Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 11.08.2014

Abort
auch: Abortus: Fehl- oder Frühgeburt
absorbieren
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: resorbieren.
Absorption
Aufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: Resorption.
Acetylcholin
Abkürzung: Ach; ist ein Überträgerstoff (Neurotransmitter) der elektrischen Erregung von einer Nervenzelle zur anderen.

Siehe auch: Neurotransmitter

Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Achsenzylinder

zentraler Teil des Axons, das Impulse weiter leitet. Den von Myelin umhüllten Achsenzylinder bezeichnet man auch als Neurit.

Siehe auch: Axon, Neurit

Axon

langer Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung

Neurit
Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
ACTH
Abkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).
adaptieren
anpassen, sich anpassen, an etwas gewöhnen
adäquat
angemessen, den Anforderungen entsprechend; z.B. bei der Dosierung eines Medikamentes oder bei Therapien.
Adduktoren
die Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).
ADEM

Siehe auch: akute disseminierte Enzephalomyelitis

akute disseminierte Enzephalomyelitis
Abkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Adenom
Geschwulst an den Drüsen.
Adhäsion
das Anheften; z.B. von Molekülen aneinander oder an Zellen oder von Zellen miteinander.
Adiadochokinese
Aufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.

Siehe auch: Diadochokinese

Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
adult
ausgewachsen, erwachsen
Adynamie
Antriebslosigkeit.
AEP
Akustisch Evozierte Potentiale

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Affektlabilität
leichte Beeinflussbarkeit von Stimmungen und Gefühlsäußerungen mit raschen und starken Schwankungen; kann u.a. in fortgeschrittenerem Stadium bei MS auftreten.
afferent
aufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.
Affinität
Anziehung, chemische Verwandtschaft, Neigung, einen bestimmten chemischen Stoff anzuziehen.
Ageusie
Unvermögen zu schmecken.
Agnosie
Unvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne dass eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Agraphie
Unfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Akalkulie
Verlust der Fähigkeit zu rechnen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Akinese
Bewegungsarmut, Bewegungsunfähigkeit bei fehlendem Antrieb.
Akkommodation
Naheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.
Akne
Hauterkrankung, besonders im Gesicht, im Bereich des Halsausschnittes und am Rücken. Kortisonbehandlung kann Aknebildung vorübergehend fördern.
Aktionstremor
Tremor beim Durchführen einer bestimmten Bewegung, v.a. mit den Armen oder Händen.
Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
akute disseminierte Enzephalomyelitis
Abkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
Albumin
Gruppe von wasserlöslichen Eiweißkörpern, Transportmittel für Substanzen im Blut.
Alexie
Schriftblindheit, aufgehobenes Verständnis für Schriftzeichen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Allel
Eine von mehreren Formen eines Gens, das an einer bestimmten Stelle auf einem Chromosom liegt.
Allergie
veränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.
ALS

Amyotrophe Lateralsklerose

Amaurose
Blindheit.
Amblyopie
Schwachsichtigkeit; oft angeboren auf einem Auge, Folge von Schielen.
Amenorrhoe
Ausbleiben der Monatsblutung
Amnesie
Erinnerungslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten. Bei Vergiftungen, Infektionen und traumatischen Schädigungen des Gehirns.
Amyotrophe Lateralsklerose
Abkürzung: ALS. Die aus heutiger Sicht eher historisch zu verstehende Krankheits-Bezeichnung sollte auf die bei dieser Erkrankung auffällige Muskelbeteiligung hinweisen ("amyotrophe"), obwohl es sich hier um eine ursächlich noch ungeklärte Systemkrankheit motorischer Nervenzellen im Rückenmark und der motorischen Hirnrinde handelt. Sie kann, vor allem in Spätstadien, mit einer Beteiligung des Hirnstamms (Bulbärparalyse) einhergehen, sodass neben Lähmungen und Muskelatrophien auch Schluck- und Sprechstörungen das klinische Bild prägen. Die Erkrankung tritt sehr viel seltener als die MS auf, hat aufgrund ihres meist schnellen Fortschreitens auch eine ungünstigere Prognose. Trotz des ähnlich klingenden Namens ("Lateralsklerose" bedeutet hier die sekundäre Degeneration seitlich im Rückenmark verlaufender motorischer Nervenstränge) hat die ALS mit der MS ursächlich kaum etwas gemeinsam.
ANA
Abkürzung für "Antinukleäre Antikörper". Es handelt sich um Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
Analgesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.
Analgetikum
schmerzstillendes oder - linderndes Medikament.
Anamnese
Vorgeschichte einer Krankheit. Darstellung der Entwicklung der jetzigen und früheren Erkrankungen durch den Patienten.
Anästhesie
Unempfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen, Schmerzlosigkeit, Betäubung.
Anazidität
Fehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.
Anfall
(Iktus) akute, vorübergehende Veränderung des Bewusstseinszustandes, oft von Krämpfen begleitet (Epilepsie). Auch Kreislaufkollaps (Synkope) infolge plötzlichen Blutdruckabfalls.
Angio-MRT
ein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen Aufnahme dargestellt werden können.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Angiographie
Röntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.
Angioplastie
Erweiterung eines verengten Blutgefäßes.
Ankylose
Gelenkversteifung.
Anosmie
Ausfall des Geruchsvermögens.
Antacida
Medikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.
Antagonist

in der Anatomie: sich gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

in der Biochemie: eine Substanz, z.B. auch ein Arzneimittel, das sich an die Bindungsstelle eines anderen Stoffes anheftet und diesen dadurch hemmt oder die Wirkung abschwächt.

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
antiinflamatorisch
gegen entzündliche Vorgänge gerichtet.
antikonvulsive Therapie
medikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Antinukleäre Antikörper
Abkürzung: ANA; Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
Antispastikum
Mehrzahl: Antispastika; Medikament zur Herabsetzung eines krankhaft erhöhten Muskeltonus.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Anus
After.
Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
 - motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
 - sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
 - amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Aphonie
Stimm-, Tonlosigkeit.
Areflexie
Es können keine Muskeleigenreflexe ausgelöst werden.
Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
Arthrose

nicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.

Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
Astrozyt
sternförmige Zelle im Nervensystem, speziell in der Glia, mit vielfältigen Funktionen

Siehe auch: Glia

Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
atonisch

spannungslos, Spannungsverlust der Muskulatur.

Siehe auch: Tonus

Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
Atrophie
Volumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels oder des Gehirns) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz; Nervenzellen) durch Schädigung oder durch Inaktivität.
Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenspiegeln
(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.
Autoaggression

Immunreaktion gegen körpereigene Gewebe.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autoantikörper
Antikörper gegen körpereigenes Gewebe
autochthon
am ursprünglichen Entstehungsort verbleibend.
Autogenes Training
bestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autoimmunerkrankung
Erkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.
Automatismen
unwillkürliche, nicht wissentlich beeinflussbare Bewegungen.

Siehe auch: Beugeautomatismen

Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Autopsie
auch: Sektion; medizinische Untersuchung von Verstorbenen; insbesondere zur Aufklärung der genauen Todesursache.
autoreaktiv
mit/gegen sich selbst reagierend
Avitaminose
Erkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.

Siehe auch: Vitamine

Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Axon

langer Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung

Azathioprin
Immunsuppressivum. Unterdrückt Immunreaktionen, die auch gegen das eigene Körpergewebe gerichtet sind.
Babinski-Zeichen

(auch: Babinski-Reflex): Beim Bestreichen der seitlichen Fußsohle wird die Großzehe nach oben gestreckt mit gleichzeitigem Spreizen der übrigen Zehen. Er gehört zu den Zeichen einer Schädigung des zentralen Nervensystems und ist bei der MS häufig nachweisbar.
Babinski: franz. Neurologe (1957-1932), der sich u.a. mit MS beschäftigte.

Baclofen-Pumpe
Das Medikament Baclofen (z.B. Lioresal®) wird vorzugsweise zur Behandlung der Spastizität eingesetzt. Es wirkt vorwiegend auf motorische Schaltkreise des Rückenmarks, sodass sich neben der oralen systemischen Anwendung auch das direkte Einbringen in den Liquorraum, der das Rückenmark umgibt, anbietet. Die Baclofen-Pumpe ist ein Gerät, das eine Dauertherapie mit diesem Wirkstoff ohne häufige Lumbal-Punktionen möglich macht, da hier das Medikament über eine in der Bauchhaut implantierte kleine Dosierpumpe in der individuell unterschiedlich erforderlichen Dosierung kontinuierlich direkt in den Lumbalraum abgegeben wird.

Es gibt technisch unterschiedliche Systeme: Die Freisetzung des Medikamentes wird entweder über Gasdruck kontinuierlich oder zusätzlich durch eine Mikrocomputer-Steuerung geregelt.

Balken
(= Corpus callosum); eine die beiden Großhirnhälften verbindende Masse quer verlaufender markhaltiger Nervenfasern, häufig von der Demyelinisierung der MS betroffen.
Bandagengefühl

Gefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Bandscheibe
(= Discus intervertebralis); aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.
Barthel-Index
eine Messmethode, mit der Einschränkungen im Alltag gemessen werden und z.B. auch ein Erfolg einer Rehabilitation eingeschätzt werden kann. Er gibt Informationen zur Mobilität, wichtigen Aktivitäten des täglichen Lebens sowie Blasen- und Darmstörungen.
basal
auf die Basis bezogen, unten gelegen.
Basalganglien

Nervenzellen, die als Gruppe in der Tiefe der beiden Hirnhälften liegen. Andere Bezeichnung: Stammganglien

Siehe auch: Stammganglien

Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Basis
Grund, unterer Teil eines Organs.
Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Beta-lnterferon
Eiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch technisch rekombinant hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und in Hamsterovarzellen produziert wird sowie ein Beta-Interferon 1b, das in einem Bakterium (Escherichia coli) rekombinant hergestellt wird. Beide Beta-Interferone werden in der Behandlung der MS eingesetzt.
Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
biographische Anamnese
Darstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
Black holes
englisch: schwarze Löcher; im MRT (Magnetresonanztomogramm) sich darstellende runde bis ovale vor allem in den T1-gewichteten Darstellungen dunkle Herde. Zeigt irreversible Schädigung von Axonen an.
Blickrichtungsnystagmus

ruckartige Augenbewegungen; deutet bei verstärkter Ausbildung bei MS auf eine Schädigung von Hirnstamm oder Kleinhirn hin.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Bobath-Methode
(nach einem englischen Ehepaar benannt): eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
Brady-
(griech.); Wortteil mit der Bedeutung langsam.
Bradydysdiadochokinese
langsame Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
Cannabis
Pflanze, die eine Reihe von Drogen enthält (Haschisch, Marihuana). Wirkstoff ist vor allem Tetrahydrocannabinol (THC).
Cauda
auch: Cauda equina (Pferdeschweif); Nervenwurzelbündel, das aus dem unteren Ende des Rückmarkes entspringt.
cerebelläre Ataxie
Oberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsreaktion und der Bewegungskoordination durch Funktionsstörung des Kleinhirns oder seiner Bahnen.
cervikal
den Hals betreffend.
Chemotherapie
Behandlung mit Wirkstoffen, die selektiv auf die Teilung von Zellen Einfluss nehmen und daher vor allem zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Wegen ihrer teilweise besonders ausgeprägten Wirkung auf Immunzellen werden sie auch zur Immunsuppression eingesetzt, z.B. bei schwerem MS-Verlauf.
Chondrosis intervertebralis
alterungsbedingte Austrocknung des Bandscheibengewebes, die zur Höhenminderung des Zwischenwirbelraums führt.
choreatische Bewegungen
regellose, plötzlich einschießende Bewegungen der Extremitäten.
Chorioidea
Aderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.
Coma
auch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Conjunktiva
Bindehaut des Auges.
Copaxone®
Medikament, das zur Behandlung der MS eingesetzt wird; enthält den Wirkstoff Glatirameracetat und war früher auch als Copolymer-1 (COP 1) bekannt.

