... itisWortendung kennzeichnet entzündlich, Entzündung.
absorbierenAufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: resorbieren.
AbsorptionAufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: Resorption.
AcetylcholinAbkürzung: Ach; ist ein Überträgerstoff (Neurotransmitter) der elektrischen Erregung von einer Nervenzelle zur anderen.
Siehe auch: Neurotransmitter
Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Achsenzylinderzentraler Teil des Axons, das Impulse weiter leitet. Den von Myelin umhüllten Achsenzylinder bezeichnet man auch als Neurit.
Siehe auch: Axon, Neurit
Axonlanger Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung
Neurit
Fortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
ACTHAbkürzung für adrenocorticotropes Hormon = Kortikotropin. Hormon des Hypophysenvorderlappens, welches die Nebennierenrinde stimuliert (anregt).
adäquatangemessen, den Anforderungen entsprechend; z.B. bei der Dosierung eines Medikamentes oder bei Therapien.
Adduktorendie Beine zusammenführende Muskeln an der Innenseite der Oberschenkel (bei zentraler Lähmung Adduktorenspasmus).
ADEMSiehe auch: akute disseminierte Enzephalomyelitis
akute disseminierte Enzephalomyelitis
Abkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
AdenomGeschwulst an den Drüsen.
Adhäsiondas Anheften; z.B. von Molekülen aneinander oder an Zellen oder von Zellen miteinander.
AdiadochokineseAufhebung der Feinbeweglichkeit, z.B. der Finger.
Siehe auch: Diadochokinese
Diadochokinese
Fähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
adultausgewachsen, erwachsen
AdynamieAntriebslosigkeit.
AEPAkustisch Evozierte Potentiale
Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale
Akustisch evozierte PotentialeAbkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.
Affektlabilitätleichte Beeinflussbarkeit von Stimmungen und Gefühlsäußerungen mit raschen und starken Schwankungen; kann u.a. in fortgeschrittenerem Stadium bei MS auftreten.
afferentaufwärts, in Richtung des Gehirns leitend, z.B. sensible Reize.
AffinitätAnziehung, chemische Verwandtschaft, Neigung, einen bestimmten chemischen Stoff anzuziehen.
AgeusieUnvermögen zu schmecken.
AgnosieUnvermögen, trotz unversehrter Sinneswahrnehmung sinnliche Eindrücke richtig zu deuten, u.a.: Gehörtes: Seelentaubheit; Gesehenes: Seelenblindheit; Unfähigkeit des Wiedererkennens von Gegenständen. Verlust des Entfernungsschätzens. Verlust des Erkennens von Gegenständen durch Betasten, ohne dass eine Störung des Tastgefühls vorliegt. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Agonistsich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
AgraphieUnfähigkeit zu schreiben, z.B. bei Verlust der Fähigkeit, Schriftzeichen in die richtige Reihenfolge zu bringen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
AkalkulieVerlust der Fähigkeit zu rechnen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
AkineseBewegungsarmut, Bewegungsunfähigkeit bei fehlendem Antrieb.
AkkommodationNaheinstellung des Auges, die mit Pupillenverengung einhergeht; durch Veränderung der Linsenkrümmung wird scharfes Fern- und Nahsehen ermöglicht.
AkneHauterkrankung, besonders im Gesicht, im Bereich des Halsausschnittes und am Rücken. Kortisonbehandlung kann Aknebildung vorübergehend fördern.
Akustisch evozierte PotentialeAbkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.
Siehe auch: Elektroenzephalographie
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
akute disseminierte EnzephalomyelitisAbkürzung: ADEM; Erkrankung, die wie ein (zumeist schwerer) erster Schub einer MS verläuft, der sich im weiteren Verlauf aber nicht wiederholt (monophasisch).
AlbuminGruppe von wasserlöslichen Eiweißkörpern, Transportmittel für Substanzen im Blut.
AlexieSchriftblindheit, aufgehobenes Verständnis für Schriftzeichen. Ursache: organische Hirnerkrankung.
Allergieveränderte Reaktionsweise des Organismus. Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber bestimmten Substanzen wie Samenpollen, Tierhaaren, Chemikalien, Nahrungsmitteln u.v.m., die u.a. zur Erkrankung der Haut oder der Atemwege
(z.B. Asthma, Heuschnupfen) führen.
ALSAmyotrophe Lateralsklerose
Siehe auch: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Die aus heutiger Sicht eher historisch zu verstehende Krankheits-Bezeichnung sollte auf die bei dieser Erkrankung auffällige Muskelbeteiligung hinweisen ("amyotrophe"), obwohl es sich hier um eine ursächlich noch ungeklärte Systemkrankheit motorischer Nervenzellen im Rückenmark und der motorischen Hirnrinde handelt. Sie kann, vor allem in Spätstadien, mit einer Beteiligung des Hirnstamms (Bulbärparalyse) einhergehen, sodass neben Lähmungen und Muskelatrophien auch Schluck- und Sprechstörungen das klinische Bild prägen. Die Erkrankung tritt sehr viel seltener als die MS auf, hat aufgrund ihres meist schnellen Fortschreitens auch eine ungünstigere Prognose. Trotz des ähnlich klingenden Namens ("Lateralsklerose" bedeutet hier die sekundäre Degeneration seitlich im Rückenmark verlaufender motorischer Nervenstränge) hat die ALS mit der MS ursächlich kaum etwas gemeinsam.
AmblyopieSchwachsichtigkeit; oft angeboren auf einem Auge, Folge von Schielen.
AmnesieErinnerungslosigkeit für einen bestimmten Zeitraum von Minuten, Stunden, Tagen, Wochen, Monaten. Bei Vergiftungen, Infektionen und traumatischen Schädigungen des Gehirns.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)Die aus heutiger Sicht eher historisch zu verstehende Krankheits-Bezeichnung sollte auf die bei dieser Erkrankung auffällige Muskelbeteiligung hinweisen ("amyotrophe"), obwohl es sich hier um eine ursächlich noch ungeklärte Systemkrankheit motorischer Nervenzellen im Rückenmark und der motorischen Hirnrinde handelt. Sie kann, vor allem in Spätstadien, mit einer Beteiligung des Hirnstamms (Bulbärparalyse) einhergehen, sodass neben Lähmungen und Muskelatrophien auch Schluck- und Sprechstörungen das klinische Bild prägen. Die Erkrankung tritt sehr viel seltener als die MS auf, hat aufgrund ihres meist schnellen Fortschreitens auch eine ungünstigere Prognose. Trotz des ähnlich klingenden Namens ("Lateralsklerose" bedeutet hier die sekundäre Degeneration seitlich im Rückenmark verlaufender motorischer Nervenstränge) hat die ALS mit der MS ursächlich kaum etwas gemeinsam.
ANAAbkürzung für "Antinukleäre Antikörper". Es handelt sich um Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
AnalgesieUnempfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen in einem bestimmten Hautbezirk.
Analgetikumschmerzstillendes oder - linderndes Medikament.
AnamneseVorgeschichte einer Krankheit. Darstellung der Entwicklung der jetzigen und früheren Erkrankungen durch den Patienten.
AnästhesieUnempfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen.
AnaziditätFehlen der Magensäure. Mit Magenbeschwerden verbunden.
Anfall(Iktus) akute, vorübergehende Veränderung des Bewusstseinszustandes, oft von Krämpfen begleitet (Epilepsie). Auch Kreislaufkollaps (Synkope) infolge plötzlichen Blutdruckabfalls.
Angio-MRTein spezielles Rechenverfahren, mit dem die Blutgefäße im Gehirn nach einer kernspintomographischen Aufnahme dargestellt werden können.
Siehe auch: MRT
MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
AngiographieRöntgendarstellung der Blutgefäße durch Einspritzen eines Kontrastmittels unter Bildschirmkontrolle.
Angiographie, cerebrale: Röntgendarstellung der Hirngefäße (Arterien, Venen, große venöse Blutleiter) mit Kontrastmittel.
AnkyloseGelenkversteifung.
AnosmieAusfall des Geruchsvermögens.
AntacidaMedikamente, mit denen die Salzsäure des Magens gebunden wird.
Antagonistin der Anatomie: sich gegensinnig bewegende Muskeln, z.B. Beuger und Strecker.
in der Biochemie: eine Substanz, z.B. auch ein Arzneimittel, das sich an die Bindungsstelle eines anderen Stoffes anheftet und diesen dadurch hemmt oder die Wirkung abschwächt.
AntigenSubstanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
antiinflamatorischgegen entzündliche Vorgänge gerichtet.
antikonvulsive Therapiemedikamentöse Behandlung zur Verhinderung des Auftretens epileptischer (Krampf-) Anfälle.
Antikörperzur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Antinukleäre AntikörperAbkürzung: ANA; Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile, die zu Störungen der Kern- und Zellfunktionen führen können. Sie spielen besonders bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle; jenseits des 60. Lebensjahres treten sie auch bei ca. 10% der gesunden Bevölkerung auf.
AntispastikumMehrzahl: Antispastika; Medikament zur Herabsetzung eines krankhaft erhöhten Muskeltonus.
Siehe auch: Spastik
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
AphasieVerlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
- motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
- sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
- amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
AphonieStimm-, Tonlosigkeit.
AreflexieEs können keine Muskeleigenreflexe ausgelöst werden.
ArterieSchlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
Arthrosenicht entzündliche, degenerative, deformierende, meist schmerzhafte Gelenkerkrankung.
AspirationspneumonieLungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
ÄtiologieLehre von den Krankheitsursachen, auch die Krankheitsursache selbst.
ätiologisch: ursächlich.
atonischspannungslos, Spannungsverlust der Muskulatur.
Siehe auch: Tonus
Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
AtrophieVolumenminderung eines Organs (z.B. des Muskels oder des Gehirns) infolge Schwund seiner funktionstragenden Zellen (Muskelfasern, Muskelsubstanz; Nervenzellen) durch Schädigung oder durch Inaktivität.
Augenhintergrundrückwärtiger, innerer Teil des Augapfels: Aderhaut, Netzhaut, Blutgefäße (Arterien und Venen), Sehnervkopf, Macula (Stelle des schärfsten Sehens).
Augenspiegeln(Ophthalmoskopie); mit Hilfe von optischen Instrumenten schmerzloses Betrachten und diagnostische Beurteilung des Augenhintergrundes.
AutoaggressionImmunreaktion gegen körpereigene Gewebe.
Siehe auch: autoimmun
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
autochthonam ursprünglichen Entstehungsort verbleibend.
Autogenes Trainingbestimmte, genau festgelegte Übungen zur Selbstentspannung und damit zur psychovegetativen Selbstbeeinflussung. Mit dieser Methode, wenn sie perfekt erlernt ist, lassen sich Muskelspasmen, Muskelverspannungen, Bewegungs- und Haltetremor, spastische Harnverhaltung, vegetative Beschwerden (Kopf, Herz, Magen, Darm) günstig beeinflussen.
autoimmunImmunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
AutoimmunerkrankungErkrankung, die durch (fehlgesteuerte) autoimmune Reaktion verursacht ist.
Automatismenunwillkürliche, nicht wissentlich beeinflussbare Bewegungen.
Siehe auch: Beugeautomatismen
Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Autopsieauch: Sektion; medizinische Untersuchung von Verstorbenen; insbesondere zur Aufklärung der genauen Todesursache.
autoreaktivmit/gegen sich selbst reagierend
AvitaminoseErkrankung infolge ungenügender Zufuhr von einem oder mehreren Vitaminen.
Siehe auch: Vitamine
Vitamine
bestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Axonlanger Fortsatz von Nervenzellen, kaum oder nicht verzweigt. Dient der Reiz- oder Impulsleitung
AzathioprinImmunsuppressivum. Unterdrückt Immunreaktionen, die auch gegen das eigene Körpergewebe gerichtet sind.
B-Zellenaus dem Knochenmark stammende Lymphozyten, die sich in Plasmazellen umwandeln können und Antikörper bilden.
Babinski-Zeichen(auch: Babinski-Reflex): Beim Bestreichen der seitlichen Fußsohle wird die Großzehe nach oben gestreckt mit gleichzeitigem Spreizen der übrigen Zehen. Er gehört zu den Zeichen einer Schädigung des zentralen Nervensystems und ist bei der MS häufig nachweisbar.
Babinski: franz. Neurologe (1957-1932), der sich u.a. mit MS beschäftigte.
Baclofen-PumpeDas Medikament
Baclofen (z.B. Lioresal®) wird vorzugsweise zur Behandlung der Spastizität eingesetzt. Es wirkt vorwiegend auf motorische Schaltkreise des Rückenmarks, sodass sich neben der oralen systemischen Anwendung auch das direkte Einbringen in den Liquorraum, der das Rückenmark umgibt, anbietet. Die Baclofen-Pumpe ist ein Gerät, das eine Dauertherapie mit diesem Wirkstoff ohne häufige Lumbal-Punktionen möglich macht, da hier das Medikament über eine in der Bauchhaut implantierte kleine Dosierpumpe in der individuell unterschiedlich erforderlichen Dosierung kontinuierlich direkt in den Lumbalraum abgegeben wird.
Es gibt technisch unterschiedliche Systeme: Die Freisetzung des Medikamentes wird entweder über Gasdruck kontinuierlich oder zusätzlich durch eine Mikrocomputer-Steuerung geregelt.
Balken(= Corpus callosum); eine die beiden Großhirnhälften verbindende Masse quer verlaufender markhaltiger Nervenfasern, häufig von der Demyelinisierung der MS betroffen.
BandagengefühlGefühl der Einengung; kann bei MS bei Entzündungen im Rückenmark vorkommen.
Siehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Bandscheibe(= Discus intervertebralis); aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.
Barthel-Indexeine Messmethode, mit der Einschränkungen im Alltag gemessen werden und z.B. auch ein Erfolg einer Rehabilitation eingeschätzt werden kann. Er gibt Informationen zur Mobilität, wichtigen Aktivitäten des täglichen Lebens sowie Blasen- und Darmstörungen.
basalauf die Basis bezogen, unten gelegen.
BasalganglienNervenzellen, die als Gruppe in der Tiefe der beiden Hirnhälften liegen. Andere Bezeichnung: Stammganglien
Siehe auch: Stammganglien
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
BasisGrund, unterer Teil eines Organs.
BasistherapieBehandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
Beckenboden EMGElektromyographie; Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
Behinderungin der Medizin: ein über längere Zeit von der Norm abweichender körperlicher oder psychischer Zustand, der Aktivitäten oder die Eingliederung in die Gesellschaft beeinträchtigt; bei MS messbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
Siehe auch: EDSS
EDSSDie EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer insbesondere die Gehfähigkeit sowie weitere acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.
| Wert |
Beschreibung |
| 0,0 |
normaler neurologischer Untersuchungsbefund |
| 1,0 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System |
| 1,5 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System |
| 2,0 |
leichte Behinderung in einem funktionellen System |
| 2,5 |
leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System |
| 3.0 |
mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber vollständig gehfähig |
| 3,5 |
mäßiggradige Behinderung in zwei funktionellen Systemen oder mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen oder leichte Behinderung in fünf funktionellen Systemen, aber voll gehfähig |
| 4,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 500 m am Tag; während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung |
| 4,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 300 m; ganztägig arbeitsfähig, aber mit gewissen Einschränkungen wegen rel. schwerer Behinderung |
| 5,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 200 m; Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen |
| 5,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 100 m; Behinderung schwer genug um normale tägliche Aktivität zu verhindern |
| 6,0 |
mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe) ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 m |
| 6,5 |
mit dauernder, beidseitiger Unterstützung (Gehhilfe)ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 m |
| 7,0 |
nicht fähig, selbst mit Hilfe, mehr als 5 m zu gehen; weitgehend rollstuhlbedürftig, der aber ohne Hilfe benutzt werden kann, Transfer selbständig möglich |
| 7,5 |
unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; rollstuhlbedürftig, der mit Hilfe benutzt wird, evtl. E-Rollstuhl, benötigt Hilfe beim Transfer, |
| 8,0 |
weitgehend auf das Bett beschränkt, kann aber auch noch im Rollstuhl sitzen; pflegt sich weitgehend selbständig mit meist gutem Gebrauch der Arme |
| 8,5 |
auch während des Tages weitgehend bettlägerig; teilweise selbständige Pflege mit teilweisem Gebrauch der Arme |
| 9,0 |
hilflose Bettlägerigkeit, Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten |
| 9,5 |
völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) und Verständigung |
| 10,0 |
Tod durch MS |
benignegutartig. Der Begriff wird uneinheitlich benutzt, wenn eine MS ohne oder nur mit geringen Behinderungen (EDSS kleiner oder gleich 3) über eine Zeit von mehr als 10 Jahren abläuft.
BerührungsempfindungWahrnehmung von Berührungsreizen und die Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beta-lnterferonEiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch technisch rekombinant hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und in Hamsterovarzellen produziert wird sowie ein Beta-Interferon 1b, das in einem Bakterium (Escherichia coli) rekombinant hergestellt wird. Beide Beta-Interferone werden in der Behandlung der MS eingesetzt.
Beugeautomatismenhäufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
BindegewebeFüll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
biographische AnamneseDarstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
BiopsieEntnahme von Körpergewebe zur mikroskopischen Untersuchung unter örtlicher Betäubung.
Black holesenglisch: schwarze Löcher; im MRT (Magnetresonanztomogramm) sich darstellende runde bis ovale vor allem in den T1-gewichteten Darstellungen dunkle Herde. Zeigt irreversible Schädigung von Axonen an.
Blickrichtungsnystagmusruckartige Augenbewegungen; deutet bei verstärkter Ausbildung bei MS auf eine Schädigung von Hirnstamm oder Kleinhirn hin.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
BlinkreflexLidschlussreflex. Beklopfen der Nasenwurzel mit dem Reflexhammer oder Finger löst Lidschluß aus. Fehlen kann ein Krankheitszeichen sein.
Blut-Hirn-Schrankeselektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Blutwäsche"Waschen", Filtration des Blutplasmas mit dem Ziel, Autoantikörper zu entfernen.
Siehe auch: Plasmapherese
Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Bobath-Methode(nach einem englischen Ehepaar benannt): eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
BotulinumtoxinNahrungsmittelgift eines Bakteriums, das zu Lähmungen führt. Es wird zur Behandlung der Spastik in den Muskel gespritzt.
