Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Letzte Änderung am 11.08.2014

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Siehe auch: Elektroenzephalographie

Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
antikonvulsive Therapie
medikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.
autoreaktiv
mit/gegen sich selbst reagierend
Avitaminose
Erkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.

Siehe auch: Vitamine

Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
CCSVI

Chronische Cerebro-Spinale Venöse Insuffizienz (CCSVI): Hypothese, dass MS durch Verengung der Halsvenen  und damit einem verlangsamten Bluabfluss aus dem Gehirn entsteht. 

cervikal
den Hals betreffend.
Chondrosis intervertebralis
alterungsbedingte Austrocknung des Bandscheibengewebes, die zur Höhenminderung des Zwischenwirbelraums führt.
Conjunktiva
Bindehaut des Auges.
Conjunktivitis
Bindehautentzündung.
depressiv
niedergeschlagen, traurig, lustlos, antriebslos
Devic-Syndrom
akute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.

Evidenz
Beweis, Nachweis, Gewissheit.
Evidenzklassen
Mit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:

- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien

- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie

- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie

- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie

- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien

- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozieren
hervorrufen.
evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.

Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale

Akustisch evozierte Potentiale

Abkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.

Finger-Finger-Versuch (FFV)
Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)
Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Foramen intervertebrale
Zwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Haarbalgnerv
ein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
Harnverhalt
Verbleiben von Urin in der Blase trotz versuchter Leerung.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Hirnnerven
die das Gehirn an dessen basaler (unterer) Seite (Ausnahme IV. Hirnnerv) verlassenden Nerven, die motorische und/oder sensible und/oder parasympathische Fasern führen.

  1. Nervus olfactorius: Riechnerv.
  2. Nervus opticus: Sehnerv.
  3. Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens: Augenmuskelnerven.
  4. Nervus trigeminus: Drillingsnerv.
  5. Nervus facialis: Gesichtsmuskelnerv.
  6. Nervus stato-acusticus: Gehör- und Gleichgewichtsnerv.
  7. Nervus glossopharyngeus: Zungen-Rachennerv.
  8. Nervus vagus: Kehlkopfnerv.
  9. Nervus accessorius: Schulter-Nackenmuskelnerv.
  10. Nervus hypoglossus: Zungennerv.
Hypophysenvorderlappen

Teil der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).

Siehe auch: Hypophyse

Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
i.v.
intravenös
immunsuppressiv
eine Wirkung, die die Aktivität des Immunsystems abschwächt, unterdrückt.
Immunsuppressivum
Arzneimittel, welches die Immunvorgänge (auch Autoimmunvorgänge) unterdrückt.
imperativer Harndrang
nicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
in vitro
im Reagenzglas; außerhalb eines Organismus
in vivo
am lebenden Objekt
inaktiv
untätig, unwirksam, ruhend.
Inaktivitätsatrophie
Verschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie - durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).
Innervation
die Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.
intensiv
besonders stark, sehr wirksam.
Intensivstation
Spezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.
Intervall
Zwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.
intravenös
Einspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
irreversibel
nicht mehr rückgängig zu machen
JC-Virus
Auslöser der Progressiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML); Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Namens eines Patinenten zusammen, bei dem dieses Virus erstmalig isoliert wurde.  Etwa 85% aller Erwachsenen haben Antikörper gegen das JC-Virus als Hinweis auf eine durchgemachte Erkrankung. In der Regel bestehen keine Symptome und das genetische Material des Virus 'überlebt' in Zellen der Niere. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus ins ZNS wandern, wo es dann zur Entwicklung einer PML kommen kann.

Siehe auch: PML

PML
Progressive multifokale Leukenzephalopathie; eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch das JC-Virus verursacht wird. Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Menschen vor. Es ist eine akute, progrediente Krankheit, die zu schweren Behinderungen und auch zum Tode führen kann.
kardiovaskulär
Herz- und Kreislauffunktion betreffend.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)
bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.

Siehe auch: Dysmetrie

Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Kryokonservierung
Haltbarmachen durch Kälte; Einfrieren
Lokalisationsvermögen
Der Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
markhaltige Nervenfasern
Nervenfasern mit Markscheide.
Nerv
auch: Nervus; Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind . Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren  Organen oder in Richtung Peripherie (efferent), um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.
nerval
auf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.
Nervensystem
Gesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.

