Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Das DMSG-Forum · Erfahrungen mit RebiSmart





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TeresaNacy

09.06.2012, 14:00

Ich habe fast ein Jahr lang Avonex gespritzt, mein Kopf spielt aber nicht mehr mit, ich kanns einfach nicht mehr... Habe Avonex jetzt abgesetzt und mich für den RebiSmart entschieden (fange in einer Woche an mit dem Spritzen). Am Oberschenkel kann ich aber nicht mehr spritzen, dort habe ich totale Schmerzen von der Avonex Spritze. Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Wer von euch nimmt noch den RebiSmart und wie geht es euch damit?

Kathy

09.06.2012, 16:05

Hallo Teresanancy,
Ich habe auch 1,5 Jahre Avonex gespritzt bis ich es einfach nicht mehr geschafft habe diesen blöden Knopf zu drücken! Ich saß stundenlang da und hab es nicht geschafft... Seit Januar Spritze ich jetzt Betaferon mit Injektionshilfe und es klappt mittlerweile ohne Probleme!

LG

TeresaNacy

09.06.2012, 17:18

Hey,
ja das war auch mein Problem! Morgens schon mit schlechter laune aufgewacht und Abends dann manchmal eine Stunde mit dem ding dagesessen...
Ich denke aber, dass ich den rebismart nehme, da hört man nicht mal ein klicken hab ich gehört...

Kathy

10.06.2012, 10:53

Das gleiche Problem hatte ich auch. Ich habe den ganzen Tag nur ans Spritzen gedacht.
Aber irgendwann ging es einfach nicht mehr... Deshalb hatte ich mir eine Pause von 3 Monaten gegönnt, und als dank bekam ich eine SNE.
Deshalb dann Betaferon. Ich sehe die Spritze nicht mehr und es tut fast nicht weh! Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mir die Spritzstelle aussuche, dann ansetzte und direkt abdrücke. Schon fast routiniert! Also mir hat der Umstieg geholfen. Kann dir aber leider nichts zum Rebismart sagen. Aber ich glaube du siehst die Spritze da auch nicht.
Du schaffst das!

LG

powerbora

10.06.2012, 11:58

Hallo TeresaNacy,
Ich benutze auch den RebiSmart und muss sagen das geht voll einfach.
du siehst keine nadel.vieleicht tut der oberschenkel dann nicht mehr weh,
da du rebif ja nicht muskulär spritzen tust.
die spritzschwester wird dich ja mit den rebismart schulen .du wirst merken,
auch wenn erst komplieziert,das es gar nicht so ist.ich finde ihn superpraktisch.
Lg Powerbora

TeresaNacy

10.06.2012, 13:07

Also meine Ärztin sagt, dass sie es total komisch findet, dass ich so oft Schmerzen bei Avonex habe... Ich weiß auch nicht woran das liegt... ich denke mal es liegt daran dass ich vor einem Jahr meinen letzten Schub in meinen Beinen bekam und ich immernoch ein ständiges Kribbeln und Missempfinden dort habe und vielleicht auch ein bisschen verkrampfe wenn ich den Knopf (nach Ewigkeiten ^^) drücke. In den Oberschenkel werde ich aber die erste Zeit nicht spritzen, da ich immer mal wieder, wenn ich dagegen komme, Schmerzen habe. Oberarm und Po ist ja in Ordnug, vor dem Bauch habe ich zwar etwas Angst aber das wird schon mit der Zeit. Am Anfang fand ich die Avonex Spritze auch total in Ordnung und einfach aber nach und nach wurde es immer schlimmer. Ich hoffe, dass ich bei dem RebiSmart andere Erfahrungen mache.

LG Teresa

pDgl

10.06.2012, 13:20

Hi TeresaNacy,

ich benutze den RebiSmart seit ungefähr 1,5 Jahren.

Nach kurzer Übungsphase hat man raus, wie das Einsetzen der Plastikhülse, welche die Nadel enthält, und der Patronen mit dem Medikament (nur nach jedem dritten Pieks) funktioniert.
Es wurden mir beim Beratungsgespräch eine "künstliche Haut" und Patronen mit neutraler Füllung zur Verfügungsgestellt, woran ich einfach fünf sechs Spritzvorgänge durchgeführt habe und dann sitzt das. Wundere dich nicht, das immer ein kleiner Tropfen des Medikaments auf der Einstichstelle zu sehen ist, das ist normal - einfach wegwischen.