Siehe auch: Glatirameracetat

Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Cornea
Hornhaut des Auges.
cortical
zur Rindensubstanz des Gehirns gehörend.
Corticalis
die Rindensubstanz des Gehirns.
craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
Cranium
knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
Cyclophosphamid
ein das Immunsystem unterdrückendes Medikament. Hemmt die Zellvermehrung; kann als Infusion oder als Dragee (oral) verabreicht werden. Wird bei Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen als Ersatz für Mitoxantron in der Eskalationstherapie eingesetzt.

Siehe auch: Mitoxantron

Mitoxantron
Wirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
Defäkation
Stuhlgang.
Deformation
Verformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ (z.B. Arthrose).
Degeneration
Abbau oder Untergang von Zellen oder Körperorganen, einhergehend mit Funktionsverlust oder Fehlfunktionen.
Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
Diagnose
Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
Diagnostik
Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
diagnostizieren
eine Diagnose stellen.
Differentialdiagnose
Abgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
Disability
Behinderung (englisch).
Diskusprolaps
(Discus = die Scheibe). Bandscheibenvorfall im Bereich der Wirbelsäule.
Dissemination
(lat.disseminare = aussäen): bedeutet so viel wie Ausbreitung. Im Zusammenhang mit dem MRT bedeutet räumliche/ zeitliche Dissemination, dass MS-bedingte Läsionen an verschiedenen Stellen im ZNS (räumlich) und auch zeitlich aufeinanderfolgend neue (zeitlich) erscheinen.
distal
peripherwärts (körperfern) gelegen.
Diuretika
Medikamente mit harntreibender Wirkung.
Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Dronabinol
ein Medikament aus Cannabis zur Schmerztherapie etwa bei der Behandlung von AIDS- und Krebs- Patienten, sowie bei Patienten mit Multipler Sklerose oder Querschnittslähmung mit muskulären Krämpfen oder Spastiken. Noch uneinheitliche Bewertung des therapeutischen Nutzens speziell bei der MS.
Dura mater
kurz: Dura; harte Hirnhaut; bildet die Schutzkapsel des Gehirns und die Knochenhaut der Schädelinnenfläche.
Dysarthrie
Störung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).
Dysdiadochokinese
Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
Dysphagie
Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
EAE

Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis: ist eine der  MS beim Menschen ähnliche Erkrankung des Zentralnervensystems bei Labortieren (Ratten, Mäusen). Wird in der Forschung als Modell der MS verwendet.

Eineinhalb-Syndrom
Störung der koordinierten Augenbewegungen im unteren Hirnstamm (hinterer unterer Teil der sog. Brücke (Pons), der Übergangsstelle von Gehirn und Rückenmark). Patienten mit einem Eineinhalb-Syndrom können nur mit einem Auge noch etwas (ruckhaft) zur Seite nach außen blicken, nicht mehr zur Nase hin, - das andere Auge steht praktisch in der Mitte und kann weder nach außen noch nach innen bewegt werden.
Ejakulation
Samenerguss.
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographie
auch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
Elektroneurographie
Messen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
Encephalon
Gehirn (griechisch).
Enhancement
engl.: Anreicherung. Wird bei der MRT im Zusammenhang mit Kontrastmitteln verwendet: Kontrastmittelanreicherung in aktiven Läsionen.
Entmarkung
Verlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherd
herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheiten
krankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
epidural
auf der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.

Ergotherapie
Beschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
Eskalationstherapie
ausgeweitete Behandlung, meist dann, wenn die Basistherapie nicht oder nicht ausreichend erfolgreich ist. Bei MS v.a. mit Natalizumab, Fingolimod, Mitoxantron oder Cyclophosphamid.

Siehe auch: Basistherapie

Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Eudiadochokinese
Diadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu=griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.
Evidenzklassen
Mit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:

- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien

- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie

- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie

- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie

- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien

- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Exazerbation
leitet sich aus dem Lateinischen exacerbatio ab und bedeutet "Verschlimmerung". Meist versteht man in der Medizin darunter den Ausbruch eines Krankheitsschubs bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. In der medizinischen Fachsprache wird dafür auch der Begriff "Schub" verwendet. Gelegentlich spricht man auch von einer "akuten Exazerbation", wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist.
Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis
(abgekürzt: EAE): eine bei Mäusen experimentell ausgelöste Autoimmunkrankheit, die Ähnlichkeiten zur Multiplen Sklerose aufweist und deshalb in tierexperimentellen Studien als Modell für MS verwendet wird.
extrakranial
auch: extrakraniell: außerhalb des Schädels
extrazellulär
außerhalb von Zellen
extrazerebral
außerhalb des Gehirns
Fatigue
MS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
Fazialisparese
Lähmung der Gesichtsmuskulatur.
Feldenkraismethode
Entspannungsmethode, die oft auch MS Patienten hilft. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein durch Bewegung zu erreichen.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)
Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
fokal
herdförmig, nur einen Teil betreffend.
Foramen
Loch.
Foramen intervertebrale
Zwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Foramen magnum
Loch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
Gangataxie

Unsicherheit beim Gehen ('wie betrunken'); Zusammenspiel der Muskulatur ist gestört.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ganglienzelle
Nervenzelle.
Gestation
Überbegriff für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Granulozyten
Untergruppe der Leukozyten; sind unter anderem für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich.

Siehe auch: Leukozyten

Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Haarbalgnerv
ein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
Haltetremor

Tremor beim Halten einer bestimmten Position, z.B. ausgestrecktes Bein oder Arm.

Siehe auch: Tremor

Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
hämatopoetisch
die Blutbildung betreffend.
hämatopoetische Stammzelltransplantation
Transplantation von blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark.

