Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 23.06.2014

Ageusie
Unvermögen zu schmecken.
Agnosie
Unvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne dass eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Agraphie
Unfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Allergie
veränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.
Analgesie
Unempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.
Analgetikum
schmerzstillendes oder - linderndes Medikament.
Angio-MRT
ein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen Aufnahme dargestellt werden können.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Angiographie
Röntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.
Angioplastie
Erweiterung eines verengten Blutgefäßes.
Antagonist

in der Anatomie: sich gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.

in der Biochemie: eine Substanz, z.B. auch ein Arzneimittel, das sich an die Bindungsstelle eines anderen Stoffes anheftet und diesen dadurch hemmt oder die Wirkung abschwächt.

Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
Ätiologie
Krankheitsursache; Gesamtheit aller Faktoren, die zu einer Erkrankung führen
Augenhintergrund
rückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut,  Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenspiegeln
(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.
Autoaggression

Immunreaktion gegen körpereigene Gewebe.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autogenes Training
bestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.
Autoimmunerkrankung
Erkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.
Bandagengefühl

Gefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Basalganglien

Nervenzellen, die als Gruppe in der Tiefe der beiden Hirnhälften liegen. Andere Bezeichnung: Stammganglien

Siehe auch: Stammganglien

Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Beckenboden EMG
Elektromyographie; Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
Behinderung
in der Medizin: ein über längere Zeit von der Norm abweichender körperlicher oder psychischer Zustand, der Aktivitäten oder die Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt; bei MS messbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
benigne
gutartig. Der Begriff wird uneinheitlich benutzt, wenn eine MS ohne oder nur mit geringen Behinderungen (EDSS kleiner oder gleich 3) über eine Zeit von mehr als 10 Jahren abläuft.
Berührungsempfindung
Wahrnehmung von Berührungsreizen und die Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der  Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Bindegewebe
Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
biographische Anamnese
Darstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
Blickrichtungsnystagmus

ruckartige Augenbewegungen; deutet bei verstärkter Ausbildung bei MS auf eine Schädigung von Hirnstamm oder Kleinhirn hin.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
BSG
Blutsenkungsgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit, in der sich das Blut in einem dünnen Röhrchen in seine festen und flüssigen Bestandteile auftrennt. Bei Entzündungen ist die BSG erhöht
bulbäre Sprechstörung
Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muss abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken).

Siehe auch: Aspirationspneumonie

Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
choreatische Bewegungen
regellose, plötzlich einschießende Bewegungen der Extremitäten.
Cognition

Siehe auch: Kognition

Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
Degeneration
Abbau oder Untergang von Zellen oder Körperorganen, einhergehend mit Funktionsverlust oder Fehlfunktionen.
degenerieren
untergehen, abbauen, zugrunde gehen
Demyelinisierung
Verlust von Myelin, Abnahme der Myelinscheide der Nervenfasern. Andere Bezeichnung: Entmarkung, Demyelinisation. Gegensatz: Remyelinisierung

Siehe auch: Remyelinisierung

Remyelinisierung
Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
Diagnose
Erkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
Diagnostik
Durchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
diagnostizieren
eine Diagnose stellen.
Differentialdiagnose
Abgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.

Siehe auch: Inkontinenz

Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Dysphagie
Schluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
Dyssynergie
fehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.

Siehe auch: Agonist

Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
EEG

Elektroenzephalographie

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographie
auch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
Elektroneurographie
Messen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Elektrophysiologie
Wissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.
EMG
endogen
durch innere Ursachen entstehend, im Innern befindlich.
ENG

Siehe auch: Elektronystagmographie

Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
Entmarkung
Verlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherd
herdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheiten
krankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
Epidemiologie
Lehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
Ergotherapie
Beschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
eugenisch
Maßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.
exogen
durch äußere Ursachen entstehend.
Fatigue
MS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
Fibrinogen
Eiweißkörper im Blutplasma, aus dem Fibrin entsteht. Faktor der Blutgerinnung.
Finger-Finger-Versuch (FFV)
Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)
Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Fokussierung
genaues Anschauen, Hervorheben, Verdeutlichen; bei den Augen das Einstellen des scharfen Sehens (Fokussieren).
Foramen magnum
Loch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
funktionelle Störung
Störung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.
Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
Gangataxie

Unsicherheit beim Gehen ('wie betrunken'); Zusammenspiel der Muskulatur ist gestört.

Siehe auch: Ataxie

Ataxie

(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.

  • Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
  • Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
Ganglienzelle
Nervenzelle.
Generikum
ein Medikament, das nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist auf den Markt gebracht wird. Es hat den gleichen Wirkstoff und oft auch die gleiche Dosierung wie das Originalmedikament bei einem günstigeren Preis.
Genetik
Vererbungs-, Erblehre.
genetisch
erblich bedingt, die Vererbung betreffend.
Genom
Gesamtheit der Erbanlagen.
genotoxisch
Schädigung des Erbgutes; Veränderung der Gene
Gestation
Überbegriff für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
Gewebe
Komplex gleichartiger Elemente (Zellen, Grundsubstanz, Fasern), die eine gemeinsame Funktion besitzen und in ihrer Besonderheit und Gesamtheit das jeweilige Organ bilden, z.B. Gehirn, Leber, Milz u.v.a.
Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Gliose
Narbenbildung im zentralen Nervensystems durch Vermehrung von Glia-Zellen.
Globulin
bestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften (Immunglobuline) im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.
Glukokortikoid
Hormon, das von der Nebennierenrinde ausgeschüttet wird. Es hat immunsuppressive Wirkung und kann auch synthetisch hergestellt werden (z.B. Prednisolon, Methylprednisolon; Kortikoide; Kortison).
Granulozyten
Untergruppe der Leukozyten; sind unter anderem für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich.

Siehe auch: Leukozyten

Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Grobmotorik
grobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
Gyrus
aus dem Griechischen; bedeutet Kreis, Windung; wird v.a. zur Bezeichnung der verschiedenen Hirnwindungen verwendet.
Haarbalgnerv
ein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
Hämoglobin
Farbstoff der roten Blutkörperchen. Dient dem Transport von Sauerstoff im Körper.
Hemiplegie

vollständige Halbseitenlähmung.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
heterogen
verschiedenartig.
hirnorganisch
bedingt durch eine Störung im Gehirn.
Hirnorganisches Psychosyndrom
Abkürzung: HOPS; psychische Veränderungen durch Störungen im Gehirn.
Histologie
Lehre vom feingeweblichen Aufbau und der Struktur (mikroskopisch) der Körperorgane.
histologisch
feingeweblich
Histopathologie
Lehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.
homogen
gleichartig.
Hypalgesie
verminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.
Hypoglykämie
Unterzuckerung
Ig
Abkürzung für Immunglobuline.

Siehe auch: Immunglobuline

Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Imaging
englisch: Bildgebung; Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
Immobilisierung
Behinderung der Beweglichkeit, z.B. durch Ruhigstellung (Verbände, Gips).
Immunaggression
immun: s.o. Aggression: Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.

Siehe auch: autoimmun

autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Immunisierung
Erzeugung von Immunität, z.B. durch Impfung mit lebenden, aber abgeschwächten oder auch getöteten Erregern, bzw. durch Verabfolgung von entsprechenden Erregerextrakten oder -stoffwechselprodukten.
immunogen
eine Immunreaktion auslösend.
Immunologie
Lehre von der Immunität und den immunbiologischen Reaktionen des Organismus.
imperativer Harndrang
nicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
Integrine
Integrine sind bestimmte Eiweißstoffe (Proteine), die bei der Anheftung von Zellen aneinander sowie deren Kommunikation miteinander eine Rolle spielen (so genannte Adhäsionsproteine) - zum Beispiel bei der Wanderung von Zellen zu Orten der Entzündung und bei der Wechselwirkung von Zellen im Rahmen einer Immunantwort. Sie sind wichtige Signale für Entzündungszellen, die ins Gehirn einwandern.

Das wird z.B. bei neuen Therapieansätzen ausgenutzt, zuletzt bei dem Wirkstoff Natalizumab. Hier wird eine bestimmte Integrin-Gruppe, die Alpha4-Integrine (das sind Rezeptoren auf der Oberfläche von Lymphozyten) gehemmt. T-Lymphozyten benötigen diese Rezeptoren, um aus dem Blut in das Gehirngewebe überzutreten.

Intellekt, Intelligenz
Verstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
isoelektrische Fokussierung (IEF)
spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.
Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
Kausalgie
(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.
Kernspintomographie
bildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin ohne Verwendung von Röntgenstrahlen. Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflusst und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren:
NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder
MRI= magnetic resonance imaging.
Nucleus: (lat.) = Kern.
Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.

Siehe auch: Tomographie

Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
Kraftgrade
zur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:

  • 0 = keinerlei Muskelkraft
  • 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
  • 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
  • 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
  • 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
  • 5 = normale Muskelkraft
Kryokonservierung
Haltbarmachen durch Kälte; Einfrieren
Kurzzeitgedächtnis
Fähigkeit, sich Sachverhalte über kurze Zeit merken zu können. Kann bei MS gestört sein.
Lähmung, schlaffe
gekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lähmung, spastische
hervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
Lasègue-Zeichen
Schmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.
Ligand
Es handelt sich um ein Molekül, das einem Protein (einem Eiweißstoff) als Bindungspartner dient. Bei entsprechender Bindung des Proteins an den Liganden wird das Protein entweder aktiviert oder in seiner Wirkung gehemmt.
Liquorpassage
spontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.
Liquorzytologie
Untersuchung des Liquors auf Zahl und Art von darin vorhandenen Zellen.
Lokalisationsvermögen
Der Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
Lymphdrainage
physiotherapeutische Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Lymphgefäße
fadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.
Magnetresonanztomographie

Untersuchungsmethode, die Magnetfelder nutzt; zur Diagnose der MS verwendet durch bildliche Darstellung von Läsionen im Gehirn. Wird auch verwendet, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.