Ein richtiger Nachteil:
Man kann zwar die Spritzgeschwindkeit (und auch -tiefe) einstellen (drei oder vier Stufen gibts), aber selbst die schnellste ist mir noch viel zu langsam. Beim mechanisch funktionierenden Vorgänger Rebiject wurde quasi blitzschnell injiziert.
Dieses elektrische Gerät bummelt ziemlich rum. Der Einstich selbst tut so gut wie gar nicht weh, aber das Rumgebummel beim Reindrücken des Medikaments sorgt dafür, dass es immer so fünf sechs Sekunden lang richtig brennt (bei mir). Das nervt ein bissl, vorallem weil es durch schnelleres Injezieren so leicht behoben wäre.

Ein kleiner Nachteil:
Der Knopf, der die Injektion auslöst ist zwar verhältnismäßig riesig, aber an einer ungünstigen Stelle angebracht und lässt sich ohnehin ein wenig, dadurch aber noch mehr, schwer drücken. Zumeist hält man das Gerät wie ein Handy in der Hand, weshalb der Knopf in Reichweite des Daumens an der Seite super positioniert wäre. Leider wurde er aber an der Oberseite angebracht, sodass man mit dem Zeigefinger manchmal etwas zu kämpfen hat, um doll genug zu drücken. (Beim Vorgänger wurde der Knopf zwar mit dem Daumen betätigt, ging dafür allerdings noch schwerer, sodass man auch mit dem Daumen kämpfen musste.)

Ein unfassbarer Nachteil:
Eine Patrone reicht für drei Injektionen. Die Patrone ist auf einer Länge von 3cm mit Medikament gefüllt. Beim Entfernen der "leeren" Patrone (nach der dritten Injektion) wirst du feststellen, dass immernoch über gut 0,8cm Flüssigkeit in der Patrone ist.
Selbst wenn man ganz nett rechnet und die konvexe Form der Patrone zum Ende hin beachtet, schmeißt man jedes mal knapp 20% des Inhalt der Patrone weg! Mit jeder fünften Patrone wirft man also eine komplette Patrone weg! (Beim Vorgänger Rebijekt wurden die Fertigspritzen komplett geleert, es war extra noch eine Luftblase mit in der Spritze, um das sicherzustellen!)

Ich habe inzwischen die ganzen "leeren" Patronen gesammelt. Vielleicht schicke ich sie mal zur Kanzlerin oder zum Gesundheitsminister ;) Das Medikament kostet für drei Monate immerhin 5000 Euro.

Ich fühle mich auch jedes Mal echt mies dabei und überlege auch wegen der angesprochenen Nachteile wieder zum Rebijekt zu wechseln.

Vorteile:
Man ist aber natürlich faul. Es ist komfortabel, dass man sich nur einmal die Woche um die Befüllung kümmern muss, statt jedesmal. Außerdem kommt man etwas leichter an die schwieriger zu händelnden Stellen (hintere Oberarme, Hüfte). Der Stromverbrauch scheint minimal zu sein. Habe erst einmal die Batterien gewechselt.

Sonstiges:
Manchmal flennt das Gerät rum und weigert sich unter lautem Piepsen und rotem Warnlicht, die Nadelhülse zu akzeptieren. Mir ist das ziemlich am Anfang im Urlaub passiert, als ich noch Vertrauen hatte und nur die genau passende Anzahl Nadelhülsen dabei (naiv natürlich). Nimm also lieber immer mehr Nadeln mit als nötig. Andererseits klappt es aber auch manchmal beim zweiten Versuch mit der selben Hülse.
Beim Entwerfen der Box, die für den Transport des Gerätes konzipiert wurde, hat man auch nur halb mitgedacht. Es ist kein Fach für eine Patrone vorgesehen. Ich schnippel dann an der Plastikhülle der Patronen rum, dann passen sie mit rein. Und es gibt vier (?!) Steckplätze für Nadelhülsen. Die Box ist offensichtlich nur für Kurzaufenhalte von einer Woche gedacht, obwohl das Medikament zwei Wochen ungekühlt überlebt.

Du solltest das Gerät auf jeden Fall ausprobieren. In Anwendung und Komfort top, fällt durch die Weitsichtigkeits- und Nachhaltigsanalyse allerdings durch. Naja, aber das ist heutzutage ja eh normal.

