AgeusieUnvermögen zu schmecken.
AgnosieUnvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne dass eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Agonistsich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
AgraphieUnfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Allergieveränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.
AnalgesieUnempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.
Analgetikumschmerzstillendes oder - linderndes Medikament.
Angio-MRTein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen Aufnahme dargestellt werden können.
Siehe auch: MRT
MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
AngiographieRöntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.
AngioplastieErweiterung eines verengten Blutgefäßes.
Antagonistin der Anatomie: sich gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.
in der Biochemie: eine Substanz, z.B. auch ein Arzneimittel, das sich an die Bindungsstelle eines anderen Stoffes anheftet und diesen dadurch hemmt oder die Wirkung abschwächt.
AntigenSubstanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
ÄtiologieLehre von den Krankheitsursachen, auch die Krankheitsursache selbst.
ätiologisch: ursächlich.
Augenhintergrundrückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut, Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenspiegeln(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.
AutoaggressionImmunreaktion gegen körpereigene Gewebe.
Siehe auch: autoimmun
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Autogenes Trainingbestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.
AutoimmunerkrankungErkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.
BandagengefühlGefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.
Siehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
BasalganglienNervenzellen, die als Gruppe in der Tiefe der beiden Hirnhälften liegen. Andere Bezeichnung: Stammganglien
Siehe auch: Stammganglien
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Beckenboden EMGElektromyographie; Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
Behinderungin der Medizin: ein über längere Zeit von der Norm abweichender körperlicher oder psychischer Zustand, der Aktivitäten oder die Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt; bei MS messbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
benignegutartig. Der Begriff wird uneinheitlich benutzt, wenn eine MS ohne oder nur mit geringen Behinderungen (EDSS kleiner oder gleich 3) über eine Zeit von mehr als 10 Jahren abläuft.
BerührungsempfindungWahrnehmung von Berührungsreizen und die Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beugeautomatismenhäufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
BindegewebeFüll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
biographische AnamneseDarstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
Blickrichtungsnystagmusruckartige Augenbewegungen; deutet bei verstärkter Ausbildung bei MS auf eine Schädigung von Hirnstamm oder Kleinhirn hin.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
BSGBlutsenkungsgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit, in der sich das Blut in einem dünnen Röhrchen in seine festen und flüssigen Bestandteile auftrennt. Bei Entzündungen ist die BSG erhöht
bulbäre SprechstörungLähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muss abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken).
Siehe auch: Aspirationspneumonie
Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
choreatische Bewegungenregellose, plötzlich einschießende Bewegungen der Extremitäten.
CognitionSiehe auch: Kognition
Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
craniale ComputertomographieMittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
DegenerationAbbau oder Untergang von Zellen oder Körperorganen, einhergehend mit Funktionsverlust oder Fehlfunktionen.
degenerierenuntergehen, abbauen, zugrunde gehen
DemyelinisierungVerlust von Myelin, Abnahme der Myelinscheide der Nervenfasern. Andere Bezeichnung: Entmarkung, Demyelinisation. Gegensatz: Remyelinisierung
Siehe auch: Remyelinisierung
Remyelinisierung
Nervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
DiagnoseErkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
DiagnostikDurchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
diagnostiziereneine Diagnose stellen.
DifferentialdiagnoseAbgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
DranginkontinenzBlasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Siehe auch: Inkontinenz
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
DysphagieSchluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
Dyssynergiefehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.
Siehe auch: Agonist
Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
EEGSiehe auch: Elektroenzephalographie
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektroenzephalographie(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographieauch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
ElektroneurographieMessen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
ElektrophysiologieWissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.
EMG
endogendurch innere Ursachen entstehend, im Innern befindlich.
ENGSiehe auch: Elektronystagmographie
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
EntmarkungVerlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherdherdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheitenkrankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
EpidemiologieLehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
ErgotherapieBeschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
eugenischMaßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.
exogendurch äußere Ursachen entstehend.
FatigueMS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
FibrinogenEiweißkörper im Blutplasma, aus dem Fibrin entsteht. Faktor der Blutgerinnung.
Finger-Finger-Versuch (FFV)Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Fokussierunggenaues Anschauen, Hervorheben, Verdeutlichen; bei den Augen das Einstellen des scharfen Sehens (Fokussieren).
Foramen magnumLoch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
funktionelle StörungStörung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.
GadoliniumKontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
GangataxieUnsicherheit beim Gehen ('wie betrunken'); Zusammenspiel der Muskulatur ist gestört.
Siehe auch: Ataxie
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
GanglienzelleNervenzelle.