Siehe auch: Stammzelltransplantation

Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
Harninkontinenz
unwillkürlicher Harnabgang.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Harnverhalt
Verbleiben von Urin in der Blase trotz versuchter Leerung.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Hemiparese
teilweise Halbseitenlähmung

Siehe auch: Parese

Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Heparin
Medikament zur Gerinnungshemmung bei Bettlägerigen zur Verringerung des Thromboserisikos.
Hepatitis
Leberentzündung
hepatotoxisch
leberschädigend.
Hippotherapie
Reittherapie; Physiotherapie auf einem Pferd ohne Sattel; kann bei MS wirksam sein.
Hirnatrophie
Schrumpfung des Gehirns.
hirnorganisch
bedingt durch eine Störung im Gehirn.
Hirnorganisches Psychosyndrom
Abkürzung: HOPS; psychische Veränderungen durch Störungen im Gehirn.
Hirnstamm
Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften und dem Rückenmark. Durch den Hirnstamm laufen alle Nervenimpulse; sowohl vom Gehirn zum Körper als auch umgekehrt. Bei MS liegen hier oft Läsionen.
Hirnwasser
Liquor; Flüssigkeit in den Hohlräumen des Gehirns.

Siehe auch: Liquor

Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Histopathologie
Lehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.
Homöopathie
Behandlungsmethode, bei der die Wirkstoffe in sehr hohen Verdünnungen ("Potenzen") verabreicht werden. Nutzen bei MS bisher nicht sicher nachgewiesen.
human
menschlich, den Menschen betreffend
Hypakusis
unnormal leise Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen; kann bei MS aufgrund einer Schädigung der zentralen Hörbahn auftreten. Gegensatz: Hyperakusis
Hypalgesie
verminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.
Hyperakusis
besonders laute Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen.
Hyperazidität
zuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.
Hyperpathie
(pathos = leiden). Oft schon leichte sensible Reize lösen einen äußerst unangenehmen, oft brennenden Schmerz aus, der erst nach wenigen Sekunden einsetzt, sich nach Aussetzen des Reizes noch weiter verstärkt und in die Umgebung ausbreitet und erst allmählich wieder abklingt. Auftreten bei Teilschädigung peripherer sensibler Nerven oder auch bei Narbenbildung.
Hypophysenvorderlappen

Teil der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
Imaging
englisch: Bildgebung; Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
Immunaggression
immun: s.o. Aggression: Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Immunantikörper
anti = dagegen. Bestimmter Eiweißstoff (Immunglobulin) als Träger der Abwehrreaktion.

Siehe auch: Antikörper

Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Immunmodulation
Veränderung der Immunantwort im Sinne einer Abschwächung oder Verstärkung durch medikamentöse Behandlung.
Immunmodulatoren
Immunmodulatoren verändern die Immunantwort - Substanzen, die das Immunsystem entweder positiv (anregend) oder negativ (hemmend) beeinflussen.
Immunopathie
Krankheiten infolge von fehlgesteuerten Immunvorgängen.
Immuntherapie
Anwendung von Arzneimitteln mit dem Ziel, Immunitätsvorgänge zu fördern oder zu unterdrücken.
Immuntoleranz
ausbleibende bzw. stark verminderte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Antigene; ist wichtig um Angriffe auf eigenen Organismus zu verhindern

Siehe auch: Antigen

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
imperativer Harndrang
nicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
inaktiv
untätig, unwirksam, ruhend.
Inaktivitätsatrophie
Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie - durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).
inapparent
verborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome.
Indikation
Notwendigkeit einer Untersuchung oder Maßnahme.
Infiltration
Das Eindringen fremder Zellen in Gewebe.
Inflammation
Entzündung.
infratentoriell
unter dem Tentorium (zeltförmige Falte der harten Hirnhaut) gelegen; betrifft v.a. den Hirnstamm und das Kleinhirn.
initial
Anfangs ...
Initialsymptome
Krankheitszeichen zu Beginn einer Erkrankung.
Innervation
die Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.
Intensivstation
Spezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.
Interaktion
Wechselwirkung
Intervall
Zwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.
intraarteriell
Einbringen einer chemischen Substanz, einer Kanüle, eines Katheters in eine Arterie (Schlagader).
intrathekal
Abkürzung: i.th.; innerhalb der Hüllen (Theka = griechisch: Hülle) des Nervensystem, entspricht dem Liquorraum. Bei Medikamenten: werden direkt in den Liquorraum gegeben.

Siehe auch: Liquor

Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Intrathekalraum
Spaltraum an der Außenfläche des Gehirns und des Rückenmarks, in welchem sich Nervenflüssigkeit befindet (s. Liquor).
intravenös
Einspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
intrazellulär
innerhalb von Zellen
intrazerebral
auch: intracerebral; im Gehirn; im Innern des Gehirns
ipsilateral
auf gleicher Seite.
Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
kachektisch
unter Kachexie leidend.
Kachexie
schlechter Ernährungszustand, Kräfteverfall.
Kaliumkanal
Durchtrittsstelle von Kaliumionen durch die Membran von Nervenzellen. Ist normalerweise verschlossen und kann bei Bedarf kurzzeitig offen sein.
Kanüle
Hohlnadel.
kardiotoxisch
herzschädigend.
kardiovaskulär
Herz- und Kreislauffunktion betreffend.
Karenz
Verzicht, Enthaltsamkeit
Katheter
röhrenförmiges starres oder elastisches Instrument verschiedener Größen, das in Hohlorgane des Körpers eingeführt wird, um etwas zu entleeren oder einzugießen, z.B. Herz-, Venen-, Harnblasenkatheter (zum Ablassen von Harn).
katheterisieren
Einführung weicher Rohre verschiedener Größen durch die Harnröhre in die Harnblase zur direkten Gewinnung von Urin oder bei Blasenentleerungsstörungen (Harnsperre). Der Blasenkatheter kann auch durch die Bauchdecke (suprapubisch = über dem Schambein) gelegt werden.
kaudal
schwanzwärts, fußwärts gelegen.
kausal
ursächlich. Kausalität: ursächlicher Zusammenhang.
Kausalgie
(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.
Keratitis
Hornhautentzündung des Auges.
Kernspintomographie
bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin ohne Verwendung von Röntgenstrahlen. Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflusst und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren:
NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder
MRI= magnetic resonance imaging.
Nucleus: (lat.) = Kern.
Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Siehe auch: Tomographie

Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Klimakterium
Wechseljahre bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Zeitabschnitt, in welchem sich die weiblichen Geschlechtsorgane, besonders die Eierstöcke, zurückbilden, die Monatsblutung aufhört und Empfängnisfähigkeit verloren geht. Oft verbunden mit vegetativen Beschwerden verschiedener Art, z.B. Hitzewallungen, Schwitzen, Schlafstörungen.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)
bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.

