinnung.
Fibrinolyse
Auflösung eines Blutgerinnsels.
Finger-Finger-Versuch (FFV)
Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)
Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Flush
anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl; Auslöser können verschiedene Arznei- oder Lebensmittel sein, aber auch hormonelle Veränderungen, Hitze oder psychovegetativer Stress.
fokal
herdförmig, nur einen Teil betreffend.
Fokus

Herd, Ausgangspunkt für krankhafte Störungen. Auch: Mittelpunkt, Brennpunkt.

Fokussierung
genaues Anschauen, Hervorheben, Verdeutlichen; bei den Augen das Einstellen des scharfen Sehens (Fokussieren).
Foramen
Loch.
Foramen intervertebrale
Zwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Foramen magnum
Loch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
Fremdreflex

Reflex, bei dem das Organ, an dem der Reflex ausgelöst wird ein anderes ist als das, in dem der Reflex abläuft. Z.B. ein in der Haut ausgelöster Reflex löst eine Muskelanspannung aus.

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
funktionelle Störung
Störung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.
Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
Gangataxie

Unsicherheit beim Gehen ('wie betrunken'); Zusammenspiel der Muskulatur ist gestört.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ganglienzelle
Nervenzelle.
Generikum
ein Medikament, das nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist auf den Markt gebracht wird. Es hat den gleichen Wirkstoff und oft auch die gleiche Dosierung wie das Originalmedikament bei einem günstigeren Preis.
Genetik
Vererbungs-, Erblehre.
genetisch
erblich bedingt, die Vererbung betreffend.
Genom
Gesamtheit der Erbanlagen.
genotoxisch
Schädigung des Erbgutes; Veränderung der Gene
Gestation
Überbegriff für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Gewebe
Komplex gleichartiger Elemente (Zellen, Grundsubstanz, Fasern), die eine gemeinsame Funktion besitzen und in ihrer Besonderheit und Gesamtheit das jeweilige Organ bilden, z.B. Gehirn, Leber, Milz u.v.a.
Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Gliose
Narbenbildung im zentralen Nervensystems durch Vermehrung von Glia-Zellen.
Globulin
bestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften (Immunglobuline) im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.
Glukokortikoid
Hormon, das von der Nebennierenrinde ausgeschüttet wird. Es hat immunsuppressive Wirkung und kann auch synthetisch hergestellt werden (z.B. Prednisolon, Methylprednisolon; Kortikoide; Kortison).
Granulozyten
Untergruppe der Leukozyten; sind unter anderem für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich.

Siehe auch: Leukozyten

Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Grobmotorik
grobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
Gyrus
aus dem Griechischen; bedeutet Kreis, Windung; wird v.a. zur Bezeichnung der verschiedenen Hirnwindungen verwendet.
Haarbalgnerv
ein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
Haltetremor

Tremor beim Halten einer bestimmten Position, z.B. ausgestrecktes Bein oder Arm.

Siehe auch: Tremor

Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
hämatopoetisch
die Blutbildung betreffend.
hämatopoetische Stammzelltransplantation
Transplantation von blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark.

Siehe auch: Stammzelltransplantation

Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
Hämoglobin
Farbstoff der roten Blutkörperchen. Dient dem Transport von Sauerstoff im Körper.
Harninkontinenz
unwillkürlicher Harnabgang.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Harnverhalt
Verbleiben von Urin in der Blase trotz versuchter Leerung.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Hemihypästhesie
halbseitige Gefühlsstörung (z.B. verminderte
Berührungsempfindlichkeit).
Hemiparese
teilweise Halbseitenlähmung

Siehe auch: Parese

Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Hemiplegie

vollständige Halbseitenlähmung.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Hemisphäre
Hälfte, z.B. des Gehirns
Heparin
Medikament zur Gerinnungshemmung bei Bettlägerigen zur Verringerung des Thromboserisikos.
Hepatitis
Leberentzündung
hepatotoxisch
leberschädigend.
hereditär
vererbbar, vererbt, erblich.
heterogen
verschiedenartig.
Hippotherapie
Reittherapie; Physiotherapie auf einem Pferd ohne Sattel; kann bei MS wirksam sein.
Hirnatrophie
Schrumpfung des Gehirns.
Hirnnerven
die das Gehirn an dessen basaler (unterer) Seite (Ausnahme IV. Hirnnerv) verlassenden Nerven, die motorische und/oder sensible und/oder parasympathische Fasern führen.

  1. Nervus olfactorius: Riechnerv.
  2. Nervus opticus: Sehnerv.
  3. Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens: Augenmuskelnerven.
  4. Nervus trigeminus: Drillingsnerv.
  5. Nervus facialis: Gesichtsmuskelnerv.
  6. Nervus stato-acusticus: Gehör- und Gleichgewichtsnerv.
  7. Nervus glossopharyngeus: Zungen-Rachennerv.
  8. Nervus vagus: Kehlkopfnerv.
  9. Nervus accessorius: Schulter-Nackenmuskelnerv.
  10. Nervus hypoglossus: Zungennerv.
hirnorganisch
bedingt durch eine Störung im Gehirn.
Hirnorganisches Psychosyndrom
Abkürzung: HOPS; psychische Veränderungen durch Störungen im Gehirn.
Hirnrinde
graue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.
Hirnstamm
Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften und dem Rückenmark. Durch den Hirnstamm laufen alle Nervenimpulse; sowohl vom Gehirn zum Körper als auch umgekehrt. Bei MS liegen hier oft Läsionen.
Hirnwasser
Liquor; Flüssigkeit in den Hohlräumen des Gehirns.

Siehe auch: Liquor

Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Histologie
Lehre vom feingeweblichen Aufbau und der Struktur (mikroskopisch) der Körperorgane.
histologisch
feingeweblich
Histopathologie
Lehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.
homogen
gleichartig.
Homöopathie
Behandlungsmethode, bei der die Wirkstoffe in sehr hohen Verdünnungen ("Potenzen") verabreicht werden. Nutzen bei MS bisher nicht sicher nachgewiesen.
HOPS
Abkürzung für: Hirnorganisches Psychosyndrom
Hormon
chemischer Stoff, der von Drüsen (Drüsen innerer Sekretion) in die Blutbahn abgesondert wird und in dafür empfindlichen Organen im Zellstoffwechsel sich auswirkende Reaktionen in Gang setzt.
innersekretorische Drüsen sind Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.
human
menschlich, den Menschen betreffend
Hurst-Syndrom
Verlaufsform der Akuten demyelinisierenden Enzephalomyelitis (ADEM); häufig im Kindes- und Jugendalter auftretende Erkrankung, die oft nach Infekten mit Viren, seltener nach Impfungen, aber auch spontan auftritt und mit Entmarkungen einhergeht; keine klare Abgrenzung zur MS, da fließende Übergänge.
Im Unterschied zur MS verläuft die Erkrankung in der Regel monophasisch (ohne Schübe) mit unterschiedlicher Symptomatik, wobei die Hurst-Enzephalitis einen besonders schweren Verlauf zeigt.
Hypakusis
unnormal leise Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen; kann bei MS aufgrund einer Schädigung der zentralen Hörbahn auftreten. Gegensatz: Hyperakusis
Hypalgesie
verminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.
Hypästhesie
verminderte Empfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen.
Hyperakusis
besonders laute Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen.
Hyperazidität
zuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.
Hyperhidrosis
übermäßige Schweißbildung, oft nur an bestimmten Körperpartien wie Stirn, Achselhöhlen, Händen, Füßen.
hyperintens
vermehrt intensiv; z.B. Herde bei der Darstellung im MRT

Siehe auch: hypointens

hypointens
vermindert intensiv; z.B. Darstellung der Herde im MRT
Hyperlipidämie
auch Hyperlipoproteinämie (HLP) genannt: eine erhöhte Konzentration von Cholesterin, der Triglyceride und der Lipoproteine. Es handelt sich um eine Fettstoffwechselstörung, die als Folge auch zu Herzinfarkt, Schlaganfall etc. führen kann.
Hypermetrie
infolge Koordinationsstörung (s.) über das Ziel hinausschießende, falsch abgemessene Bewegung.
Hyperpathie
(pathos = leiden). Oft schon leichte sensible Reize lösen einen äußerst unangenehmen, oft brennenden Schmerz aus, der erst nach wenigen Sekunden einsetzt, sich nach Aussetzen des Reizes noch weiter verstärkt und in die Umgebung ausbreitet und erst allmählich wieder abklingt. Auftreten bei Teilschädigung peripherer sensibler Nerven oder auch bei Narbenbildung.
hyperton

Eine Flüssigkeit ist hyperton gegenüber einer anderen, wenn sie eine höhere Elektrolyt-(Salz-) Konzentration hat; im engeren medizinischen Sinne eine Lösung, die einen höheren osmotischen Druck als das menschliche Blut hat.

 

Hypertonie
Bluthochdruck.
Hypertonus

erhöhter Blutdruck oder erhöhte Muskelanspannung.