Generikumein Medikament, das nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist auf den Markt gebracht wird. Es hat den gleichen Wirkstoff und oft auch die gleiche Dosierung wie das Originalmedikament bei einem günstigeren Preis.
GenetikVererbungs-, Erblehre.
genetischerblich bedingt, die Vererbung betreffend.
GenomGesamtheit der Erbanlagen.
genotoxischSchädigung des Erbgutes; Veränderung der Gene
GestationÜberbegriff für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
GewebeKomplex gleichartiger Elemente (Zellen, Grundsubstanz, Fasern), die eine gemeinsame Funktion besitzen und in ihrer Besonderheit und Gesamtheit das jeweilige Organ bilden, z.B. Gehirn, Leber, Milz u.v.a.
GlatirameracetatGlatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
GliaStützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
GlioseNarbenbildung im zentralen Nervensystems durch Vermehrung von Glia-Zellen.
Globulinbestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften (Immunglobuline) im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.
GlukokortikoidHormon, das von der Nebennierenrinde ausgeschüttet wird. Es hat immunsuppressive Wirkung und kann auch synthetisch hergestellt werden (z.B. Prednisolon, Methylprednisolon; Kortikoide; Kortison).
GranulozytenUntergruppe der Leukozyten; sind unter anderem für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich.
Siehe auch: Leukozyten
Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
graue Substanzdie grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Grobmotorikgrobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
Gyrusaus dem Griechischen; bedeutet Kreis, Windung; wird v.a. zur Bezeichnung der verschiedenen Hirnwindungen verwendet.
Haarbalgnervein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
HämoglobinFarbstoff der roten Blutkörperchen. Dient dem Transport von Sauerstoff im Körper.
Hemiplegievollständige Halbseitenlähmung.
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
heterogenverschiedenartig.
hirnorganischbedingt durch eine Störung im Gehirn.
Hirnorganisches PsychosyndromAbkürzung: HOPS; psychische Veränderungen durch Störungen im Gehirn.
HistologieLehre vom feingeweblichen Aufbau und der Struktur (mikroskopisch) der Körperorgane.
histologischfeingeweblich
HistopathologieLehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.
Hypalgesieverminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.
HypoglykämieUnterzuckerung
IgAbkürzung für Immunglobuline.
Siehe auch: Immunglobuline
Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Imagingenglisch: Bildgebung; Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
ImmobilisierungBehinderung der Beweglichkeit, z.B. durch Ruhigstellung (Verbände, Gips).
Immunaggressionimmun: s.o. Aggression: Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.
Siehe auch: autoimmun
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
ImmunglobulineEiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
ImmunisierungErzeugung von Immunität, z.B. durch Impfung mit lebenden, aber abgeschwächten oder auch getöteten Erregern, bzw. durch Verabfolgung von entsprechenden Erregerextrakten oder -stoffwechselprodukten.
immunogeneine Immunreaktion auslösend.
ImmunologieLehre von der Immunität und den immunbiologischen Reaktionen des Organismus.
imperativer Harndrangnicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
IntegrineIntegrine sind bestimmte Eiweißstoffe (Proteine), die bei der Anheftung von Zellen aneinander sowie deren Kommunikation miteinander eine Rolle spielen (so genannte Adhäsionsproteine) - zum Beispiel bei der Wanderung von Zellen zu Orten der Entzündung und bei der Wechselwirkung von Zellen im Rahmen einer Immunantwort. Sie sind wichtige Signale für Entzündungszellen, die ins Gehirn einwandern.
Das wird z.B. bei neuen Therapieansätzen ausgenutzt, zuletzt bei dem Wirkstoff Natalizumab. Hier wird eine bestimmte Integrin-Gruppe, die Alpha4-Integrine (das sind Rezeptoren auf der Oberfläche von Lymphozyten) gehemmt. T-Lymphozyten benötigen diese Rezeptoren, um aus dem Blut in das Gehirngewebe überzutreten.
Intellekt, IntelligenzVerstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
isoelektrische Fokussierung (IEF)spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.
Jacobson-Trainingauch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
Kausalgie(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.
Kernspintomographiebildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin ohne Verwendung von Röntgenstrahlen. Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflusst und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren:
NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder
MRI= magnetic resonance imaging.
Nucleus: (lat.) = Kern.
Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.
Siehe auch: Tomographie
Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Kognition(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
Kraftgradezur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
- 0 = keinerlei Muskelkraft
- 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
- 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
- 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
- 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
- 5 = normale Muskelkraft
KryokonservierungHaltbarmachen durch Kälte; Einfrieren
KurzzeitgedächtnisFähigkeit, sich Sachverhalte über kurze Zeit merken zu können. Kann bei MS gestört sein.
