Akustisch evozierte PotentialeAbkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.
Siehe auch: Elektroenzephalographie
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
antikonvulsive Therapiemedikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.
autoreaktivmit/gegen sich selbst reagierend
AvitaminoseErkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.
Siehe auch: Vitamine
Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
CCSVIChronische Cerebro-Spinale Venöse Insuffizienz (CCSVI): Hypothese, dass MS durch Verengung der Halsvenen und damit einem verlangsamten Bluabfluss aus dem Gehirn entsteht.
cervikalden Hals betreffend.
Chondrosis intervertebralisalterungsbedingte Austrocknung des Bandscheibengewebes, die zur Höhenminderung des Zwischenwirbelraums führt.
ConjunktivaBindehaut des Auges.
ConjunktivitisBindehautentzündung.
depressivniedergeschlagen, traurig, lustlos, antriebslos
Devic-Syndromakute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Epstein-Barr-VirusDas Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.
EvidenzBeweis, Nachweis, Gewissheit.
EvidenzklassenMit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:
- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien
- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie
- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie
- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie
- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien
- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozierte Potentiale(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.
Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale
Akustisch evozierte PotentialeAbkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.
Finger-Finger-Versuch (FFV)Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Foramen intervertebraleZwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Haarbalgnervein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
HarnverhaltVerbleiben von Urin in der Blase trotz versuchter Leerung.
Siehe auch: Restharn
Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Hirnnervendie das Gehirn an dessen basaler (unterer) Seite (Ausnahme IV. Hirnnerv) verlassenden Nerven, die motorische und/oder sensible und/oder parasympathische Fasern führen.
- Nervus olfactorius: Riechnerv.
- Nervus opticus: Sehnerv.
- Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens: Augenmuskelnerven.
- Nervus trigeminus: Drillingsnerv.
- Nervus facialis: Gesichtsmuskelnerv.
- Nervus stato-acusticus: Gehör- und Gleichgewichtsnerv.
- Nervus glossopharyngeus: Zungen-Rachennerv.
- Nervus vagus: Kehlkopfnerv.
- Nervus accessorius: Schulter-Nackenmuskelnerv.
- Nervus hypoglossus: Zungennerv.
HypophysenvorderlappenTeil der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).
Siehe auch: Hypophyse
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
immunsuppressiveine Wirkung, die die Aktivität des Immunsystems abschwächt, unterdrückt.
ImmunsuppressivumArzneimittel, welches die Immunvorgänge (auch Autoimmunvorgänge) unterdrückt.
imperativer Harndrangnicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
in vitroim Reagenzglas; außerhalb eines Organismus
in vivoam lebenden Objekt
inaktivuntätig, unwirksam, ruhend.
InaktivitätsatrophieVerschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie - durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).
Innervationdie Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.
intensivbesonders stark, sehr wirksam.
IntensivstationSpezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.
IntervallZwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.
intravenösEinspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
irreversibelnicht mehr rückgängig zu machen
JC-VirusAuslöser der Progressiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML); Bezeichnung setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des Namens eines Patinenten zusammen, bei dem dieses Virus erstmalig isoliert wurde. Etwa 85% aller Erwachsenen haben Antikörper gegen das JC-Virus als Hinweis auf eine durchgemachte Erkrankung. In der Regel bestehen keine Symptome und das genetische Material des Virus 'überlebt' in Zellen der Niere. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus ins ZNS wandern, wo es dann zur Entwicklung einer PML kommen kann.
Siehe auch: PML
PML
Progressive multifokale Leukenzephalopathie; eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch das JC-Virus verursacht wird. Erkrankung kommt fast ausschließlich bei schwer abwehrgeschwächten Menschen vor. Es ist eine akute, progrediente Krankheit, die zu schweren Behinderungen und auch zum Tode führen kann.
kardiovaskulärHerz- und Kreislauffunktion betreffend.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.
Siehe auch: Dysmetrie
Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
KryokonservierungHaltbarmachen durch Kälte; Einfrieren
LokalisationsvermögenDer Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
markhaltige NervenfasernNervenfasern mit Markscheide.
Nervauch: Nervus; Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind . Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen oder in Richtung Peripherie (efferent), um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.
nervalauf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.
NervensystemGesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.
Siehe auch: peripheres Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Parasympathikus, Sympathikus
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Nervenwurzelder Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.