Siehe auch: MRT

MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Makrophage
"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
maligne
bösartig.
markhaltige Nervenfasern
Nervenfasern mit Markscheide.
Marklager
in der Tiefe des Gehirns liegende Abschnitte der weißen Substanz - diese ist der aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns; da markhaltige Nervenfasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.
Massenbewegung
z.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
Medulla oblongata
nach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem; hinterster Teil des Gehirns.
Meningen
Hirnhäute, bestehend aus drei Hüllen: Dura mater: harte Hirnhaut, Arachnoidea: Spinnwebenhaut, Pia mater: weiche Hirnhaut. Umkleiden Gehirn und Rückenmark. Zwischen Arachnoidea und Pia (zusammen = Leptomeninx) befindet sich Nervenwasser als Flüssigkeitsmantel.
Meningitis
Hirnhautentzündung.
Migration
Über den normalen Aktionsraum hinausgehende Ortsveränderungen (Wanderungen) von Zellen und Organismen
Mikroglia
kleinste Zelle in der Glia; beteiligt an der Bekämpfung entzündlicher Vorgänge

Siehe auch: Glia

Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
Monoplegie

Lähmung eines Armes oder Beines

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Morphologie
Formenlehre. Lehre von den mit bloßem Auge feststellbaren Formen des menschlichen Körpers und seiner Organe.
morphologisch
die Form betreffend.
Muskeleigenreflex

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Myelographie
Röntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.

Siehe auch: Lumbalpunktion

Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
myogen
im Muskel entstehende Krankheit mit Muskelschwund und charakteristischem Muskelumbau (mikroskopisch feststellbar). Im Gegensatz dazu: neurogen: Muskelverschmächtigung (-atrophie). Hier befindet sich der Krankheitsprozess im Nerv.
Nackenbeugezeichen
bei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Missempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches.

Siehe auch: Lhermitte-Zeichen

Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
Nervus glossopharyngeus
IX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossus
XII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus trigeminus
V. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus vagus
X. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung:  Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
Neuralgie
Nervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
neuralgiform
neuralgieartig.
neuralgisch
auf Neuralgie beruhend.
Neuro-Ophthalmologie
Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.
Neuro-Otologie

Lehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr einschließlich Gleichgewichtsorganen.

Neuro-Pathologie
Lehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-Physiologie
Lehre von den Funktionen des Nervensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).

Siehe auch: Physiologie

Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.
Neuro-Radiologie
Untersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
Neurochirurgie
chirurgische Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Nervensystems: Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven und der zum Nervensystem gehörigen Blutgefäße, u.a. Geschwülste, traumatische Blutungen im Innern  des Schädels, Gefäßverengungen.
neurogen
von Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.
Neurologie
Lehre von den Erkrankungen des Nervensystems.
neurovegetativ
das vegetative Nervensystem betreffend.
NLG
Nervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Oestrogene
auch: Östrogene; z.B. Östradiol; spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Im Zusammenhang mit der MS wird derzeit untersucht, ob sich diese Hormone für bestimmte Bereiche der MS-Therapie eignen. Hintergrund ist, dass bei MS-erkrankten Frauen während der Schwangerschaft kaum Schübe auftreten.
Oligodendroglia
Gewebe aus Oligodendrozyten.
Oligodendrozyten
myelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
oligoklonale Banden
spezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors; vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatisch
nur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.
Ophthalmologie
Augenheilkunde.
Ophthalmoplegie
Lähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
optokinetischer Nystagmus

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
organisch
durch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt.
Papillenabblassung
Unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
Paraplegie

völlige Lähmung beider Beine.

Siehe auch: Plegie

Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
passager
vorübergehend.
pathogen
krankheitserregend, krankheitsauslösend
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch
für eine Krankheit charakteristisch.
Pathologie
Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer Reflex

Reflex, der beim Gesunden nicht auftritt.

Siehe auch: Reflex

Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Pathophysiologie
Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
Pendelnystagmus

Hin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
pharmakologisch
die Arzneimittellehre betreffend.
Pharmakovigilanz
systematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete:  u.a. Neurophysiologie.
Plegie
komplette Lähmung. 
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). 
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
primär progredient

auch: primär chronischer Verlauf der MS.

Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.

Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:

Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.

 

 

Siehe auch: Progredienz

Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Prognose
Beurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
prognostizieren
voraussagen,
Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
psychogen
auf seelischen Ursachen beruhend.
Psychologie
Seelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
Pyelogramm
Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Quadriplegie
vollständige Lähmung von Armen und Beinen.
Querschnittslähmung
Lähmung von Muskeln unterhalb einer Schädigung des Rückenmarks mit begleitenden Gefühlsstörungen und gestörter Kontrolle von Stuhlgang und Wasserlassen.
Regeneration

Wiederherstellung; Neubildung von Geweben oder Zellen - oder Wiederherstellung von geschädigten Strukturen. Gehirn und Rückenmark besitzen nur sehr beschränkt die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.

 

regenerieren
erholen, wiederherstellen, (neu) aufbauen
Remyelinisierung
Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
retrograd
rückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
Rigor
(Rigidität): Erhöhter Tonus der Muskulatur mit aufeinander folgenden ruckartigen Bewegungen ("Zahnradphänomen") während des gesamten Bewegungsablaufs (bei Spastik pathologische Tonuserhöhung im Beginn einer Bewegung am ausgeprägtesten), wenn die Gliedmaße passiv bewegt werden.
Romberg- Versuch
Prüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
Rucknystagmus

langsamere Bewegung des Auges nach der erkrankten Seite, schnellere zur gesunden Seite.

Siehe auch: Nystagmus

Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
sagittal
(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
schlaffe Lähmung
betrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung,  Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
Schnürgefühl

Siehe auch: Parästhesie

Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Schrankenstörung
liegt vor, wenn eine Erhöhung des Eiweißanteils im Liquor gefunden wird und ist ein Hinweis auf eine Störung der Blut-Hirn-Schranke mit erhöhter Durchlässigkeit

Siehe auch: Blut-Hirn-Schranke, Liquor

Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Schub, aufgesetzter
Von aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schubförmig

auch: schubförmig remittierender Verlauf der MS

Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.

 

Screening
(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. hinsichtlich der Zusammensetzung der Gene, auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierung
medikamentös verursachte Beruhigung
Sehnervenentzündung

Entzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
signifikant
wesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
somatogen
aus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
Sprachstörung

Aphasie

Siehe auch: Aphasie

Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
 - motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
 - sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
 - amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Sprechstörung
s. bulbäre Sprechstörung (s. Dysarthrie).
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Substitutionsbehandlung
Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
Synergie
geordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.
synergistisch
zusammenwirkend
Szintigraphie
Darstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
T-Zell-Impfung
Experimentelles Verfahren zur Behandlung von MS.
Bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen), die sich gegen Bestandteile der Myelinscheide richten, sollen durch das Verfahren in ihrer Aktivität gehemmt werden.
T1-Bilder / T1-Technik / T1-gewichtete Bilder
Darstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung vor allem alter Läsionen und Plaques als dunkle Flecken ("black holes"; schwarze Löcher) als Hauptmerkmal bei chronisch progredientem Verlauf; in Verbindung mit Kontrastmittel leuchten frische Herde auf bzw. werden verstärkt hervorgehoben.
T2-Bilder / T2-Technik / T2-gewichtete Bilder
Darstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung sowohl alter als auch neuer Läsionen oder Plaques als Hauptmerkmal bei schubförmigem Verlauf; neue (frische) Läsionen mit einem Ödem und die Ventrikel kommen kräftig hell zur Darstellung.
teratogen
fruchtschädigend, Missbildungen erzeugend
Tetraplegie
Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Tomogramm
Röntgen-Schichtaufnahme.
Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
transgen
transgene Organismen, z.B. Tiere, besitzen definierte Veränderungen in ihrem Erbgut, die nicht durch klassische Züchtung oder zufällige Mutationen entstanden sind
Trigeminusneuralgie
neuralgiformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.

  1. idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
  2. symptomatisch: als Symptom eines meist fassbaren Krankheitsprozesses, länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).
Turgor
natürlicher Spannungszustand der Gewebe, z.B. der Haut, Muskeln, Unterhautfettgewebe.
Unterberger-Tretversuch
Ein neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Urge-Inkontinenz (englisch Urge = innerer Drang)

Siehe auch: Dranginkontinenz

Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Urologie
medizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.
vegetative Funktionen
Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus

Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Wernicke-Mann-Gangbild
eine bestimmte Haltung gelähmter Extremitäten bei Halbseitenlähmung; in der Regel wird der Arm in Beugestellung des Unterarms, der Hand und der Finger an den Körper gepresst: das Knie ist gestreckt und wird beim Laufen seitlich halbkreisförmig bewegt.
Zystogramm
Kontrastdarstellung der Harnblase.

Multiple Sklerose Lexikon

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