Siehe auch: Tonus

Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Hypochondrie
Überbewertung von körperlich unbedeutenden Beschwerden, verbunden mit unbegründeter Angst, schwer krank zu sein oder in Zukunft schwer krank zu werden.
Hypoglykämie
Unterzuckerung
Hypohidrosis
verminderte Schweißabsonderung.
hypointens
vermindert intensiv; z.B. Darstellung der Herde im MRT
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
Hypophysenvorderlappen

Teil der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
Hypotonie
Blutdruckerniedrigung, oft mit Kollapsneigung.
Hypotonus

verminderter Blutdruck oder verminderte Muskelanspannung

Siehe auch: Tonus

Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
i.m.
intramuskulär, Angabe für das Injizieren von Medikamenten.
i.v.
intravenös
ICD-Nummer
ICD= engl. für international classification of diseases= Internationale Klassifikation von Krankheiten. Diese Nummern werden oft im Arztbericht mit der Diagnose genannt. MS hat die ICD G35
Ig
Abkürzung für Immunglobuline.

Siehe auch: Immunglobuline

Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Imaging
englisch: Bildgebung; Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
immobil
unbeweglich.
Immobilisierung
Behinderung der Beweglichkeit, z.B. durch Ruhigstellung (Verbände, Gips).
immun
unempfänglich, gefeit.
Immunaggression
immun: s.o. Aggression: Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Immunantikörper
anti = dagegen. Bestimmter Eiweißstoff (Immunglobulin) als Träger der Abwehrreaktion.

Siehe auch: Antikörper

Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Immundefekt
auch: Immundefizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.
Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Immunisierung
Erzeugung von Immunität, z.B. durch Impfung mit lebenden, aber abgeschwächten oder auch getöteten Erregern, bzw. durch Verabfolgung von entsprechenden Erregerextrakten oder -stoffwechselprodukten.
Immunität
Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern und deren Giften, die Fähigkeit, Antigene zu erkennen, zu beseitigen und gefeit zu sein gegenüber bestimmten Krankheiten. Zur Abwehr werden Immunglobuline (Antikörper) gebildet und immunkompetente T-Zellen (Abwehrzellen) bereitgestellt.

Siehe auch: Antigen, Antikörper

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Immunkompetente Zellen
Kompetenz = Zuständigkeit. Bestimmte weiße Blutkörperchen, als B- und T-Lymphozyten bezeichnet, welche für die Abwehr eindringender Fremdkörper (Erreger) bestimmt sind, werden bereitgestellt.
Immunkompetenz
die Fähigkeit von Lymphozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen) selbst oder mit Antikörperbildung (Abwehr) zu reagieren.
Immunmodulation
Veränderung der Immunantwort im Sinne einer Abschwächung oder Verstärkung durch medikamentöse Behandlung.
Immunmodulatoren
Immunmodulatoren verändern die Immunantwort - Substanzen, die das Immunsystem entweder positiv (anregend) oder negativ (hemmend) beeinflussen.
immunogen
eine Immunreaktion auslösend.
Immunologie
Lehre von der Immunität und den immunbiologischen Reaktionen des Organismus.
Immunopathie
Krankheiten infolge von fehlgesteuerten Immunvorgängen.
Immunsuppression
Suppression = Unterdrückung. Maßnahmen zur Unterdrückung von Immunvorgängen, vorwiegend durch Medikamente. Z.B. Verhinderung der Abstoßung eingepflanzter Organe oder Behandlung fehlgesteuerter immunologischer Vorgänge, die gegen eigenes Körpergewebe gerichtet sind.
immunsuppressiv
eine Wirkung, die die Aktivität des Immunsystems abschwächt, unterdrückt.
Immunsuppressivum
Arzneimittel, welches die Immunvorgänge (auch Autoimmunvorgänge) unterdrückt.
Immuntherapie
Anwendung von Arzneimitteln mit dem Ziel, Immunitätsvorgänge zu fördern oder zu unterdrücken.
Immuntoleranz
ausbleibende bzw. stark verminderte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Antigene; ist wichtig um Angriffe auf eigenen Organismus zu verhindern

Siehe auch: Antigen

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
imperativer Harndrang
nicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
Impotenz
Unvermögen beim Mann, Geschlechtsverkehr auszuüben; in der Regel durch gestörte Erektionsfähigkeit.

Siehe auch: Erektion

Erektion
Versteifung des männlichen Gliedes.
Impuls
Anstoß, Antrieb; im Nervensystem: elektrische Nervenzellenentladung, el. Signal als auslösender Reiz.
in vitro
im Reagenzglas; außerhalb eines Organismus
in vivo
am lebenden Objekt
inaktiv
untätig, unwirksam, ruhend.
Inaktivitätsatrophie
Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie - durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).
inapparent
verborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome.
Indikation
Notwendigkeit einer Untersuchung oder Maßnahme.
induziert
hervorgerufen, angeregt,
Infekt
eine Entzündung, die durch einen Erreger (Bakterium, Virus) hervorgerufen wird.
Infiltration
Das Eindringen fremder Zellen in Gewebe.
Inflammation
Entzündung.
infratentoriell
unter dem Tentorium (zeltförmige Falte der harten Hirnhaut) gelegen; betrifft v.a. den Hirnstamm und das Kleinhirn.
Infusion
Verabreichung einer flüssigen Lösung (z.B. Medikament) in eine Vene (auch als "Tropf" bezeichnet).
initial
Anfangs ...
Initialsymptome
Krankheitszeichen zu Beginn einer Erkrankung.
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Innervation
die Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.
Insuffizienz
Unzulänglichkeit, unzureichende Funktion.
Integrine
Integrine sind bestimmte Eiweißstoffe (Proteine), die bei der Anheftung von Zellen aneinander sowie deren Kommunikation miteinander eine Rolle spielen (so genannte Adhäsionsproteine) - zum Beispiel bei der Wanderung von Zellen zu Orten der Entzündung und bei der Wechselwirkung von Zellen im Rahmen einer Immunantwort. Sie sind wichtige Signale für Entzündungszellen, die ins Gehirn einwandern.

Das wird z.B. bei neuen Therapieansätzen ausgenutzt, zuletzt bei dem Wirkstoff Natalizumab. Hier wird eine bestimmte Integrin-Gruppe, die Alpha4-Integrine (das sind Rezeptoren auf der Oberfläche von Lymphozyten) gehemmt. T-Lymphozyten benötigen diese Rezeptoren, um aus dem Blut in das Gehirngewebe überzutreten.

Intellekt, Intelligenz
Verstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
Intensität
Stärke, Wirksamkeit.
intensiv
besonders stark, sehr wirksam.
Intensivstation
Spezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.
Intentionstremor
unwillkürliches Zittern. Bei Annäherung an das Bewegungsziel erfolgt Zittern, z.B. als Kleinhirnzeichen.

Siehe auch: Tremor

Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
Interaktion
Wechselwirkung
Interferon
Eiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.

  • Alpha-lnterferon: wird von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gebildet.
  • Beta-lnterferon: wird von Fibroblasten gebildet. Wird zur Behandlung der MS eingesetzt.
  • Gamma-Interferon: wird von Lymphozyten gebildet. Kann einen MS-Schub auslösen.
interkurrent

zwischenzeitlich hinzukommende Erkrankung, die mit der Grundkrankheit nichts zu tun hat (z.B. vorübergehende Bronchitis bei Multipler Sklerose).

Interleukin
Als Interleukine  bezeichnet man eine Gruppe von Botenstoffen (Zytokine), die von körpereigenen Abwehrzellen (Leukozyten und Makrophagen) abgesondert werden und die der Regulation des Immunsystems dienen.

Siehe auch: Leukozyten, Makrophage, Zytokine

Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
Makrophage
"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
Zytokine
Botenstoffe zur Aktivierung von Zellen; steuern u.a. die Bildung und Funktion von T-Lymphozyten und können entzündliche Vorgänge sowohl fördern als auch hemmen.
intermittierend
(lat.: unterbrechen); zeitweise aussetzend, stoßweise, zwischenzeitlich nachlassend.
Intervall
Zwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.
intraarteriell
Einbringen einer chemischen Substanz, einer Kanüle, eines Katheters in eine Arterie (Schlagader).
intrathekal
Abkürzung: i.th.; innerhalb der Hüllen (Theka = griechisch: Hülle) des Nervensystem, entspricht dem Liquorraum. Bei Medikamenten: werden direkt in den Liquorraum gegeben.

Siehe auch: Liquor

Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Intrathekalraum
Spaltraum an der Außenfläche des Gehirns und des Rückenmarks, in welchem sich Nervenflüssigkeit befindet (s. Liquor).
intravenös
Einspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
intrazellulär
innerhalb von Zellen
intrazerebral
auch: intracerebral; im Gehirn; im Innern des Gehirns
ipsilateral
auf gleicher Seite.
IQ

I = Intelligenz; Q = Quotient. Intelligenzgrad einer Person im Verhältnis zum Bevölkerungsdurchschnitt, errechnet als Hundertfaches des im Intelligenztest ermittelten Quotienten aus Leistungsalter und Lebensalter (Durchschnitt: IQ = 100). Zuverlässiger Intelligenztest ist unabhängig von erlerntem Wissen.

