DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Sie sind die Seele der DMSG: Der Bundesverband der DMSG würdigt Ehrenamtliche beim Festakt in Berlin

Einmal im Jahr ehrt der DMSG-Bundesverband seine Ehrenamtlichen: Freiwillige Hilfe ist eine der wichtigsten Stützen der Arbeit der DMSG im Bundesverband, aber auch in den 16 Landesverbänden. Sie wird geleistet in Vorständen und Gremien aber auch von Betroffenen für Betroffene oder in der eigenen Familie, wenn ein Angehöriger Pflege benötigt.

DMSG-Reporter Kevin Hoffmann führte als Moderator durch diesen besonderen Abend, an dem wieder einmal deutlich wurde, wie stark das Schicksal Multiple Sklerose die Menschen zusammenschweißt. Prof. Dr. Judith Haas, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der DMSG, begrüßte die anwesenden Gäste herzlich. Im Anschluss trat Schirmherr Christian Wulff, Bundespräsident a.D., auf die Bühne und stellte mit vielen persönlichen Worten die Leistungen der Geehrten heraus.  

Eines wurde im Laufe der Preisverleihung besonders deutlich: Ehrenamt bedeutet nicht nur Geben – die freiwillig Tätigen ziehen sehr viel Kraft aus ihrem Engagement, für ihr eigenes Leben mit der unheilbaren Krankheit Multiple Sklerose

Hier stellen wir Ihnen die Preisträger des Jahres 2019 vor. 

Käte Hammersen Preis für Dr. Nicolaus König / Bayern

Bereits beim ersten Geehrten des Abends hob Schirmherr Christian Wulff hervor, was für eine besondere Freude es sei, den Menschen vor sich zu sehen, der all die außergewöhnlichen Leistungen für MS-Erkrankte in seinem Leben erbracht habe. Für Dr. Nicolaus König, der den Käte Hammersen Preis 2019 erhielt, treffe das in besonderer Art und Weise zu.

Dr. Nicolaus König, der in den 1970er Jahren als junger Neurologe seine Arbeit aufnahm, wurde 1988 Chefarzt der Marianne-Strauß-Klinik in Oberbayern, ein reines MS-Zentrum und erstes dieser Art in Deutschland. Hier leistete Dr. König Pionierarbeit, denn der medizinische Umgang mit der Erkrankung Multiple Sklerose steckte damals noch in den Kinderschuhen.

Der Preisträger trug die eigenen Erkenntnisse aus der Klinik weiter, förderte stets den Wissensaustausch mit anderen, ermutigte Mitarbeiter dazu, ging andere neue Wege. Als Mitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes brachte er wertvolle Beiträge in das Expertengremium ein. Heute ist Dr. König Vorsitzender des Vereins "Therapieforschung für MS-Kranke e.V.", dessen Mitbegründer er ist, Vorsitzender der Bayerischen MS-Stiftung und stellvertretender Vorsitzender des DMSG-Landesverbandes Bayern.

"Und trotz der vielen offiziellen Ämter, die Sie wahrnehmen, haben Sie eines nie aus dem Blick verloren: Die Menschen, die Ihre Hilfe sehr zu schätzen wissen! Oft sieht man Sie bei Veranstaltungen im Gespräch mit MS-Erkrankten, denen Ihr Rat viel wert ist", so Wulff in seiner Laudatio.

Dr. König zeigte sich positiv überrascht von der Auszeichnung und betonte, er habe es stets als Privileg empfunden, diese Möglichkeiten in seinem Leben zu bekommen: "Für ein Privileg auch noch belohnt zu werden, ist ungewöhnlich, aber natürlich sehr schön."

Der Käte Hammersen Preis wurde erstmals 1982 vergeben an Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für MS-Erkrankte engagiert haben. Gestiftet wurde diese Auszeichnung vom Wiesbadener Stadtrat Walter Hammersen zur Erinnerung an seine an MS erkrankte Frau Käte. 

Ehrenabzeichen in Bronze für Dr. Monika Himmighoffen / Bayern

Sie übernehmen aus freien Stücken viel Verantwortung für die Arbeit der DMSG: Die Vorsitzenden der Landesverbände. Für langjährige Vorstandstätigkeiten werden die Ehrenamtlichen an der Spitze des Verbandes geehrt. So in diesem Jahr Dr. Monika Himmighoffen, die seit zehn Jahren dem Landesverband Bayern vorsteht.

