DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Expertenforum: Untersuchungen, Diagnose und Behandlung der MS · Warum diese Psychoschiene

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Verfasser Beitrag
(Micha) 12.12.2005, 18:51
Hallo Herr Dr. Elias,

als ich im Sommer wegen eines akuten Schubes, der sich sehr lange hingezogen hat (Gangataxie, kraftloses linkes Bein etc.), hat mich mein Neurologe in unser Bezirkskrankenhaus, in die neurlogische Abteilung geschickt. Ich möchte jetzt keine Namen nenen. Er hat mich dorthin eingewiesen, da er sich nicht getraut hat mir erneut Cortison zu geben, da es schon der 4. Schub in relativer kurzer Zeit war. Als ich 1 Woche später entlassen wurde, hatte ich folgendes Ergebnis:
- Unsicherheit, Gefühl der Hyperchondrie, Gefühl psychosomatisch erkrankt zu sein. Warum?
Mein dort behandelnder Arzt hat meine Diagnose in Frage gestellt und mir zu verstehen gegeben, dass ich deswegen meine Probleme habe, da meine Psyche einen schweren Schaden hat. Am Ende des Aufenthaltes ist jedoch erneut herausgekommen, dass der Liquor-Befund zum 4. Mal positiv war u. dass meine Plaques im NMR mehr zugenommen haben. Jeder, der mich kennt, hat nur gelacht, da ich ein sehr ausgeglichener Mensch bin. 3 Wochen später bekam ich durch meinen Hausarzt doch Cortison i.v. und meine Beschwerden wurde nach geraumer Zeit immer ein stückchen besser. Das Fazit: ich bin von den Ärzten sehr entäuscht und habe mich auch sehr zurückgezogen.
Warum, das höre ich sehr oft, machen einigevon Neurologen immer wieder solche "Spielchen" mit MS'lern? Ist das mangelnde Fortbildung? Oder mangelnde Kenntnis über die Erkrankung?
Ich hoffe, dass mir eine Antwort liefern können, damit ich wieder etwas Vertrauen zu den Ärzten finden kann!
Liebe Grüße und noch einen schönen Abend.
Michaela
P.S.: Ich möchte auf keinen Fall den Anschein erwecken hier die Möglichkeit zu nutzen meinen Frust los zu werden, aber ich bin so enttäuscht und habe wegen diesem Arzt jetzt wirklich ein psychisches Problem.
Experte Dr. W.-G. Elias 13.12.2005, 00:41
Liebe Michaela,

Sie sprechen ein sehr schwieriges Gebiet an. Es gibt immer wieder Kollegen, die psychosomatische Faktoren bei MS für ausschlaggebend halten und nicht akzeptieren können, dass wir hier einen akuten organischen Prozeß haben, der allerdings schon mal durch seelische Belastungen ausgelöst werden kann. Ein Auslöser ist aber keine Ursache (die wir ohnehin leider immer noch nicht kennen). Das heißt, ich halte die MS NICHT für eine psychosomatische Krqnkheit, und das tut keiner der Experten.

Was Sie trotz dieser Erfahrung nicht dürfen ist Resignation, Rückzug und Verharren in Ihrer - nachvollziehbaren - Reaktion, Sie tun sich damit weder körperlich noch seelisch etwas Gutes!

Mein Rat: Ihr Hausarzt scheint Sie zu verstehen, Suchen Sie mit ihm in Ihrem Umkreis einen Experten (per DMSG?), falls Sie auch zum bisherigen Neurologen kein Vertrauen mehr haben und sprechen Sie mit ihm dieses Erlebnis durch und überlegen dann, was an Vorbeugung notwendig ist, falls Sie noch keine derartige Therapie durchführen, oder ob Sie ggf. wechseln. Mich irritiert hier Ihre letzte Schubhäufigkeit.

Ich wünsche Ihnen Mut und Erfolg!

Viele Grüße.
(Micha) 13.12.2005, 14:24
Vielen Dank Dr. Elias für Ihre aufmunternten Worte. Gott sei Dank hat mein Hausarzt, kurz bevor ich in das BKH kam, mein Azathioprin auf 50 mg aufgestockt. Dies wollte der Arzt vom Krankenhaus übrigens ganz absetzen. Ich bin froh, dass ich und mein Hausarzt nicht auf ihn gehört haben, denn mein letzter Schub war jetzt Gott sei Dank schon 4 Monate her. Ok, seit gestern leider wieder erneut einer, aber ich glaube ich bin doch auf dem richtigen Weg. Ich höre jetzt mehr auf mein Bauchgefühl.

Viele Grüße.