Siehe auch: Intellekt, Intelligenz

Intellekt, Intelligenz
Verstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
Iris
Regenbogenhaut des Auges.
Iritis
Entzündung der Regenbogenhaut.
irreversibel
nicht mehr rückgängig zu machen
isoelektrische Fokussierung (IEF)
spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.
Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
JC-Virus
Auslöser der Progressiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML); Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Namens eines Patinenten zusammen, bei dem dieses Virus erstmalig isoliert wurde.  Etwa 85% aller Erwachsenen haben Antikörper gegen das JC-Virus als Hinweis auf eine durchgemachte Erkrankung. In der Regel bestehen keine Symptome und das genetische Material des Virus 'überlebt' in Zellen der Niere. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus ins ZNS wandern, wo es dann zur Entwicklung einer PML kommen kann.

Siehe auch: PML

PML
Progressive multifokale Leukenzephalopathie; eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch das JC-Virus verursacht wird. Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Menschen vor. Es ist eine akute, progrediente Krankheit, die zu schweren Behinderungen und auch zum Tode führen kann.
kachektisch
unter Kachexie leidend.
Kachexie
schlechter Ernährungszustand, Kräfteverfall.
Kaliumkanal
Durchtrittsstelle von Kaliumionen durch die Membran von Nervenzellen. Ist normalerweise verschlossen und kann bei Bedarf kurzzeitig offen sein.
Kanüle
Hohlnadel.
kardiotoxisch
herzschädigend.
kardiovaskulär
Herz- und Kreislauffunktion betreffend.
Karenz
Verzicht, Enthaltsamkeit
Katheter
röhrenförmiges starres oder elastisches Instrument verschiedener Größen, das in Hohlorgane des Körpers eingeführt wird, um etwas zu entleeren oder einzugießen, z.B. Herz-, Venen-, Harnblasenkatheter (zum Ablassen von Harn).
katheterisieren
Einführung weicher Rohre verschiedener Größen durch die Harnröhre in die Harnblase zur direkten Gewinnung von Urin oder bei Blasenentleerungsstörungen (Harnsperre). Der Blasenkatheter kann auch durch die Bauchdecke (suprapubisch = über dem Schambein) gelegt werden.
kaudal
schwanzwärts, fußwärts gelegen.
kausal
ursächlich. Kausalität: ursächlicher Zusammenhang.
Kausalgie
(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.
Keratitis
Hornhautentzündung des Auges.
Kernspintomographie
bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin ohne Verwendung von Röntgenstrahlen. Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflusst und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren:
NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder
MRI= magnetic resonance imaging.
Nucleus: (lat.) = Kern.
Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Siehe auch: Tomographie

Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Killerzelle
im Lymphknoten angesiedelter und sich vermehrender T-Lymphozyt, der die Fähigkeit besitzt, eingedrungene Fremdkörper, z.B. Viren, zu zerstören.
Kleinhirn

Teil des Gehirns, im Hinterkopf liegend.

Siehe auch: Cerebellum

Cerebellum
(= Kleinhirn). In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.
Klimakterium
Wechseljahre bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Zeitabschnitt, in welchem sich die weiblichen Geschlechtsorgane, besonders die Eierstöcke, zurückbilden, die Monatsblutung aufhört und Empfängnisfähigkeit verloren geht. Oft verbunden mit vegetativen Beschwerden verschiedener Art, z.B. Hitzewallungen, Schwitzen, Schlafstörungen.
klinischer Befund
körperlicher und Untersuchungsbefund.
Klon
Gruppe genetisch völlig gleichartiger Zellen oder Organismen, die durch Teilung einer einzigen Zelle oder einem einzelnen Organismus hervorgegangen sind.
Klonus
(Mehrzahl: Kloni). Unwillkürliche, rhythmisch aufeinander folgende, erschöpfliche oder unerschöpfliche Kontraktionen (Zuckungen) von Muskeln oder Muskelgruppen, zur Spastik gehörend, z.B. Fußklonus: bei Aufsetzen des Vorfußes
rhythmisches Auf- und Abschlagen von Fuß und Unterschenkel, zumeist willkürlich nicht oder nur sehr schwer zu unterdrücken.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)
bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.

Siehe auch: Dysmetrie

Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
Koma

Siehe auch: Coma

Coma
auch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Komorbidität
ein oder mehrere zusätzlich zu einer Grunderkrankung wie der MS vorliegende, diagnostisch abgrenzbare Krankheitsbild/er
Kompensation
Ausgleichen, Ersetzen
konfluieren
zusammenfließen, sich vereinigen, z.B. Herde bei der MS.
Kontraindikation
Grund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme zu vermeiden.
kontraindiziert
kann (darf) nicht angewendet werden.
Kontraktion
Zusammenziehung, z.B. von Muskeln, dadurch kommt eine Gelenkbewegung zustande.
Kontraktur
dauernde, reflektorische Verkürzung von Muskeln und anderen Weichteilen (z.B. Bänder, Gelenkkapseln, Sehnen) mit dadurch bewirkter fehlerhafter Einsteifung von Gelenken, meist in Beugestellung (= Beugekontraktur).
Kontrastmittel
Mittel zur besseren Auflösung oder Darstellung z.B. bei der Magnetresonanztomographie (MRT).

Siehe auch: Gadolinium

Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
Kontrastmittelaufnahme
Anreicherung von Kontrastmittel im Gewebe; dient zur besseren Darstellung von z.B. Schädigungen im Gehirn mittels MRT.
Kontrazeption
Empfängnisverhütung.
Konzeption
Empfängnis, Befruchtung
Koordination
geordnetes Zusammenspiel von Bewegungsabläufen.
Kortison
Kortikoide; Gruppe von Substanzen, die in der Nebennierenrinde gebildet werden; auch synthetisch hergestellt; in der MS-Therapie zur Schubbehandlung eingesetzt

Siehe auch: Corticoide

Corticoide
(Corticosteron, Cortison): Nebennierenrindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon.
Kraftgrade
zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:

  • 0 = keinerlei Muskelkraft
  • 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
  • 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
  • 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
  • 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
  • 5 = normale Muskelkraft
kranial

den Schädel betreffend.

Siehe auch: Cranium

Cranium
knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
Kribbelparästhesien

Missempfindungen, die ohne äußeren Reiz auftreten, z.B. Kribbeln in den Füßen, eingeschlafene Gliedmaßen.

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Kryokonservierung
Haltbarmachen durch Kälte; Einfrieren
Kurtzke-Skala
entspricht dem EDSS-Score (englisch: Expanded Disability Status Scale) und wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer die Gehfähigkeit einerseits und weiter acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.
Kurzzeitgedächtnis
Fähigkeit, sich Sachverhalte über kurze Zeit merken zu können. Kann bei MS gestört sein.
kutan
die Haut betreffend.
Lähmung, schlaffe
gekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lähmung, spastische
hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
lakunär
lat.: Lacuna (Lücke); bedeutet höhlenartg, schwammig. Lakunäre Defekte sind löchrige, höhlenartige Bereiche in einem Gewebe.
Lamellenkörperchen
Unter Lamellenkörperchen (auch Vater-Pacini-Lamellenkörperchen genannt) versteht man Endkörperchen von Nervenfasern, die in der Unterhaut liegen und die für die Wahrnehmung von Vibrationen verantwortlich sind. Sie liegen insbesondere im Handteller, den Fußsohlen, in Blutgefäßen und dem äußeren Genitale.
Larynx
Kehlkopf mit Stimmbändern.
Lasègue-Zeichen
Schmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.
Läsion
geschädigte Gewebestelle durch Verletzung oder Entzündung.
latent
verborgen, ruhender Krankheitsprozess.
Latenzzeit
(elektrophysiologisch) Zeit zwischen Reizung und auf diesen Reiz erfolgende Reaktion.
lateral
seitlich, von der Mitte abgewandt.
Laxantien
Abführmittel.
letal
zum Tode führend, tödlich
Leukoenzephalopathie
krankhafte Veränderung der weißen Substanz des Gehirns.
Leukopenie
krankhafte Verminderung der Leukozyten (weißen Blutkörperchen).

Siehe auch: Leukozyten

Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
Ligand
Es handelt sich um ein Molekül, das einem Protein (einem Eiweißstoff) als Bindungspartner dient. Bei entsprechender Bindung des Proteins an den Liganden wird das Protein entweder aktiviert oder in seiner Wirkung gehemmt.
Lipide
Sammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.
Lipoide
fettähnliche Substanzen.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Liquorpassage
spontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.
Liquorunterdruck-Syndrom
durch Liquorverlust, z.B. infolge Entnahme (Punktion), Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.
Liquorzytologie
Untersuchung des Liquors auf Zahl und Art von darin vorhandenen Zellen.
Lokalisationsvermögen
Der Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Lupus erythematodes (LE)
(Lupus = Wolf; Erythem = Röte, Errötung; entzündliche Rötungd er Haut) eine Autoimmunkrankheit der Haut und innerer Organe mit unterschiedlichen Krankheitszeichen; unter anderem sind auch Störungen möglich, die eine MS vortäuschen können. Es handelt sich aber nicht um eine primäre Entmarkungskrankheit.
Lymphdrainage
physiotherapeutische Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Lymphe
(Gewebesaft): die aus den kleinsten Blutgefäßen in die Gewebespalten eintretende und durch Blutgefäße wieder in den Kreislauf zurückkehrende Flüssigkeit. Lymphstauung kann zu bleibenden Schwellungen führen (Hände, Unterschenkel, Fußgelenke, Füße). (lat.: Lympha = Quellwasser).
Lymphgefäße
fadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.
Lymphknoten
etwa kirsch-/ pflaumenkerngroße Organe aus Iymphatischem Gewebe, von einer Kapsel umgeben, immer an Lymphgefäße angeschlossen und in das System der Lymphbahnen eingeschaltet als Filter für Lymphstrom.
Lymphödem
Lymphabflußstörung, dadurch starkes Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen.
Lymphopenie
krankhafte Abnahme/Verminderung der Lymphozytenzahl

