DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Multiple Sklerose: Europaweit höchstdotierter Forschungspreis geht an Prof. Dr. med. Josep Dalmau

Die Roman, Marga und Mareille Sobek-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft und AMSEL, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg den mit 100.000 € dotierten Sobek-Forschungspreis an Prof. Dr. med. Josep Dalmau verliehen. Die Nachwuchspreisträger Prof. Dr. med. Aiden Haghikia und Prof. Dr. med. Nicholas Schwab erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 10.000 € für ihre Forschung.

Bereits zum 19. Mal zeichnete die Sobek-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg drei Forscher für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der MS-Forschung aus. Die Preisverleihung erfolgte in Zusammenarbeit mit der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., und dem DMSG-Bundesverband in Stuttgart.

Der Sobek-Forschungspreis 2018 ging an Prof. Dr. med. Josep Dalmau

Der 64-jährige Prof. Dr. med. Josep Dalmau aus Barcelona ist Herausgeber des renommerten Magazins Neurology® Neuroimmunology & Neuroinflammation und gilt als ein Pionier in der klinischen und experimentell forschenden Neurologie, Neuroimmunologie und Neurowissenschaft. Seine Forschungsergebnisse zu Autoantikörper-vermittelten Enzephalitiden führten zu neuen Ansätzen in der Immundiagnostik und -therapie und beförderten ein für die MS-Forschung wesentliches Grundverständnis dieser entzündlichen Erkrankung des Gehirns.

Für die aktuelle MS-Forschung von hoher Bedeutung sind seine Erkenntnisse zu Molekülen der Nervenzellmembran als Antigen. Sie bahnen vielfache wissenschaftliche Wege für die Erforschung der komplexen Störungen der Hirnfunktion der MS und den MS-Mausmodellen.

Renommierte Nachwuchspreisträger

Laudator Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Sobek-Stiftung und Ehrenvorsitzender des Ärztlichen Beirats des DMSG-Bundesverbandes würdigte die beispielhaften Forschungskarrieren der beiden Preisträger des Sobek-Nachwuchspreises:

Der 38-jährige Prof. Dr. med. Aiden Haghikia ist Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes und hat relevante Beiträgen zur MS-Pathogenese und zu Komplikationen der MS-Therapie geleistet. Als Kliniker arbeitet er sehr erfolgreich mit tierexperimentellen Modellen. Therapiebezogene Forschungsfragen und deren wissenschaftliche Lösungen stehen im Zentrum seines Interesses. Für seine immungenetischen innovativen Forschungsansätze erhielt er eine Juniorprofessur in Bochum, wo er nachhaltige Ansätze zur begleitenden Beeinflussung des Immunsystems durch gezielte Ernährungsaspekte bei MS entwickelte. Professor Haghikia absolvierte seine Facharztausbildung an der Ruhr-Universität Bochum. Als Postdoktorand war er am Weatherall Institute of Molecular Medicine in Oxford und widmete sich danach mittels DFG-Postdoktoranden-Stipendium zwei weitere Jahre der Grundlagenforschung. Heute ist er Leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik am St. Joseph Krankenhaus der Ruhr-Universität Bochum.

Biologe entdeckte Marker für die Risikovorhersage moderner MS-Therapien

Der 37-jährige Neurowissenschaftler Prof. Dr. rer. nat. Nicholas Schwab  studierte an der Universität Würzburg Biologie mit Schwerpunkten in den Bereichen Neurobiologie, Immunologie, Pharmazie und Virologie. Die Forschungen des Biologen beschäftigen sich mit der Pathogenese der MS, konkret mit Mechanismen der Einwanderung von Immunzellen durch die Blut-Hirn-Schranke und die regulierende Funktion von Oberflächenmolekülen auf Entzündungszellen. Seine Promotionsarbeit fertigte er in der Klinischen Forschungsgruppe für MS und Neuroimmunologie. Dabei gelang es ihm, mit modernsten Techniken einige grundlegende neue Erkenntnisse bei einer seltenen Form der Hirnhautentzündung zu erlangen. 2015 habilitierte sich Schwab an der Klinik für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster, wo er seitdem als außerplanmäßiger Professor tätig ist.

Schon fast 2 Millionen Euro für die MS-Forschung investiert

Seit dem Jahr 2000 hat die Sobek-Stiftung aus Renningen über 1,9 Millionen Euro für herausragende und wegweisende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose und der benachbarten Grundlagenforschung an Sobek-Forschungspreisträger und Sobek-Nachwuchspreisträger vergeben. Ziel ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Multiplen Sklerose zu fördern.

Die Reihe der Preisträger:

  • 2000: Prof. Dr. Hans Lassmann, Wien
  • 2001: Prof. Dr. Armin Nave, Göttingen
  • 2002: Prof. Dr. Alastair Compston, Cambridge
  • 2003: Prof. Dr. Christopher Linington, Prof. Avraham Ben-Nun, Israel
  • 2004: Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, München
  • 2005: Prof. Dr. David Miller, Prof. Dr. Jens Frahm
  • 2006: Prof. Dr. Volker Dietz, Zürich
  • 2007: Prof. Dr. Sendtner, Würzburg
  • 2008: Prof. Dr. Christian Confavreux, Lyon
  • 2009: Prof. Dr. Lars Fugger, Oxford
  • 2010: Prof. Dr. Catherine Lubetzki, Paris, Prof. Dr. rer. nat. Rudolf Martini, Würzburg
  • 2011: Prof. Dr. Ralf Gold, Bochum
  • 2012: Prof. Dr. rer. nat. Christian Münz, Zürich
  • 2013: Prof. Dr. Bernhard Hemmer, München
  • 2014: Prof. Dr. Marco Prinz, Freiburg
  • 2015: Prof. Dr. Heinz Wiendl, Münster
  • 2016: Prof. Dr. rer. nat. Ari Waisman, Mainz.
  • 2017: Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Ludwig Kappos aus Basel

Quelle: AMSEL, DMSG-Bundesverband, Bilder © AMSEL e.V. / Martin Stollberg - 29.11.2018

- 29.11.2018