Brady-(griech.); Wortteil mit der Bedeutung langsam.
Bradydysdiadochokineselangsame Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
BSGBlutsenkungsgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit, in der sich das Blut in einem dünnen Röhrchen in seine festen und flüssigen Bestandteile auftrennt. Bei Entzündungen ist die BSG erhöht
bulbäre SprechstörungLähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muss abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die Luftröhre, dadurch Gefahr der Pneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken).
Siehe auch: Aspirationspneumonie
Aspirationspneumonie
Lungenentzündung durch Aspiration (Einsaugen beim Einatmen, z.B. von Nahrungsbestandteilen oder Erbrochenem in die Luftröhre). Häufigste Ursache ist Schlucklähmung.
Bulbusim Nervensystem der untere Teile des Hirnstamms, wo sich motorische Hirnnervenkerne für Sprech-, Schluck- und Kehlkopfmuskulatur befinden.
CannabisPflanze, die eine Reihe von Drogen enthält (Haschisch, Marihuana). Wirkstoff ist vor allem Tetrahydrocannabinol (THC).
Caudaauch: Cauda equina (Pferdeschweif); Nervenwurzelbündel, das aus dem unteren Ende des Rückmarkes entspringt.
CCT oder CTSiehe auch: craniale Computertomographie
craniale Computertomographie
Mittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
cerebelläre AtaxieOberbegriff für verschiedene Störungen der Gleichgewichtsreaktion und der Bewegungskoordination durch Funktionsstörung des Kleinhirns oder seiner Bahnen.
Cerebellum(= Kleinhirn). In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.
cervikalden Hals betreffend.
ChemokineBotenstoffe des Immunsystems; vermitteln Abwehrreaktionen.
ChemotherapieBehandlung mit Wirkstoffen, die selektiv auf die Teilung von Zellen Einfluss nehmen und daher vor allem zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Wegen ihrer teilweise besonders ausgeprägten Wirkung auf Immunzellen werden sie auch zur Immunsuppression eingesetzt, z.B. bei schwerem MS-Verlauf.
ChorioideaAderhaut des Auges, gefäßreiche, der Netzhaut anliegende Membran.
ChorioiditisAderhautentzündung des Auges.
chronischlangsam stetig fortschreitend, im Gegensatz zu schubförmig.
CognitionSiehe auch: Kognition
Kognition
(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
Comaauch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
ConjunktivaBindehaut des Auges.
ConjunktivitisBindehautentzündung.
Copaxone®Medikament, das zur Behandlung der MS eingesetzt wird; enthält den Wirkstoff Glatirameracetat und war früher auch als Copolymer-1 (COP 1) bekannt.
Siehe auch: Glatirameracetat
Glatirameracetat
Glatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
CopolymerGemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Heute mit dem Begriff Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) beschrieben. Dieser Wirkstoff stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
CorneaHornhaut des Auges.
corticalzur Rindensubstanz des Gehirns gehörend.
Corticalisdie Rindensubstanz des Gehirns.
Corticoide(Corticosteron, Cortison): Nebennierenrindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon.
craniale ComputertomographieMittels speziellem Röntgenverfahren können ohne wesentliche Belastung durch Röntgenstrahlen knöcherne Anteile und Weichteile im Innern des Schädels, u.a. Gehirn, Gehirnkammern mit Hirnflüssigkeit, Krankheitsherde, Geschwülste jeder Art, Blutungen, Gefäße, Hirnsubstanzdefekte dargestellt werden. Die Aufnahmen erfolgen in einzelnen horizontalen Schichten. Manchmal ist die diagnostische Aussagekraft durch Infusion eines Kontrastmittels in die Armvene zu erhöhen.
Craniumknöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
Cyclophosphamidein das Immunsystem unterdrückendes Medikament. Hemmt die Zellvermehrung; kann als Infusion oder als Dragee (oral) verabreicht werden. Wird bei Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen als Ersatz für Mitoxantron in der Eskalationstherapie eingesetzt.
Siehe auch: Mitoxantron, Eskalationstherapie
Mitoxantron
Wirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
Eskalationstherapie
ausgeweitete Behandlung, meist dann, wenn die Basistherapie nicht oder nicht ausreichend erfolgreich ist. Bei MS v.a. mit Mitoxantron, Natalizumab oder Cyclophosphamid.
CystitisBlasenentzündung (in der Regel der Harnblase).
Cytokinevon Zellen gebildete kleine Eiweißkörper, die Bildung und Funktion von anderen Zellen steuern.
DeformationVerformung als Dauerzustand, Miss- oder Fehlbildung. Verschleiß, degenerativ (z.B. Arthrose).
DegenerationAbbau von Körpergewebe, z.B. Verschleißerscheinungen von Gelenken, Gelenkknorpel, Bandscheiben. Abbau von Hirn- und Nervengewebe im Laufe des Lebens und in bestimmten Altersstufen.
DekubitusDruckgeschwür durch Aufliegen, meist an Stellen, wo der Knochen dicht unter der Haut liegt, sehr infektionsgefährdet und dadurch Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Gefahr der Sepsis.
Siehe auch: Sepsis
Sepsis
Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
Demenzfortschreitender, hirnorganisch bedingter Abbau der intellektuellen Leistungsfähigkeit und fortschreitende organische Wesensänderung, mit Untergang von Nervenzellen einhergehend.
Dendritdünner, meist kurzer Nervenfortsatz; leitet von anderen Nervenzellen eintreffende Signale an die entsprechende Zelle weiter.
dendritische ZelleIst eine Form der 'Fresszellen', die aktiv durch verschiedene Gewebe wandert und nach ihrer Reifung den T-Zellen Antigene präsentiert
Depressioneine krankhafte Niedergeschlagenheit, Traurigkeit; besteht oft über längere Zeit; häufig bei MS zu finden
depressivniedergeschlagen, traurig, lustlos, antriebslos
Detrusordie Blasenwand überziehender Muskel, der durch sein Zusammenziehen die Blasenentleerung in Gang setzt.
Devic-Syndromakute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
DiadochokineseFähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen auszuführen (diadochos = rasch aufeinander folgend), z.B. mit den Fingern beim Maschinenschreiben.
DiagnoseErkennung einer Krankheit und ihre Benennung mit dem entsprechenden (wissenschaftlichen) Ausdruck.
DiagnostikDurchführung einzelner diagnostischer Untersuchungen, die zur Erkennung einer Krankheit führen.
diagnostiziereneine Diagnose stellen.
DifferentialdiagnoseAbgrenzung einer Krankheit von anderen, ähnlichen Krankheitsbildern.
DisabilityBehinderung (englisch).
Diskusprolaps(Discus = die Scheibe). Bandscheibenvorfall im Bereich der Wirbelsäule.
Dissemination(lat.disseminare = aussäen): bedeutet so viel wie Ausbreitung. Im Zusammenhang mit dem MRT bedeutet räumliche/ zeitliche Dissemination, dass MS-bedingte Läsionen an verschiedenen Stellen im ZNS (räumlich) und auch zeitlich aufeinanderfolgend neue (zeitlich) erscheinen.
distalperipherwärts (körperfern) gelegen.
DiuretikaMedikamente mit harntreibender Wirkung.
Dosiseine bestimmte, dem Kranken zu verabfolgende Menge eines Arzneimittels.
DranginkontinenzBlasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
Siehe auch: Inkontinenz
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Dronabinolein Medikament aus Cannabis zur Schmerztherapie etwa bei der Behandlung von AIDS- und Krebs- Patienten, sowie bei Patienten mit Multipler Sklerose oder Querschnittslähmung mit muskulären Krämpfen oder Spastiken. Noch uneinheitliche Bewertung des therapeutischen Nutzens speziell bei der MS.
Dura materkurz: Dura; harte Hirnhaut; bildet die Schutzkapsel des Gehirns und die Knochenhaut der Schädelinnenfläche.
DysarthrieStörung der Lautbildung (Artikulation). Das Sprechen ist leise, tonlos, verwaschen, abgehackt. Neurologische Störung der Sprachmuskulatur infolge Lähmung und mangelhaftem Zusammenwirken der Sprechmuskeln (Koordinationsstörung).
Dysästhesieunangenehme Missempfindungen bei Berührung an bestimmten Hautstellen.
DysdiadochokineseEinschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
DysmetrieKoordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
DysphagieSchluckstörung infolge Schwächung der Schluckmuskulatur.
Dyssynergiefehlendes oder mangelhaftes Zusammenspiel von agonistischen und antagonistischen Muskeln.
Siehe auch: Agonist
Agonist
sich gleichsinnig bewegende Muskeln, z.B. alle Muskeln, die das Bein strecken.
Dystoniemit überschießender Tonuserhöhung der Muskulatur einhergehende willkürliche und unwillkürliche Bewegung mit teilweise bizarrer Gliedmaßenstellung.
DystrophieMuskelschwund, dessen Ursache auf Erkrankung des Muskels selbst beruht (keine Störung des peripheren Nervensystems).
DysurieStörung beim Wasserlassen; geht oft einher mit Schmerzen oder Brennen, meistens als Zeichen einer Blasenentzündung.
EAEExperimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis: ist eine der MS beim Menschen ähnliche Erkrankung des Zentralnervensystems bei Labortieren (Ratten, Mäusen). Wird in der Forschung als Modell der MS verwendet.
EDAbkürzung für 'Enzephalomyelitis disseminata'
Siehe auch: Encephalomyelitis disseminata
Encephalomyelitis disseminata
Encephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
EDSSDie EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer insbesondere die Gehfähigkeit sowie weitere acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.
| Wert |
Beschreibung |
| 0,0 |
normaler neurologischer Untersuchungsbefund |
| 1,0 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System |
| 1,5 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System |
| 2,0 |
leichte Behinderung in einem funktionellen System |
| 2,5 |
leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System |
| 3.0 |
mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber vollständig gehfähig |
| 3,5 |
mäßiggradige Behinderung in zwei funktionellen Systemen oder mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen oder leichte Behinderung in fünf funktionellen Systemen, aber voll gehfähig |
| 4,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 500 m am Tag; während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung |
| 4,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 300 m; ganztägig arbeitsfähig, aber mit gewissen Einschränkungen wegen rel. schwerer Behinderung |
| 5,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 200 m; Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen |
| 5,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 100 m; Behinderung schwer genug um normale tägliche Aktivität zu verhindern |
| 6,0 |
mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe) ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 m |
| 6,5 |
mit dauernder, beidseitiger Unterstützung (Gehhilfe)ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 m |
| 7,0 |
nicht fähig, selbst mit Hilfe, mehr als 5 m zu gehen; weitgehend rollstuhlbedürftig, der aber ohne Hilfe benutzt werden kann, Transfer selbständig möglich |
| 7,5 |
unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; rollstuhlbedürftig, der mit Hilfe benutzt wird, evtl. E-Rollstuhl, benötigt Hilfe beim Transfer, |
| 8,0 |
weitgehend auf das Bett beschränkt, kann aber auch noch im Rollstuhl sitzen; pflegt sich weitgehend selbständig mit meist gutem Gebrauch der Arme |
| 8,5 |
auch während des Tages weitgehend bettlägerig; teilweise selbständige Pflege mit teilweisem Gebrauch der Arme |
| 9,0 |
hilflose Bettlägerigkeit, Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten |
| 9,5 |
völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) und Verständigung |
| 10,0 |
Tod durch MS |
EEGSiehe auch: Elektroenzephalographie
Elektroenzephalographie
(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
efferentabwärts, in Richtung der Muskulatur leitend. Wird bei der Beschreibung von Nervenleitbahnen verwendet.
Eineinhalb-SyndromStörung der koordinierten Augenbewegungen im unteren Hirnstamm (hinterer unterer Teil der sog. Brücke (Pons), der Übergangsstelle von Gehirn und Rückenmark). Patienten mit einem Eineinhalb-Syndrom können nur mit einem Auge noch etwas (ruckhaft) zur Seite nach außen blicken, nicht mehr zur Nase hin, - das andere Auge steht praktisch in der Mitte und kann weder nach außen noch nach innen bewegt werden.
Elektroenzephalographie(EEG): Ableitung und Registrierung der Potentialschwankungen (Hirnströme), die bei der bioelektrischen Tätigkeit des Gehirns entstehen.
Elektromyographieauch: Elektromyogramm (EMG): durch Aufzeichnung der Muskelaktionsströme (Potentiale) gewonnenes Kurvenbild. Ableitung der elektrischen Potentiale durch Nadelelektroden, die in den Muskel eingestochen werden. Diagnostische Methode von erheblicher Aussagekraft bei Muskellähmungen und Muskelerkrankungen.
ElektroneurographieMessen der maximalen motorischen und/oder sensiblen Nervenleitgeschwindigkeit (NLG).
Elektronystagmographie(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
ElektrophysiologieWissenschaft, die sich mit den elektrischen Vorgängen in lebenden Zellen oder Organismen beschäftigt. Elektrophysiologische Untersuchungen messen vor allem die elektrische Erregbarkeit und Funktion von Nerven- und Muskelzellen, bei der MS vor allem in Form evozierter Potentiale.
EMG
Encephalomyelitis disseminataEncephalon (griech.) = das Gehirn. Myelon (griech.) = das Rückenmark. Disseminiert = verstreut. Verstreut herdförmig auftretende Hirn- und Rückenmarksentzündung. Wissenschaftliche Bezeichnung der Multiplen Sklerose.
EncephalonGehirn (griechisch).
endogendurch innere Ursachen entstehend.
endokrinAbgabe von Stoffen aus den Körperorganen ins Blut; z.B. von den Drüsen werden Hormone ins Blut abgegeben.
ENGSiehe auch: Elektronystagmographie
Elektronystagmographie
(ENG): Registrierung der durch die Bewegung der Augäpfel bedingten Potentialdifferenzen zwischen Hornhaut (positiv) und Netzhaut (negativ) mit auf Stirn und Schläfen aufgesetzten Elektroden. Dient zur Beurteilung der Funktion der peripheren und zentralen Gleichgewichtsorgane.
EntmarkungVerlust, Abbau der Markscheiden (Myelin), wie es u.a. bei der MS der Fall ist.
Entmarkungsherdherdförmige Zerstörung der Markscheiden von Stecknadelkopf- bis etwa Eurostückgröße, die mittels MRT sichtbar gemacht werden können.
Entmarkungskrankheitenkrankhafter Zerfall der markhaltigen Substanz (weiße Substanz) des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark). Bei der MS herdförmig, verstreut, an verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems, bei den einzelnen Kranken mit verschiedener Lokalisation und Häufigkeit.
EnzymFerment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
EpidemiologieLehre von der Häufigkeit und Verteilung von Krankheiten und deren Ursachen sowie deren Verlauf.
epiduralauf der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Epikriseabschließende Beurteilung des Verlaufs einer Krankheit oder einer Behandlung.
EpilepsieOberbegriff für krankhafte Störungen, die mit wiederholt auftretenden epileptischen Anfällen einhergehen.
Siehe auch: epileptischer Anfall
epileptischer Anfall
vorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
epileptischer Anfallvorübergehende Bewusstseinsstörung, die bei Betroffenen plötzlich auftritt, nicht durch das Bewusstsein steuerbar. Die Anfälle können Bewusstlosigkeit, Störungen des Verhaltens, der Wahrnehmung, des Fühlens oder Denkens beinhalten. Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Anfällen, die mit oder ohne 'Krampfen' und mit oder ohne Bewusstlosigkeit auftreten können. Bei MS häufiger als bei Gesunden (ca. 3-fach erhöhtes Risiko). Kann im Schub, aber auch außerhalb von Schüben auftreten. Behandlung: medikamentös.
Epstein-Barr-VirusDas Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht beim Menschen das sog. Pfeiffersche Drüsenfieber. Es wird über den Speichel ausgeschieden und durch direkten Kontakt übertragen. Laut Literatur haben 90% aller Erwachsenen Antikörper gegen dieses Virus, sind also bereits einmal mit ihm in Berührung gekommen, oft auch ohne selbst zu erkranken. Das Virus kommt weltweit vor, Erkrankungen treten v.a. bei älteren Kindern und jungen Erwachsenen auf. Nach 8-21 Tagen Inkubationszeit beginnt die Erkrankung mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Leibschmerzen und als besonderes Kennzeichen treten Lymphknotenschwellungen und Mandelentzündungen auf. Die Erkrankung kann Tage bis Wochen dauern, verläuft aber zumeist ohne Komplikationen.
ErektionVersteifung des männlichen Gliedes.
ErgotherapieBeschäftigungs- und Aktivierungstherapie zur Verbesserung oder Wiederherstellung gestörter körperlicher Funktionen.
Erythrozyt"Rote Blutkörperchen": reife, rote, kernlose, ausreichend roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthaltende Blutkörperchen. Sind für den Transport und die Verteilung des Sauerstoffs im Körper verantwortlich.
Eskalationstherapieausgeweitete Behandlung, meist dann, wenn die Basistherapie nicht oder nicht ausreichend erfolgreich ist. Bei MS v.a. mit Mitoxantron, Natalizumab oder Cyclophosphamid.
Siehe auch: Basistherapie
Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden. Bei MS grundlegende Therapie mit Interferonen oder Glatirameracetat.
EudiadochokineseDiadochokinese ist der geordnete rhythmische Ablauf rausch aufeinander folgender gegensinniger Bewegungen (z.B. eine gedachte Glühbirne wird rasch in eine imaginäre Fassung an der Decke eingedreht). Kann diese Bewegung nach Aufforderung korrekt und glatt durchgeführt werden, spricht man von Eudiadochokinese (eu=griechisch = normal). Ist die Bewegung gestört, spricht man von Dysdiadochokinese.
eugenischMaßnahmen zur Verhinderung von Schäden durch Vererbung.
Euphoriegesteigerte Heiterkeit mit Optimismus und Minderung des Kritikvermögens. Symptom bei Stirnhirnschäden auch in Verbindung mit Kleinhirnfunktionsstörungen.
EvidenzBeweis, Nachweis, Gewissheit.
