DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

DMSG ExpertenforenSpastik und MS · Krämpfe in den Beinen



Hinweis: Diese Diskussion wurde geschlossen. Auf Beiträge kann nicht mehr geantwortet werden.

Verfasser Beitrag
(Evelin) 20.10.2003, 12:55
Hallo Herr Dr. Pöhlau

Seit ca. 4 Monaten bin ich, sobald ich die Beine gerade strecke kurz davor einen Krampf zu bekommen. Auch wenn ich die Muskeln (meistens rechtes Bein) länger anstrengen muß. Ansonsten fühlen sich die Beine immer eher lahm an. Natürlich entspann ich die Muskulatur immer sofort wenn ich das Krampfgefühl bekomme. Hab recht viel Muskulatur in den Beinen da ich fast täglich reite, merke aber das es auch dabei immer häufiger auftritt. Kann das mit der MS zusammen hängen und was kann man dagegen machen (Magnesium????). Mit einem normalen Wadenkrampf hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.

Mit freundlichen Grüßen
Evelin
Experte Dr. Pöhlau 21.10.2003, 14:14
Ich gehe davon aus, dass Sie an einer MS leiden, sonst müsste man die Ursache dieser Muskelkrämpfe noch untersuchen.
Wahrscheinlich haben Ihre Krämpfe wirklich nichts mit "normalen" Wadenkrämpfen zu tun. Solche Krämpfe können ein Symptom für die Zunahme von Spastizität in den Beinen sein. Dann muss man überlegen, ob die MS ausreichend behandelt ist, ob man vielleicht einen Kortison-Puls durchführen sollte oder ob Sie ein Medikament gegen Spastizität benötigen. Magnesium kann versucht werden, es reicht oft nicht aus. Sprechen Sie doch mit Ihrem Neurologen, er wird Sie beraten und behandeln.
(Evelin) 21.10.2003, 14:51
Hallo Herr Dr. Pöhlau

Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort. Ich habe meine MS Diagnose seit 2001, habe seit 1997 drei Schübe gehabt und ich spritze seit 2001 BEtaferon. Bei einem MRT gestern hat sich ergeben, daß jetzt, seit 1998 sechs und danach noch mal zwei Herde, also acht bestehen. Außerdem kein Akuter. Kommt solche Spastizität denn nicht durch einen Schub?

mit freundlichen Grüßen
Evelin
Experte Dr. Pöhlau 26.10.2003, 10:23
Spastizität ist die Folge davon, dass Nervenbahnen, die motorische Impulse leiten geschädigtg werden. Eine solche Schädigung kann durch einen akuten Schub stattfinden, aber durchaus auch ohne Schübe. Nicht selten nimmt bei Betroffenen, die im sekundär chronisch progredienten Stadium der MS sind oder die eine primär chronisch progrediente MS haben, die Spastizität auch ohne Schub zu.
(Carola Pantzke Krankengymnastin) 26.10.2003, 19:12
Sollten Sie in krankengymnastischer​ Behandlung sein, fragen Sie Ihren Therapeuten nach Behandlungstechniken​, die propriorezeptive Reize setzen z.B. PNF (propriozeptive neuromuskuläre Fascilitation).