Siehe auch: Dysmetrie

Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Koma

Siehe auch: Coma

Coma
auch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Kompensation
Ausgleichen, Ersetzen
Kontraindikation
Grund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme zu vermeiden.
kontraindiziert
kann (darf) nicht angewendet werden.
Kontraktion
Zusammenziehung, z.B. von Muskeln, dadurch kommt eine Gelenkbewegung zustande.
Kontraktur
dauernde, reflektorische Verkürzung von Muskeln und anderen Weichteilen (z.B. Bänder, Gelenkkapseln, Sehnen) mit dadurch bewirkter fehlerhafter Einsteifung von Gelenken, meist in Beugestellung (= Beugekontraktur).
Kontrastmittel
Mittel zur besseren Auflösung oder Darstellung z.B. bei der Magnetresonanztomographie (MRT).

Siehe auch: Gadolinium

Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
Kontrastmittelaufnahme
Anreicherung von Kontrastmittel im Gewebe; dient zur besseren Darstellung von z.B. Schädigungen im Gehirn mittels MRT.
Kontrazeption
Empfängnisverhütung.
Koordination
geordnetes Zusammenspiel von Bewegungsabläufen.
Kraftgrade
zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:

  • 0 = keinerlei Muskelkraft
  • 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
  • 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
  • 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
  • 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
  • 5 = normale Muskelkraft
kranial

den Schädel betreffend.

Siehe auch: Cranium

Cranium
knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
Kribbelparästhesien

Missempfindungen, die ohne äußeren Reiz auftreten, z.B. Kribbeln in den Füßen, eingeschlafene Gliedmaßen.

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Kurtzke-Skala
entspricht dem EDSS-Score (englisch: Expanded Disability Status Scale) und wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer die Gehfähigkeit einerseits und weiter acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.
kutan
die Haut betreffend.
Lähmung, schlaffe
gekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lähmung, spastische
hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
lakunär
lat.: Lacuna (Lücke); bedeutet höhlenartg, schwammig. Lakunäre Defekte sind löchrige, höhlenartige Bereiche in einem Gewebe.
Lamellenkörperchen
Unter Lamellenkörperchen (auch Vater-Pacini-Lamellenkörperchen genannt) versteht man Endkörperchen von Nervenfasern, die in der Unterhaut liegen und die für die Wahrnehmung von Vibrationen verantwortlich sind. Sie liegen insbesondere im Handteller, den Fußsohlen, in Blutgefäßen und dem äußeren Genitale.
Larynx
Kehlkopf mit Stimmbändern.
Lasègue-Zeichen
Schmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.
latent
verborgen, ruhender Krankheitsprozess.
Latenzzeit
(elektrophysiologisch) Zeit zwischen Reizung und auf diesen Reiz erfolgende Reaktion.
lateral
seitlich, von der Mitte abgewandt.
Laxantien
Abführmittel.
letal
zum Tode führend, tödlich
Leukoenzephalopathie
krankhafte Veränderung der weißen Substanz des Gehirns.
Ligand
Es handelt sich um ein Molekül, das einem Protein (einem Eiweißstoff) als Bindungspartner dient. Bei entsprechender Bindung des Proteins an den Liganden wird das Protein entweder aktiviert oder in seiner Wirkung gehemmt.
Liquorpassage
spontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.
Lokalisationsvermögen
Der Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Lupus erythematodes (LE)
(Lupus = Wolf; Erythem = Röte, Errötung; entzündliche Rötungd er Haut) eine Autoimmunkrankheit der Haut und innerer Organe mit unterschiedlichen Krankheitszeichen; unter anderem sind auch Störungen möglich, die eine MS vortäuschen können. Es handelt sich aber nicht um eine primäre Entmarkungskrankheit.
Lymphdrainage
physiotherapeutische Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Macula
Fleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.
Magnetresonanztomographie

Untersuchungsmethode, die Magnetfelder nutzt; zur Diagnose der MS verwendet durch bildliche Darstellung von Läsionen im Gehirn. Wird auch verwendet, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Makrophage
"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
Malabsorption
beeinträchtigte Fähigkeit, Nahrungsmittel durch Magen und Darm aufzunehmen.
maligne
bösartig.
Manifestation
Zeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind. Manifestationsalter: bestimmte Altersperiode, in der die betreffende Erkrankung häufig erstmals auftritt.
markhaltige Nervenfasern
Nervenfasern mit Markscheide.
Marklager
in der Tiefe des Gehirns liegende Abschnitte der weißen Substanz - diese ist der aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns; da markhaltige Nervenfasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.
Markscheide
(=Myelinscheide): die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus Myelin besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Massenbewegung
z.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
Mc Donald-Kriterien
von einer Arbeitsgruppe um Mc Donald aufgestellte Kriterien zur Feststellung einer MS und Einbeziehung insbesondere bildgebender Diagnostik mittels MRT, zuletzt im Jahr 2005 aktualisiert.
medial
nach der Mitte zu gelegen.
Medulla oblongata
nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem; hinterster Teil des Gehirns.
Medulla spinalis
Rückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.
Membran
dünne Haut, breites dünnes Band.
mental
geistige Funktion betreffend.
Metaanalyse
Zusammenfassende Bewertung mehrerer Studien zur gleichen Fragestellung.
Methotrexat
ein zytostatisch und immunsuppressiv wirkendes Medikament; gelegentlich bei MS eingesetzt.
Migration
Über den normalen Aktionsraum hinausgehende Ortsveränderungen (Wanderungen) von Zellen und Organismen
Mikroglia
kleinste Zelle in der Glia; beteiligt an der Bekämpfung entzündlicher Vorgänge

Siehe auch: Glia

Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Mitoxantron
Wirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
Mobilisation
Maßnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit, z.B. Gelenke, Muskeln durch krankengymnastische Behandlung oder selten Operation.
Modifikation
Abänderung.
Monoklonale Antikörper
Von einem einzigen Zellklon, genetisch einheitlichen Zellen, produzierte Antikörper.