EvidenzklassenMit Hilfe von Evidenzklassen erfasst man in der Medizin die wissenschaftliche Aussagefähigkeit klinischer Studien. Je höher die Evidenzklasse einer Studie ist, umso breiter ist deren wissenschaftliche Basis. Studien der Klasse 1a haben die höchste Evidenz:
- Klasse Ia: Evidenz durch Metaanalysen mehrerer randomisierter kontrollierte Studien
- Klasse Ib: Evidenz aufgrund von mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie
- Klasse IIa: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten, jedoch nicht randomisierten und kontrollierten Studie
- Klasse IIb: Evidenz aufgrund von mindestens einer gut angelegten quasi-experimentellen Studie
- Klasse III: Evidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller beschreibender Studien wie z.B. Vergleichsstudien
- Klasse IV: Evidenz aufgrund von Berichten von Experten-Ausschüssen oder Expertenmeinungen bzw. klinischer Erfahrung anerkannter Wissenschaftler
evozierte Potentiale(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.
Siehe auch: Akustisch evozierte Potentiale
Akustisch evozierte PotentialeAbkürzung AEP; Spannungsschwankungen im EEG, die nach Geräuschen (über Kopfhörer) abgeleitet werden können. Sind für die Diagnose der MS von Bedeutung.
Exazerbationleitet sich aus dem Lateinischen exacerbatio ab und bedeutet "Verschlimmerung". Meist versteht man in der Medizin darunter den Ausbruch eines Krankheitsschubs bei chronischen, schubweise verlaufenden Erkrankungen. In der medizinischen Fachsprache wird dafür auch der Begriff "Schub" verwendet. Gelegentlich spricht man auch von einer "akuten Exazerbation", wenn der Krankheitsschub plötzlich aufgetreten ist.
exogendurch äußere Ursachen entstehend.
Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis(abgekürzt: EAE): eine bei Mäusen experimentell ausgelöste Autoimmunkrankheit, die Ähnlichkeiten zur Multiplen Sklerose aufweist und deshalb in tierexperimentellen Studien als Modell für MS verwendet wird.
ExpressionVerbform: 'exprimieren': Umsetzung der genetischen Information in Proteine. In einer Zelle werden in der Regel nur ganz bestimmte Gene gebraucht, diese werden "angeschaltet". Diese Aktivierung von Genen zur 'Produktion' der benötigten Proteine wird als Expression bezeichnet.
Siehe auch: Proteine
Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
extrazelluläraußerhalb von Zellen
extrazerebralaußerhalb des Gehirns
FatigueMS-Fatigue: vorzeitige allgemeine physische und psychische Erschöpfung. Fatigue= Müdigkeit.
FazialispareseLähmung der Gesichtsmuskulatur.
Feinmotorikfeinere Bewegungen, z.B. der Finger.
Siehe auch: Grobmotorik
Grobmotorik
grobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
FeldenkraismethodeEntspannungsmethode, die oft auch MS Patienten hilft. Ihr Ziel ist es, Bewusstsein durch Bewegung zu erreichen.
FermentEiweißstoff, der bestimmte biochemische Reaktionen fördert.
Siehe auch: Enzym
Enzym
Ferment. Ein Eiweiß (Protein) in Sekreten und Zellen, das für den Ablauf von Stoffwechselvorgängen notwendig ist oder diese überhaupt ermöglicht.
FibrinogenEiweißkörper im Blutplasma, aus dem Fibrin entsteht. Faktor der Blutgerinnung.
FibrinolyseAuflösung eines Blutgerinnsels.
Finger-Finger-Versuch (FFV)Bei geschlossenen Augen werden beide Zeigefinger mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen aufeinander zu geführt.
Finger-Nasen-Versuch (FNV)Die Zeigefingerspitze wird bei geschlossenen Augen an
die Nasenspitze geführt. Prüfung der Zielsicherheit (Kleinhirnfunktion).
Flushanfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl; Auslöser können verschiedene Arznei- oder Lebensmittel sein, aber auch hormonelle Veränderungen, Hitze oder psychovegetativer Stress.
fokalherdförmig, nur einen Teil betreffend.
FokusHerd, Ausgangspunkt für krankhafte Störungen.
Foramen intervertebraleZwischenwirbelloch, durch das die Nervenwurzeln mit ihren motorischen und sensiblen Anteilen sowie den zugehörigen Blutgefäßen ziehen.
Foramen magnumLoch am Hinterhauptbein, in dem sich das verlängerte Rückenmark befindet, Verbindung zwischen Schädelinnenraum und Wirbelkanal.
FremdreflexReflex, bei dem das Organ, an dem der Reflex ausgelöst wird ein anderes ist als das, in dem der Reflex abläuft. Z.B. ein in der Haut ausgelöster Reflex löst eine Muskelanspannung aus.
Siehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
funktionelle StörungStörung der Tätigkeit von Organen ohne nachweisbare krankhafte (organische) Veränderungen.
GadoliniumKontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
GangataxieUnsicherheit beim Gehen ('wie betrunken'); Zusammenspiel der Muskulatur ist gestört.
Siehe auch: Ataxie
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
GanglienzelleNervenzelle.
Generikumein Medikament, das nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist auf den Markt gebracht wird. Es hat den gleichen Wirkstoff und oft auch die gleiche Dosierung wie das Originalmedikament bei einem günstigeren Preis.
GenetikVererbungs-, Erblehre.
genetischerblich bedingt, die Vererbung betreffend.
GenomGesamtheit der Erbanlagen.
GewebeKomplex gleichartiger Elemente (Zellen, Grundsubstanz, Fasern), die eine gemeinsame Funktion besitzen und in ihrer Besonderheit und Gesamtheit das jeweilige Organ bilden, z.B. Gehirn, Leber, Milz u.v.a.
GlatirameracetatGlatirameracetat, auch Copolymer-1 genannt, ist der Wirkstoff des Medikamentes Copaxone®. Es ist ein Gemisch aus verschiedenen Aminosäuren, die Ähnlichkeiten mit dem Aufbau der Markscheide besitzen. Das Glatirameracetat (Gemisch aus Glutaminsäure, Lysin, Alanin, Tyrosin) stellt eine antigenspezifische Immuntherapie der MS dar.
GliaStützgewebe des zentralen Nervensystems, welches die Räume zwischen Nervenzellen, ihren Fortsätzen und Blutgefäßen ausfüllt und Nähr- und Reinigungsfunktionen ausübt. Die sklerotischen Herde der MS sind durch Glia gebildete Narben.
GlioseNarbenbildung im zentralen Nervensystems durch Vermehrung von Glia-Zellen.
Globulinbestimmte Gruppe von Eiweißstoffen im Blut. Eine ihrer Fraktionen enthält auch die Träger der Immuneigenschaften (Immunglobuline) im Blut. Wichtig als Körperbaustein für Hormone, Bestandteile von Enzymen und als Blutgerinnungsfaktoren.
GlukokortikoidHormon, das von der Nebennierenrinde ausgeschüttet wird. Es hat immunsuppressive Wirkung und kann auch synthetisch hergestellt werden (z.B. Prednisolon, Methylprednisolon; Kortikoide; Kortison).
GranulozytenUntergruppe der Leukozyten; sind unter anderem für die Abwehr von Entzündungen verantwortlich.
Siehe auch: Leukozyten
Leukozyten
Zusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
graue Substanzdie grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Grobmotorikgrobe Bewegungsabläufe wie Gehen oder Stehen.
Gyrusaus dem Griechischen; bedeutet Kreis, Windung; wird v.a. zur Bezeichnung der verschiedenen Hirnwindungen verwendet.
Haarbalgnervein Nerv, der die die Haarwurzel umgebende Wurzelscheide versorgt.
HaltetremorTremor beim Halten einer bestimmten Position, z.B. ausgestrecktes Bein oder Arm.
Siehe auch: Tremor
Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
hämatopoetischdie Blutbildung betreffend.
hämatopoetische StammzelltransplantationTransplantation von blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark.
Siehe auch: Stammzelltransplantation
Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
HämoglobinFarbstoff der roten Blutkörperchen. Dient dem Transport von Sauerstoff im Körper.
Harninkontinenzunwillkürlicher Harnabgang.
Siehe auch: Inkontinenz
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
HarnverhaltVerbleiben von Urin in der Blase trotz versuchter Leerung.
Siehe auch: Restharn
Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
Hemihypästhesiehalbseitige Gefühlsstörung (z.B. verminderte
Berührungsempfindlichkeit).
Hemipareseteilweise Halbseitenlähmung
Siehe auch: Parese
Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
Hemiplegievollständige Halbseitenlähmung.
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
HemisphäreHälfte, z.B. des Gehirns
HeparinMedikament zur Gerinnungshemmung bei Bettlägerigen zur Verringerung des Thromboserisikos.
hepatotoxischleberschädigend.
hereditärvererbbar, vererbt, erblich.
heterogenverschiedenartig.
HippotherapieReittherapie; Physiotherapie auf einem Pferd ohne Sattel; kann bei MS wirksam sein.
HirnatrophieSchrumpfung des Gehirns.
Hirnnervendie das Gehirn an dessen basaler (unterer) Seite (Ausnahme IV. Hirnnerv) verlassenden Nerven, die motorische und/oder sensible und/oder parasympathische Fasern führen.
- Nervus olfactorius: Riechnerv.
- Nervus opticus: Sehnerv.
- Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens: Augenmuskelnerven.
- Nervus trigeminus: Drillingsnerv.
- Nervus facialis: Gesichtsmuskelnerv.
- Nervus stato-acusticus: Gehör- und Gleichgewichtsnerv.
- Nervus glossopharyngeus: Zungen-Rachennerv.
- Nervus vagus: Kehlkopfnerv.
- Nervus accessorius: Schulter-Nackenmuskelnerv.
- Nervus hypoglossus: Zungennerv.
hirnorganischbedingt durch eine Störung im Gehirn.
Hirnorganisches PsychosyndromAbkürzung: HOPS; psychische Veränderungen durch Störungen im Gehirn.
Hirnrindegraue Substanz an der Oberfläche des Gehirns.
HirnstammVerbindung zwischen den beiden Gehirnhälften und dem Rückenmark. Durch den Hirnstamm laufen alle Nervenimpulse; sowohl vom Gehirn zum Körper als auch umgekehrt. Bei MS liegen hier oft Läsionen.
HirnwasserLiquor; Flüssigkeit in den Hohlräumen des Gehirns.
Siehe auch: Liquor
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
HistologieLehre vom feingeweblichen Aufbau und der Struktur (mikroskopisch) der Körperorgane.
histologischfeingeweblich
HistopathologieLehre von den krankhaften feingeweblichen Veränderungen der Körperorgane.
HomöopathieBehandlungsmethode, bei der die Wirkstoffe in sehr hohen Verdünnungen ("Potenzen") verabreicht werden. Nutzen bei MS bisher nicht sicher nachgewiesen.
HOPSAbkürzung für: Hirnorganisches Psychosyndrom
Hormonchemischer Stoff, der von Drüsen (Drüsen innerer Sekretion) in die Blutbahn abgesondert wird und in dafür empfindlichen Organen im Zellstoffwechsel sich auswirkende Reaktionen in Gang setzt.
innersekretorische Drüsen sind Hypophyse (Hirnanhangsdrüse), Schild- und Nebenschilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Hoden, Eierstöcke, Nebennieren.
Hurst-SyndromVerlaufsform der Akuten demyelinisierenden Enzephalomyelitis (ADEM); häufig im Kindes- und Jugendalter auftretende Erkrankung, die oft nach Infekten mit Viren, seltener nach Impfungen, aber auch spontan auftritt und mit Entmarkungen einhergeht; keine klare Abgrenzung zur MS, da fließende Übergänge.
Im Unterschied zur MS verläuft die Erkrankung in der Regel monophasisch (ohne Schübe) mit unterschiedlicher Symptomatik, wobei die Hurst-Enzephalitis einen besonders schweren Verlauf zeigt.
Hypakusisunnormal leise Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen; kann bei MS aufgrund einer Schädigung der zentralen Hörbahn auftreten. Gegensatz: Hyperakusis
Hypalgesieverminderte Empfindlichkeit gegenüber Schmerzreizen.
Hypästhesieverminderte Empfindlichkeit gegenüber Berührungsreizen.
Hyperakusisbesonders laute Wahrnehmung von Geräuschen, Stimmen oder Tönen.
Hyperaziditätzuviel an Magensäure. Störung oft mit erheblichen Magenbeschwerden einhergehend.
Hyperhidrosisübermäßige Schweißbildung, oft nur an bestimmten Körperpartien wie Stirn, Achselhöhlen, Händen, Füßen.
hyperintensvermehrt intensiv; z.B. Herde bei der Darstellung im MRT
Siehe auch: hypointens
hypointens
vermindert intensiv; z.B. Darstellung der Herde im MRT
Hypermetrieinfolge Koordinationsstörung (s.) über das Ziel hinausschießende, falsch abgemessene Bewegung.
Hyperpathie(pathos = leiden). Oft schon leichte sensible Reize lösen einen äußerst unangenehmen, oft brennenden Schmerz aus, der erst nach wenigen Sekunden einsetzt, sich nach Aussetzen des Reizes noch weiter verstärkt und in die Umgebung ausbreitet und erst allmählich wieder abklingt. Auftreten bei Teilschädigung peripherer sensibler Nerven oder auch bei Narbenbildung.
Hypertonuserhöhter Blutdruck oder erhöhte Muskelanspannung.
Siehe auch: Tonus
Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
HypochondrieÜberbewertung von körperlich unbedeutenden Beschwerden, verbunden mit unbegründeter Angst, schwer krank zu sein oder in Zukunft schwer krank zu werden.
Hypohidrosisverminderte Schweißabsonderung.
hypointensvermindert intensiv; z.B. Darstellung der Herde im MRT
HypophyseHirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
HypophysenvorderlappenTeil der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).
Siehe auch: Hypophyse
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
HypotonieBlutdruckerniedrigung, oft mit Kollapsneigung.
Hypotonusverminderter Blutdruck oder verminderte Muskelanspannung
Siehe auch: Tonus
Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
i.m.intramuskulär, Angabe für das Injizieren von Medikamenten.
IgAbkürzung für Immunglobuline.
Siehe auch: Immunglobuline
Immunglobuline
Eiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
Imagingenglisch: Bildgebung; Untersuchungsverfahren mit Abbildung von Struktur und Zusammensetzung eines Organs (z.B. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Ultraschall).
ImmobilisierungBehinderung der Beweglichkeit, z.B. durch Ruhigstellung (Verbände, Gips).
immununempfänglich, gefeit.
Immunaggressionimmun: s.o. Aggression: Angriff, Abwehr körperfremder Substanzen oder Angriff auf das eigene Nervengewebe, letzteres bei MS wahrscheinlich.
Siehe auch: autoimmun
autoimmun
Immunreaktion, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet ist.
Immunantikörperanti = dagegen. Bestimmter Eiweißstoff (Immunglobulin) als Träger der Abwehrreaktion.
Siehe auch: Antikörper
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Immundefektauch: Immundefizienz. Geschwächte bis fehlende Immunabwehr.
ImmunglobulineEiweißkörper (Gammaglobulin) als Träger der Immunität.
ImmunisierungErzeugung von Immunität, z.B. durch Impfung mit lebenden, aber abgeschwächten oder auch getöteten Erregern, bzw. durch Verabfolgung von entsprechenden Erregerextrakten oder -stoffwechselprodukten.
ImmunitätWiderstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern und deren Giften, die Fähigkeit, Antigene zu erkennen, zu beseitigen und gefeit zu sein gegenüber bestimmten Krankheiten. Zur Abwehr werden Immunglobuline (Antikörper) gebildet und immunkompetente T-Zellen (Abwehrzellen) bereitgestellt.
Siehe auch: Antigen, Antikörper
Antigen
Substanz, u.a. Viren, die eine Immunantwort auslöst. Der Körper reagiert mit Immunzellen (Lymphozyten) und Gegenprodukten (Antikörper).
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
Immunkompetente ZellenKompetenz = Zuständigkeit. Bestimmte weiße Blutkörperchen, als B- und T-Lymphozyten bezeichnet, welche für die Abwehr eindringender Fremdkörper (Erreger) bestimmt sind, werden bereitgestellt.
Immunkompetenzdie Fähigkeit von Lymphozyten (bestimmte weiße Blutkörperchen) selbst oder mit Antikörperbildung (Abwehr) zu reagieren.
ImmunmodulationVeränderung der Immunantwort im Sinne einer Abschwächung oder Verstärkung durch medikamentöse Behandlung.
ImmunmodulatorenImmunmodulatoren verändern die Immunantwort - Substanzen, die das Immunsystem entweder positiv (anregend) oder negativ (hemmend) beeinflussen.
immunogeneine Immunreaktion auslösend.
ImmunologieLehre von der Immunität und den immunbiologischen Reaktionen des Organismus.
ImmunopathieKrankheiten infolge von fehlgesteuerten Immunvorgängen.
ImmunsuppressionSuppression = Unterdrückung. Maßnahmen zur Unterdrückung von Immunvorgängen, vorwiegend durch Medikamente. Z.B. Verhinderung der Abstoßung eingepflanzter Organe oder Behandlung fehlgesteuerter immunologischer Vorgänge, die gegen eigenes Körpergewebe gerichtet sind.
immunsuppressiveine Wirkung, die die Aktivität des Immunsystems abschwächt, unterdrückt.
ImmunsuppressivumArzneimittel, welches die Immunvorgänge (auch Autoimmunvorgänge) unterdrückt.
ImmuntherapieAnwendung von Arzneimitteln mit dem Ziel, Immunitätsvorgänge zu fördern oder zu unterdrücken.
imperativer Harndrangnicht zu unterdrückender Harndrang, bei MS hauptsächlich durch spastische Form der Blasenstörung bedingt.
ImpotenzUnvermögen beim Mann, Geschlechtsverkehr auszuüben; in der Regel durch gestörte Erektionsfähigkeit.
Siehe auch: Erektion
Erektion
Versteifung des männlichen Gliedes.
ImpulsAnstoß, Antrieb; im Nervensystem: elektrische Nervenzellenentladung, el. Signal als auslösender Reiz.
in vitroim Reagenzglas; außerhalb eines Organismus
in vivoam lebenden Objekt
inaktivuntätig, unwirksam, ruhend.