"Echtes, aufrichtiges Interesse an den Menschen ist das, was Ihre Arbeit ausmacht", so Christian Wulff in seiner Rede. "Sie leben es den Menschen vor, was es heißt, anzupacken, sich zu engagieren, offen zu sein. Mit Ihrem gelebten Engagement vermitteln Sie den Menschen das Gefühl, dass sie sich an Sie wenden können." 

Pia Näbauer Preis ermutigt junge MS-Erkrankte, sich in der DMSG zu engagieren

Seit 2010 vergibt der DMSG-Bundesverband den Pia Näbauer Preis für junge MS-Erkrankte. In Anlehnung an die herausragenden und beispielhaften Verdienste der ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des DMSG-Bundesverbandes, Pia Näbauer, würdigt diese, von der Bayerischen MS-Stiftung zur Verfügung gestellte, Auszeichnung das besondere Engagement junger MS-Erkrankter im Alter von bis zu 35 Jahren.

Preisträgerin 2019: Alexandra Günther / Hessen

Schon im Alter von 17 Jahren zeigten sich bei Alexandra Günther die ersten Zeichen der Erkrankung. Seit 2006 hat sie eine gesicherte MS-Diagnose. Christian Wulff würdigte ihre Verdienste für die "Junge MS-Gruppe" im Landesverband Hessen mit den Worten: "Sie wissen, wie es ist, wenn man jung die MS bekommt und mit niemandem darüber sprechen kann. Gerne möchten Sie anderen vermitteln, dass man mit dieser Erkrankung aktiv leben kann. Da Sie sich selbst wie 'ein offenes Buch' erleben, fassen andere schnell Vertrauen und können mit Ihnen auch persönliche Themen besprechen."

Pflegepreise

Zum 16. Mal wurden die von der Firma Merck Serono GmbH gestifteten Pflegepreise vergeben. Besonders verdiente Angehörige MS-Erkrankter, die in jahrelanger aufopferungsreicher Pflegetätigkeit für ihre Familienmitglieder oder Freunde aktiv sind, erhalten als Anerkennung 5000 Euro.

Die Würdigung für diese Lebensleistung war auch in diesem Jahr ein besonderer Moment, wie auch der Laudator Christian Wulff hervorhob: "Wir brauchen die Anerkennung von Menschen wie Ihnen. Sie zeigen, dass man ein sinnerfülltes Leben trotz vieler Hindernisse gestalten kann."

Angelika Güttner / Bremen

Angelika Güttner pflegt ihren schwer an MS erkrankten Mann Peter seit 1996, und es ist für sie eine Selbstverständlichkeit, ihm mit ihrer Liebe und Fürsorge das Leben lebenswert zu machen. Christian Wulff richtete den Blick auf das große Verständnis zwischen den Partnern: "2017 sind auch Sie in Rente gegangen und widmen sich der Pflege ihres Mannes. Der dankt es Ihnen mit seinem positiven Gemüt und seinem außergewöhnlichen Humor, mit dem er sein Umfeld immer wieder zum Lachen bringt."

Beate Kopplin / Berlin

Seit fast 30 Jahren pflegt Beate Kopplin ihren Mann Thomas. Damals, 1989, sei die Diagnose ein Schock gewesen. "Doch Sie sind ein Mensch, der besser damit umgehen kann, zu wissen, womit Sie es zu tun haben", stelle Christian Wulff heraus. "Sie, liebe Frau Kopplin, sind an Ihren Aufgaben gewachsen. Ihnen gelingt die Balance aus Hingabe und Eigenfürsorge. Sie wissen, wie wichtig persönliche Auszeiten sind, seien es Ausflüge mit dem Fahrrad oder einmal im Monat der Besuch der Angehörigengruppe der DMSG."

Ehrennadeln in Gold

Mit der Ehrennadel in Gold wurden ausgezeichnet:

  • Martina Becker (AMSEL, Baden-Württemberg) 
  • Katja Bumann (Berlin) 
  • Johannes Daub (Nordrhein-Westfalen)
  • Norbert Gittel (Hessen) 
  • Bärbl Luthardt (Bayern) 
  • Martina Raap (Sachsen-Anhalt)
  • Manfred Schwerdtner (Sachsen)
  • Gisela Steimel (Nordrhein-Westfalen) 
  • Karin van der Heijden (Rheinland-Pfalz)
  • Dr. Gerhard Zeller (Niedersachsen)  

Gisela Steimel aus Nordrhein Westfalen sprach nach den Würdigungen durch Schirmherren Wulff mit ihrer kurzen Dankesrede sicher allen aus dem Herzen: "Ich möchte betonen, dass Ehrenamt ein Geben und Nehmen ist. Es macht mich sehr stolz, wenn ich anderen eine Stütze sein kann, und es gibt mir neue Kraft. Die immer wieder neuen Begegnungen bereichern mein Leben."