Viele Grüße
pDgl

TeresaNacy

10.06.2012, 13:42

Ich danke dir für die tolle Aufklärung! :)
Bei Avonex hatte ich auch immer dieses Brennen, obwohl die Nadel sofort reingeschossen wird... Das war aber immer ein richtig heftiges Brennen bei mir.
Meine größte Angst ist es immer etwas falsches oder ungünstiges zu treffen und natürlich meine Angst vor Nadeln... Ich hoffe die Nadel ist nicht so dick und kurz!?
Sag mal, könnte mir mein Mann eventuell auch behilflich sein mit dem Abdrücken, falls ich nicht so gut an eine Stelle komme? Es wäre für mich glaube ich einfacher, wenn ich "schnell mal" auf den Knopf drückt...
Lg Teresa

pDgl

10.06.2012, 14:04

Also ich drücke immer vorher mit zwei Fingern etwas auf der Haut in der Gegend der geplant Stelle umher. Wo es wehtut spritze ich dann natürlich nicht hin, man kann so aber auch Stelle erfüllen, die noch etwas hart sind, da sollte man dann auch eher nicht hinspritzen. Macht zwar bestimmt nichts, tut aber etwas mehr weh.

Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass du mit dem Rebismart grobe Fehler beim Spritzen begehst. Es kann sein, dass du die Einstichtiefe zu flach gewählt hast, das merkst du dann aber sofort bei der ersten Injektion, das Medikament ist dann als Huckel mit etwas 1cm Durchmesser direkt unter der Haut noch sichtbar oder es tritt vielleicht sogar etwas mehr Medikament als nur der besagte Tropfen wieder aus. Dann wählst du einfach für die folgenden Injektionen eine tiefere Einstellung. Zu tief, kann der Rebismart eigentlich nicht spritzen, bis zum Muskel kommt er nicht, maximal wenn du sehr sehr dünn bist, aber selbst dann liegt bei den empfohlenen Stellen (hinterer Oberarm, seitlicher Oberschenkel, Bauch, Hüfte, Po) nicht direkt unter der Haut der Muskel, die Haut selbst ist ja auch noch mind. 2cm dick, oder?

Man bekommt mit der Zeit heraus, welche Einstichstellen man als angenehmer empfindet und welche gar nicht. Zum Beispiel darf man rein theoreisch rund um den Bauchnabel herum im Abstand von etwa zwei Fingern spritzen. Ich habe aber bisher bei jedem Versuch oberhalb des Bauchnabels riesige blaue Felcke produziert, weshalb ich diese Stellen einfach unterlasse.
Beim Oberschenkel wird ja die Stelle so richtig mittig von der Länge her und dann etwas seitlich nach außen empfohlen. Dort tut es mir sehr weh, da habe ich nicht soo viele Fettpölsterchen, sodass sich das Medikament unter der Haut sofort verteilt und nach unten verläuft, was erfahrungsgemäß ordentlich brennt. Weiter oben, im oberen drittel des Oberschenkels habe ich dafür mehr Fett und dort tut es so gut wie gar nicht weh.

Wichtig ist aber, dass man wirklich die Stellen wechselt. Eine Zeit lang hatte ich mich aus Faulheit auf den Unterbauch beschränkt. Dann tut es irgendwann nur noch weh, auch tagsüber wenn man gar nicht spritzt und die Unterhaut verhärtert sich. Im schlimmsten Fall kann man so ein Ekzem herbeiführen mit Schmerzen und Eiter und allem drum und dran. Ich hatte sowas aber bisher nie. Einfach aufs Stellenwechseln achten.

Ich würde mich beim Spritzen ungern auf meinen Partner verlassen. Mein Drücken mit dem Finger entscheidet bei mir dann manchmal ein Zentimeter weiter links oder rechts über schmerz und nicht Schmerz. Da kann man selbst natürlich viel besser zielen, wenn man die Wunschstelle geortet hat. Eine andere Person kann immer nur so ungefähr in die Region treffen.

Achja, nochmal zum Unterstreichen der Tatsache, dass Injektionsfehler eigentlich ausgeschlossen sind:
Ich hatte mal an der Hüfte unter etwas Verreckung eine Stelle ausgewählt, wo dann unerwatet doch ziemlich wehgetan hat und ich die Position des Gerätes nicht halten konnte. Sobald der Hautkontakt zu sehr verloren geht, bricht das Gerät die Injektion ab, macht einen Piepton und teilt mit "Teilweise Injektion! Fortfahren?" Dann kann man einfach neu ansetzen und den Rest der Injektion mit der selben Nadel noch einspritzen.

Also selbst wenn es weh tut, wenn man eine harte Stelle erwischt hat und man das Gefühl hat, das Gerät hat zu kämpfen, um alles reinzudrücken, wenn man zu tief oder zu falch (was beides eigentlich unmöglich ist) spritzt und selbst wenn man eine Ader erwischt und dann einen oder zwei Bluttropfen vorfindet. Alles kein Grund zur Sorge!

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