InaktivitätsatrophieVerschmächtigung intakter Muskeln infolge von Nichtgebrauch (nicht Muskelschwund - Muskelatrophie - durch Schädigung motorischer Nerven oder Krankheitsvorgänge im Muskel).
inapparentverborgen, klinisch stumm, ohne erkennbare Krankheitssymptome.
IndikationNotwendigkeit einer Untersuchung oder Maßnahme.
induzierthervorgerufen, angeregt,
Infekteine Entzündung, die durch einen Erreger (Bakterium, Virus) hervorgerufen wird.
InfiltrationDas Eindringen fremder Zellen in Gewebe.
infratentoriellunter dem Tentorium (zeltförmige Falte der harten Hirnhaut) gelegen; betrifft v.a. den Hirnstamm und das Kleinhirn.
InfusionVerabreichung einer flüssigen Lösung (z.B. Medikament) in eine Vene (auch als "Tropf" bezeichnet).
InitialsymptomeKrankheitszeichen zu Beginn einer Erkrankung.
Inkontinenzunfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Innervationdie Versorgung eines Körperteils, eines Organs durch zugeordnete motorische, sensible und vegetative Nerven, die organgemäße Funktionen auslösen oder auch hemmen.
InsuffizienzUnzulänglichkeit, unzureichende Funktion.
IntegrineIntegrine sind bestimmte Eiweißstoffe (Proteine), die bei der Anheftung von Zellen aneinander sowie deren Kommunikation miteinander eine Rolle spielen (so genannte Adhäsionsproteine) - zum Beispiel bei der Wanderung von Zellen zu Orten der Entzündung und bei der Wechselwirkung von Zellen im Rahmen einer Immunantwort. Sie sind wichtige Signale für Entzündungszellen, die ins Gehirn einwandern.
Das wird z.B. bei neuen Therapieansätzen ausgenutzt, zuletzt bei dem Wirkstoff Natalizumab. Hier wird eine bestimmte Integrin-Gruppe, die Alpha4-Integrine (das sind Rezeptoren auf der Oberfläche von Lymphozyten) gehemmt. T-Lymphozyten benötigen diese Rezeptoren, um aus dem Blut in das Gehirngewebe überzutreten.
Intellekt, IntelligenzVerstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
IntensitätStärke, Wirksamkeit.
intensivbesonders stark, sehr wirksam.
IntensivstationSpezialabteilung zur besonders intensiven (wirksamen, eingehenden, lückenlosen) Kontrolle und Behandlung der menschlichen lebenswichtigen Funktionen mit speziell dafür konstruierten Apparaten bei Notfällen aus allen medizinischen Fachgebieten.
Intentionstremorunwillkürliches Zittern. Bei Annäherung an das Bewegungsziel erfolgt Zittern, z.B. als Kleinhirnzeichen.
Siehe auch: Tremor
Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
InterferonEiweißkörper, gebildet von einer virusinfizierten Wirtszelle mit Hemmwirkung gegenüber Virusvermehrung innerhalb der Zelle. Keine einheitliche Stoffgruppe.
interkurrentzwischenzeitlich hinzukommende Erkrankung, die mit der Grundkrankheit nichts zu tun hat (z.B. vorübergehende Bronchitis bei Multipler Sklerose).
intermittierend(lat.: unterbrechen); zeitweise aussetzend, stoßweise, zwischenzeitlich nachlassend.
IntervallZwischenzeit. Zeit des Stillstandes, z.B. der MS zwischen einzelnen Schüben.
intraarteriellEinbringen einer chemischen Substanz, einer Kanüle, eines Katheters in eine Arterie (Schlagader).
intrathekalAbkürzung: i.th.; innerhalb der Hüllen (Theka = griechisch: Hülle) des Nervensystem, entspricht dem Liquorraum. Bei Medikamenten: werden direkt in den Liquorraum gegeben.
IntrathekalraumSpaltraum an der Außenfläche des Gehirns und des Rückenmarks, in welchem sich Nervenflüssigkeit befindet (s. Liquor).
intravenösEinspritzung von in Lösung befindlichen Substanzen (Medikamenten) in eine Vene.
intrazellulärinnerhalb von Zellen
intrazerebralauch: intracerebral; im Gehirn; im Innern des Gehirns
ipsilateralauf gleicher Seite.
IQI = Intelligenz; Q = Quotient. Intelligenzgrad einer Person im Verhältnis zum Bevölkerungsdurchschnitt, errechnet als Hundertfaches des im Intelligenztest ermittelten Quotienten aus Leistungsalter und Lebensalter (Durchschnitt: IQ = 100). Zuverlässiger Intelligenztest ist unabhängig von erlerntem Wissen.
Siehe auch: Intellekt, Intelligenz
Intellekt, Intelligenz
Verstand, geistige Fähigkeit, auch Begabung.
IrisRegenbogenhaut des Auges.
IritisEntzündung der Regenbogenhaut.
irreversibelnicht mehr rückgängig zu machen
isoelektrische Fokussierung (IEF)spezielle Methode zur Auftrennung der Eiweißkörper im Nervenwasser zur Untersuchung auf oligoklonale Banden.
Jacobson-Trainingauch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
kachektischunter Kachexie leidend.
Kachexieschlechter Ernährungszustand, Kräfteverfall.
KaliumkanalDurchtrittsstelle von Kaliumionen durch die Membran von Nervenzellen. Ist normalerweise verschlossen und kann bei Bedarf kurzzeitig offen sein.
kardiotoxischherzschädigend.
kardiovaskulärHerz- und Kreislauffunktion betreffend.
Katheterröhrenförmiges starres oder elastisches Instrument verschiedener Größen, das in Hohlorgane des Körpers eingeführt wird, um etwas zu entleeren oder einzugießen, z.B. Herz-, Venen-, Harnblasenkatheter (zum Ablassen von Harn).
katheterisierenEinführung weicher Rohre verschiedener Größen durch die Harnröhre in die Harnblase zur direkten Gewinnung von Urin oder bei Blasenentleerungsstörungen (Harnsperre). Der Blasenkatheter kann auch durch die Bauchdecke (suprapubisch = über dem Schambein) gelegt werden.
kaudalschwanzwärts, fußwärts gelegen.
kausalursächlich. Kausalität: ursächlicher Zusammenhang.
Kausalgie(Kausis = brennen, Algos = Schmerz). Heftiger brennender ("wie kochendes Öl auf der Haut") schlecht abgrenzbarer Schmerz, der bei Krankheitsprozessen bzw. Verletzungen im sensiblen Nervensystem spontan auftritt.
KeratitisHornhautentzündung des Auges.
Kernspintomographiebildgebendes Diagnoseverfahren für die Medizin ohne Verwendung von Röntgenstrahlen. Anatomisch getreue, lehrbuchartige Darstellung von krankhaften Organ- und Gewebeveränderungen, Durchblutungsstörungen, Darstellung von Gehirn, Rückenmark und MS-Herden.
Atomkerne, z.B. Wasserstoff, werden in einem starken Magnetfeld durch hochfrequente elektromagnetische Impulse beeinflusst und geben dadurch Resonanzsignale ab, aus denen Schnittbilder (Tomogramme) des Körpers, bei der MS des Gehirns und des Rückenmarks mit seinen Krankheitsherden errechnet und abgebildet werden.
Daher auch die Bezeichnung für dieses diagnostische Verfahren:
NMR = nuclear magnetic resonance (engl.) oder
MRI= magnetic resonance imaging.
Nucleus: (lat.) = Kern.
Spin: (engl.) = schnelle Drehung. Quantenzahl, mit der die Rotation (Eigenimpulse) von Elementarteilchen und Atomkernen (hier Wasserstoff) angezeigt wird.
Siehe auch: Tomographie
Tomographie
Röntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Killerzelleim Lymphknoten angesiedelter und sich vermehrender T-Lymphozyt, der die Fähigkeit besitzt, eingedrungene Fremdkörper, z.B. Viren, zu zerstören.
KleinhirnTeil des Gehirns, im Hinterkopf liegend.
Siehe auch: Cerebellum
Cerebellum
(= Kleinhirn). In der hinteren Schädelgruppe gelegenes Koordinationszentrum für Bewegungen, Muskeltonus, Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es besteht aus zwei Hemisphären und dem dazwischen befindlichen Wurm.
cerebellär: das Kleinhirn und seine Funktionen betreffend.
KlimakteriumWechseljahre bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Zeitabschnitt, in welchem sich die weiblichen Geschlechtsorgane, besonders die Eierstöcke, zurückbilden, die Monatsblutung aufhört und Empfängnisfähigkeit verloren geht. Oft verbunden mit vegetativen Beschwerden verschiedener Art, z.B. Hitzewallungen, Schwitzen, Schlafstörungen.
klinischer Befundkörperlicher und Untersuchungsbefund.
KlonGruppe genetisch völlig gleichartiger Zellen oder Organismen, die durch Teilung einer einzigen Zelle oder einem einzelnen Organismus hervorgegangen sind.
Klonus(Mehrzahl: Kloni). Unwillkürliche, rhythmisch aufeinander folgende, erschöpfliche oder unerschöpfliche Kontraktionen (Zuckungen) von Muskeln oder Muskelgruppen, zur Spastik gehörend, z.B. Fußklonus: bei Aufsetzen des Vorfußes
rhythmisches Auf- und Abschlagen von Fuß und Unterschenkel, zumeist willkürlich nicht oder nur sehr schwer zu unterdrücken.
Siehe auch: Spastik
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Knie-Hacken-(Fersen)-Versuch (KHV)bei geschlossenen Augen wird im Liegen die Ferse auf die andere Kniescheibe gesetzt und über die Schienbeinkante zum Fuß geführt. Prüfung der Zielsicherheit.
Siehe auch: Dysmetrie
Dysmetrie
Koordinations- bzw. ataktische Störung. Zielunsicherheit. Falsches Abmessen einer Bewegung: zu kurz, zu weit, zu schwach, zu kräftig, z.B. auch unnötig weites Spreizen der Finger beim Ergreifen eines Gegenstandes.
Kognition(lat. Cognitio = Erkennen); die allgemeine Bezeichnung für Prozesse und Ergebnisse von Wahrnehmung, Erkennen, Denken, Schlussfolgern, Urteilen, Erinnern usw. Störungen kognitiver Funktionen sind z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Denkstörungen, Probleme beim abstrakten Denken sowie sog. "Rigidität", d.h. das Festhalten an einer bestimmten Überzeugung.
KomaSiehe auch: Coma
Coma
auch: Koma; tiefste Bewusstlosigkeit mit Fehlen jeder Reaktion auf künstlich gesetzte Reize. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
konfluierenzusammenfließen, sich vereinigen, z.B. Herde bei der MS.
KontraindikationGrund, eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme zu vermeiden.
kontraindiziertkann (darf) nicht angewendet werden.
KontraktionZusammenziehung, z.B. von Muskeln, dadurch kommt eine Gelenkbewegung zustande.
Kontrakturdauernde, reflektorische Verkürzung von Muskeln und anderen Weichteilen (z.B. Bänder, Gelenkkapseln, Sehnen) mit dadurch bewirkter fehlerhafter Einsteifung von Gelenken, meist in Beugestellung (= Beugekontraktur).
KontrastmittelMittel zur besseren Auflösung oder Darstellung z.B. bei der Magnetresonanztomographie (MRT).
Siehe auch: Gadolinium
Gadolinium
Kontrastmittel (ohne Jod), das zur Darstellung frischer entzündlicher MS-Herde in der Kernspintomographie eingesetzt wird. Es wird intravenös (in die Vene) als Kurzinfusion gespritzt.
KontrastmittelaufnahmeAnreicherung von Kontrastmittel im Gewebe; dient zur besseren Darstellung von z.B. Schädigungen im Gehirn mittels MRT.
KontrazeptionEmpfängnisverhütung.
Koordinationgeordnetes Zusammenspiel von Bewegungsabläufen.
KortisonKortikoide; Gruppe von Substanzen, die in der Nebennierenrinde gebildet werden; auch synthetisch hergestellt; in der MS-Therapie zur Schubbehandlung eingesetzt
Siehe auch: Corticoide
Corticoide
(Corticosteron, Cortison): Nebennierenrindenhormon. Zu dieser Gruppe gehören Medikamente wie Prednison, Prednisolon, Methylprednisolon.
Kraftgradezur Feststellung von Lähmung oder Teillähmung:
- 0 = keinerlei Muskelkraft
- 1 = nur sichtbare schwache Muskelkontraktionen ohne Bewegungseffekt
- 2 = Bewegungseffekt unter Ausschaltung der Eigenschwere der Gliedmaße oder des Gliedmaßenabschnitts
- 3 = Bewegung gegen Eigenschwere der Gliedmaßen möglich
- 4 = Bewegungen gegen mäßigen Widerstand möglich
- 5 = normale Muskelkraft
kranialSiehe auch: Cranium
Cranium
knöcherner Schädel. cranial: in Richtung Kopf gelegen, kopfwärts; craniofazial: den Gesichtsschädel betreffend.
KribbelparästhesienMissempfindungen, die ohne äußeren Reiz auftreten, z.B. Kribbeln in den Füßen, eingeschlafene Gliedmaßen.
Siehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Kurtzke-Skalaentspricht dem EDSS-Score (englisch: Expanded Disability Status Scale) und wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer die Gehfähigkeit einerseits und weiter acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens. Siehe auch unter: EDSS
KurzzeitgedächtnisFähigkeit, sich Sachverhalte über kurze Zeit merken zu können. Kann bei MS gestört sein.
kutandie Haut betreffend.
Lähmung, schlaffegekennzeichnet durch Verlust des Muskeltonus, durch Muskelverschmächtigung, Abschwächung oder Aufhebung der Muskeleigenreflexe und durch charakteristische Veränderungen des Elektromyogramms. Hervorgerufen durch Untergang motorischer Zellen (Vorderhornzellen) im Rückenmark, Schädigung der motorischen Anteile der Nervenwurzeln, der motorischen Fasern der Nervengeflechte und der peripheren Nerven. Für MS untypisch und meist erst im Spätstadium.
Lähmung, spastischehervorgerufen durch Schädigung motorischer Bahnen im zentralen Nervensystem. Symptome: gesteigerte Muskeleigenreflexe, pathologische Reflexe, Erhöhung des Muskeltonus, Beine in Streckstellung, steif, Adduktorenspasmus, Arme später in Beugestellung, Aufhebung der Fähigkeit, besonders mit den Fingern Einzelbewegungen auszuführen (kein Muskelschwund). Bei Multipler Sklerose die Regel.
lakunärlat.: Lacuna (Lücke); bedeutet höhlenartg, schwammig. Lakunäre Defekte sind löchrige, höhlenartige Bereiche in einem Gewebe.
LamellenkörperchenUnter Lamellenkörperchen (auch Vater-Pacini-Lamellenkörperchen genannt) versteht man Endkörperchen von Nervenfasern, die in der Unterhaut liegen und die für die Wahrnehmung von Vibrationen verantwortlich sind. Sie liegen insbesondere im Handteller, den Fußsohlen, in Blutgefäßen und dem äußeren Genitale.
LarynxKehlkopf mit Stimmbändern.
Lasègue-ZeichenSchmerzhaftigkeit der Hüftnerven durch ihre Dehnung. In Rückenlage durchgeführte Beugung des gestreckten Beins im Hüftgelenk löst Schmerzen an der Hinterseite des Beines im Verlauf der Nerven aus.
Läsiongeschädigte Gewebestelle durch Verletzung oder Entzündung.
latentverborgen, ruhender Krankheitsprozess.
Latenzzeit(elektrophysiologisch) Zeit zwischen Reizung und auf diesen Reiz erfolgende Reaktion.
lateralseitlich, von der Mitte abgewandt.
letalzum Tode führend, tödlich
Leukoenzephalopathiekrankhafte Veränderung der weißen Substanz des Gehirns.
LeukopenieVerminderung der Leukozyten.
LeukopenieAbnahme der weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
LeukozytenZusammenfassende Bezeichnung der verschiedenen weißen Blutkörperchen (Granulozyten, s. Lymphozyten). Eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen bei Entzündungen und nach Cortison = Leukozytose. Leukopenie = Verminderung von Leukozyten.
Lhermitte-Zeichen(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
LigandEs handelt sich um ein Molekül, das einem Protein (einem Eiweißstoff) als Bindungspartner dient. Bei entsprechender Bindung des Proteins an den Liganden wird das Protein entweder aktiviert oder in seiner Wirkung gehemmt.
LipideSammelbezeichnung für in Fettlösungsmitteln lösliche Substanzen. Durch Bindung an Eiweißkörper wasserlöslich und im Blut transportierbar = Lipoproteine.
Lipoidefettähnliche Substanzen.
LiquorFlüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Liquorpassagespontanes Zirkulieren des Liquors von Hirnkammer zu Hirnkammer und über die Oberfläche von Gehirn und Rückenmark. Normalerweise werden in 24 Stunden etwa 500 ml Liquor produziert.
Liquorunterdruck-Syndromdurch Liquorverlust, z.B. infolge Entnahme (Punktion), Nacken-Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit. Beschwerden halten einige Tage an, können mit Erbrechen und Übelkeit einhergehen. Sie nehmen typischerweise im Sitzen und Stehen zu, lassen im Liegen aber deutlich nach.
LiquorzytologieUntersuchung des Liquors auf Zahl und Art von darin vorhandenen Zellen.
LokalisationsvermögenDer Ort eines gesetzten Reizes im Bereich der Körperoberfläche muß bei geschlossenen Augen bezeichnet werden können.
LumbalpunktionEntnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
Lupus erythematodes (LE)(Lupus = Wolf; Erythem = Röte, Errötung; entzündliche Rötungd er Haut) eine Autoimmunkrankheit der Haut und innerer Organe mit unterschiedlichen Krankheitszeichen; unter anderem sind auch Störungen möglich, die eine MS vortäuschen können. Es handelt sich aber nicht um eine primäre Entmarkungskrankheit.
Lymphdrainagephysiotherapeutische Methode zum Entzug oder zur Beschleunigung des Abflusses der Lymphe in den Kreislauf.
Lymphe(Gewebesaft): die aus den kleinsten Blutgefäßen in die Gewebespalten eintretende und durch Blutgefäße wieder in den Kreislauf zurückkehrende Flüssigkeit. Lymphstauung kann zu bleibenden Schwellungen führen (Hände, Unterschenkel, Fußgelenke, Füße). (lat.: Lympha = Quellwasser).