Siehe auch: Lymphozyten

Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
Macula
Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.
Magnetresonanztomographie

Untersuchungsmethode, die Magnetfelder nutzt; zur Diagnose der MS verwendet durch bildliche Darstellung von Läsionen im Gehirn. Wird auch verwendet, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Makrophage
"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
Malabsorption
beeinträchtigte Fähigkeit, Nahrungsmittel durch Magen und Darm aufzunehmen.
maligne
bösartig.
Manifestation
Zeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind. Manifestationsalter: bestimmte Altersperiode, in der die betreffende Erkrankung häufig erstmals auftritt.
markhaltige Nervenfasern
Nervenfasern mit Markscheide.
Marklager
in der Tiefe des Gehirns liegende Abschnitte der weißen Substanz - diese ist der aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns; da markhaltige Nervenfasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.
Markscheide
(=Myelinscheide): die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus Myelin besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Massenbewegung
z.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
Mc Donald-Kriterien
von einer Arbeitsgruppe um Mc Donald aufgestellte Kriterien zur Feststellung einer MS und Einbeziehung insbesondere bildgebender Diagnostik mittels MRT, zuletzt im Jahr 2005 aktualisiert.
medial
nach der Mitte zu gelegen.
Medulla oblongata
nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem; hinterster Teil des Gehirns.
Medulla spinalis
Rückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.
Membran
dünne Haut, breites dünnes Band.
Meningen
Hirnhäute, bestehend aus drei Hüllen: Dura mater: harte Hirnhaut, Arachnoidea: Spinnwebenhaut, Pia mater: weiche Hirnhaut. Umkleiden Gehirn und Rückenmark. Zwischen Arachnoidea und Pia (zusammen = Leptomeninx) befindet sich Nervenwasser als Flüssigkeitsmantel.
Meningitis
Hirnhautentzündung.
Menopause

Der Zeitpunkt der letzten spontanen Monatsblutung einer Frau durch altersbedingte Änderung im Hormonhaushalt. Im amerikanischen Sprachraum wird der Begriff „Menopause“ auch für die Zeit danach verwendet, im Deutschen wird diese Zeit Postmenopause genannt.

mental
geistige Funktion betreffend.
mesenchymale Stammzellen
sind Vorläuferzellen des Bindegewebes. Adulte Mesenchymale Stammzellen, d. h. entsprechende Stammzellen beim Erwachsenen, tragen zur Aufrechterhaltung und Regeneration des Stütz- und Bindegewebes, wie Knochen, Knorpel, Muskel, Bändern, Sehnen und Fettgewebe bei und unterstützen Wachstum und Entwicklung der Vorläuferzellen des Blutes im Knochenmark. Sie haben ein hohes Differenzierungspotential.
Metaanalyse
Zusammenfassende Bewertung mehrerer Studien zur gleichen Fragestellung.
Methotrexat
ein zytostatisch und immunsuppressiv wirkendes Medikament; gelegentlich bei MS eingesetzt.
Migration
Über den normalen Aktionsraum hinausgehende Ortsveränderungen (Wanderungen) von Zellen und Organismen
Mikroglia
kleinste Zelle in der Glia; beteiligt an der Bekämpfung entzündlicher Vorgänge

Siehe auch: Glia

Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Miktion
das Wasserlösen, die Harnentleerung.
Mitoxantron
Wirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
Mobilisation
Maßnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit, z.B. Gelenke, Muskeln durch krankengymnastische Behandlung oder selten Operation.
Modifikation
Abänderung.
Monoklonale Antikörper
Von einem einzigen Zellklon, genetisch einheitlichen Zellen, produzierte Antikörper.

Siehe auch: Antikörper

Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Monoparese

Schwäche eines Armes oder Beines

Siehe auch: Parese

Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Monoplegie

Lähmung eines Armes oder Beines

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Monotherapie
Behandlung einer Erkrankung mit nur einem Verfahren bzw. Medikament.
Morbidität
die in einem bestimmten Zeitraum registrierte Zahl der Krankheitsfälle einer definierten Krankheit bezogen auf die Bevölkerungszahl.
Morbus
Krankheit.
moribund
im Sterben liegend.
Morphologie
Formenlehre. Lehre von den mit bloßem Auge feststellbaren Formen des menschlichen Körpers und seiner Organe.
morphologisch
die Form betreffend.
Mortalität
Sterblichkeit. Verhältnis der Sterblichkeit an einer bestimmten Erkrankung im Verhältnis der Sterbefälle zur Gesamtbevölkerung in einem definierten Zeitraum.
Motilität
Bewegungsvermögen. Beweglichkeit, auch unwillkürliche Bewegungsvorgänge, z.B. des Magens, des Darms.
Motoneuron
motorische Nerveneinheit. Motorische Nervenzellen des Rückenmarks mit Fortsätzen bis zum Endorgan an der Muskelfaser.
Motorik
durch das Gehirn gesteuertes, über motorische Nervenbahnen ablaufendes Bewegungsgeschehen, bestehend aus Willkür-, Ziel-, Halte- und Stützmotorik.
motorisch
die Bewegung betreffend.
MRI
englisch: magnetic resonance imaging.
MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
MS
Abkürzung für: Multiple Sklerose.
MSFC
"MS Functional Composite": eine neuere Messmethode (Skala) für den Grad der Beeinträchtigung. Der MSFC erfasst neben der Beinfunktion und der Gehfähigkeit auch die Armfunktion und die geistigen Fähigkeiten, so dass er den Gesundheitszustand eines Patienten möglicherweise zuverlässiger und breiter widerspiegelt als der EDSS. Er gibt die Veränderungen im Gehirn besser wieder, die im MRT zu finden sind und korreliert besser mit den Angaben, die die Patienten zu ihrer Lebensqualität machten. Der Test dauert 15 Minuten.

multilokulär
an mehreren Orten auftretend, bei MS die im zentralen Nervensystem verstreut sich entwickelnden Herde.
Multiple Sklerose
multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung  der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
Muskelatrophie
Verschmächtigung der Muskulatur infolge Unterbrechung der motorischen Nervenleitung.
Muskeldystrophie
Schwund der Muskulatur infolge krankhafter Vorgänge des Muskelstoffwechsels (zahlreiche verschiedene Arten unterschiedlicher Altersgruppen).
Muskeleigenreflex

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Muskelfaser
langgestreckte, nur unter dem Mikroskop sichtbare Fasern (Muskelgewebe), zu Bündeln (Faszikeln) vereinigt, die sich auf Nervenreiz verkürzen und auf diese Weise die Muskelkontraktion herbeiführen.
Muskelrelaxans
Muskelerschlaffungsmittel mit Wirkung bei Muskelspastik.
Muskelrelaxation
Muskelentspannung; wird u.a. über physiotherpeutische Maßnahmen erreicht, progressive Muskelrelaxation.

Siehe auch: Jacobson-Training

Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
Mutante
Ein Organismus mit gegenüber dem "Normaltyp" verändertem Erbgut.

Siehe auch: Mutation

Mutation
Eine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
Mutation
Eine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
Myelin
Myelin ist eine Substanz, die von Oligodendrozyten aus Eiweiß und Fett gebildet wird. Umgibt die Nervenfasern wie eine Schutzhülle und ist für eine störungsfreie Weiterleitung von Nervenreizen von Bedeutung. Die so eingescheideten Nervenfasern werden als markhaltig bezeichnet.

Siehe auch: Oligodendrozyten

Oligodendrozyten
myelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
Myelinscheide
Umhüllung der Axone mit Myelin; andere Bezeichnung: Markscheide.

Siehe auch: Markscheide

Markscheide
(=Myelinscheide): die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus Myelin besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Myelitis
Entzündung des Rückenmarks, auch meist akut verlaufende Rückenmarkserkrankung.
Myelographie
Röntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Myelonläsion
Schädigung  des Rückenmarks z.B. durch Trauma oder Entzündung.
Myelopathie
Oberbegriff für Erkrankungen des Myelons (Rückenmarks), meist degenerativer Art.
Myelotomie

operative Durchtrennung von Rückenmarkbahnen zur Milderung der Spastik oder therapieresistenter Schmerzen (heute nicht mehr gebräuchlich).

myogen
im Muskel entstehende Krankheit mit Muskelschwund und charakteristischem Muskelumbau (mikroskopisch feststellbar). Im Gegensatz dazu: neurogen: Muskelverschmächtigung (-atrophie). Hier befindet sich der Krankheitsprozess im Nerv.
Myoklonien
ruckartige Zuckungen einzelner Muskeln
Myopathie
Muskelerkrankung
Nackenbeugezeichen
bei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Missempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches.