Ehrennadeln in Silber

Ehrennadeln in Silber erhielten in diesem Jahr: 

  • Daniel Bunk (Nordrhein-Westfalen)
  • Uwe Geiger (AMSEL, Baden-Württemberg)
  • Elke Müller (Niedersachsen)
  • Ilse Oswald (Bayern)
  • Michael Schridde (Niedersachsen) 
  • Michael Wendel (Nordrhein-Westfalen) 

Michael Wendel aus Nordrhein-Westfalen war einer der Preisträger der Silbernen Ehrennadel des Bundesverbandes. Er betonte wie wichtig es sei, anderen zu helfen. Besonders die Unterstützung junger Betroffener liege ihm an Herzen: "Helft den Jungen. Sie haben oft große Angst vor der Zukunft." 

Welt-MS-Tag: Gewinner des Wettbewerbs 2019

Wie wichtig die Einbindung junger Betroffener sei, betonte auch Schirmherr Christian Wulff nochmals in seinen Worten an die Gäste: "Ich begrüße es sehr, dass die DMSG es fördert, junge Erkrankte besser untereinander zu vernetzen und zu organisieren."

Viele junge Erkrankte fühlten sich in diesem Jahr auch von dem Motto des Welt-MS-Tages angesprochen. Dies zeigten die zahlreichen Einsendungen bei dem Wettbewerb zum Thema "KEINER SIEHT’S. EINE(R) SPÜRT’S." Die Gewinner wurden auf dem Festakt geehrt und gaben auf der Bühne Einblick in ihre kreative Auseinandersetzung mit der Krankheit MS.

Zu den Gewinnerbeiträgen gelangen Sie hier

Mehr zur Motivation der Gewinnerinnen finden Sie in Kürze auf www.dmsg.de 

Verabschiedung Dr. Edeltraud Faßhauer

Einen sehr feierlichen, emotionalen Endpunkt der Veranstaltung war die Verabschiedung von Dr. Edeltraut Faßhauer aus dem geschäftsführenden Vorstand des DMSG-Bundesverbandes durch die Worte von Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Dr. Edeltraut Faßhauer, die selbst an MS erkrankt ist, war über 30 Jahre in der DMSG aktiv, baute in der Wendezeit den Landesverband Sachsen-Anhalt gemeinsam mit ihrem Mann mit auf und vernetzte in den 90er Jahren die Arbeit des Bundesverbandes mit den jungen Landesverbänden in der ehemaligen DDR. Sie setzte sich stets, auch auf Bundesebene in verschiedenen Gremien, für MS-Erkrankte ein und kämpfte für eine bessere Aufklärung.

Mehr in Kürze auf www.dmsg.de  

Das künstlerische Rahmenprogramm

Die Preisträger waren die Hauptpersonen des Abends. Doch darüber hinaus überzeugte nicht nur DMSG-Reporter Kevin Hoffmann durch seine positive und auch emotionale Moderation des Festaktes – auch der künstlerische Rahmen war ein besonderes Highlight.

Musikalisch anspruchsvoll eröffneten Prof. Dr. Klaus Toyka, Ehrenvorsitzender des Ärztlichen Beirats der DMSG, Daniela Braun-Friedrich und Katrin Dasch mit zwei Stücken von Johann Sebastian Bach für zwei Violinen und Klavier den Abend. Der Mitstreiter beim Deutschen NeuroOrchester Toyka überreichte im Anschluss an die Darbietung symbolisch einen Scheck an Herrn Wulff, den das Deutsche NeuroOrchester in diesem Jahr bei seinem Benefizkonzert in Stuttgart erreicht hatte.

Dank der Unterstützung durch die Gemeinnützige Hertie-Stiftung kommen alle Spenden dem guten Zweck zugute. Auch dafür ein herzliches Dankeschön!

Auch für das kommende Jahr ist eine Neuauflage des Konzertes geplant. 

In eine andere künstlerische Richtung ging die Darbietung der jungen Solistin Annika Hoffmann, die mit verschiedenen aktuellen Songs begeisterte. Die 26-Jährige nahm an vielen Auftritten und Konzerten im Bereich Pop und Klassik teil und bestritt mehrere Gesangswettbewerbe. Beim Musikwettbewerb "Jugend Musiziert" konnte sie zweimal den Bundeswettbewerb erreichen und erzielte einen 2. und 3. Preis.

Quelle: DMSG-Bundesverband, Bilder: Thomas Ernst - 20.11.2019 

- 20.11.2019