Lymphgefäßefadendünne Saugadern, die die Lymphe (Gewebesaft) in das Blutgefäßsystem (Kreislauf) zurückführen, nachdem zuvor der Lymphknoten durchflossen wurde.
Lymphknotenetwa kirsch-/ pflaumenkerngroße Organe aus Iymphatischem Gewebe, von einer Kapsel umgeben, immer an Lymphgefäße angeschlossen und in das System der Lymphbahnen eingeschaltet als Filter für Lymphstrom.
LymphödemLymphabflußstörung, dadurch starkes Anschwellen der betroffenen Gliedmaßen.
Lymphopeniekrankhafte Abnahme/Verminderung der Lymphozytenzahl
Siehe auch: Lymphozyten
Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
Lymphozytenaus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
MaculaFleck. Macula lutea: der gelbe Fleck des Augenhintergrundes, hier Konzentration der Sehfasern, die das scharfe, punktförmige Sehen ermöglichen.
MagnetresonanztomographieUntersuchungsmethode, die Magnetfelder nutzt; zur Diagnose der MS verwendet durch bildliche Darstellung von Läsionen im Gehirn. Wird auch verwendet, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.
Siehe auch: MRT
MRT
Magnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
Makrophage"Fresszelle", die zur Bekämpfung und Entfernung von Fremdkörpern zuständig ist. Bei der MS an der Zerstörung der Markscheiden beteiligt.
Malabsorptionbeeinträchtigte Fähigkeit, Nahrungsmittel durch Magen und Darm aufzunehmen.
ManifestationZeitpunkt, zu dem erstmals Krankheitserscheinungen feststellbar sind. Manifestationsalter: bestimmte Altersperiode, in der die betreffende Erkrankung häufig erstmals auftritt.
markhaltige NervenfasernNervenfasern mit Markscheide.
Marklagerin der Tiefe des Gehirns liegende Abschnitte der weißen Substanz - diese ist der aus markhaltigen Nervenfasern bestehender Anteil des Gehirns; da markhaltige Nervenfasern eine weiß-gelbliche Färbung besitzen im Gegensatz zur Hirnrinde, die ein graues Aussehen aufweist.
Markscheide(=Myelinscheide): die mehrschichtige, weißliche Hülle der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark und der peripheren Nerven, die aus Myelin besteht und die gleichsam das Isoliermaterial um die "Nachrichtenkabel" der Nervenbahnen sind. Ohne Markscheiden ist keine rasche Nervenleitung möglich.
Massenbewegungz.B. Unfähigkeit, mit einzelnen Fingern Bewegungen auszuführen; bei Versuch, den Zeigefinger allein zu beugen, schließen sich alle Finger zur Faust.
Mc Donald-Kriterienvon einer Arbeitsgruppe um Mc Donald aufgestellte Kriterien zur Feststellung einer MS und Einbeziehung insbesondere bildgebender Diagnostik mittels MRT, zuletzt im Jahr 2005 aktualisiert.
medialnach der Mitte zu gelegen.
Medulla oblongatanach hirnwärts sich fortsetzender Teil des Rückenmarks im zentralen Nervensystem.
Medulla spinalisRückenmark, bestehend aus acht Hals-, zwölf Brust-, fünf Lenden-, fünf Kreuzbeinsegmenten.
Membrandünne Haut, breites dünnes Band.
MeningenHirnhäute, bestehend aus drei Hüllen: Dura mater: harte Hirnhaut, Arachnoidea: Spinnwebenhaut, Pia mater: weiche Hirnhaut. Umkleiden Gehirn und Rückenmark. Zwischen Arachnoidea und Pia (zusammen = Leptomeninx) befindet sich Nervenwasser als Flüssigkeitsmantel.
MeningitisHirnhautentzündung.
mentalgeistige Funktion betreffend.
MetaanalyseZusammenfassende Bewertung mehrerer Studien zur gleichen Fragestellung.
Methotrexatein zytostatisch und immunsuppressiv wirkendes Medikament; gelegentlich bei MS eingesetzt.
Miktiondas Wasserlösen, die Harnentleerung.
MitoxantronWirkstoff mit zellwachstumshemmender und immunsuppressiver Wirkung. Wird auch als Chemotherapeutikum in der Onkologie verwendet. Es unterdrückt die Entwicklung autoreaktiver T-Zellen und behindert die Produktion von Autoantikörpern in B-Lymphozyten. Wird in der Eskalationstherapie bei MS verwendet.
MobilisationMaßnahmen zur Verbesserung der Beweglichkeit, z.B. Gelenke, Muskeln durch krankengymnastische Behandlung oder selten Operation.
Monoklonale AntikörperVon einem einzigen Zellklon, genetisch einheitlichen Zellen, produzierte Antikörper.
Siehe auch: Antikörper
Antikörper
zur Vernichtung des den Organismus schädigenden Antigens (z.B. Bakterien oder Viren) gebildete Abwehrstoffe, u.a. Immunglobuline.
Wenn sich Antikörper gegen körpereigene Zellen bzw. Gewebe richten, werden sie auch als Autoantikörper bezeichnet.
MonopareseSchwäche eines Armes oder Beines
Siehe auch: Parese
Parese
Teillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
MonoplegieLähmung eines Armes oder Beines
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
MonotherapieBehandlung einer Erkrankung mit nur einem Verfahren bzw. Medikament.
Morbiditätdie in einem bestimmten Zeitraum registrierte Zahl der Krankheitsfälle einer definierten Krankheit bezogen auf die Bevölkerungszahl.
moribundim Sterben liegend.
MorphologieFormenlehre. Lehre von den mit bloßem Auge feststellbaren Formen des menschlichen Körpers und seiner Organe.
morphologischdie Form betreffend.
MortalitätSterblichkeit. Verhältnis der Sterblichkeit an einer bestimmten Erkrankung im Verhältnis der Sterbefälle zur Gesamtbevölkerung in einem definierten Zeitraum.
MotilitätBewegungsvermögen. Beweglichkeit, auch unwillkürliche Bewegungsvorgänge, z.B. des Magens, des Darms.
Motoneuronmotorische Nerveneinheit. Motorische Nervenzellen des Rückenmarks mit Fortsätzen bis zum Endorgan an der Muskelfaser.
Motorikdurch das Gehirn gesteuertes, über motorische Nervenbahnen ablaufendes Bewegungsgeschehen, bestehend aus Willkür-, Ziel-, Halte- und Stützmotorik.
motorischdie Bewegung betreffend.
MRIenglisch: magnetic resonance imaging.
MRTMagnetresonanztomographie; Untersuchungsmethode, bei der Magnetfelder zur Messung verwendet werden. Mit dieser Technik können im Gehirn schon früh Krankheitsherde nachgewiesen sowie der Krankheitsverlauf dokumentiert werden. Andere Bezeichnung: Kernspintomographie
MSAbkürzung für: Multiple Sklerose.
MSFC"MS Functional Composite": eine neuere Messmethode (Skala) für den Grad der Beeinträchtigung. Der MSFC erfasst neben der Beinfunktion und der Gehfähigkeit auch die Armfunktion und die geistigen Fähigkeiten, so dass er den Gesundheitszustand eines Patienten möglicherweise zuverlässiger und breiter widerspiegelt als der EDSS. Er gibt die Veränderungen im Gehirn besser wieder, die im MRT zu finden sind und korreliert besser mit den Angaben, die die Patienten zu ihrer Lebensqualität machten. Der Test dauert 15 Minuten.
Siehe auch: EDSS
EDSSDie EDSS-Skala (Expanded Disability Status Scale) wird zur Bewertung neurologischer Defizite herangezogen. Sie beruht auf einer standardisierten neurologischen Untersuchung, anhand derer insbesondere die Gehfähigkeit sowie weitere acht Funktionssysteme bewertet werden. Diese Funktionssysteme sind z.B. Motorik, Sensibilität, Kleinhirn, mentale Funktionen und andere. Diese Funktionssysteme werden mit einem Grad von 0 bis 6 bewertet, wobei 0 "normal" entspricht und 6 "schwere Beeinträchtigung".
Die EDSS-Skala umfasst die Bereiche 0 bis 10.
Eine EDSS von 1 bis 4,5 bezeichnet gehfähige Patienten. Die weitere Einteilung entspricht der Bewertung der oben erwähnten Funktionssysteme.
Eine EDSS von 5 bis 9,5 ist definiert durch das Ausmaß der Einschränkung des Gehvermögens.
| Wert |
Beschreibung |
| 0,0 |
normaler neurologischer Untersuchungsbefund |
| 1,0 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in einem funktionellen System |
| 1,5 |
keine Behinderung, geringfügige Störung in mehr als einem funktionellen System |
| 2,0 |
leichte Behinderung in einem funktionellen System |
| 2,5 |
leichte Behinderung in mehr als einem funktionellen System |
| 3.0 |
mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System oder leichte Behinderung in drei oder vier funktionellen Systemen, aber vollständig gehfähig |
| 3,5 |
mäßiggradige Behinderung in zwei funktionellen Systemen oder mäßiggradige Behinderung in einem funktionellen System und leichte Behinderung in einem oder zwei funktionellen Systemen oder leichte Behinderung in fünf funktionellen Systemen, aber voll gehfähig |
| 4,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 500 m am Tag; während 12 Stunden aktiv trotz relativ schwerer Behinderung |
| 4,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause mind. 300 m; ganztägig arbeitsfähig, aber mit gewissen Einschränkungen wegen rel. schwerer Behinderung |
| 5,0 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 200 m; Behinderung schwer genug, um tägliche Aktivitäten zu beeinträchtigen |
| 5,5 |
gehfähig ohne Hilfe und Ruhepause für etwa 100 m; Behinderung schwer genug um normale tägliche Aktivität zu verhindern |
| 6,0 |
mit einseitiger oder zeitweiliger Unterstützung (Gehhilfe) ohne Ruhepause gehfähig für etwa 100 m |
| 6,5 |
mit dauernder, beidseitiger Unterstützung (Gehhilfe)ohne Ruhepause gehfähig für etwa 20 m |
| 7,0 |
nicht fähig, selbst mit Hilfe, mehr als 5 m zu gehen; weitgehend rollstuhlbedürftig, der aber ohne Hilfe benutzt werden kann, Transfer selbständig möglich |
| 7,5 |
unfähig, mehr als ein paar Schritte zu gehen; rollstuhlbedürftig, der mit Hilfe benutzt wird, evtl. E-Rollstuhl, benötigt Hilfe beim Transfer, |
| 8,0 |
weitgehend auf das Bett beschränkt, kann aber auch noch im Rollstuhl sitzen; pflegt sich weitgehend selbständig mit meist gutem Gebrauch der Arme |
| 8,5 |
auch während des Tages weitgehend bettlägerig; teilweise selbständige Pflege mit teilweisem Gebrauch der Arme |
| 9,0 |
hilflose Bettlägerigkeit, Nahrungsaufnahme und Verständigungsvermögen erhalten |
| 9,5 |
völlige Hilflosigkeit mit gestörter Nahrungsaufnahme (Schluckstörungen) und Verständigung |
| 10,0 |
Tod durch MS |
multilokuläran mehreren Orten auftretend, bei MS die im zentralen Nervensystem verstreut sich entwickelnden Herde.
Multiple Sklerosemultiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
MuskelatrophieVerschmächtigung der Muskulatur infolge Unterbrechung der motorischen Nervenleitung.
MuskeldystrophieSchwund der Muskulatur infolge krankhafter Vorgänge des Muskelstoffwechsels (zahlreiche verschiedene Arten unterschiedlicher Altersgruppen).
MuskeleigenreflexSiehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
Muskelfaserlanggestreckte, nur unter dem Mikroskop sichtbare Fasern (Muskelgewebe), zu Bündeln (Faszikeln) vereinigt, die sich auf Nervenreiz verkürzen und auf diese Weise die Muskelkontraktion herbeiführen.
MuskelrelaxansMuskelerschlaffungsmittel mit Wirkung bei Muskelspastik.
MuskelrelaxationMuskelentspannung; wird u.a. über physiotherpeutische Maßnahmen erreicht, progressive Muskelrelaxation.
Siehe auch: Jacobson-Training
Jacobson-Training
auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein leicht erlernbares Entspannungsverfahren. Die Patienten lernen, wie man verschiedene Muskeln des Körpers in bestimmter Reihenfolge zunächst anspannt und dann lockert. Gleichzeitig nimmt man die aktuellen Körperempfindungen wahr. Auf diese Weise gelingt es, langfristig Entspannung zu erreichen.
MutanteEin Organismus mit gegenüber dem "Normaltyp" verändertem Erbgut.
Siehe auch: Mutation
Mutation
Eine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
MutationEine Veränderung des Erbgutes, die natürlich entstehen oder künstlich hervorgerufen werden kann.
MyelinMyelin ist eine Substanz, die von Oligodendrozyten aus Eiweiß und Fett gebildet wird. Umgibt die Nervenfasern wie eine Schutzhülle und ist für eine störungsfreie Weiterleitung von Nervenreizen von Bedeutung. Die so eingescheideten Nervenfasern werden als markhaltig bezeichnet.
Siehe auch: Oligodendrozyten
Oligodendrozyten
myelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
MyelinscheideUmhüllung der Axone mit Myelin; andere Bezeichnung: Markscheide.
MyelitisEntzündung des Rückenmarks, auch meist akut verlaufende Rückenmarkserkrankung.
MyelographieRöntgendarstellung des Wirbelkanals und dadurch indirekt des Rückenmarks, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln und dessen/ deren krankhafte Veränderungen durch Einbringen von Kontrastmittel mittels Lumbalpunktion.
Siehe auch: Lumbalpunktion
Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
MyelonläsionSchädigung des Rückenmarks z.B. durch Trauma oder Entzündung.
MyelopathieOberbegriff für Erkrankungen des Myelons (Rückenmarks), meist degenerativer Art.
Myelotomieoperative Durchtrennung von Rückenmarkbahnen zur Milderung der Spastik oder therapieresistenter Schmerzen (heute nicht mehr gebräuchlich).
myogenim Muskel entstehende Krankheit mit Muskelschwund und charakteristischem Muskelumbau (mikroskopisch feststellbar). Im Gegensatz dazu: neurogen: Muskelverschmächtigung (-atrophie). Hier befindet sich der Krankheitsprozess im Nerv.
Myoklonienruckartige Zuckungen einzelner Muskeln
MyopathieMuskelerkrankung
Nackenbeugezeichenbei Vorbeugen des Kopfes Wahrnehmung von Missempfindungen in Armen und/oder Beinen. Spricht für entzündliche Veränderungen der Hinterstränge im Rückenmark des Halsbereiches.
Siehe auch: Lhermitte-Zeichen
Lhermitte-Zeichen
(Nach dem französischem Neurologen Jaques Lhermitte) Nackenbeugezeichen, das bei der MS häufiger vorkommt und beim Vorwärtsneigen des Kopfes zu elektrisierenden, kribbelnden vom Nacken in Arme oder in die Beine ausstrahlende Mißempfindungen führt.
NatalizumabDer Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
Nekrose(Nekros = griechisch: Tod) Gewebstod durch Absterben von Zellen, Gewebe oder Organteilen.
Nervauch: Nervus; Bündel von Nervenfasern, die von Markscheiden und bindegewebigen Hüllen umgeben sind . Die Fasern leiten entweder in Richtung des Gehirns (afferent) zur Wahrnehmung sensibler Reize von Haut, Gelenken, Muskeln und inneren Organen oder in Richtung Peripherie (efferent), um z.B. eine Muskel- oder Organkontraktion herbeizuführen.
nervalauf Nerventätigkeit beruhend, mit Nerventätigkeit zusammenhängend.
NervensystemGesamtheit der nervösen Strukturen. Gehirn, Rückenmark als Zentralnervensystem. Nervenwurzeln, Nervengeflechte, Nervenstränge als peripheres Nervensystem. Sympathikus, Parasympathikus als vegetatives (autonomes) Nervensystem.
Siehe auch: peripheres Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Parasympathikus, Sympathikus
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
vegetatives Nervensystem
(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
Nervenwurzelder Ursprung eines Nervs im Rückenmark. Enthält motorische, sensible und teilweise vegetative Fasern. Mehrere Nervenwurzeln bilden die Nervengeflechte (Plexus), aus denen sich die einzelnen peripheren Nerven differenzieren.
Nervus abducensVl. Hirnnerv.
Bewegt das Auge waagerecht nach außen. Häufigste Augenmuskellähmung: Auge weicht nach innen ab, es entstehen horizontal nebeneinanderstehende Doppelbilder.
Nervus accessoriusXl. Hirnnerv.
Versorgt motorisch den am Hals gelegenen Kopfwendemuskel und die oberen Anteile des Trapezmuskels. Lähmung: Absinken der Schulter nach vorn unten, betreffende Schulter wirkt verbreitert, tiefe Ausbuchtung der Hals-Nackenlinie, Arm kann nicht über die Waagerechte gehoben werden.
Nervus facialisVll. Hirnnerv.
Versorgt die mimische Muskulatur einer Gesichtshälfte. Bei Lähmung kann das Auge nicht geschlossen werden, die betreffende Gesichtshälfte ist schlaff, Stirnrunzeln, Wange aufblasen, Mund breitziehen, Lippenspitzen auf gelähmter Seite nicht möglich. Flüssigkeit läuft zum Mund heraus. Erhebliche kosmetische Entstellung.
Nervus glossopharyngeusIX. Hirnnerv.
Glossa: die Zunge.
Pharynx: der Rachen.
Versorgt sensibel den obersten und hintersten Teil des Rachens und das Mittelohr, leitet Geschmacksempfindungen für bitter vom hinteren Zungendrittel und dem Gaumen. Wahrnehmung von süß, sauer, salzig von den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Versorgt motorisch das Gaumensegel.
Nervus hypoglossusXII. Hirnnerv.
Versorgt die Zungenmuskulatur. Lähmung: Verschmächtigung der Zungenmuskulatur, Zungenoberfläche wirkt infolge Atrophie faltig. Zunge weicht beim Hervorstrecken zur gelähmten Seite ab. Störung beim Sprechen. Patienten beißen sich auf die Zunge.
Nervus oculomotoriusIII. Hirnnerv.