Siehe auch: Antikörper

Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Monoparese

Schwäche eines Armes oder Beines

Siehe auch: Parese

Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Monotherapie
Behandlung einer Erkrankung mit nur einem Verfahren bzw. Medikament.
Mortalität
Sterblichkeit. Verhältnis der Sterblichkeit an einer bestimmten Erkrankung im Verhältnis der Sterbefälle zur Gesamtbevölkerung in einem definierten Zeitraum.
Muskelatrophie
Verschmächtigung der Muskulatur infolge Unterbrechung der motorischen Nervenleitung.
Muskelfaser
langgestreckte, nur unter dem Mikroskop sichtbare Fasern (Muskelgewebe), zu Bündeln (Faszikeln) vereinigt, die sich auf Nervenreiz verkürzen und auf diese Weise die Muskelkontraktion herbeiführen.
Muskelrelaxans
Muskelerschlaffungsmittel mit Wirkung bei Muskelspastik.
Muskelrelaxation
Muskelentspannung; wird u.a. über physiotherpeutische Maßnahmen erreicht, progressive Muskelrelaxation.

Siehe auch: Jacobson-Training

Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
Mutante
Ein Organismus mit gegenüber dem "Normaltyp" verändertem Erbgut.

Siehe auch: Mutation

Mutation
Eine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
Mutation
Eine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
Myelographie
Röntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Myelopathie
Oberbegriff für Erkrankungen des Myelons (Rückenmarks), meist degenerativer Art.
Myopathie
Muskelerkrankung
Nackenbeugezeichen
bei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Missempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches.

Siehe auch: Lhermitte-Zeichen

Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
Nanopartikel
Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen

Siehe auch: Nanopartikel

Nanopartikel
Verbünde von einigen wenigen bis einigen tausend Atomen oder Molekülen
Natalizumab
Der Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
nerval
auf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.
Nervus abducens
Vl. Hirnnerv.
Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Nervus accessorius
Xl. Hirnnerv.
Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.
Nervus facialis
Vll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus glossopharyngeus
IX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus olfactorius
I. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
Nervus statoacusticus
VIII. Hirnnerv.
Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.
Nervus trochlearis
IV. Hirnnerv.
Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagus
X. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung:  Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
neural
den Nerv betreffend.
Neuralgie
Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
neuralgiform
neuralgieartig.
neuralgisch
auf Neuralgie beruhend.
Neuraltherapie
Beeinflussung des Krankheitsgeschehens durch lokal schmerzstillende Injektionen (auch durch Bindegewebsmassage, Reizpflaster). Meist nur von vorübergehendem Erfolg.
Neurasthenie
"Nervenschwäche", seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden, organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.
Neuro-Anatomie
Lehre vom Bau des gesamten Nervensystems, seiner verschiedenen Gewebestrukturen,  seiner Leitungsbahnen, deren Ursprung und Verknüpfung untereinander.
Neuro-Ophthalmologie
Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.
Neuro-Pädiatrie
die Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.
Neuro-Pathologie
Lehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-Radiologie
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
neuro-vaskulär
die Blutgefäße des Nervensystems betreffend.
neurocutan
Nervensystem und Haut betreffend.
Neuroleptika
Medikamente, die auch bei geistigen Störungen organischer Art eine beruhigende, dämpfende Wirkung auf die verschiedenen krankhaften psychischen Symptome ausüben.
Neuromyelitis optica

(Abkürzung NMO); wahrscheinlich besondere Form der MS. Tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf.
Symptome: Sehnervenentzündung, kurz darauf Querschnittslähmung in den oberen Abschnitten des Rückenmarks.
Andere Bezeichnung: Devic-Syndrom.

Siehe auch: Devic-Syndrom

Devic-Syndrom
akute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
neurovegetativ
das vegetative Nervensystem betreffend.
neurozirkulatorisch
das Nervensystem und den Kreislauf betreffend.
neutralisierende Antikörper
Abkürzung: NAK; Antikörper, die die Wirkung des Stoffes gegen den sie gerichtet sind neutralisieren. NAK’s können unter Umständen für den Wirkungsverlust von Betainterferonen verantwortlich sein.
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Obstipation
Stuhlverstopfung.
Oligodendroglia
Gewebe aus Oligodendrozyten.
oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors; vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatisch
nur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.
Ophthalmologie
Augenheilkunde.
Ophthalmoplegie
Lähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
Opticusatrophie
Sehnervenschwund, total oder partiell (teilweise). Immer verbunden mit Verlust der Sehschärfe. Am Augenhintergrund wird die Papille blass.
optokinetischer Nystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
oral
den Mund betreffend; z.B. Einnahme von Medikamenten durch den Mund.
Orbita
Augenhöhle.
organisch
durch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt.
orthostatisches Syndrom
Neigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.
Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Papillenabblassung
Unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
parainfektiös
begleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
Paralyse
Lähmung.
Paraplegie

völlige Lähmung beider Beine.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Paraspastik
spastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen.

Siehe auch: Spastik

Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus

Siehe auch: Sympathikus

Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. 
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
parietal
seitlich, wandständig; auch: zum Scheitelbein (Os parietale) gehörend.
Parietallappen
der in der Scheitelregion befindliche Teil des Gehirns.
Parosmie
Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen.
paroxysmal
anfallsweise.
Paroxysmus
Anfall.
passager
vorübergehend.
pathogen
krankheitserregend, krankheitsauslösend
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch
für eine Krankheit charakteristisch.
Pathologie
Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer Reflex

Reflex, der beim Gesunden nicht auftritt.