Siehe auch: Lhermitte-Zeichen

Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
Nanopartikel
Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen

Siehe auch: Nanopartikel

Nanopartikel
Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen
Natalizumab
Der Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
Nekrose
(Nekros = griechisch: Tod) Gewebstod durch Absterben von Zellen, Gewebe oder Organteilen.
Nerv
auch: Nervus; Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind . Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren  Organen oder in Richtung Peripherie (efferent), um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.
nerval
auf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.
Nervensystem
Gesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.

Siehe auch: peripheres Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Parasympathikus, Sympathikus

peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Nervenwurzel
der Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.
Nervus abducens
Vl. Hirnnerv.
Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Nervus accessorius
Xl. Hirnnerv.
Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.
Nervus facialis
Vll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus glossopharyngeus
IX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossus
XII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus oculomotorius
III. Hirnnerv.
Versorgt den Lidhebemuskel und die Muskeln, die den Augapfel nach oben, nach unten und nach innen bewegen.
Komplette äußere Oculomotorius-Lähmung: Das Lid hängt herab (Auge dadurch geschlossen), Auge nach außen unten abgewichen. Wenn Lid mit dem Finger hochgehoben wird, schrägstehende Doppelbilder.
Innere Oculomotorius-Lähmung: Beweglichkeit des Auges erhalten, Pupille weit und lichtstarr, verengt sich nicht auf Lichteinfall wie normalerweise.
Nervus olfactorius
I. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
Nervus opticus
II. Hirnnerv. Sehnerv.
Nervus statoacusticus
VIII. Hirnnerv.
Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.
Nervus trigeminus
V. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus trochlearis
IV. Hirnnerv.
Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagus
X. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung:  Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
neural
den Nerv betreffend.
Neuralgie
Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
neuralgiform
neuralgieartig.
neuralgisch
auf Neuralgie beruhend.
Neuraltherapie
Beeinflussung des Krankheitsgeschehens durch lokal schmerzstillende Injektionen (auch durch Bindegewebsmassage, Reizpflaster). Meist nur von vorübergehendem Erfolg.
Neurasthenie
"Nervenschwäche", seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden, organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.
Neurinom
ein von den Hüllen der Nervenfasern gebildeter, meist gutartiger knotenförmiger Tumor.
Neurit
Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
Neuritis
Entzündung der Nerven. Bei ungünstigem Verlauf Markscheiden und Achsenzylinder zerstörend, kann zu Lähmungen mit Muskelverschmächtigung, Sensibilitäts- und vegetativen Störungen führen.
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Neuro-Anatomie
Lehre vom Bau des gesamten Nervensystems, seiner verschiedenen Gewebestrukturen,  seiner Leitungsbahnen, deren Ursprung und Verknüpfung untereinander.
Neuro-Ophthalmologie
Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.
Neuro-Orthopädie
Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.
Neuro-Otologie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr einschließlich Gleichgewichtsorganen.

Neuro-Pädiatrie
die Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.
Neuro-Pathologie
Lehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-Physiologie
Lehre von den Funktionen des Nervensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).

Siehe auch: Physiologie

Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.
Neuro-Radiologie
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
neuro-vaskulär
die Blutgefäße des Nervensystems betreffend.
Neurochirurgie
chirurgische Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Nervensystems: Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven und der zum Nervensystem gehörigen Blutgefäße, u.a. Geschwülste, traumatische Blutungen im Innern  des Schädels, Gefäßverengungen.
neurocutan
Nervensystem und Haut betreffend.
Neurofibrillen
feinste Fasern (Neurofilamente und -tubuli) in den Ganglienzellen, vor allem in den Fortsätzen (Neuriten) der Ganglienzellen.
Neurofibrom
meist gutartige Geschwulst, ausgehend von den bindegewebigen Nervenhüllen.
neurogen
von Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.
Neurohormon
im Nervensystem gebildete, für das Zustandekommen und die Weiterleitung von Impulsen notwendige Substanzen, besonders an der Synapse.
Neurohypophyse
der Hinterlappen der Hypophyse.

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
Neuroleptika
Medikamente, die auch bei geistigen Störungen organischer Art eine beruhigende, dämpfende Wirkung auf die verschiedenen krankhaften psychischen Symptome ausüben.
Neurologie
Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems.
Neuromyelitis optica

(Abkürzung NMO); wahrscheinlich besondere Form der MS. Tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf.
Symptome: Sehnervenentzündung, kurz darauf Querschnittslähmung in den oberen Abschnitten des Rückenmarks.
Andere Bezeichnung: Devic-Syndrom.

Siehe auch: Devic-Syndrom

Devic-Syndrom
akute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Neuron
"Nerveneinheit". Die Nervenzellen mit ihren zugehörigen Fortsätzen als morphologisch-funktionelle Einheit.
Neuronenblocker
chemische Substanzen mit unterbrechender Wirkung (Blockade) auf die Impulsübertragung an den Synapsen.
neuroprotektiv
die Nerven schützend, sie z.B. vor dem Absterben bewahren
Neurosekretion
Hormonsekretion durch dafür bestimmte Nerveneinheiten, die das Sekret produzieren und zum Zustandekommen eines bestimmten Lebensvorganges abgeben.
Neurosen
Verhaltensstörungen wie Angst, Kontaktscheue, Zwang u.a. in Verbindung mit vegetativen Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen infolge Konflikten und gestörter Erlebnisverarbeitung, die bis weit in die Kindheit zurückreichen können.
neurotisch
ein zur Neurose gehöriges Verhalten.
Neurotomie
Nervendurchschneidung.
neurotoxisch
auf das Nervensystem oder Teile davon giftig und schädigend wirkende Substanzen = neurotoxische Substanzen, u.a. Thallium, Arsen, Alkohol u.v.a. mehr.
Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
neurotrop
das Nervensystem beeinflussend, auf das Nervensystem gerichtet, z.B. neurotropes Virus, das eine schädigende Wirkung nur in bestimmten Nervenzellen entfaltet und nicht in anderen Organen des Körpers.
Neurotrophin
griechisch: etwa "Nervennährstoffe"; Neurotrophine sind körpereigene Signalstoffe, von der Natur her kleine Eiweiße, die zielgerichtete Verbindungen zwischen Nervenzellen bewirken. Sie sichern den Fortbestand neuronaler Verbindungen.
neurovegetativ
das vegetative Nervensystem betreffend.
neurozirkulatorisch
das Nervensystem und den Kreislauf betreffend.
neutralisierende Antikörper
Abkürzung: NAK; Antikörper, die die Wirkung des Stoffes gegen den sie gerichtet sind neutralisieren. NAK’s können unter Umständen für den Wirkungsverlust von Betainterferonen verantwortlich sein.
NLG
Nervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Obstipation
Stuhlverstopfung.
Ödem
Gewebeschwellung durch vermehrte Flüssigkeitseinlagerung.
Oestrogene
auch: Östrogene; z.B. Östradiol; spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Im Zusammenhang mit der MS wird derzeit untersucht, ob sich diese Hormone für bestimmte Bereiche der MS-Therapie eignen. Hintergrund ist, dass bei MS-erkrankten Frauen während der Schwangerschaft kaum Schübe auftreten.
Oligodendroglia
Gewebe aus Oligodendrozyten.
Oligodendrozyten
myelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors; vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatisch
nur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.
Ophthalmologie
Augenheilkunde.
Ophthalmoplegie
Lähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
Opisthotonus
tonischer Krampf der Nacken- und Rückenmuskulatur mit Biegung des Kopfes nach hinten und Durchbiegen der Wirbelsäule im Sinne der Rückwärtsbeugung, stets schmerzhaft.

Siehe auch: Tonus

Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Opticusatrophie
Sehnervenschwund, total oder partiell (teilweise). Immer verbunden mit Verlust der Sehschärfe. Am Augenhintergrund wird die Papille blass.
Optikusneuritis
Sehnervenentzündung.

Siehe auch: Neuritis nervi optici, Sehnervenentzündung

Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Sehnervenentzündung

Entzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis

optokinetischer Nystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
oral
den Mund betreffend; z.B. Einnahme von Medikamenten durch den Mund.
Orbita
Augenhöhle.
organisch
durch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt.
orthostatisches Syndrom
Neigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.
Osteochondrose
degenerative Veränderung der Bandscheiben, häufig kombiniert mit Umbau der Wirbel (Spondylose) und der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).
Osteopenie
Minderung der Knochendichte; Vorstufe einer Osteoporose. Muss aber nicht zwangsläufig zu dieser führen.
Osteoporose
Knochenentkalkung, oft bei Bewegungsmangel. Kann auch durch längerdauernde Kortisonbehandlung hervorgerufen werden.
Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Papillenabblassung
Unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
parainfektiös
begleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
Paralyse
Lähmung.
Paraplegie

völlige Lähmung beider Beine.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Paraspastik
spastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus

Siehe auch: Sympathikus

Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
parietal
seitlich, wandständig; auch: zum Scheitelbein (Os parietale) gehörend.
Parietallappen
der in der Scheitelregion befindliche Teil des Gehirns.
Parosmie
Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen.
paroxysmal
anfallsweise.
Paroxysmus
Anfall.
passager
vorübergehend.
pathogen
krankheitserregend, krankheitsauslösend
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch
für eine Krankheit charakteristisch.
Pathologie
Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer Reflex

Reflex, der beim Gesunden nicht auftritt.