Versorgt den Lidhebemuskel und die Muskeln, die den Augapfel nach oben, nach unten und nach innen bewegen.
Komplette äußere Oculomotorius-Lähmung: Das Lid hängt herab (Auge dadurch geschlossen), Auge nach außen unten abgewichen. Wenn Lid mit dem Finger hochgehoben wird, schrägstehende Doppelbilder.
Innere Oculomotorius-Lähmung: Beweglichkeit des Auges erhalten, Pupille weit und lichtstarr, verengt sich nicht auf Lichteinfall wie normalerweise.
Nervus olfactoriusI. Hirnnerv. Riechnerv. Vermittelt alle wahrnehmbaren Gerüche.
Nervus opticusII. Hirnnerv. Sehnerv.
Nervus statoacusticusVIII. Hirnnerv.
Doppelnerv, bestehend aus Hörnerv (Nervus acusticus) und Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis). Schädigung oder Erkrankung des Nervus acusticus: Hörsturz (plötzliche Gehörlosigkeit) oder allmählich zunehmende Hörminderung aus verschiedenen Gründen. Schädigung oder Erkrankung des Nervus vestibularis (Nervus stato . . .): Drehschwindel, Nystagmus. Fallneigung zur Seite der Schädigung (akute Phase). — Auch initial bei MS.
Nervus trigeminusV. Hirnnerv.
Drillingsnerv. Versorgt sensibel mit drei Ästen das Gesicht: Stirn- und Hornhaut, Wange und Oberlippe, obere und untere Zähne.
Motorisch: Die Kaumuskeln. Der im dritten Ast verlaufende Nervus lingualis vermittelt die Geschmacksempfindung süß, salzig, sauer auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge.
Nervus trochlearisIV. Hirnnerv.
Versorgt den oberen schrägen Augenmuskel.
Bei Lähmung schrägstehende, ungekreuzte Doppelbilder, die beim Blick nach unten zunehmen.
Nervus vagusX. Hirnnerv.
Versorgt motorisch das Gaumensegel sowie die oberen Atem- und Speisewege. Sensibel: den äußeren Gehörgang, den Rachen, die Luftröhre, den unteren Schlund, die Speiseröhre und den Magen.
Gaumensegellähmung: Rückfluss von Flüssigkeit aus der Nase, Stimme ist nasal, Husten kraftlos.
Stimmbandlähmung: Heiserkeit, Stimme ohne Ton. Schwierigkeiten beim Bilden von Konsonanten g, k.
neuralden Nerv betreffend.
NeuralgieNervenschmerz. Oft heftige, anfallsweise auftretende Schmerzzustände im Ausbreitungs- (Versorgungs-)gebiet eines sensiblen Nerven. Schmerz kann wellenförmig, attackenmäßig oder anhaltend auftreten, wird als stechend, bohrend, reißend, brennend empfunden, bleibt meist auf ein umschriebenes Gebiet begrenzt.
neuralgiformneuralgieartig.
neuralgischauf Neuralgie beruhend.
NeuraltherapieBeeinflussung des Krankheitsgeschehens durch lokal schmerzstillende Injektionen (auch durch Bindegewebsmassage, Reizpflaster). Meist nur von vorübergehendem Erfolg.
Neurasthenie"Nervenschwäche", seelischer Zustand, der gekennzeichnet ist durch abnorme geistige Ermüdbarkeit, herabgesetzte Belastbarkeit und Vitalität, reizbare Verstimmung, rasche Entmutigung, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstimmbarkeit und seelische Labilität. Ursachen: oft angeboren, in der Rekonvaleszenz, nach erschöpfenden, organischen Krankheiten. Zustand beruht nicht auf nachweisbaren organischen Schädigungen des Gehirns.
Neurinomein von den Hüllen der Nervenfasern gebildeter, meist gutartiger knotenförmiger Tumor.
NeuritFortsatz einer Nervenzelle (Ganglienzelle) mit feinen Fasern (Neurofibrillen) ausgestattet, leitet die von der Nervenzelle ausgelösten Impulse.
NeuritisEntzündung der Nerven. Bei ungünstigem Verlauf Markscheiden und Achsenzylinder zerstörend, kann zu Lähmungen mit Muskelverschmächtigung, Sensibilitäts- und vegetativen Störungen führen.
Neuritis nervi opticiSehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
Neuro-AnatomieLehre vom Bau des gesamten Nervensystems, seiner verschiedenen Gewebestrukturen, seiner Leitungsbahnen, deren Ursprung und Verknüpfung untereinander.
Neuro-OphthalmologieLehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Auge.
Neuro-OrthopädieLehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen von Wirbelsäule und Rückenmark sowie den Nervenwurzeln.
Neuro-OtologieLehre von den normalen und krankhaft gestörten Beziehungen zwischen Nervensystem und Ohr einschließlich Gleichgewichtsorganen.
Neuro-Pädiatriedie Neurologie des Kindesalters in allen seinen Entwicklungsstadien bis zur Pubertät.
Neuro-PathologieLehre zur Erforschung von den organischen Erkrankungen des gesamten Nervensystems, makroskopisch und mikroskopisch.
Neuro-PhysiologieLehre von den Funktionen des Nervensystems. Lehre der elektrischen Vorgänge im Nervensystem, z.B. Elektroenzephalographie (EEG), Elektromyographie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), evozierte Potentiale, Elektronystagmographie (ENG) oder der chemischen Vorgänge im Organismus (physiologische Chemie).
Siehe auch: Physiologie
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete: u.a. Neurophysiologie.
Neuro-RadiologieUntersuchung des Nervensystems mit röntgenologischen Methoden, z.B. zerebrale und spinale Angiographie, Myelographie, Szintigraphie, Computertomographie, Kernspintomographie.
neuro-vaskulärdie Blutgefäße des Nervensystems betreffend.
Neurochirurgiechirurgische Behandlung von bestimmten Erkrankungen des Nervensystems: Gehirn, Rückenmark, periphere Nerven und der zum Nervensystem gehörigen Blutgefäße, u.a. Geschwülste, traumatische Blutungen im Innern des Schädels, Gefäßverengungen.
neurocutanNervensystem und Haut betreffend.
Neurofibrillenfeinste Fasern (Neurofilamente und -tubuli) in den Ganglienzellen, vor allem in den Fortsätzen (Neuriten) der Ganglienzellen.
Neurofibrommeist gutartige Geschwulst, ausgehend von den bindegewebigen Nervenhüllen.
neurogenvon Nerven oder vom Nervensystem ausgehend.
Neurohormonim Nervensystem gebildete, für das Zustandekommen und die Weiterleitung von Impulsen notwendige Substanzen, besonders an der Synapse.
Neurohypophyseder Hinterlappen der Hypophyse.
Siehe auch: Hypophyse
Hypophyse
Hirnanhangsdrüse, bohnengroß, an der Schädelbasis im Türkensattel, bestehend aus Vorderlappen und Hinterlappen. Innensekretorische Drüse, die ihre Wirkstoffe (Hormone) in das Blut abgibt.
NeuroleptikaMedikamente, die auch bei geistigen Störungen organischer Art eine beruhigende, dämpfende Wirkung auf die verschiedenen krankhaften psychischen Symptome ausüben.
NeurologieLehre von den Erkrankungen des Nervensystems.
Neuromyelitis optica(Abkürzung NMO); wahrscheinlich besondere Form der MS. Tritt vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf.
Symptome: Sehnervenentzündung, kurz darauf Querschnittslähmung in den oberen Abschnitten des Rückenmarks.
Andere Bezeichnung: Devic-Syndrom.
Siehe auch: Devic-Syndrom
Devic-Syndrom
akute, disseminierte (verstreute) Rückenmarksaffektion (Befall des Rückenmarkes; Erweichungsherde an Markscheiden u. im Zentralkanal; auch als Querschnittserweichung mit entsprechenden Symptomen, anfangs evtl. dissoziierter Empfindungsstörung) in Kombination mit Optikusneuritis (Sehnervenentzündung); wahrscheinlich eine besondere Verlaufsform der MS. Tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf.
Neuron"Nerveneinheit". Die Nervenzellen mit ihren zugehörigen Fortsätzen als morphologisch-funktionelle Einheit.
Neuronenblockerchemische Substanzen mit unterbrechender Wirkung (Blockade) auf die Impulsübertragung an den Synapsen.
NeurosekretionHormonsekretion durch dafür bestimmte Nerveneinheiten, die das Sekret produzieren und zum Zustandekommen eines bestimmten Lebensvorganges abgeben.
NeurosenVerhaltensstörungen wie Angst, Kontaktscheue, Zwang u.a. in Verbindung mit vegetativen Störungen wie Herzklopfen, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen infolge Konflikten und gestörter Erlebnisverarbeitung, die bis weit in die Kindheit zurückreichen können.
neurotischein zur Neurose gehöriges Verhalten.
NeurotomieNervendurchschneidung.
neurotoxischauf das Nervensystem oder Teile davon giftig und schädigend wirkende Substanzen = neurotoxische Substanzen, u.a. Thallium, Arsen, Alkohol u.v.a. mehr.
Neurotransmittervom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
neurotropdas Nervensystem beeinflussend, auf das Nervensystem gerichtet, z.B. neurotropes Virus, das eine schädigende Wirkung nur in bestimmten Nervenzellen entfaltet und nicht in anderen Organen des Körpers.
neurovegetativdas vegetative Nervensystem betreffend.
neurozirkulatorischdas Nervensystem und den Kreislauf betreffend.
neutralisierende AntikörperAbkürzung: NAK; Antikörper, die die Wirkung des Stoffes gegen den sie gerichtet sind neutralisieren. NAK’s können unter Umständen für den Wirkungsverlust von Betainterferonen verantwortlich sein.
NLGNervenleitgeschwindigkeit, motorisch oder sensibel. Bei Markscheidenzerfall Verlangsamung der NLG.
NystagmusAugenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
ObstipationStuhlverstopfung.
ÖdemGewebeschwellung durch vermehrte Flüssigkeitseinlagerung.
Oestrogeneauch: Östrogene; z.B. Östradiol; spielen eine wichtige Rolle im weiblichen Fruchtbarkeitszyklus. Im Zusammenhang mit der MS wird derzeit untersucht, ob sich diese Hormone für bestimmte Bereiche der MS-Therapie eignen. Hintergrund ist, dass bei MS-erkrankten Frauen während der Schwangerschaft kaum Schübe auftreten.
OligodendrogliaGewebe aus Oligodendrozyten.
Oligodendrozytenmyelinbildende Zellen. Sind für Bildung, Erhaltung und Reparatur der Myelinscheiden verantwortlich. In MS-Herden kommt es zu einem Untergang dieser Zellen, was zu einer Schädigung der Nervenfortsätze führt.
oligoklonale Bandenspezielles Muster in der Elektrophorese des Liquors; vor allem bei entzündlichen Krankheiten wie der MS.
oligosymptomatischnur wenige Symptome eines bekannten Krankheitsbildes aufweisend.
OphthalmologieAugenheilkunde.
OphthalmoplegieLähmung der Augenmuskeln einschließlich des Lid-Hebemuskels. Das Lid hängt herunter und verdeckt das Auge. Die Lähmung kann partiell sein und nur einen, oder einige Augenmuskeln betreffen. Oft mit Doppelbildern verbunden.
Opisthotonustonischer Krampf der Nacken- und Rückenmuskulatur mit Biegung des Kopfes nach hinten und Durchbiegen der Wirbelsäule im Sinne der Rückwärtsbeugung, stets schmerzhaft.
Siehe auch: Tonus
Tonus
durch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
OpticusatrophieSehnervenschwund, total oder partiell (teilweise). Immer verbunden mit Verlust der Sehschärfe. Am Augenhintergrund wird die Papille blass.
OptikusneuritisSehnervenentzündung.
Siehe auch: Neuritis nervi optici, Sehnervenentzündung
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
SehnervenentzündungEntzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis
optokinetischer NystagmusSiehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
oralden Mund betreffend; z.B. Einnahme von Medikamenten durch den Mund.
organischdurch eine körperliche krankhafte Veränderung bedingt.
orthostatisches SyndromNeigung zu niedrigem Blutdruck, Pulsanstieg und Schwindel in aufrechter Haltung und Neigung zu Ohnmachten bei längerem Stehen.
Osteochondrosedegenerative Veränderung der Bandscheiben, häufig kombiniert mit Umbau der Wirbel (Spondylose) und der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthrose).
OsteoporoseKnochenentkalkung, oft bei Bewegungsmangel. Kann auch durch längerdauernde Kortisonbehandlung hervorgerufen werden.
PallästhesieVibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Papille des Sehnervenrunde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
PapillenabblassungUnspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille.
parainfektiösbegleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
Paraplegievöllige Lähmung beider Beine.
Siehe auch: Plegie
Plegie
komplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Paraspastikspastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen.
Siehe auch: Spastik
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Parästhesievon selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Parasympathikusparasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Siehe auch: Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
PareseTeillähmung.
Hemiparese: Halbseitenlähmung.
Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
parietalseitlich, wandständig; auch: zum Scheitelbein (Os parietale) gehörend.
Parietallappender in der Scheitelregion befindliche Teil des Gehirns.
ParosmieFehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen.
pathogenkrankheitserregend, krankheitsauslösend
PathogeneseEntstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonischfür eine Krankheit charakteristisch.
PathologieLehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus. Im medizinischen Sprachgebrauch auch im Sinne von 'Krankheitsbezogenheit' verwendet.
pathologischer ReflexReflex, der beim Gesunden nicht auftritt.
Siehe auch: Reflex
Reflex
unwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
PathophysiologieLehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEGPerkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
PendelnystagmusHin- und Herpendeln der Augen beim Fixieren oder Geradeaussehen.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
PerimetrieAufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.
peripheres Nervensystemdie Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Periphlebitis retinaeperi . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)
periventrikulärden Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
PersistenzFortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.
PhantomTrugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.
PhantomgefühlEmpfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerzschmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.
pharmakologischdie Arzneimittellehre betreffend.
PhobieAngstzustand ohne vernunftmäßig einsehbare Ursache. Zwanghafte Übersteigerung alltäglicher, natürlicher Ängste. Unfähigkeit, eine freie Fläche zu überqueren = Agoraphobie (Agora = Markt) oder objektgebunden, z.B. Insektenangst u.v.a.m.
Physikalische HeilmethodenAnwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
PhysiologieLehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete: u.a. Neurophysiologie.
Plaque(frz. = Platte) fleckförmig begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
PlasmaphereseAbtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach Entfernung pathogener Stoffe), eiweißhaltigen (z.B. Humanalbumin) Lösungen oder Kochsalzlösung reinfundiert werden. Kann eine Alternative in der Schubbehandlung darstellen, wenn Kortison nicht wirksam ist.
Plasmazellevorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und lymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper.
Plegiekomplette Lähmung.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein).
Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes.
Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine.
Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
PneumonieLungenentzündung.
Pollakisuriehäufiger Harndrang, oft mit häufiger Entleerung kleiner Harnmengen.
Poly...Wortteil mit der Bedeutung: viel, zahlreich, verstreut.
Polyneuritisentzündliche Reaktion des peripheren Nervensystems als Ganzes.
PolyneuropathieErkrankung des peripheren Nervensystems infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem reagiert pathologisch als Ganzes.
Siehe auch: peripheres Nervensystem
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Polyskleroseidentisch mit der Bezeichnung MS. Der Wortteil "Multipel" ist hier durch den Wortteil "Poly" = viel ersetzt.
Populationeigentl.: Bevölkerung; Gesamtheit einer (biol.) Art oder Rasse in einem bestimmten Gebiet; verbunden durch gemeinsame Entstehungsprozesse; auch: Gesamtheit einer an einer Studie beteiligten Gruppe oder auch Gesamtheit von Zellen, die bestimmte Eigenschaften haben.
post...hinter, nachher (Wortteil).
postinfektiösim Anschluss an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).
postpunktionelle Beschwerdenheftige Kopfschmerzen nach lumbaler Liquorentnahme mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. (Bei Verwendung spezieller Punktionsnadeln sehr selten).
Siehe auch: Lumbalpunktion
Lumbalpunktion
Entnahme von Liquor aus dem Wirbelkanal mit einer Kanüle (Hohlnadel) in Höhe des 3./4. oder 4./5. Lendenwirbels. In diesem Bereich findet sich kein Rückenmark mehr. Es ist deshalb falsch, von einer "Rückenmarks-Punktion" zu sprechen. Siehe auch postpunktionelle Beschwerden (Beschwerden nach Liquorentnahme).
PotentialUnterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.
Prädilektionsalterbevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
Prädilektionsstellebevorzugte Stelle.
PrävalenzAnzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120-130/100.000 Einwohnern geschätzt.
primärin erster Linie; hauptsächlich
primär progredientauch: primär chronischer Verlauf der MS.
Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.
Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:
Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.
PrognoseBeurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
ProgredienzFortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
ProliferationZell- und Gewebsvermehrung.
ProteineEiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen.
Proteinstoffwechselalle biochemischen Vorgänge im Körper, die den Auf- und Umbau von Eiweißen betreffen.
proximalnäher zum Rumpf gelegen.
Pseudo-SchubNur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (allg. Infektionen, Blasentzündung), Hitze oder körperliche Überanstrengung.
PsychiatrieLehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.
psychischauf das Seelenleben bezogen, seelisch, geistig.
PsychoanalyseAufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewusst gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewusst geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.
psychogenauf seelischen Ursachen beruhend.
Psycholabilitätseelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.
PsychologieSeelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
PsychosePsychisch Krankheit, Störungen der Psyche. Verlauf schubweise, chronisch-fortschreitend, transitorisch (vorübergehend).
- durch fassbare krankhafte oder traumatische (s.) Schäden des Gehirns hervorgerufen. Im akuten Stadium: Desorientiertheit, Erregung, psychomotorische Unruhe, Bettflüchtigkeit, fluktuierende
Bewusstseinsstörung (Auftreten von verschiedenen Graden der Bewusstseinsstörung). - typische psychische Erkrankungen verschiedener Art, wie Schizophrenie, Depressionen, hervorgerufen durch nicht fassbare Störungen.
PubertätZeit der geschlechtlichen Reife, verbunden mit seelischer Reifung und Ablösung vom Elternhaus, etwa in der Zeit vom 11. bis 16. Lebensjahr.