Siehe auch: peripheres Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Parasympathikus, Sympathikus

peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Nervenwurzel
der Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.
Nervus abducens
Vl. Hirnnerv.
Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Nervus accessorius
Xl. Hirnnerv.
Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.
Nervus facialis
Vll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus glossopharyngeus
IX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossus
XII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus oculomotorius
III. Hirnnerv.
Versorgt den Lidhebemuskel und die Muskeln, die den Augapfel nach oben, nach unten und nach innen bewegen.
Komplette äußere Oculomotorius-Lähmung: Das Lid hängt herab (Auge dadurch geschlossen), Auge nach außen unten abgewichen. Wenn Lid mit dem Finger hochgehoben wird, schrägstehende Doppelbilder.
Innere Oculomotorius-Lähmung: Beweglichkeit des Auges erhalten, Pupille weit und lichtstarr, verengt sich nicht auf Lichteinfall wie normalerweise.
Nervus olfactorius
I. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
Nervus opticus
II. Hirnnerv. Sehnerv.
Nervus statoacusticus
VIII. Hirnnerv.
Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.
Nervus trigeminus
V. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus trochlearis
IV. Hirnnerv.
Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagus
X. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung:  Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
neuro-vaskulär
die Blutgefäße des Nervensystems betreffend.
neuroprotektiv
die Nerven schützend, sie z.B. vor dem Absterben bewahren
neurovegetativ
das vegetative Nervensystem betreffend.
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
periventrikulär
den Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
Pharmakovigilanz
systematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
prospektiv
den weiteren Verlauf einer Erkrankung betreffend
qualitativ
die Qualität, die Güte betreffend.
quantitativ
die Menge betreffend.
Rekonvaleszent
Genesender, jemand, der sich von einer Erkrankung erholt.
Rekonvaleszenz
Genesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
reversibel
rückbildungsfähig
Rezidiv
Rückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).
Romberg- Versuch
Prüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
Sehnervenentzündung

Entzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis

Siehe auch: Neuritis nervi optici

Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Sehnervenkopf

Siehe auch: Papille des Sehnerven

Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
sensitiv
(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.
sensorisch evozierte Potentiale
Abkürzung: SEP; durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
slow virus

engl.: langsamer Virus; braucht sehr lange von der Infektion bis zum Ausbruch einer Erkrankung; wird im Zusammenhang mit der Entstehung einer MS diskutiert.

Siehe auch: Virus, das

Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
Sphinkter vesicae
Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.

Siehe auch: Restharn

Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Unterberger-Tretversuch
Ein neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Uvea
mittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).
Uveitis
Entzündung der Uvea.
vaskulär
die Blutgefäße betreffend.
vasomotorisch
Bewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluss auf den Kreislauf.
vegetative Funktionen
Regulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.

Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus

Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Vene
Blutader, in der das Blut vom Körper über die Lunge (hier Sauerstoffanreicherung) zum Herzen fließt.

Siehe auch: Arterie

Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
Ventrikel
Hirnkammer/-n.
VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Verhaltenstherapie
auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepasstes Verhalten herbeizuführen (engl. behavior therapy).
verifizieren
bestätigen, beglaubigen
Verlauf der MS

kann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.

Siehe auch: schubförmig, sekundär progredient

schubförmig

auch: schubförmig remittierender Verlauf der MS

Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.

 

sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
Verum
lateinisch= echt; Medikament mit Wirkstoff im Gegensatz zum Placebo.

Siehe auch: Placebo

Placebo
Scheinmedikament.
Vestibularisbahn
Nervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.
Vibrationsempfinden
Wahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.

Siehe auch: Pallästhesie

Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
visuell
das Sehen, den Gesichtssinn betreffend.
Visuell evozierte Potentiale

Siehe auch: VEP

VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Visus
Sehleistung, Sehschärfe.
Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Vojta - Therapie
eine Form des Bewegungstrainings, benannt nach einem tschechischen Kinderneurologen. Es handelt sich um eine Form des Bewegungstrainings bei dem versucht wird, durch Auslösen verschiedener Reflexe Bewegungen hervorzurufen bzw. einzuüben.
Zentralnervensystem
(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung  und -beantwortung sowie der Bewusstseinsbildung und den  Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
Zervix
Hals, Nacken (zervikal = den Hals- bzw. Nackenbereich betreffend).

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