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Pathophysiologie
Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
Pendelnystagmus

Hin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Perimetrie
Aufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Periphlebitis retinae
peri . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)
periventrikulär
den Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
perkutan
durch die Haut; Begriff wird insbesondere verwendet, wenn es um minimalintensive Operationen geht, bei denen nur ein kleiner Einschnitt im Gegensatz zu einer großen Operationswunde notwendig ist.
Persistenz
Fortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.
Phantom
Trugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.
Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerz
schmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.
pharmakologisch
die Arzneimittellehre betreffend.
Pharmakovigilanz
systematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
Pharynx
Rachen.
Phobie
Angstzustand ohne vernunftmäßig einsehbare Ursache. Zwanghafte Übersteigerung alltäglicher, natürlicher Ängste.  Unfähigkeit, eine freie Fläche zu überqueren = Agoraphobie  (Agora = Markt) oder objektgebunden, z.B. Insektenangst u.v.a.m.
Physikalische Heilmethoden
Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.
Placebo
Scheinmedikament.
Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig  begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Plasmazelle
vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und lymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper.
Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
PML
Progressive multifokale Leukenzephalopathie; eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch das JC-Virus verursacht wird. Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Menschen vor. Es ist eine akute, progrediente Krankheit, die zu schweren Behinderungen und auch zum Tode führen kann.
Pneumonie
Lungenentzündung.
Pollakisurie
häufiger Harndrang, oft mit häufiger Entleerung kleiner Harnmengen.
Poly...
Wortteil mit der Bedeutung: viel, zahlreich, verstreut.
Polyneuritis
entzündliche Reaktion des peripheren Nervensystems als Ganzes.
Polyneuropathie
Erkrankung des peripheren Nervensystems infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem  reagiert pathologisch als Ganzes.

Siehe auch: peripheres Nervensystem

peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Polysklerose
identisch mit der Bezeichnung  MS. Der Wortteil "Multipel" ist hier durch den Wortteil "Poly" = viel ersetzt.
Population
eigentl.: Bevölkerung; Gesamtheit einer (biol.) Art oder Rasse in einem bestimmten Gebiet; verbunden durch gemeinsame Entstehungsprozesse; auch: Gesamtheit einer an einer Studie beteiligten Gruppe oder auch Gesamtheit von Zellen, die bestimmte Eigenschaften haben. 
post...
hinter, nachher (Wortteil).
postinfektiös
im Anschluss an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).
postpartal
nach der Geburt eines Kindes
postpunktionelle Beschwerden
heftige Kopfschmerzen nach lumbaler Liquorentnahme mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. (Bei Verwendung spezieller Punktionsnadeln sehr selten).

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Potential
Unterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.
PPMS

Primär Progrediente MS

Prädilektionsalter
bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
Prädilektionsstelle
bevorzugte Stelle.
präpartal
vor der Entbindung
Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
primär
in erster Linie; hauptsächlich
primär progredient

auch: primär chronischer Verlauf der MS.

Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.

Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:

Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.

 

 

Siehe auch: Progredienz

Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Proband

eine Person, die an einer Studie teilnimmt.

Prognose
Beurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
prognostizieren
voraussagen,
Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Proliferation
Zell- und Gewebsvermehrung.
Prophylaxe
Vorbeugung.
prospektiv
den weiteren Verlauf einer Erkrankung betreffend
Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
Proteinstoffwechsel
alle biochemischen Vorgänge im Körper, die den Auf- und Umbau von Eiweißen betreffen.
proximal
näher zum Rumpf gelegen.
Pseudo-Schub
Nur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (allg. Infektionen, Blasentzündung), Hitze oder körperliche Überanstrengung.
Psychiatrie
Lehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.
psychisch
auf das Seelenleben bezogen, seelisch, geistig.
Psychoanalyse
Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewusst gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewusst geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.
psychogen
auf seelischen Ursachen beruhend.
Psycholabilität
seelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.
Psychologie
Seelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
Psychose
Psychisch Krankheit, Störungen der Psyche. Verlauf schubweise, chronisch-fortschreitend, transitorisch (vorübergehend).

  1. durch fassbare krankhafte oder traumatische (s.) Schäden des Gehirns hervorgerufen. Im akuten Stadium: Desorientiertheit, Erregung, psychomotorische Unruhe, Bettflüchtigkeit, fluktuierende 
    Bewusstseinsstörung (Auftreten von verschiedenen Graden der Bewusstseinsstörung).
  2. typische psychische Erkrankungen verschiedener Art, wie Schizophrenie, Depressionen, hervorgerufen durch nicht fassbare Störungen.
Pubertät
Zeit der geschlechtlichen Reife, verbunden mit seelischer Reifung und Ablösung vom Elternhaus, etwa in der Zeit vom 11. bis 16. Lebensjahr.
Pubertas praecox: stark verfrühte, schon in der Kindheit einsetzende geschlechtliche Reife.
Pubertas tarda: verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.
Punktion
Einstich mit einer Kanüle zwecks Entnahme von Blut, Nervenwasser, anderer Körperflüssigkeiten oder Organgewebe zu diagnostischen Zwecken.
Pyelogramm
Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Pyramidenbahn
beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.
Quadriplegie
vollständige Lähmung von Armen und Beinen.
qualitativ
die Qualität, die Güte betreffend.
quantitativ
die Menge betreffend.
Querschnittslähmung
Lähmung von Muskeln unterhalb einer Schädigung des Rückenmarks mit begleitenden Gefühlsstörungen und gestörter Kontrolle von Stuhlgang und Wasserlassen.
Querulanz
starrsinniges, rechthaberisches Verhalten, sucht vermeintliches Recht durchzusetzen (jahrelange Prozesse), schlüssigen Argumenten nicht zugänglich,  Denken beherrscht von der alles bestimmenden Idee des vermeintlich erlittenen Unrechts. 
radiculär
(Radix = die Wurzel); Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.
randomisiert
zufällig, durch Zufall entschieden; z.B. bei Studien die Enrscheidung welcher Patient den Wirkstoff und welcher ein unwirksames Placebo erhält.
randomisierte Studie
anhand einer vorbereiteten Liste wird zufällig entschieden, ob eine Behandlung (z.B. mit einem Medikament) durchgeführt wird oder nicht (dann eventuell Gabe eine Scheinmedikamentes).
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Regeneration

Wiederherstellung; Neubildung von Geweben oder Zellen - oder Wiederherstellung von geschädigten Strukturen. Gehirn und Rückenmark besitzen nur sehr beschränkt die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.

 

regenerieren
erholen, wiederherstellen, (neu) aufbauen
Rehabilitation
allg.: Wiederherstellung. Eingliederung
Maßnahmen zur Vorbeugung bei (drohender) bzw. zur Linderung oder Beseitigung (schwerer) gesundheitlicher Störungen mit dem Ziel einer beruflichen und sozialen Wiedereingliederung, z.B. in das Berufsleben nach Heilung bzw. Besserung einer Erkrankung wie auch bei dauerhafter Behinderung.
rekombinant
durch Rekombination gewonnen. Begriff aus der Gentechnologie. Durch Einbau von Erbinformationen in fremde Zellen (z.B. Bakterien oder andere Organzellen) werden diese zur Produktion der genetisch vorgegebenen Substanz umfunktioniert. Schwierige körpereigene Produkte, wie z.B. Interferone lassen sich auf diese Weise großtechnisch herstellen.
Rekonvaleszent
Genesender, jemand, der sich von einer Erkrankung erholt.
Rekonvaleszenz
Genesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
rektal
zum Mastdarm gehörig oder Untersuchung des Mastdarms durch Einführen des Fingers oder von besonderen Instrumenten.
Rektoskopie
Mastdarmspiegelung. Mastdarmuntersuchung mit besonderem Instrument zur Betrachtung der Darminnenwand.
Rektum
Mastdarm.
Remission
Rückbildung der Krankheitszeichen, z.B. bei MS eines Schubes (z.B. remittierender Verlauf).
Remyelinisierung
Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
Residuen
verbleibende Symptome bei schubförmigem Verlauf der MS.
resorbieren
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: absorbieren.
Resorption
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: Absorption.
Responder

Person, die auf eine Behandlung, ein Medikament, wie erwartet anspricht.
Gegenteil: Non-Responder

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Restitution
Wiederherstellung des normalen Zustandes nach Rückbildung einer Krankheit bzw. eines Krankheitsschubes.
Retrobulbärneuritis
Abkürzung: RBN; die häufigste Form der Sehnervenentzündung, bei der der retrobulbäre (hinter dem Augapfel gelegene) Anteil des Sehnervs entzündet ist.

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
retrograd
rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
reversibel
rückbildungsfähig
Rezeptor
besondere Stelle an der Oberfläche von Zellen, an die Medikamente, Überträgerstoffe oder andere Substanzen "andocken" können.
Rezidiv
Rückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).
Rigor
(Rigidität): Erhöhter Tonus der Muskulatur mit aufeinander folgenden ruckartigen Bewegungen ("Zahnradphänomen") während des gesamten Bewegungsablaufs (bei Spastik pathologische Tonuserhöhung im Beginn einer Bewegung am ausgeprägtesten), wenn die Gliedmaße passiv bewegt werden.
Risiko-Stratifizierung

Abschätzung/Ermittlung des individuellen Risikos des Fortschreitens einer Erkranknung auf Grundlage von ermittelten, festgelegten Parametern.