Nervus abducensVl. Hirnnerv.
Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Nervus accessoriusXl. Hirnnerv.
Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.
Nervus facialisVll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus glossopharyngeusIX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossusXII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus oculomotoriusIII. Hirnnerv.
Versorgt den Lidhebemuskel und die Muskeln, die den Augapfel nach oben, nach unten und nach innen bewegen.
Komplette äußere Oculomotorius-Lähmung: Das Lid hängt herab (Auge dadurch geschlossen), Auge nach außen unten abgewichen. Wenn Lid mit dem Finger hochgehoben wird, schrägstehende Doppelbilder.
Innere Oculomotorius-Lähmung: Beweglichkeit des Auges erhalten, Pupille weit und lichtstarr, verengt sich nicht auf Lichteinfall wie normalerweise.
Nervus olfactoriusI. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
Nervus opticusII. Hirnnerv. Sehnerv.
Nervus statoacusticusVIII. Hirnnerv.
Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.
Nervus trigeminusV. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus trochlearisIV. Hirnnerv.
Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagusX. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung: Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
Neuritis nervi opticiSehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
neuro-vaskulärdie Blutgefäße des Nervensystems betreffend.
neuroprotektivdie Nerven schützend, sie z.B. vor dem Absterben bewahren
neurovegetativdas vegetative Nervensystem betreffend.
Papille des Sehnervenrunde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
peripheres Nervensystemdie Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
periventrikulärden Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
Pharmakovigilanzsystematische Überwachung der Sicherheit eines Ferzigarzneimittels mit dem Ziel, unerwünschte Wirkungen zu entdecken, zu beurteilen und zu verstehen. Möglichkeit zur Risikominimierung
PrävalenzAnzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
prospektivden weiteren Verlauf einer Erkrankung betreffend
qualitativdie Qualität, die Güte betreffend.
quantitativdie Menge betreffend.
RekonvaleszentGenesender, jemand, der sich von einer Erkrankung erholt.
RekonvaleszenzGenesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
reversibelrückbildungsfähig
RezidivRückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).
Romberg- VersuchPrüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
SehnervenentzündungEntzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis
Siehe auch: Neuritis nervi optici
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
SehnervenkopfSiehe auch: Papille des Sehnerven
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
sensitiv(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.
sensorisch evozierte PotentialeAbkürzung: SEP; durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
slow virusengl.: langsamer Virus; braucht sehr lange von der Infektion bis zum Ausbruch einer Erkrankung; wird im Zusammenhang mit der Entstehung einer MS diskutiert.
Siehe auch: Virus, das
Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
Sphinkter vesicaeBlasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.
Siehe auch: Restharn
Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Unterberger-TretversuchEin neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Uveamittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).
UveitisEntzündung der Uvea.
vaskulärdie Blutgefäße betreffend.
vasomotorischBewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluss auf den Kreislauf.
vegetative FunktionenRegulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
VeneBlutader, in der das Blut vom Körper über die Lunge (hier Sauerstoffanreicherung) zum Herzen fließt.
Siehe auch: Arterie
Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
VEPvisuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Verhaltenstherapieauf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepasstes Verhalten herbeizuführen (engl. behavior therapy).
verifizierenbestätigen, beglaubigen
Verlauf der MSkann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.
Siehe auch: schubförmig, sekundär progredient
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
Verumlateinisch= echt; Medikament mit Wirkstoff im Gegensatz zum Placebo.
Siehe auch: Placebo
Placebo
Scheinmedikament.
VestibularisbahnNervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.
VibrationsempfindenWahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.
Siehe auch: Pallästhesie
Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Virus, das(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
visuelldas Sehen, den Gesichtssinn betreffend.
Visuell evozierte PotentialeSiehe auch: VEP
VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
VisusSehleistung, Sehschärfe.
Vitaminebestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Vojta - Therapieeine Form des Bewegungstrainings, benannt nach einem tschechischen Kinderneurologen. Es handelt sich um eine Form des Bewegungstrainings bei dem versucht wird, durch Auslösen verschiedener Reflexe Bewegungen hervorzurufen bzw. einzuüben.
Zentralnervensystem(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung und -beantwortung sowie der Bewusstseinsbildung und den Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
ZervixHals, Nacken (zervikal = den Hals- bzw. Nackenbereich betreffend).