Lähmung, schlaffegekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lähmung, spastischehervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
Lasègue-ZeichenSchmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.
LigandEs handelt sich um ein Molekül, das einem Protein (einem Eiweißstoff) als Bindungspartner dient. Bei entsprechender Bindung des Proteins an den Liganden wird das Protein entweder aktiviert oder in seiner Wirkung gehemmt.
Liquorpassagespontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.
LiquorzytologieUntersuchung des Liquors auf Zahl und Art von darin vorhandenen Zellen.
LokalisationsvermögenDer Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
Lymphdrainagephysiotherapeutische Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Lymphgefäßefadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.
MagnetresonanztomographieUntersuchungsmethode, die Magnetfelder nutzt; zur Diagnose der MS verwendet durch bildliche Darstellung von Läsionen im Gehirn. Wird auch verwendet, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.
Siehe auch: MRT
MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Makrophage"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
markhaltige NervenfasernNervenfasern mit Markscheide.
Marklagerin der Tiefe des Gehirns liegende Abschnitte der weißen Substanz - diese ist der aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns; da markhaltige Nervenfasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.
Massenbewegungz.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
Medulla oblongatanach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem; hinterster Teil des Gehirns.
MeningenHirnhäute, bestehend aus drei Hüllen: Dura mater: harte Hirnhaut, Arachnoidea: Spinnwebenhaut, Pia mater: weiche Hirnhaut. Umkleiden Gehirn und Rückenmark. Zwischen Arachnoidea und Pia (zusammen = Leptomeninx) befindet sich Nervenwasser als Flüssigkeitsmantel.
MeningitisHirnhautentzündung.
Mikrogliakleinste Zelle in der Glia; beteiligt an der Bekämpfung entzündlicher Vorgänge
Siehe auch: Glia
Glia
Stützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
MonoplegieLähmung eines Armes oder Beines
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
MorphologieFormenlehre. Lehre von den mit bloßem Auge feststellbaren Formen des menschlichen Körpers und seiner Organe.
morphologischdie Form betreffend.
MuskeleigenreflexSiehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
MyelographieRöntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.
Siehe auch: Lumbalpunktion
Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
myogenim Muskel entstehende Krankheit mit Muskelschwund und charakteristischem Muskelumbau (mikroskopisch feststellbar). Im Gegensatz dazu: neurogen: Muskelverschmächtigung (-atrophie). Hier befindet sich der Krankheitsprozess im Nerv.
Nackenbeugezeichenbei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Missempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches.
Siehe auch: Lhermitte-Zeichen
Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
Nervus glossopharyngeusIX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossusXII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus trigeminusV. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus vagusX. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung: Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
NeuralgieNervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
neuralgiformneuralgieartig.
neuralgischauf Neuralgie beruhend.
Neuro-OphthalmologieLehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.
Neuro-OtologieLehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr einschließlich Gleichgewichtsorganen.
Neuro-PathologieLehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-PhysiologieLehre von den Funktionen des Nervensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).
Siehe auch: Physiologie
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete: u.a. Neurophysiologie.
Neuro-RadiologieUntersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
Neurochirurgiechirurgische Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Nervensystems: Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven und der zum Nervensystem gehörigen Blutgefäße, u.a. Geschwülste, traumatische Blutungen im Innern des Schädels, Gefäßverengungen.
neurogenvon Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.
NeurologieLehre von den Erkrankungen des Nervensystems.
neurovegetativdas vegetative Nervensystem betreffend.
NLGNervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.
NystagmusAugenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
Oestrogeneauch: Östrogene; z.B. Östradiol; spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Im Zusammenhang mit der MS wird derzeit untersucht, ob sich diese Hormone für bestimmte Bereiche der MS-Therapie eignen. Hintergrund ist, dass bei MS-erkrankten Frauen während der Schwangerschaft kaum Schübe auftreten.
OligodendrogliaGewebe aus Oligodendrozyten.
Oligodendrozytenmyelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
oligoklonale Bandenspezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors; vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatischnur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.
OphthalmologieAugenheilkunde.
OphthalmoplegieLähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
optokinetischer NystagmusSiehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
organischdurch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt.
PapillenabblassungUnspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
Paraplegievöllige Lähmung beider Beine.
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
pathogenkrankheitserregend, krankheitsauslösend
PathogeneseEntstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonischfür eine Krankheit charakteristisch.
PathologieLehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer ReflexReflex, der beim Gesunden nicht auftritt.
Siehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
PathophysiologieLehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEGPerkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
PendelnystagmusHin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
PhantomgefühlEmpfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
pharmakologischdie Arzneimittellehre betreffend.
Pharmakovigilanzsystematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
PhysiologieLehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete: u.a. Neurophysiologie.
Plegiekomplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
primär progredientauch: primär chronischer Verlauf der MS.
Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.
Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:
Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.
Siehe auch: Progredienz
Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
PrognoseBeurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
prognostizierenvoraussagen,
ProgredienzFortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
psychogenauf seelischen Ursachen beruhend.
PsychologieSeelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
PyelogrammKontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Quadriplegievollständige Lähmung von Armen und Beinen.
QuerschnittslähmungLähmung von Muskeln unterhalb einer Schädigung des Rückenmarks mit begleitenden Gefühlsstörungen und gestörter Kontrolle von Stuhlgang und Wasserlassen.
RegenerationWiederherstellung; Neubildung von Geweben oder Zellen - oder Wiederherstellung von geschädigten Strukturen. Gehirn und Rückenmark besitzen nur sehr beschränkt die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.
regenerierenerholen, wiederherstellen, (neu) aufbauen
RemyelinisierungNervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
retrogradrückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
Rigor(Rigidität): Erhöhter Tonus der Muskulatur mit aufeinander folgenden ruckartigen Bewegungen ("Zahnradphänomen") während des gesamten Bewegungsablaufs (bei Spastik pathologische Tonuserhöhung im Beginn einer Bewegung am ausgeprägtesten), wenn die Gliedmaße passiv bewegt werden.
Romberg- VersuchPrüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
Rucknystagmuslangsamere Bewegung des Auges nach der erkrankten Seite, schnellere zur gesunden Seite.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
sagittal(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
schlaffe Lähmungbetrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung, Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
SchnürgefühlSiehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Schrankenstörungliegt vor, wenn eine Erhöhung des Eiweißanteils im Liquor gefunden wird und ist ein Hinweis auf eine Störung der Blut-Hirn-Schranke mit erhöhter Durchlässigkeit
Siehe auch: Blut-Hirn-Schranke, Liquor
Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Schub, aufgesetzterVon aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
Screening(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. hinsichtlich der Zusammensetzung der Gene, auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierungmedikamentös verursachte Beruhigung
SehnervenentzündungEntzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis
Siehe auch: Neuritis nervi optici
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
signifikantwesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
somatogenaus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
SprachstörungSiehe auch: Aphasie
Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
- motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
- sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
- amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Sprechstörungs. bulbäre Sprechstörung (s. Dysarthrie).
StammganglienAnsammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
SubstitutionsbehandlungBehandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
Synergiegeordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.
synergistischzusammenwirkend
SzintigraphieDarstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
T-Zell-ImpfungExperimentelles Verfahren zur Behandlung von MS.
Bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen), die sich gegen Bestandteile der Myelinscheide richten, sollen durch das Verfahren in ihrer Aktivität gehemmt werden.
T1-Bilder / T1-Technik / T1-gewichtete BilderDarstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung vor allem alter Läsionen und Plaques als dunkle Flecken ("black holes"; schwarze Löcher) als Hauptmerkmal bei chronisch progredientem Verlauf; in Verbindung mit Kontrastmittel leuchten frische Herde auf bzw. werden verstärkt hervorgehoben.
T2-Bilder / T2-Technik / T2-gewichtete BilderDarstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung sowohl alter als auch neuer Läsionen oder Plaques als Hauptmerkmal bei schubförmigem Verlauf; neue (frische) Läsionen mit einem Ödem und die Ventrikel kommen kräftig hell zur Darstellung.
teratogenfruchtschädigend, Missbildungen erzeugend
TetraplegieLähmung aller vier Gliedmaßen.
TomogrammRöntgen-Schichtaufnahme.
TomographieRöntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Trigeminusneuralgieneuralgiformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.
- idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
- symptomatisch: als Symptom eines meist fassbaren Krankheitsprozesses, länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).
Turgornatürlicher Spannungszustand der Gewebe, z.B. der Haut, Muskeln, Unterhautfettgewebe.
Unterberger-TretversuchEin neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Urge-Inkontinenz (englisch Urge = innerer Drang)Siehe auch: Dranginkontinenz
Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Urologiemedizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.
vegetative FunktionenRegulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Wernicke-Mann-Gangbildeine bestimmte Haltung gelähmter Extremitäten bei Halbseitenlähmung; in der Regel wird der Arm in Beugestellung des Unterarms, der Hand und der Finger an den Körper gepresst: das Knie ist gestreckt und wird beim Laufen seitlich halbkreisförmig bewegt.
ZystogrammKontrastdarstellung der Harnblase.