Risikofaktoren

in der Medizin erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit zu erwerben, wenn bestimmte physiologische oder anatomische Eigenschaften, genetische Vorbelastungen oder Umwelteinflüsse vorliegen.

Rituximab
noch in der Testung befindlicher Wirkstoff, der biochemisch zum Bereich der monoklonalen Antikörper gehört und über eine Verminderung der B-Zellen wirkt, welche bei Immunangriffen auf Gehirn und Rückenmark eine Rolle spielen. Der Wirkstoff wird intravenös verabreicht.
Romberg- Versuch
Prüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
RRMS
Abkürzung im englischen Sprachgebrauch: Relapsing Remitting Multiple Sclerosis. Bedeutet 'schubförmige MS'
Rucknystagmus

langsamere Bewegung des Auges nach der erkrankten Seite, schnellere zur gesunden Seite.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Ruhetremor

Tremor tritt ohne Durchführen einer Bewegung auf.

Siehe auch: Tremor

Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
Rumpfataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
sagittal
(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
Sakkade
ruckartige Bewegung, im Augenbereich z.B. bei Blickwechsel von einem Objekt auf ein anderes.
sakkadiert
kurz abgesetzt, ruckartig, nicht kontinuierlich. Bei MS findet man häufig eine sakkadierte Blickfolge.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
schlaffe Lähmung
betrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung,  Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
Schleiersehen
Sehen wie durch einen Schleier bei Retrobulbärneuritis.
Schnürgefühl

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Schock
kreislaufbedingt: Absinken des Blutdruckes, Herzjagen, dünner Puls, kalter Schweiß, Beeinträchtigung der Nierentätigkeit, Bewusstseinsstörung, Koma.
Psychisch: Angst- und Schreckreaktion, Unfähigkeit, Überlegungen anzustellen und sachgemäße Aussagen zu machen, hervorgerufen durch seelisches Trauma. Abklingen nach Stunden oder Tagen, wenn es gelingt, das seelische Trauma zu verarbeiten.
Schrankenstörung
liegt vor, wenn eine Erhöhung des Eiweißanteils im Liquor gefunden wird und ist ein Hinweis auf eine Störung der Blut-Hirn-Schranke mit erhöhter Durchlässigkeit

Siehe auch: Blut-Hirn-Schranke, Liquor

Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Schub
erneutes Auftreten von Krankheitszeichen nach mehr oder weniger langer Pause und nach mehr oder weniger erfolgter Rückbildung der Symptome.
Schub, aufgesetzter
Von aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schubförmig

auch: schubförmig remittierender Verlauf der MS

Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.

 

schwarze Löcher
engl.: black holes; im MRT sichtbare rundliche Veränderungen im Gehirn, die auf einer Zerstörung von Nervenzellen und nicht mehr rückgängig zu machender Schädigung von Nervenfortsätzen beruhen.
Screening
(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. hinsichtlich der Zusammensetzung der Gene, auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierung
medikamentös verursachte Beruhigung
Sehnervenentzündung

Entzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Sehnervenkopf

Siehe auch: Papille des Sehnerven

Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Sehrinde
ein Bereich im Hinterhauptlappen des Gehirns in welchem optische Wahrnehmungen zu bewussten Empfindungen werden.
Sekretion
Absonderung, speziell Absonderung einer Drüse.
innere Sekretion: = Hormonabsonderung verschiedener Art aus dafür bestimmten Organen und Organteilen im Körperinneren (z.B. Schilddrüse, Nebenniere u.a.).
Sektion

Untersuchung des Körpers von Verstorbenen, z.B. zur Aufklärung der Todesursache.

sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
sensibel

empfindlich.

sensibilisieren
empfindlich machen.
Sensibilität
Fähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.
sensitiv
(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.
Sensomotorik
Zusammenspiel der motorischen und sensiblen Funktionen, um flüssige Bewegungsabläufe zu gewährleisten.
Sensorik
die Funktion der Sinnesorgane: Geruch, Geschmack, Sehen, Hören, Beschleunigung, Lage im Raum.
sensorisch evozierte Potentiale
Abkürzung: SEP; durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
SEP
Abkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
Sepsis
Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
Serum
Blutflüssigkeit (Blutplasma). Wässriger Bestandteil kolloidaler Körpersäfte, i.e.S. das Blutserum (ohne rote und weiße Blutkörperchen), nach Gerinnung.
signifikant
wesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
skandierende Sprache
Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Sklera
Lederhaut des Auges. Derbe, bindegewebige, weiße äußere Augapfelhülle, die bis zum Hornhautrand reicht.
Sklerose
Verhärtung, bei MS insbesondere die Verhärtung der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.

Siehe auch: Multiple Sklerose

Multiple Sklerose
multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung  der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
Skotom
Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
slow virus

engl.: langsamer Virus; braucht sehr lange von der Infektion bis zum Ausbruch einer Erkrankung; wird im Zusammenhang mit der Entstehung einer MS diskutiert.

Siehe auch: Virus, das

Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
somatisch
körperlich, den Körper betreffend.
somatogen
aus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
Somnolenz
krankhafte Schläfrigkeit als Bewusstseinstrübung (vom Gehirn ausgehend). Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Sopor
tiefe Bewusstlosigkeit ohne Spontanreaktionen, aber mit kurzen Abwehrreaktionen und Orientierungsbestrebungen. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Sphinkter ani
Afterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.
Sphinkter vesicae
Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
spinal
zum Rückenmark gehörig.
spinale Ataxie
infolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr steuerbar = Ataxie: Unordnung im Bewegungsablauf.
SPIR`s
systemische- Post- Injektions- Reaktion. Bezeichnet die kurzzeitigen voll-reversiblen Reaktionen nach Injektion von Copaxone in Form von Hitzewallungen, Flush, Herzjagen oder Luftnot. Man nimmt an, dass diese durch ungewollte Injektion der Substanz in kleine Arteriolen des Unterhautgewebes entstehen, die zu einer massiven Histamin-Freisetzung führen. Dies ist aber bisher nur eine Theorie.
SPMS

Sekundär progrediente (progressive) MS

Spondylarthrose
Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozess (Abnützungserscheinungen).
Sprachstörung

Aphasie

Siehe auch: Aphasie

Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
 - motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
 - sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
 - amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Sprechstörung
s. bulbäre Sprechstörung (s. Dysarthrie).
SSEP
somatosensorisch evozierte Potentiale.

Siehe auch: evozierte Potentiale

evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Stammzellen
noch nicht ausdifferenzierte und unbegrenzt teilungsfähige Zellen, aus denen sich unterschiedliche Zellarten entwickeln können. Sie stellen das einheitlichen Ausgangsmaterial für die Organ- und Gewebebildung beim Embryo (embryonale Stammzellen) bzw. für regenerationsfähige Gewebe des Erwachsenen (adulte Stammzellen; z.B. für die Blutbildung) dar.
Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
Standataxie

Störung des aufrechten Stehens.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Stenose
Verengung, z.B. von Blutgefäßen
stereotaktische Hirnoperation
Hirnoperation, die durch kleine Bohrlöcher im Schädel mit feinen nadelähnlichen Operationsinstrumenten an vorberechneter Stelle durchgeführt wird.
Stimulanz
(Mehrzahl Stimulantien)
anregende Arzneimittel, Drogen, Psychostimulantien.
stimulieren
anregen, reizen, z.B. mit elektrischem Strom oder chemischen Mitteln, z.B. mit Drogen.
Stimulus
Reiz, Anregung.
Strahlendosis
die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.
subcutan
unter die Haut (z.B. Spritzen eines Medikamentes).
subdural
unter der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Substitutionsbehandlung
Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
supprimieren
unterdrücken, abschwächen.
supratentoriell
über dem Tentorium gelegen.

Siehe auch: Tentorium

Tentorium
eine zeltförmige Falte der harten Hirnhaut; liegt zwischen Groß- und Kleinhirn.
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Symptom

Krankheitszeichen:
subjektiv: von Kranken selbst wahrgenommen und angegeben, z.B. Kopfschmerzen, Missempfindungen mannigfacher Art, bei MS Schnürgefühl, Kribbeln u.a.m.
objektiv: Krankheitszeichen durch Untersuchungsmethoden verschiedener Art feststellbar.

symptomatische Therapie
Die Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Synapse
die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes.