Pubertas praecox: stark verfrühte, schon in der Kindheit einsetzende geschlechtliche Reife.
Pubertas tarda: verspätet einsetzende geschlechtliche Reife.
PunktionEinstich mit einer Kanüle zwecks Entnahme von Blut, Nervenwasser, anderer Körperflüssigkeiten oder Organgewebe zu diagnostischen Zwecken.
PyelogrammKontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Pyramidenbahnbeidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung.
Quadriplegievollständige Lähmung von Armen und Beinen.
qualitativdie Qualität, die Güte betreffend.
quantitativdie Menge betreffend.
QuerschnittslähmungLähmung von Muskeln unterhalb einer Schädigung des Rückenmarks mit begleitenden Gefühlsstörungen und gestörter Kontrolle von Stuhlgang und Wasserlassen.
Querulanzstarrsinniges, rechthaberisches Verhalten, sucht vermeintliches Recht durchzusetzen (jahrelange Prozesse), schlüssigen Argumenten nicht zugänglich, Denken beherrscht von der alles bestimmenden Idee des vermeintlich erlittenen Unrechts.
radiculär(Radix = die Wurzel); Beschwerden oder Krankheitszeichen, die von einer oder mehreren Nervenwurzeln ausgehen.
randomisiertzufällig, durch Zufall entschieden; z.B. bei Studien die Enrscheidung welcher Patient den Wirkstoff und welcher ein unwirksames Placebo erhält.
randomisierte Studieanhand einer vorbereiteten Liste wird zufällig entschieden, ob eine Behandlung (z.B. mit einem Medikament) durchgeführt wird oder nicht (dann eventuell Gabe eine Scheinmedikamentes).
Reflexunwillkürliche gesetzmäßig ablaufende Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz, z.B. Dehnung eines Muskels durch Schlag mit dem Reflexhammer auf dessen Ansatzsehne bewirkt reflektorisch Kontraktion (Zusammenziehen) des betreffenden Muskels mit Bewegungseffekt.
Muskeleigenreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan identisch sind, z.B. der Muskel.
Fremdreflex: Reflex, bei dem Reizorgan und Reflexorgan nicht dasselbe sind, z.B. Berührung der Hornhaut löst Lidschluss aus.
pathologischer Reflex: tritt nur auf bei Schädigung der absteigenden zentralen motorischen Bahnen im Gehirn, Hirnstamm und Rückenmark. Z.B. Babinski-Reflex (Eigenname): Bei Bestreichen der Fußsohle mit einem spitzen Gegenstand langsame nach oben gerichtete Bewegung der großen Zehe und Spreizung der anderen. Alle pathologischen Reflexe sind Fremdreflexe.
RegenerationHeilung unter Wiederherstellung der Funktion. (Gehirn und Rückenmark besitzen nicht bzw. nur ganz unwesentlich die Fähigkeit zur Regeneration. Vernarbte MS-Herde können nicht in funktionsfähiges Nervengewebe zurückverwandelt werden.
Rehabilitationallg.: Wiederherstellung. Eingliederung
Maßnahmen zur Vorbeugung bei (drohender) bzw. zur Linderung oder Beseitigung (schwerer) gesundheitlicher Störungen mit dem Ziel einer beruflichen und sozialen Wiedereingliederung, z.B. in das Berufsleben nach Heilung bzw. Besserung einer Erkrankung wie auch bei dauerhafter Behinderung.
rekombinantdurch Rekombination gewonnen. Begriff aus der Gentechnologie. Durch Einbau von Erbinformationen in fremde Zellen (z.B. Bakterien oder andere Organzellen) werden diese zur Produktion der genetisch vorgegebenen Substanz umfunktioniert. Schwierige körpereigene Produkte, wie z.B. Interferone lassen sich auf diese Weise großtechnisch herstellen.
RekonvaleszentGenesender, jemand, der sich von einer Erkrankung erholt.
RekonvaleszenzGenesungszeitraum nach abgeklungener Erkrankung.
rektalzum Mastdarm gehörig oder Untersuchung des Mastdarms durch Einführen des Fingers oder von besonderen Instrumenten.
RektoskopieMastdarmspiegelung. Mastdarmuntersuchung mit besonderem Instrument zur Betrachtung der Darminnenwand.
RemissionRückbildung der Krankheitszeichen, z.B. bei MS eines Schubes (z.B. remittierender Verlauf).
RemyelinisierungNervenfasern, die z.B. im Rahmen der Entzündung der MS ihre Markscheide verloren haben, können bis zu einem gewissen Ausmaß wieder neu bemarkt werden (durch die Oligodendrogliazellen, spezifische für die Markscheidenbildung zuständige Zellen).
Residuenverbleibende Symptome bei schubförmigem Verlauf der MS.
resorbierenAufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: absorbieren.
ResorptionAufnehmen von gelösten Stoffen durch die Haut, Schleimhaut oder Muskulatur in die Blutbahn und von dort in die Organe (z.B. bei Wirkstoffen von Medikamenten). Andere Bezeichnung: Absorption.
Restharnnach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
RestitutionWiederherstellung des normalen Zustandes nach Rückbildung einer Krankheit bzw. eines Krankheitsschubes.
RetrobulbärneuritisAbkürzung: RBN; die häufigste Form der Sehnervenentzündung, bei der der retrobulbäre (hinter dem Augapfel gelegene) Anteil des Sehnervs entzündet ist.
Siehe auch: Neuritis nervi optici
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
retrogradrückwärts, entgegen der üblichen Verlaufsrichtung.
reversibelrückbildungsfähig
Rezeptorbesondere Stelle an der Oberfläche von Zellen, an die Medikamente, Überträgerstoffe oder andere Substanzen "andocken" können.
RezidivRückfall, Wiedererkrankung (z.B. rezidivierender Verlauf).
Rigor(Rigidität): Erhöhter Tonus der Muskulatur mit aufeinander folgenden ruckartigen Bewegungen ("Zahnradphänomen") während des gesamten Bewegungsablaufs (bei Spastik pathologische Tonuserhöhung im Beginn einer Bewegung am ausgeprägtesten), wenn die Gliedmaße passiv bewegt werden.
Risikofaktorenin der Medizin erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Krankheit zu erwerben, wenn bestimmte physiologische oder anatomische Eigenschaften, genetische Vorbelastungen oder Umwelteinflüsse vorliegen.
Rituximabnoch in der Testung befindlicher Wirkstoff, der biochemisch zum Bereich der monoklonalen Antikörper gehört und über eine Verminderung der B-Zellen wirkt, welche bei Immunangriffen auf Gehirn und Rückenmark eine Rolle spielen. Der Wirkstoff wird intravenös verabreicht.
Romberg- VersuchPrüfung der Standsicherheit. Stehen mit geschlossenen Füßen, waagerecht vorgehaltenen Armen und geschlossenen Augen. Bei Standataxie Schwanken oder Fallen nach einer Seite, nach vorn oder rückwärts, nach allen Richtungen.
RRMSAbkürzung im englischen Sprachgebrauch: Relapsing Remitting Multiple Sclerosis. Bedeutet 'schubförmige MS'
Rucknystagmuslangsamere Bewegung des Auges nach der erkrankten Seite, schnellere zur gesunden Seite.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
RuhetremorTremor tritt ohne Durchführen einer Bewegung auf.
Siehe auch: Tremor
Tremor
Zittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
RumpfataxieSiehe auch: Ataxie
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
sagittal(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
Sakkaderuckartige Bewegung, im Augenbereich z.B. bei Blickwechsel von einem Objekt auf ein anderes.
sakkadiertkurz abgesetzt, ruckartig, nicht kontinuierlich. Bei MS findet man häufig eine sakkadierte Blickfolge.
Siehe auch: Nystagmus
Nystagmus
Augenzittern. Unwillkürlich ablaufende Ruck- oder Pendelbewegungen der Augäpfel in horizontaler, seltener in vertikaler Richtung.
Blickrichtungsnystagmus: Auftreten von Rucknystagmus mit einer schnellen und langsamen Komponente beim Blick nach links oder nach rechts, nach oben oder unten. Die schnelle Bewegung erfolgt in Blickrichtung (häufig bei MS).
optokinetischer Nystagmus: Auftreten von Nystagmus bei Verfolgung bewegter Gegenstände mit den Augen, z.B. fahrender Zug, rotierende Schwarzweiß-Streifen. Bei MS häufig gestört.
Pendelnystagmus: Hin- und Herpendeln der Augen beim Blick geradeaus oder beim Fixieren von Gegenständen, meist angeboren.
Rucknystagmus: bestehend aus einer nach der kranken Seite langsamen und nach der Gegenseite schnellen Bewegung.
schlaffe Lähmungbetrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung, Muskelatrophie, Muskeleigenreflexe abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit.
SchleiersehenSehen wie durch einen Schleier bei Retrobulbärneuritis.
SchnürgefühlSiehe auch: Parästhesie
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. Bei MS meist asymmetrisch, von verschiedener Dauer und Heftigkeit.
Schockkreislaufbedingt: Absinken des Blutdruckes, Herzjagen, dünner Puls, kalter Schweiß, Beeinträchtigung der Nierentätigkeit, Bewusstseinsstörung, Koma.
Psychisch: Angst- und Schreckreaktion, Unfähigkeit, Überlegungen anzustellen und sachgemäße Aussagen zu machen, hervorgerufen durch seelisches Trauma. Abklingen nach Stunden oder Tagen, wenn es gelingt, das seelische Trauma zu verarbeiten.
Schrankenstörungliegt vor, wenn eine Erhöhung des Eiweißanteils im Liquor gefunden wird und ist ein Hinweis auf eine Störung der Blut-Hirn-Schranke mit erhöhter Durchlässigkeit
Siehe auch: Blut-Hirn-Schranke, Liquor
Blut-Hirn-Schranke
selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit durch Bakterientoxine, Fieber, Hypoxie (verminderte Sauerstoffversorgung) sowie im Bereich lokaler Hirngewebs- und Hirnhautentzündungen. Bei MS spielt eine Störung der Blut-Hirn-Schranke wahrscheinlich eine wichtige Rolle.
Liquor
Flüssigkeit, Lösung: In der Neurologie bezeichnet mit Hirn-, Nervenwasser, Rückenmarkflüssigkeit. Wässrige helle, klare Flüssigkeit in den Hirnkammern, wo sie gebildet wird und das Gehirn und Rückenmark wie einen Flüssigkeitsschutzmantel umgibt (Liquor cerebrospinalis).
Schuberneutes Auftreten von Krankheitszeichen nach mehr oder weniger langer Pause und nach mehr oder weniger erfolgter Rückbildung der Symptome.
Schub, aufgesetzterVon aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so vorstellen als wenn auf einer schräg ansteigenden Geraden noch Schübe "aufsitzen".
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
schwarze Löcherengl.: black holes; im MRT sichtbare rundliche Veränderungen im Gehirn, die auf einer Zerstörung von Nervenzellen und nicht mehr rückgängig zu machender Schädigung von Nervenfortsätzen beruhen.
Screening(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. hinsichtlich der Zusammensetzung der Gene, auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierungmedikamentös verursachte Beruhigung
SehnervenentzündungEntzündung des Sehnerven mit Symptomen wie verschwommenem Sehen, bleibendem oder vorübergehendem Sehverlust, auch Schmerzen; andere Bezeichnung: Optikusneuritis
Siehe auch: Neuritis nervi optici
Neuritis nervi optici
Sehnervenentzündung mit vorübergehendem oder dauerndem Verlust der Sehschärfe. Bei MS häufig.
SehnervenkopfSiehe auch: Papille des Sehnerven
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Sehrindeein Bereich im Hinterhauptlappen des Gehirns in welchem optische Wahrnehmungen zu bewussten Empfindungen werden.
SekretionAbsonderung, speziell Absonderung einer Drüse.
innere Sekretion: = Hormonabsonderung verschiedener Art aus dafür bestimmten Organen und Organteilen im Körperinneren (z.B. Schilddrüse, Nebenniere u.a.).
SektionUntersuchung des Körpers von Verstorbenen, z.B. zur Aufklärung der Todesursache.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
sensibilisierenempfindlich machen.
SensibilitätFähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.
sensitiv(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.
SensomotorikZusammenspiel der motorischen und sensiblen Funktionen, um flüssige Bewegungsabläufe zu gewährleisten.
Sensorikdie Funktion der Sinnesorgane: Geruch, Geschmack, Sehen, Hören, Beschleunigung, Lage im Raum.
sensorisch evozierte PotentialeAbkürzung: SEP; durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
SEPAbkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
SepsisStreuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
SerumBlutflüssigkeit (Blutplasma). Wässriger Bestandteil kolloidaler Körpersäfte, i.e.S. das Blutserum (ohne rote und weiße Blutkörperchen), nach Gerinnung.
signifikantwesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer Signifikanztests.
skandierende SpracheKoordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
SkleraLederhaut des Auges. Derbe, bindegewebige, weiße äußere Augapfelhülle, die bis zum Hornhautrand reicht.
SkleroseVerhärtung, bei MS insbesondere die Verhärtung der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
Siehe auch: Multiple Sklerose
Multiple Sklerose
multiple: zahlreich, verstreut, vielfach, an verschiedenen Orten des zentralen Nervensystems sich entwickelnde Entzündungsherde. Diese können sich im Anfangsstadium ihrer Entstehung zurückbilden (Remission).
Sklerose: Verhärtung der ursprünglich entzündlichen Herde durch Bildung von Narbengewebe (Glia). Sklerotische Herde, von verschiedener Größe, nicht rückwandelbar in funktionsfähiges Nervengewebe.
SkotomGesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
slow virusengl.: langsamer Virus; braucht sehr lange von der Infektion bis zum Ausbruch einer Erkrankung; wird im Zusammenhang mit der Entstehung einer MS diskutiert.
Siehe auch: Virus, das
Virus, das
(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
somatischkörperlich, den Körper betreffend.
somatogenaus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
Somnolenzkrankhafte Schläfrigkeit als Bewusstseinstrübung (vom Gehirn ausgehend). Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Soportiefe Bewusstlosigkeit ohne Spontanreaktionen, aber mit kurzen Abwehrreaktionen und Orientierungsbestrebungen. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Spastikkrankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Sphinkter aniAfterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.
Sphinkter vesicaeBlasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren.
Siehe auch: Restharn
Restharn
nach dem Wasserlassen abnormalerweise in der Harnblase verbleibender Urin.
spinalzum Rückenmark gehörig.
spinale Ataxieinfolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr steuerbar = Ataxie: Unordnung im Bewegungsablauf.
SPIR`ssystemische- Post- Injektions- Reaktion. Bezeichnet die kurzzeitigen voll-reversiblen Reaktionen nach Injektion von Copaxone in Form von Hitzewallungen, Flush, Herzjagen oder Luftnot. Man nimmt an, dass diese durch ungewollte Injektion der Substanz in kleine Arteriolen des Unterhautgewebes entstehen, die zu einer massiven Histamin-Freisetzung führen. Dies ist aber bisher nur eine Theorie.
SPMSSekundär progrediente (progressive) MS
SpondylarthroseVerformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozess (Abnützungserscheinungen).
SprachstörungSiehe auch: Aphasie
Aphasie
Verlust der Sprache oder Störung im kommunikativen Gebrauch der Sprache.
- motorisch: Verlust der Fähigkeit, Laute, Silben, Worte, Sätze zu bilden.
- sensorisch: Verlust der Fähigkeit, Schrift- und Zahlensymbole zu erkennen.
- amnestisch: Verlust der Fähigkeit, Gegenstände, Begriffe, abstrakte Begriffe zu nennen. Sprechmuskulatur meist intakt.
Sprechstörungs. bulbäre Sprechstörung (s. Dysarthrie).
SSEPsomatosensorisch evozierte Potentiale.
Siehe auch: evozierte Potentiale
evozierte Potentiale
(evoced potentials): Reaktionspotentiale als charakteristische EEG-Antwort bei Verabfolgung von Lichtreizen (Sehnerv) = VEP, akustischen Reizen (Hörnerv) = AEP. Evozierte Potentiale sind von wesentlicher Bedeutung für die Diagnostik der MS, da sich damit häufig Veränderungen nachweisen lassen, die von den Erkrankten (noch) nicht bemerkt und auch von anderen Untersuchungen nicht erfasst werden. Evozierte Potentiale sind auch für die Verfolgung des Krankheitsverlaufes nützlich.
StammganglienAnsammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Stammzellennoch nicht ausdifferenzierte und unbegrenzt teilungsfähige Zellen, aus denen sich unterschiedliche Zellarten entwickeln können. Sie stellen das einheitlichen Ausgangsmaterial für die Organ- und Gewebebildung beim Embryo (embryonale Stammzellen) bzw. für regenerationsfähige Gewebe des Erwachsenen (adulte Stammzellen; z.B. für die Blutbildung) dar.
StammzelltransplantationÜbertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise in schweren
Fällen angewandt; Methode befindet sich noch im Stadium der Entwicklung.
StandataxieStörung des aufrechten Stehens.
Siehe auch: Ataxie
Ataxie(Ataxis= Unordnung im Bewegungsablauf); Störung des geordneten Zusammenwirkens der Muskeln, wodurch das Zustandekommen einer zielgerichteten Bewegung gestört oder aufgehoben ist. Anderer Ausdruck für Koordinationsstörung.
-
Gangataxie: Breitbeiniger, schwankender, unsicherer Gang (wie betrunken).
-
Standataxie: Unfähigkeit, ohne Hilfe sicher zu stehen. Folge: Schwanken, Fallneigung nach einer oder mehreren Richtungen, Umfallen.
stereotaktische HirnoperationHirnoperation, die durch kleine Bohrlöcher im Schädel mit feinen nadelähnlichen Operationsinstrumenten an vorberechneter Stelle durchgeführt wird.
Stimulanz(Mehrzahl Stimulantien)
anregende Arzneimittel, Drogen, Psychostimulantien.
stimulierenanregen, reizen, z.B. mit elektrischem Strom oder chemischen Mitteln, z.B. mit Drogen.
Strahlendosisdie auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.
subcutanunter die Haut (z.B. Spritzen eines Medikamentes).
subduralunter der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
SubstitutionsbehandlungBehandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird.
supprimierenunterdrücken, abschwächen.
supratentoriellüber dem Tentorium gelegen.
