Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Wirkstoffe und Behandlung heute

Multiple Sklerose lässt sich bis heute nicht heilen. Wohl aber kann ein ursächlicher Faktor das fehlgeleitete Immunsystem beeinflusst werden.

Ziel der Immuntherapie ist

  • die Beendigung der akuten entzündlichen Vorgänge,
  • die Wiederherstellung der Balance zwischen stimulierenden und dämpfenden Mechanismen des Immunsystems, und
  • die Unterstützung von Selbstheilungskräften, die den Wiederaufbau des Myelins fördern.

Beta-Interferone, von denen drei verschiedene Präparate zur Verfügung stehen, mindern vor allem von gammma-Interferonen ausgelöste Entzündungen.

Glatirameracetat, dessen Wirkmechanismus noch nicht ganz geklärt ist, blockiert Immunzellen (T-Lymphozyten), die das Myelin angreifen und soll zum Nervenwachstum beitragen.
Beta-Interferone und auch Glatirameracetat verringern die Schubrate um 30 Prozent und verlangsamen das Fortschreiten der MS. Bei einem frühzeitigen Therapiebeginn kann das Auftreten des nächsten Schubs um neun bis 13 Monate
herausgezögert werden.

Neben den genannten Wirkstoffen sind in Deutschland zurzeit Azathiopin, Mitoxantron und seit 2006 Natalizumab zugelassen. Mitoxantron und Natalizumab werden eingesetzt, wenn die Basistherapie nicht mehr die gewünschte Wirkung zeigt. Dabei kann Mitoxantron nur begrenzt verordnet werden, weil sonst irreversible Herzschäden drohen. Natalizumab darf nur unter strengen Auflagen bei der schweren schubförmigen MS gegeben werden.

Letzte Änderung: 11.12.2008

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