Entstehung / Pathogenese der MS

Können Schwangerschaften das MS-Risiko senken?

09.03.2012 - Mit der Anzahl der Schwangerschaften scheint sich für Frauen das Risiko zu verringern, an Multipler Sklerose zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Fall-Kontroll-Studie.

Noch vor 1950 wurde Frauen mit MS häufig von einer Schwangerschaft abgeraten. Heute gilt es als erwiesen, dass eine Schwangerschaft den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen und die Zahl der Schübe verringern kann.
Mehr noch: Anne-Louise Ponsonby vom Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne entdeckte jetzt, dass Schwangerschaften auch eine präventive Wirkung haben könnten.

Die australische "Ausimmune Study" verglich 282 Frauen und Männer, bei denen erstmals eine Demyelinisierung im zentralen Nervensystem aufgetreten war und die deshalb mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit an MS erkranken werden. Die Patienten wurden 542 Männern und Frauen gleichen Alters und aus der gleichen Region gegenübergestellt.

Schützen Schwangerschaften davor, an MS zu erkranken?

Auffällig war, dass die (vermutlich) an MS erkrankten Frauen deutlich weniger Schwangerschaften angegeben hatten als die Frauen in der Vergleichsgruppe. Nach den Berechnungen der Forscherin halbiert bereits eine Schwangerschaft das Risiko, an MS zu erkranken. Bei Frauen mit mindestens zwei Schwangerschaften sank es auf ein Viertel, und Frauen mit fünf oder mehr Schwangerschaften hatten sogar nur ein Zwanzigstel des Risikos von Frauen ohne Schwangerschaft. Bei Männern gab es keine inverse Assoziation zwischen der Zahl der Kinder und dem Erkrankungsrisiko.

Die Forscherin führt die protektive Wirkung auf hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft zurück. Diese schützenden Faktoren sollen jetzt näher erforscht werden.

 



Letzte Änderung: 12.03.2012

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