Siehe auch: Tentorium
Tentorium
eine zeltförmige Falte der harten Hirnhaut; liegt zwischen Groß- und Kleinhirn.
Sympathikussympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
SymptomKrankheitszeichen:
subjektiv: von Kranken selbst wahrgenommen und angegeben, z.B. Kopfschmerzen, Missempfindungen mannigfacher Art, bei MS Schnürgefühl, Kribbeln u.a.m.
objektiv: Krankheitszeichen durch Untersuchungsmethoden verschiedener Art feststellbar.
symptomatische TherapieDie Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Synapsedie chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes.
Siehe auch: Neurotransmitter, Transmitter
Neurotransmitter
vom Organismus produzierte Stoffe in minimalen Mengen, aber hochwirksam für die Übertragung von Nervenimpulsen besonders an den Synapsen. Bei Fehlen schwere Ausfallerscheinungen.
Transmitter
Überträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
SyndromGruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.
Synergiegeordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.
Synkope(griech,: plötzlicher Kräfteverlust); kurzzeitige Bewusstlosigkeit aufgrund einer Minderdurchblutung des Gehirns. Kann unterschiedliche Ursachen haben wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, Durchblutungsstörungen oder auch neurologische Ursachen.
SzintigraphieDarstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
T-Zell-ImpfungExperimentelles Verfahren zur Behandlung von MS.
Bestimmte Abwehrzellen (T-Zellen), die sich gegen Bestandteile der Myelinscheide richten, sollen durch das Verfahren in ihrer Aktivität gehemmt werden.
T-Zellengehören zu den Lymphozyten; Ausreifung in der Thymusdrüse, Träger der zellvermittelten Immunität
Siehe auch: Lymphozyten
Lymphozyten
aus dem Knochenmark stammende weiße Blutkörperchen, die für Abwehrvorgänge zuständig sind. Zwei Arten: B-Zellen, ebenfalls aus dem Knochenmark stammend, T-Zellen, die in der Thymusdrüse reifen.
T1-Bilder / T1-Technik / T1-gewichtete BilderDarstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung vor allem alter Läsionen und Plaques als dunkle Flecken ("black holes"; schwarze Löcher) als Hauptmerkmal bei chronisch progredientem Verlauf; in Verbindung mit Kontrastmittel leuchten frische Herde auf bzw. werden verstärkt hervorgehoben.
T2-Bilder / T2-Technik / T2-gewichtete BilderDarstellung bzw. Untersuchungstechnik bei der Magnetresonanztomographie (MRT) mit Darstellung sowohl alter als auch neuer Läsionen oder Plaques als Hauptmerkmal bei schubförmigem Verlauf; neue (frische) Läsionen mit einem Ödem und die Ventrikel kommen kräftig hell zur Darstellung.
taktilden Tastsinn betreffend.
TasterkennenErkennen von Gegenständen bei geschlossenen Augen durch Betasten.
Tentoriumeine zeltförmige Falte der harten Hirnhaut; liegt zwischen Groß- und Kleinhirn.
Tetrahydrocannabinol (THC)Wirkstoff von Haschisch.
TetrapareseSchwäche aller 4 Gliedmaßen.
TetraplegieLähmung aller vier Gliedmaßen.
TherapieKrankenbehandlung medikamentös, krankengymnastisch, physikalisch (mit Apparaten), psychisch (Psychotherapie), mit Beschäftigung (Ergotherapie).
Thermanästhesieaufgehobenes Temperaturempfinden.
Thermhypästhesieeingeschränktes Temperaturempfinden.
ThymoleptikaPsychopharmaka zur Behandlung von Depressionen, wirken stimmungsaufhellend, angstlösend, antriebsfördernd.
Thymusdrüsehinter dem Brustbein gelegenes Organ, für die Entwicklung der Immunität wichtig.
Tibialis-SEPSEP = Abkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
Beim Tibialis-SEP findet dieser Test am Tibialis-Nerven statt (Tibia = Schienbein).
TiefensensibilitätWahrnehmung der Stellung der Gelenke und des Spannungsgrades der Muskeln. (Zur Tiefensensibilität gehört auch das Vibrationsempfinden).
TomogrammRöntgen-Schichtaufnahme.
TomographieRöntgen-Schichtaufnahmeverfahren zur Darstellung von Organschichten in genau abzumessenden Tiefen und Abständen.
Tonusdurch Nerveneinfluß ständig erzeugter schwacher Spannungszustand u.a. der Muskulatur, der Blutgefäßwände. Hypertonus: erhöhter Muskeltonus (s. auch Spastik), Bluthochdruck.
Hypotonus: verminderter Muskeltonus (s. schlaffe Lähmung), niedriger Blutdruck.
atonisch: aufgehobener Muskeltonus.
TractusFaserstrang, Nervenbahnen im Rückenmark und Gehirn, motorisch und/oder sensibel.
Tranquilizer(engl.): beruhigende, affektdämpfende, die innere Spannung lösende Arzneimittel.
TransmitterÜberträgerstoff, Mittlersubstanz für die Reizübertragung an Synapsen.
Trauma(griech. = Wunde, Verletzung) den Organismus schädigende Einwirkung (äußere physikalische oder chemische Gewalt; Erlebnis, das vom Individuum nicht adäquat verarbeitet werden kann).
traumatischdurch äußere Gewalt entstandene körperliche und hirnorganische Schäden. Durch erschütternde, den Betroffenen meist unvorbereitet treffende Erlebnisse, auftretende abnorme seelische Reaktionen wie Angst, Depressionen, innere Unruhe, insbesondere Schreckhaftigkeit, verbunden mit Schlaflosigkeit.
TremorZittern.
Aktions-Bewegungstremor: Auftreten von Zittern bei Ausführung einer Bewegung, besonders mit Armen und Händen, kann den geordneten Bewegungsablauf vernichten, z.B. auch beim Greifen eines Gegenstandes.
Intentionstremor: Auftreten des Zitterns bei Zielbewegung, z.B. FNV = Finger-Nase-Versuch (s.).
Ruhetremor: langsames, weiches Zittern in Ruhestellung, besonders der Hände und Finger, schwindet oder verringert sich bei Ausführung einer Bewegung.
Trigeminusneuralgieneuralgiformer Gesichtsschmerz vom Nervus trigeminus ausgehend.
- idiopathisch: Schleife einer Arterie, die dem Nerven anliegt, pocht pulsierend an den Nerven. Anfallsartige heftigste, blitzartig einschiebende, quälende, sich wiederholende Schmerzen, meist im Gebiet der Wange und der Oberlippe oder des Kinns, der Unterlippe und des Unterkiefers, selten im Gebiet der Stirn und des Auges, meist im Alter, qualvoller Zustand.
- symptomatisch: als Symptom eines meist fassbaren Krankheitsprozesses, länger anhaltend, oft auch brennend, zumeist mit Sensibilitätsstörungen als Folge eines MS-Herdes, Tumors, einer Metastase (Krebsabsiedlung).
Trömner-ReflexDer Trömner-Reflex, benannt nach dem deutschen Neurologen Ernest Trömner, ist ein "gesteigerter Fingerbeugereflex".
Der Arzt löst ihn durch schnelles Anschlagen der eigenen Fingerkuppen gegen die Fingerkuppen 2-4 der locker und entspannt nach unten hängenden Hand des zu Untersuchenden aus. Positiv ist der Reflex, wenn sich die Fingerendglieder einschließlich Daumen nach dem "Anschlag" reflektorisch deutlich sichtbar kurz anbeugen. Fällt der Trömner-Reflex deutlich gesteigert aus, gilt dies als Hinweis auf eine Schädigung zentraler motorischer Bahnsysteme. Er ist dann ein pathologischer Reflex, der oft vor Auftritt sichtbarer Lähmungen Hinweise auf dezente neurologische Schädigungen der Reflex-Motorik bietet.
TrophikErnährung, Ernährungszustand der einzelnen Körpergewebe und Organe.
Turgornatürlicher Spannungszustand der Gewebe, z.B. der Haut, Muskeln, Unterhautfettgewebe.
TysabriHandelsname des Wirkstoffes Natalizumab.
Siehe auch: Natalizumab
Natalizumab
Der Wirkstoff Natalizumab gehört zu den monoklonalen Antikörpern. Er verhindert die Auswanderung von Entzündungszellen, so genannter autoaggressiver weißer Blutkörperchen, aus den Blutgefäßen zu den Orten der Entzündung. Dies hat besondere Bedeutung für die MS, wo Natalizumab an der Blut-Hirn-Schranke wirkt. Der Wirkstoff blockiert die Rezeptoren auf der Zelloberfläche von Immunzellen, die für deren Übertritt aus den Blutgefäßen in Entzündungsregionen von Bedeutung sind. Auf diese Weise kann auch die Bildung neuer Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, wie sie für die MS typisch sind, verhindert werden. Handelsname: Tysabri.
ubiquitärüberall vorhanden.
Ueberlaufblase(auch unter dem Begriff Überlaufinkontinenz bekannt); unwillkürlicher Harnverlust, bei dem der Blasendruck den Druck der Muskulatur, die die Harnröhre normalerweise verschließt übersteigt. Dadurch kommt es zum "Überlaufen" der Blase.
Siehe auch: Inkontinenz
Inkontinenz
unfreiwilliger Urin- oder Stuhlabgang. Unvermögen, willkürlich Harn oder Stuhl zurückhalten zu können.
Uhthoff-phänomenbei Patienten mit Multipler Sklerose auftretende Verschlechterung neurologischer Symptome oder der allgemeinen Leistungsfähigkeit im Rahmen erhöhter Umgebungs- oder Körpertemperatur (warmes Wetter, heiße Bäder, Fieber, körperliche Anstrengung), die im extremen Fall zur vorübergehenden kompletten Lähmungserscheinungen führen kann. Die Symptome bilden sich jedoch nach einer Absenkung der Temperatur immer wieder zurück.
Unterberger-TretversuchEin neurologischer Test, der Prüfung der Koordination und des Gleichgewichtes dient. Der Patient tritt dabei mit geschlossenen Augen 1 Minute lang auf der Stelle. Eventuelle Richtungsabweichungen werden bewertet.
Urge-Inkontinenz (englisch Urge = innerer Drang)Siehe auch: Dranginkontinenz
Dranginkontinenz
Blasenentleerungsstörung, bei der nach Auftreten eines Harndrangs das Wasser nicht gehalten werden kann.
UrinkulturUntersuchung des Urins auf Krankheitserreger durch Anzüchtung.
Urologiemedizinisches Fachgebiet, das sich mit den Störungen der Harnwege befaßt.
Uveamittlere Augenhaut, bestehend aus: Regenbogenhaut des Auges (Iris), Strahlenkörper (Corpus ciliare) und Aderhaut (Choroidea).
UveitisEntzündung der Uvea.
vasculärdie Blutgefäße betreffend.
vasomotorischBewegungsprozesse der Blutgefäße mit Einfluss auf den Kreislauf.
vegetative FunktionenRegulierung der lebenserhaltenden Funktionen von Herz, Kreislauf, Blutdruck, Atmung, der Tätigkeit der inneren Organe, von Schlafen und Wachen u.a.m.
vegetatives Nervensystem(autonomes Nervensystem): der von willkürlicher Beeinflussung freie, vom Bewusstsein unabhängig wirksame Teil des Nervensystems, der die Tätigkeit der inneren Organe, den Blutkreislauf, die Atmung je nach Beanspruchung reguliert.
Siehe auch: Parasympathikus, Sympathikus
Parasympathikus
parasympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems, verlangsamt den Herzschlag, regt Verdauung an; Gegenspieler des Sympathikus
Sympathikus
sympathisches Nervensystem; Teil des vegetativen Nervensystems; beschleunigt den Herzschlag, hemmt die Verdauung; Gegenspieler: Parasympathikus
VeneBlutader, in der das Blut vom Körper über die Lunge (hier Sauerstoffanreicherung) zum Herzen fließt.
Siehe auch: Arterie
Arterie
Schlagader. Gefäß, in welchem Blut vom Herzen in die Körperabschnitte fließt. Liegt die Arterie unter der Haut, sind entsprechend dem Herzschlag ihre Pulsationen zu tasten (Puls).
VEPvisuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
Verhaltenstherapie (behavior therapy)auf Lernen begründetes psychotherapeutisches Verfahren, bei dem angestrebt wird, Fehlverhaltensweisen abzubauen und durch Neuorientierung und Üben ein angepasstes Verhalten herbeizuführen.
Verlauf der MSkann sehr unterschiedlich sein; drei hauptsächliche Verlaufsformen.
Siehe auch: primär progredient, schubförmig, sekundär progredient
primär progredientauch: primär chronischer Verlauf der MS.
Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an "schleichend" und nicht schubförmig ist. Die Symptome und die Behinderung nehmen allmählich (schleichend) zu, ohne dass Schübe abzugrenzen sind.
Primär Progredienter Verlauf der MS mit aufgesetzten Schüben:
Fortschreitende Krankheitsprogression mit dem Auftreten von Schüben, die sich ganz oder auch nur teilweise zurückbilden können.
schubförmigauch: schubförmig remittierender Verlauf der MS
Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptome sich in der Folge ganz oder zumindest weitgehend wieder zurück bilden.
sekundär progredient
es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit Rückbildungen vorhanden sind, die aber mit der Zeit abgelöst werden von einer kontinuierlichen Zunahme der Symptome.
Verum (lateinisch echt)Medikament mit Wirkstoff im Gegensatz zum Placebo.
Siehe auch: Placebo
Placebo
Scheinmedikament.
VestibularisbahnNervenbahn der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm.
VibrationsempfindenWahrnehmung der Schwingungen einer auf markante Knochenpunkte, z.B. Ellenbogen, Kniescheibe, Zehengelenk usw., aufgesetzten Stimmgabel.
Siehe auch: Pallästhesie
Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel.
Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit.
Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Virus, das(die Viren); Sammelbegriff für zahlreiche verschiedene bakteriendichte Filter passierende Mikroorganismen, die nur in lebenden Zellen wachsen und sich vermehren können und den Stoffwechsel der Zellen verändern und diese evtl. zerstören.
langsame Viren: (slow virus): ruhen Monate, Jahre oder auch länger in den Zellen, werden in deren Stoffwechsel eingebaut, um oft erst viel später ihre das Gewebe zerstörende Wirkung zu entfalten.
visuelldas Sehen, den Gesichtssinn betreffend.
Visuell evozierte PotentialeSiehe auch: VEP
VEP
visuell evozierte Potentiale: Durch optische Reize (z.B. wechselndes Schachbrettmuster) werden Aktionspotentiale im Gehirn ausgelöst, die mit entsprechenden Geräten erfaßt, elektronisch aufsummiert und gemessen werden können. Gibt Auskunft über Erkrankungen (auch abgelaufene) in der Sehbahn.
VisusSehleistung, Sehschärfe.
Vitaminebestimmte, für das Wachstum und die Erhaltung des Organismus unentbehrliche Stoffe, deren Fehlen in der Nahrung schwere Krankheiten - Avitaminosen - hervorruft. Vitamine müssen mit der Nahrung zugeführt werden, da sie vom Körper nicht selbst gebildet werden können. Die einzelnen Vitamine werden mit den verschiedenen Buchstaben bezeichnet.
Vojta - Therapieeine Form des Bewegungstrainings, benannt nach einem tschechischen Kinderneurologen. Es handelt sich um eine Form des Bewegungstrainings bei dem versucht wird, durch Auslösen verschiedener Reflexe Bewegungen hervorzurufen bzw. einzuüben.
Weiße SubstanzBestandteil des Zentralnervensystems; besteht aus markhaltigen Nervenfasern, die aufgrund des Fettgehaltes weiß erscheinen.
Siehe auch: graue Substanz
graue Substanz
die grau aussehenden Teile des zentralen Nervensystems mit Sitz von Nervenzellen. Im Gegensatz dazu ist die weisse Substanz von bemarkten Nervenfasern durchzogen.
Wernicke-Mann-Gangbildeine bestimmte Haltung gelähmter Extremitäten bei Halbseitenlähmung; in der Regel wird der Arm in Beugestellung des Unterarms, der Hand und der Finger an den Körper gepresst: das Knie ist gestreckt und wird beim Laufen seitlich halbkreisförmig bewegt.
Wirbelsäuleder von der Gesamtheit der Wirbelkörper gebildete zentrale Teil des Körperskeletts (Achsenskelett).
cervical: den Halsteil betreffend, sieben Wirbel.
thoracal: den Brustteil betreffend, zwölf Wirbel.
lumbal: den Lendenteil betreffend, fünf Wirbel.
sakral: den Kreuzbeinteil betreffend, fünf Wirbel.
coccygeal: das Steißbein betreffend, fünf Wirbel.
XanthochromieGelbfärbung des Nervenwassers (Liquors). Folge von Blutungen in den Liquorraum aus verschiedenen Ursachen und nachfolgendem Zerfall des Farbstoffes der roten Blutkörperchen.
Zentrales SkotomSehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes.
Siehe auch: Skotom
Skotom
Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau.
Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
Zentralnervensystem(ZNS). Gehirn und Rückenmark als das der Reizverarbeitung und -beantwortung sowie der Bewusstseinsbildung und den Denkprozessen (Gehirn) dienendes Integrationszentrum des Nervensystems.
ZervixHals, Nacken (zervikal = den Hals- bzw. Nackenbereich betreffend).
ZyanoseBlausucht, bläuliche Verfärbung der Haut und der Schleimhäute bei venöser Stauung oder mangelhafter Sauerstoffbeladung des Blutes.
ZystitisSiehe auch: Cystitis
Cystitis
Blasenentzündung (in der Regel der Harnblase).
ZystogrammKontrastdarstellung der Harnblase.
ZystoskopieBlasenspiegelung durch Einführung eines optischen Instrumentes in die Harnblase, um diese von innen betrachten zu können.
ZytokineBotenstoffe zur Aktivierung von Zellen; steuern u.a. die Bildung und Funktion von T-Lymphozyten und können entzündliche Vorgänge sowohl fördern als auch hemmen.
ZytostatikaMedikamente, die Immunreaktion hemmen und in der Krebsbehandlung bekannt sind.