Siehe auch: Neurotransmitter, Transmitter

Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Transmitter
Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Syndrom
Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.
Synergie
geordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.
synergistisch
zusammenwirkend
Synkope
(griech,: plötzlicher Kräfteverlust); kurzzeitige Bewusstlosigkeit aufgrund einer Minderdurchblutung des Gehirns. Kann unterschiedliche Ursachen haben wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, Durchblutungsstörungen oder auch neurologische Ursachen.
Szintigraphie
Darstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
T-Zell-Impfung
Experimentelles Verfahren zur Behandlung von MS.
Bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen), die sich gegen Bestandteile der Myelinscheide richten, sollen durch das Verfahren in ihrer Aktivität gehemmt werden.
T-Zellen
gehören zu den Lymphozyten; Ausreifung in der Thymusdrüse, Träger der zellvermittelten Immunität

Siehe auch: Lymphozyten

Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
T1-Bilder / T1-Technik / T1-gewichtete Bilder
Darstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung vor allem alter Läsionen und Plaques als dunkle Flecken ("black holes"; schwarze Löcher) als Hauptmerkmal bei chronisch progredientem Verlauf; in Verbindung mit Kontrastmittel leuchten frische Herde auf bzw. werden verstärkt hervorgehoben.
T2-Bilder / T2-Technik / T2-gewichtete Bilder
Darstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung sowohl alter als auch neuer Läsionen oder Plaques als Hauptmerkmal bei schubförmigem Verlauf; neue (frische) Läsionen mit einem Ödem und die Ventrikel kommen kräftig hell zur Darstellung.
taktil
den Tastsinn betreffend.
Tasterkennen
Erkennen von Gegenständen bei geschlossenen Augen durch Betasten.
temporal
schläfenwärts.
Tentorium
eine zeltförmige Falte der harten Hirnhaut; liegt zwischen Groß- und Kleinhirn.
teratogen
fruchtschädigend, Missbildungen erzeugend
Tetrahydrocannabinol (THC)
Wirkstoff von Haschisch.
Tetraparese
Schwäche aller 4 Gliedmaßen.
Tetraplegie
Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Therapie
Krankenbehandlung medikamentös, krankengymnastisch, physikalisch (mit Apparaten), psychisch (Psychotherapie), mit Beschäftigung (Ergotherapie).
Thermanästhesie
aufgehobenes Temperaturempfinden.
Thermhypästhesie
eingeschränktes Temperaturempfinden.
Thymoleptika
Psychopharmaka zur Behandlung von Depressionen, wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebsfördernd.
Thymusdrüse
hinter dem Brustbein gelegenes Organ, für die Entwicklung der Immunität wichtig.
Tibialis-SEP
SEP = Abkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
Beim Tibialis-SEP findet dieser Test am Tibialis-Nerven statt (Tibia = Schienbein).
Tiefensensibilität
Wahrnehmung der Stellung der Gelenke und des Spannungsgrades der Muskeln. (Zur Tiefensensibilität gehört auch das Vibrationsempfinden).
Tomogramm
Röntgen-Schichtaufnahme.
Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Toxin
Gift, Giftstoff
Tractus
Faserstrang, Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn, motorisch und/oder sensibel.
Tranquilizer
(engl.): beruhigende, affektdämpfende, die innere Spannung lösende Arzneimittel.
transgen
transgene Organismen, z.B. Tiere, besitzen definierte Veränderungen in ihrem Erbgut, die nicht durch klassische Züchtung oder zufällige Mutationen entstanden sind
Transmitter
Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Trauma
(griech. = Wunde, Verletzung) den Organismus schädigende Einwirkung (äußere physikalische oder chemische Gewalt; Erlebnis, das vom Individuum nicht adäquat verarbeitet werden kann).
traumatisch
durch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.
Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
Trigeminusneuralgie
neuralgiformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.

  1. idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
  2. symptomatisch: als Symptom eines meist fassbaren Krankheitsprozesses, länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).
Trimenon
3 Monate; z.B. Schwangerschaftsdrittel
Trömner-Reflex
Der Trömner-Reflex, benannt nach dem deutschen Neurologen Ernest Trömner, ist ein "gesteigerter Fingerbeugereflex".

Der Arzt löst ihn durch schnelles Anschlagen der eigenen Fingerkuppen gegen die Fingerkuppen 2-4 der locker und entspannt nach unten hängenden Hand des zu Untersuchenden aus. Positiv ist der Reflex, wenn sich die Fingerendglieder einschließlich Daumen nach dem "Anschlag" reflektorisch deutlich sichtbar kurz anbeugen. Fällt der Trömner-Reflex deutlich gesteigert aus, gilt dies als Hinweis auf eine Schädigung zentraler motorischer Bahnsysteme. Er ist dann ein pathologischer Reflex, der oft vor Auftritt sichtbarer Lähmungen Hinweise auf dezente neurologische Schädigungen der Reflex-Motorik bietet.

Trophik
Ernährung, Ernährungszustand der einzelnen Körpergewebe und Organe.
Turgor
natürlicher Spannungszustand der Gewebe, z.B. der Haut, Muskeln, Unterhautfettgewebe.
Tysabri

Handelsname des Wirkstoffes Natalizumab.

Siehe auch: Natalizumab

Natalizumab
Der Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
ubiquitär
überall vorhanden.
Ueberlaufblase
(auch unter dem Begriff Überlaufinkontinenz bekannt); unwillkürlicher Harnverlust, bei dem der Blasendruck den Druck der Muskulatur, die die Harnröhre normalerweise verschließt übersteigt. Dadurch kommt es zum "Überlaufen" der Blase.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Uhthoff-phänomen
bei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- oder Körpertemperatur (warmes Wetter, heiße Bäder, Fieber, körperliche Anstrengung), die im extremen Fall zur vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich jedoch nach einer Absenkung der Temperatur immer wieder zurück.
Unterberger-Tretversuch
Ein neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Urge-Inkontinenz (englisch Urge = innerer Drang)

Siehe auch: Dranginkontinenz

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Urinkultur
Untersuchung des Urins auf Krankheitserreger durch Anzüchtung.
Urologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.
Uvea
mittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).
Uveitis
Entzündung der Uvea.
vaskulär
die Blutgefäße betreffend.
vasomotorisch
Bewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluss auf den Kreislauf.
vegetative Funktionen
Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus

Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Vene
Blutader, in der das Blut vom Körper über die Lunge (hier Sauerstoffanreicherung) zum Herzen fließt.

Siehe auch: Arterie

Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
Ventrikel
Hirnkammer/-n.
VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Verhaltenstherapie
auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepasstes Verhalten herbeizuführen (engl. behavior therapy).
verifizieren
bestätigen, beglaubigen
Verlauf der MS

kann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.

Siehe auch: schubförmig, sekundär progredient

schubförmig

auch: schubförmig remittierender Verlauf der MS

Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.

 

sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
Verum
lateinisch= echt; Medikament mit Wirkstoff im Gegensatz zum Placebo.

Siehe auch: Placebo

Placebo
Scheinmedikament.
Vestibularisbahn
Nervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.
Vibrationsempfinden
Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.

Siehe auch: Pallästhesie

Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
visuell
das Sehen, den Gesichtssinn betreffend.
Visuell evozierte Potentiale

Siehe auch: VEP

VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Visus
Sehleistung, Sehschärfe.
Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Vojta - Therapie
eine Form des Bewegungstrainings, benannt nach einem tschechischen Kinderneurologen. Es handelt sich um eine Form des Bewegungstrainings bei dem versucht wird, durch Auslösen verschiedener Reflexe Bewegungen hervorzurufen bzw. einzuüben.
Weiße Substanz
Bestandteil des Zentralnervensystems; besteht aus markhaltigen Nervenfasern, die aufgrund des Fettgehaltes weiß erscheinen.

Siehe auch: graue Substanz

graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Wernicke-Mann-Gangbild
eine bestimmte Haltung gelähmter Extremitäten bei Halbseitenlähmung; in der Regel wird der Arm in Beugestellung des Unterarms, der Hand und der Finger an den Körper gepresst: das Knie ist gestreckt und wird beim Laufen seitlich halbkreisförmig bewegt.
Wirbelsäule
der von der Gesamtheit der Wirbelkörper gebildete zentrale Teil des Körperskeletts (Achsenskelett).
cervical: den Halsteil betreffend, sieben Wirbel.
thoracal: den Brustteil betreffend, zwölf Wirbel.
lumbal: den Lendenteil betreffend, fünf Wirbel.
sakral: den Kreuzbeinteil betreffend, fünf Wirbel.
coccygeal: das Steißbein betreffend, fünf Wirbel.
Xanthochromie
Gelbfärbung des Nervenwassers (Liquors). Folge von Blutungen in den Liquorraum aus verschiedenen Ursachen und nachfolgendem Zerfall des Farbstoffes der roten Blutkörperchen.
Zentrales Skotom

Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes.

Siehe auch: Skotom

Skotom
Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
Zentralnervensystem
(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewusstseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
zerebellär
auch: cerebellär; das Kleinhirn betreffend

Siehe auch: Kleinhirn

Kleinhirn

Teil des Gehirns, im Hinterkopf liegend.

Zervix
Hals, Nacken (zervikal = den Hals- bzw. Nackenbereich betreffend).
Zyanose
Blausucht, bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute bei venöser Stauung oder mangelhafter Sauerstoffbeladung des Blutes.
Zystitis

Blasenentzündung

Siehe auch: Cystitis

Cystitis
Blasenentzündung (in der Regel der Harnblase).
Zystogramm
Kontrastdarstellung der Harnblase.
Zystoskopie
Blasenspiegelung durch Einführung eines optischen Instrumentes in die Harnblase, um diese von innen betrachten zu können.
Zytokine
Botenstoffe zur Aktivierung von Zellen; steuern u.a. die Bildung und Funktion von T-Lymphozyten und können entzündliche Vorgänge sowohl fördern als auch hemmen.
Zytostatika
Medikamente, die Immunreaktion hemmen und in der Krebsbehandlung bekannt sind.

Multiple Sklerose Lexikon

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