Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Das DMSG-Forum · Verzicht auf Versicherungspflicht bei geringfügiger Beschäftigung





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(Gesperrt: Marianne2)

08.01.2013, 16:23

Ich habe von meinem Arbeitgeber für einen sehr kleinen Minijob gestern eine Unterschrift zum "Verzicht auf Versicherungspflicht" (oder so) unterschrieben. War das voreilig?

Ehrlich gesagt, steig ich nicht ganz durch, was genau das für mich bedeutet und ob ich jetzt Vor-oder Nachteile dadurch habe.

http://www.lohn-info.de/450-euro-job.html

Ich bin berentet und schöpfe den Minijob Betrag auch nur zu einem kleinen Teil aus.

Wer kennt sich aus?

Danke!

Marianne

goldencut99

08.01.2013, 16:51

Hallo Marianne,

soviel ich weiss ist seit dem 01.01.2013 jetzt auch ein Minijob 450 € versicherungspflichtig.


Personen, die vom 1. Januar 2013 an ein geringfügig entlohntes Beschäftigungsverhältnis aufnehmen, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Alternativ zur vollen Rentenversicherungspflicht können sich Minijobber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen. Hierfür muss der Beschäftigte dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er die Befreiung von der Versicherungspflicht wünscht. Dann entfällt der Eigenanteil des Minijobbers und nur der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Hierdurch verlieren Minijobber, die nicht anderweitig der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen, die Ansprüche auf einen Großteil der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.


LG

goldencut99

08.01.2013, 16:54

Auswirkungen für bestehende Beschäftigungen
Minijobber, die in ihrem Minijob vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, durch Beitragsaufstockung auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten.

Erhöht der Arbeitgeber nach dem 31. Dezember 2012 allerdings das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag von mehr als 400 Euro und weniger als 450,01 Euro, gilt für die alte Beschäftigung das neue Recht. Dann tritt bei dem bisher versicherungsfreien Minijob Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein, es sei denn, der Beschäftigte ist Bezieher einer Vollrente wegen Alters oder Pensionär. Der Minijobber kann sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Wurden hingegen in der Beschäftigung bereits vor dem 1. Januar 2013 Rentenversicherungsbeiträge aufgestockt, bleibt der Minijobber weiterhin versicherungspflichtig und kann sich nicht befreien lassen.

(Gesperrt: Marianne2)

08.01.2013, 17:30

Danke, Goldencut.

Da ich mich nun befreit habe, spare ich dadurch selber Abgaben von meinem Minimini-Gehalt;
verliere ich ernsthaft irgendwelche Ansprüche?

(Wieviele Rentenpunkte kann man zusätzlich mit knapp über hundert € monatlich hinzugewinnen bei bereits bestehender voller Erwerbsminderungsrente? Würde sich sowas "lohnen"?)

Grüße Marianne

Katzenkind

08.01.2013, 18:12

Marianne2 schrieb am 08.01.2013:

Danke, Goldencut.

Da ich mich nun befreit habe, spare ich dadurch selber Abgaben von meinem Minimini-Gehalt;
verliere ich ernsthaft irgendwelche Ansprüche?

(Wieviele Rentenpunkte kann man zusätzlich mit knapp über hundert € monatlich hinzugewinnen bei bereits bestehender voller Erwerbsminderungsrente? Würde sich sowas "lohnen"?)

Grüße Marianne


Die Frage ist, welchen Sinn es als EU-Rentner macht, weiterhin in die Rentenversicherung einzuzahlen? Wird dadurch tatsächlich die Altersrente beeinflusst, vor allem durch einen Miniminijob?

Du hast das schon ganz richtig gemacht - ich sehe da nämlich keinerlei Sinn drin.... ;)

ell

08.01.2013, 19:32

im Forum der Rentenversicherung habe ich schon mehrmals gelesen, dass es sich bzgl. der Minibeiträge/Rentenerhöung wohl wirklich so gut wie nicht lohnt. (Vor allem wenn du nicht die vollen jetzt 450 EUR ausschöpft, sondern nur 100 EUR hast).

Bei der vollen Summe wäre es evtl. jedoch eine Überlegung Wert, wenn man gemäß diesem Beispiel bei 400 EUR monatlich von einer um ca. 3,20 EUR höheren Rente ausgehen kann http://www.ihre-vorsorge.de/..._pi1%5Btid%5D=16900 (ich meine, wenn man den Job z.B. 10 oder 20 Jahre macht, dann wären 30 bis 60 EUR monatlich höhere Altersrente ja nicht schlecht, das kann unter Umständen den Unterschied ausmachen, ob man Grundsicherung beantragen muss, oder ob man ein zwar armer, aber wenigstens vom Sozialamt unabhängiger Rentner sein wird).

Außerdem kann es im Einzelfall sinnvoll sein, dadurch "Wartezeitmonate" anzusammeln, z.B. gemäß dieser Expertenantwort hier:

http://www.ihre-vorsorge.de/..._pi1%5Btid%5D=21199

--> ggf. zusätzliche Wartezeitmonate erwerben, die u. U. zu einem früheren Altersrentenbeginn führen könnten.

Deshalb würde ich mir eine diesbezügliche Anfrage/Beratungstermin bei der Rentenversicherung auf jeden Fall ans Bein binden. Denn ich würde mich grünärgern, wenn ich irgendwann in zwanzig Jahren erfahren würde, deutlich früher die Altersrente beantragen zu können, wenn ich heute diesen kleinen Beitrag vom Minijob abgezwackt hätte. Und wenn die sagen, nein, bei mir würde sich dadurch von den rentenrelevanten Zeiten her nix ändern, auch ok, dann kann man sich das natürlich guten Gewisssens sparen.

lg
ella

(Gesperrt: Marianne2)

08.01.2013, 22:30

Danke für die Antworten.

Das ist ja schon ziemlich kompliziert....

Allein hier weiß ich nicht

- Sofern der Beginn des Minijobs vor dem 01.01.2013 war und der Verdienst auch ab dem 01.01.2013 400 Euro monatlich nicht übersteigt, läuft die Versicherungsfreiheit ab dem 01.01.2013 weiter. Hierauf könnte aber dann verzichtet werden, wobei der Verzicht erst ab dem Folgetag des Eingangs der Verzichtserklärung beim Arbeitgeber wirken würde.

ob ich jetzt eine Versicherungsfreiheit oder die Befreiung von der Freiheit unterschrieben hab...

Und dass man als Frührentner früher in die Altersrente wechseln kann und welche Vorteile das hat ???

Da komm ich um einen Beratungstermin wohl nicht herum.

Grüße, Marianne

(Gesperrt: Marianne2)

09.01.2013, 11:09

Habe gerade mit 3 (!) Rentenberatern von der Rentenversicherung Bund telefoniert über kostenlose Hotline.

Auskunft:
Die monatlichen Rentenauszahlungsbeträge ändern sich durch einen Minijob unwesentlich, das lohnt sich schonmal deswegen nicht.

Wartezeiten bzw. Pflichtbeitragszeiten sind bei Erwerbsminderungsrente bereits durch den Bezug der Rente abgegolten und müssen nicht zusätzlich durch Aufstockung der monatlichen Beiträge beim Minijob geleistet werden.

Meine Befreiung von der Versicherungspflicht war also kein Fehler oder von Nachteil für mich und ich kann mich entspannt zurücklehnen.

Lieben Dank Euch,
Marianne

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