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Therapie-Durchbruch

Beta-Interferone, bereits 1957 als viel versprechende körpereigene Wirkstoffe entdeckt, können erstmals zur Behandlung der schubförmigen MS eingesetzt werden. Das bedeutet den lang erhofften Durchbruch: MS kann zum ersten Mal behandelt werden. Die Interferone senken die Schubrate und zögern das Fortschreiten der MS hinaus.

Beta-Interferone beeinflussen erstmals den Krankheitsverlauf

Es dauerte knapp vier Jahrzehnte, bis die Forschung erkannt hatte, dass es verschiedene Interferone gibt, die unterschiedlich Einfl uss auf das Immunsystem nehmen: Während alpha- und beta-Interferone die Zerstörung des Myelin hemmen, fachen gamma-Interferone den Zerstörungsprozess geradezu an.
Als 1993 ein beta-Interferon in den USA zur Behandlung der
schubförigen MS zugelasenwurde, bedeutete das einen Meilenstein in der Therapie. Denn erstmals konnte direkt Einfluss auf den Krankheitsverlauf genommen werden: Die Schubrate
wird verringert und die im MRT sichtbaren Gewebeveränderungen können aufgehalten werden.
In rascher Folge wurden bis 2002 zwei weitere beta-Interferone
und ein weiterer Wirkstoff – Glatirameracetat – weltweit zur Behandlung der MS zugelassen. Glatirameracetat, ein synthetisches Eiweißgemisch, war ursprünglich entwickelt
worden, um MS im Tiermodell auszulösen. Stattdessen hemmt
es den Krankheitsverlauf und zählt noch heute mit zur 1. Wahl
bei der immunmodulatorischen Therapie der MS.

Das Foto zeigt die veränderte Variante, die weniger wasserabweisende Regionen (blau) aufweist als der Ausgangstyp (links). Fotos: Fraunhofer IGB

Zahlreiche Forschungsgruppen arbeiten daran, verschiedene Aspekte der MS-Therapie zu verbessern. So wurde vom Fraunhofer-Institut für Grenzfl ächen- und Bioverfahrenstechnik IGB 2001 ein beta-Interferon der 2. Generation entwickelt,
das besser löslich ist. beta-Interferone, die mit Hilfe gentechnischer Methoden zum Beispiel in Säufetierzellen hergestellt werden, sind von Natur aus nur gering löslich. Intramuskulär gespritzt, können die Proteine deshalb an der Einstichstelle hängen bleiben und nur zum Teil ins Blut gelangen. Durch Poroduktdesign wurden die wasserabweisenden Bestandteile durch wasserliebende ersetzt, ohne die biologische Aktivität zu verändern.
Das Foto zeigt die veränderte Variante, die weniger wasserabweisende Regionen (blau) aufweist als der Ausgangstyp (links). Fotos: Fraunhofer IGB

Letzte Änderung: 15.10.2008

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