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Pathophysiologie
Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
Pendelnystagmus

Hin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Periphlebitis retinae
peri . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)
perkutan
durch die Haut; Begriff wird insbesondere verwendet, wenn es um minimalintensive Operationen geht, bei denen nur ein kleiner Einschnitt im Gegensatz zu einer großen Operationswunde notwendig ist.
Phantom
Trugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.
Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerz
schmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.
pharmakologisch
die Arzneimittellehre betreffend.
Pharmakovigilanz
systematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
Pharynx
Rachen.
Physikalische Heilmethoden
Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
Placebo
Scheinmedikament.
Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig  begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Plasmazelle
vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und lymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper.
Pollakisurie
häufiger Harndrang, oft mit häufiger Entleerung kleiner Harnmengen.
Polyneuropathie
Erkrankung des peripheren Nervensystems infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem  reagiert pathologisch als Ganzes.

Siehe auch: peripheres Nervensystem

peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Population
eigentl.: Bevölkerung; Gesamtheit einer (biol.) Art oder Rasse in einem bestimmten Gebiet; verbunden durch gemeinsame Entstehungsprozesse; auch: Gesamtheit einer an einer Studie beteiligten Gruppe oder auch Gesamtheit von Zellen, die bestimmte Eigenschaften haben. 
postpartal
nach der Geburt eines Kindes
Potential
Unterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.
Prädilektionsalter
bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
präpartal
vor der Entbindung
Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
Proband

eine Person, die an einer Studie teilnimmt.

Proliferation
Zell- und Gewebsvermehrung.
Prophylaxe
Vorbeugung.
proximal
näher zum Rumpf gelegen.
Psychiatrie
Lehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.
Psychoanalyse
Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewusst gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewusst geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.
Psycholabilität
seelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.
Pyelogramm
Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Pyramidenbahn
beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.
Quadriplegie
vollständige Lähmung von Armen und Beinen.
qualitativ
die Qualität, die Güte betreffend.
quantitativ
die Menge betreffend.
Querulanz
starrsinniges, rechthaberisches Verhalten, sucht vermeintliches Recht durchzusetzen (jahrelange Prozesse), schlüssigen Argumenten nicht zugänglich,  Denken beherrscht von der alles bestimmenden Idee des vermeintlich erlittenen Unrechts. 
radiculär
(Radix = die Wurzel); Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.
randomisiert
zufällig, durch Zufall entschieden; z.B. bei Studien die Enrscheidung welcher Patient den Wirkstoff und welcher ein unwirksames Placebo erhält.
randomisierte Studie
anhand einer vorbereiteten Liste wird zufällig entschieden, ob eine Behandlung (z.B. mit einem Medikament) durchgeführt wird oder nicht (dann eventuell Gabe eine Scheinmedikamentes).
Regeneration

Wiederherstellung; Neubildung von Geweben oder Zellen - oder Wiederherstellung von geschädigten Strukturen. Gehirn und Rückenmark besitzen nur sehr beschränkt die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.

 

Rehabilitation
allg.: Wiederherstellung. Eingliederung
Maßnahmen zur Vorbeugung bei (drohender) bzw. zur Linderung oder Beseitigung (schwerer) gesundheitlicher Störungen mit dem Ziel einer beruflichen und sozialen Wiedereingliederung, z.B. in das Berufsleben nach Heilung bzw. Besserung einer Erkrankung wie auch bei dauerhafter Behinderung.
rekombinant
durch Rekombination gewonnen. Begriff aus der Gentechnologie. Durch Einbau von Erbinformationen in fremde Zellen (z.B. Bakterien oder andere Organzellen) werden diese zur Produktion der genetisch vorgegebenen Substanz umfunktioniert. Schwierige körpereigene Produkte, wie z.B. Interferone lassen sich auf diese Weise großtechnisch herstellen.
Rekonvaleszent
Genesender, jemand, der sich von einer Erkrankung erholt.
Rekonvaleszenz
Genesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
rektal
zum Mastdarm gehörig oder Untersuchung des Mastdarms durch Einführen des Fingers oder von besonderen Instrumenten.
Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
retrograd
rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
Risikofaktoren

in der Medizin erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit zu erwerben, wenn bestimmte physiologische oder anatomische Eigenschaften, genetische Vorbelastungen oder Umwelteinflüsse vorliegen.

Rituximab
noch in der Testung befindlicher Wirkstoff, der biochemisch zum Bereich der monoklonalen Antikörper gehört und über eine Verminderung der B-Zellen wirkt, welche bei Immunangriffen auf Gehirn und Rückenmark eine Rolle spielen. Der Wirkstoff wird intravenös verabreicht.
Rucknystagmus

langsamere Bewegung des Auges nach der erkrankten Seite, schnellere zur gesunden Seite.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Rumpfataxie

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
sagittal
(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
Sakkade
ruckartige Bewegung, im Augenbereich z.B. bei Blickwechsel von einem Objekt auf ein anderes.
sakkadiert
kurz abgesetzt, ruckartig, nicht kontinuierlich. Bei MS findet man häufig eine sakkadierte Blickfolge.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
schlaffe Lähmung
betrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung,  Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
Schrankenstörung
liegt vor, wenn eine Erhöhung des Eiweißanteils im Liquor gefunden wird und ist ein Hinweis auf eine Störung der Blut-Hirn-Schranke mit erhöhter Durchlässigkeit

Siehe auch: Blut-Hirn-Schranke, Liquor

Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Schub, aufgesetzter
Von aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schwarze Löcher
engl.: black holes; im MRT sichtbare rundliche Veränderungen im Gehirn, die auf einer Zerstörung von Nervenzellen und nicht mehr rückgängig zu machender Schädigung von Nervenfortsätzen beruhen.
sensorisch evozierte Potentiale
Abkürzung: SEP; durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
signifikant
wesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
skandierende Sprache
Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Sklera
Lederhaut des Auges. Derbe, bindegewebige, weiße äußere Augapfelhülle, die bis zum Hornhautrand reicht.
somatisch
körperlich, den Körper betreffend.
somatogen
aus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Sphinkter ani
Afterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.
Sphinkter vesicae
Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
spinal
zum Rückenmark gehörig.
spinale Ataxie
infolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr steuerbar = Ataxie: Unordnung im Bewegungsablauf.
Spondylarthrose
Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozess (Abnützungserscheinungen).
Sprachstörung

Aphasie

Siehe auch: Aphasie

Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
 - motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
 - sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
 - amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Stammzellen
noch nicht ausdifferenzierte und unbegrenzt teilungsfähige Zellen, aus denen sich unterschiedliche Zellarten entwickeln können. Sie stellen das einheitlichen Ausgangsmaterial für die Organ- und Gewebebildung beim Embryo (embryonale Stammzellen) bzw. für regenerationsfähige Gewebe des Erwachsenen (adulte Stammzellen; z.B. für die Blutbildung) dar.
Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
Standataxie

Störung des aufrechten Stehens.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
stereotaktische Hirnoperation
Hirnoperation, die durch kleine Bohrlöcher im Schädel mit feinen nadelähnlichen Operationsinstrumenten an vorberechneter Stelle durchgeführt wird.
Stimulanz
(Mehrzahl Stimulantien)
anregende Arzneimittel, Drogen, Psychostimulantien.
Strahlendosis
die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.
subcutan
unter die Haut (z.B. Spritzen eines Medikamentes).
subdural
unter der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Substitutionsbehandlung
Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
supratentoriell
über dem Tentorium gelegen.

Siehe auch: Tentorium

Tentorium
eine zeltförmige Falte der harten Hirnhaut; liegt zwischen Groß- und Kleinhirn.
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
symptomatische Therapie
Die Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Synapse
die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes.

Siehe auch: Neurotransmitter, Transmitter

Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Transmitter
Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Szintigraphie
Darstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
taktil
den Tastsinn betreffend.
Tasterkennen
Erkennen von Gegenständen bei geschlossenen Augen durch Betasten.
temporal
schläfenwärts.
teratogen
fruchtschädigend, Missbildungen erzeugend
Tetrahydrocannabinol (THC)
Wirkstoff von Haschisch.
Tetraparese
Schwäche aller 4 Gliedmaßen.
Tetraplegie
Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Therapie
Krankenbehandlung medikamentös, krankengymnastisch, physikalisch (mit Apparaten), psychisch (Psychotherapie), mit Beschäftigung (Ergotherapie).
Thermanästhesie
aufgehobenes Temperaturempfinden.
Thymoleptika
Psychopharmaka zur Behandlung von Depressionen, wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebsfördernd.
Tibialis-SEP
SEP = Abkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
Beim Tibialis-SEP findet dieser Test am Tibialis-Nerven statt (Tibia = Schienbein).
Tomogramm
Röntgen-Schichtaufnahme.
Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Tractus
Faserstrang, Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn, motorisch und/oder sensibel.
Tranquilizer
(engl.): beruhigende, affektdämpfende, die innere Spannung lösende Arzneimittel.
transgen
transgene Organismen, z.B. Tiere, besitzen definierte Veränderungen in ihrem Erbgut, die nicht durch klassische Züchtung oder zufällige Mutationen entstanden sind
Transmitter
Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Trauma
(griech. = Wunde, Verletzung) den Organismus schädigende Einwirkung (äußere physikalische oder chemische Gewalt; Erlebnis, das vom Individuum nicht adäquat verarbeitet werden kann).
traumatisch
durch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.
Trigeminusneuralgie
neuralgiformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.

  1. idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
  2. symptomatisch: als Symptom eines meist fassbaren Krankheitsprozesses, länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).
Tysabri

Handelsname des Wirkstoffes Natalizumab.

Siehe auch: Natalizumab

Natalizumab
Der Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
Ueberlaufblase
(auch unter dem Begriff Überlaufinkontinenz bekannt); unwillkürlicher Harnverlust, bei dem der Blasendruck den Druck der Muskulatur, die die Harnröhre normalerweise verschließt übersteigt. Dadurch kommt es zum "Überlaufen" der Blase.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Urge-Inkontinenz (englisch Urge = innerer Drang)

Siehe auch: Dranginkontinenz

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Uvea
mittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).
vaskulär
die Blutgefäße betreffend.
vasomotorisch
Bewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluss auf den Kreislauf.
vegetative Funktionen
Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus

Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Verhaltenstherapie
auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepasstes Verhalten herbeizuführen (engl. behavior therapy).
Verlauf der MS

kann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.

Siehe auch: schubförmig, sekundär progredient

schubförmig

auch: schubförmig remittierender Verlauf der MS

Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.

 

sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
Vestibularisbahn
Nervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.
Vibrationsempfinden
Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.

Siehe auch: Pallästhesie

Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
Visuell evozierte Potentiale

Siehe auch: VEP

VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Vojta - Therapie
eine Form des Bewegungstrainings, benannt nach einem tschechischen Kinderneurologen. Es handelt sich um eine Form des Bewegungstrainings bei dem versucht wird, durch Auslösen verschiedener Reflexe Bewegungen hervorzurufen bzw. einzuüben.
Weiße Substanz
Bestandteil des Zentralnervensystems; besteht aus markhaltigen Nervenfasern, die aufgrund des Fettgehaltes weiß erscheinen.

Siehe auch: graue Substanz

graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Wernicke-Mann-Gangbild
eine bestimmte Haltung gelähmter Extremitäten bei Halbseitenlähmung; in der Regel wird der Arm in Beugestellung des Unterarms, der Hand und der Finger an den Körper gepresst: das Knie ist gestreckt und wird beim Laufen seitlich halbkreisförmig bewegt.
Xanthochromie
Gelbfärbung des Nervenwassers (Liquors). Folge von Blutungen in den Liquorraum aus verschiedenen Ursachen und nachfolgendem Zerfall des Farbstoffes der roten Blutkörperchen.
Zentrales Skotom

Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes.

Siehe auch: Skotom

Skotom
Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
Zentralnervensystem
(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewusstseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
Zyanose
Blausucht, bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute bei venöser Stauung oder mangelhafter Sauerstoffbeladung des Blutes.
Zystogramm
Kontrastdarstellung der Harnblase.
Zytostatika
Medikamente, die Immunreaktion hemmen und in der Krebsbehandlung bekannt sind.

Multiple Sklerose Lexikon

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