DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Sternstunde für die Förderung der Multiple Sklerose-Forschung: Standing Ovations für das NeuroOrchester

Das Deutsche NeuroOrchester hat im Rahmen des DGN-Kongresses dieses Jahr in der Liederhalle Stuttgart für Begeisterung gesorgt. Das Publikum war vom ersten Moment an fasziniert von dem musikalischen Können dieser rund 55 Musiker, die im Alltag zumeist im Bereich Neurologie arbeiten und auf diesem klangvollen Weg den musikalischen Genuss mit dem guten Zweck verbinden.

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr im Konzerthaus Berlin hat das NeuroOrchester zum zweiten Mal zugunsten der MS-Forschungsförderung gespielt. Die Musiker überzeugten von der ersten Minute an mit ihrem Können und der Empathie mit der sie die Werke von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn interpretierten. Unter der Leitung von Dirigent Prof. Dr. med. Stefan Willich, Gründer des World Doctors Orchestra, liefen die Solisten Dr. rer. medic. Ilona Rubi-Fessen an der Oboe und dem Ehrenvorsitzenden des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes, Prof. Dr. med. Klaus V. Toyka, an der Violine zur Höchstform auf. 

Die mehr als 500 Gäste im Publikum konnten kaum glauben, dass es sich nicht um Profimusiker handelte, die auf der Bühne zu sehen und zu hören waren.

Medizin trifft Musik

Die Bandbreite in diesem ganz besonderen Ensemble semiprofessioneller bzw. Laienmusiker, in dem auch Musiker mit MS spielen, reicht vom Assistenzarzt bis zum Chefarzt, vom Medizinstudenten bis zum Professor, vom niedergelassenen Neurologen bis zum Neurowissenschaftler. Aus der Taufe gehoben wurde dieses Benefiz-Projekt von Dr. med. Muriel Stoppe, Ärztin an der Klinik für Neurologie der Universitätsklinik Leipzig.  

Das erste Konzert des Deutschen NeuroOrchesters für die MS-Forschung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) hat im letzten Jahr alle Erwartungen übertroffen. Der von vielen geäußerte Wunsch nach einer Wiederholung erfüllte sich in Form einer Kooperation von DMSG-Bundesverband, AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg, der DGN, dem Deutschen NeuroOrchester und der Agentur SKS Erwin Russ GmbH. Finanziell möglich gemacht hat dieses Konzert die Gemeinnützige Hertie-Stiftung.

Sternstunden im Fundraising für die MS-Forschungsförderung

"Wenn Neurologen, Neurowissenschaftler und MS-Erkrankte ihre Leidenschaft für Musik, ihre Musikalität und Kompetenz als Musizierende gemeinsam mit Begeisterung leben, dann entstehen Sternstunden, wie es am heutigen Abend der Fall ist", erklärte Dr. rer. nat Astrid Proksch, Geschäftsführerin des Bereichs "Gehirn erforschen" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. eröffnete das Programm mit einem Dank an die Musiker und alle Unterstützer dieses Projektes und richtete die Grüße vom Schirmherrn des DMSG-Bundesverbandes aus. 

Christian Wulff, Bundespräsident a.D. hat zum zweiten Mal auch die Schirmherrschaft für dieses Konzert übernommen. Da er leider dieses Mal nicht persönlich teilnehmen konnte, drückte er in Form eines Grußwortes im Programmheft seinen Dank an die Musiker und die Besucher des Konzertes aus, die "mit einem unvergesslichen Konzerterlebnis zugleich die Forschungsförderung der DMSG unterstützen, von der in Deutschland über 240.000 und weltweit 2,5 Millionen Menschen mit MS profitieren."  

Gemeinsam für eine Welt ohne MS

Die Fortschritte der Neuroforschung in der Frühdiagnostik und in der Behandlung betonte Prof. Dr. med. Ulf Ziemann, Präsident des 92. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Ärztlicher Direktor der Neurologie am Universitätsklinikum Tübingen. So sei für die schubförmige MS mittlerweile das Behandlungsziel die Freiheit von entzündlicher Aktivität im klinischen Verlauf und auch in den bildgebenden Untersuchungen von Gehirn und Rückenmark. "Das wär noch vor kurzer Zeit ein kaum vorstellbarer therapeutischer Anspruch gewesen", betonte er zugleich den Forschungsbedarf auf dem Gebiet der chronisch-progredienten und hochaktiven Verlaufsformen sowie hinsichtlich der Ursachen der Erkrankung: "Den betroffenen Patienten wünsche ich Zuversicht auf dem Weg zu einer noch wirksameren Behandlung ihrer Erkrankung und Mut bei der Gestaltung der Zukunft." 

Nach drei Zugaben und tosendem Beifall klang der Abend mit einem geselligen Empfang aus und dem einvernehmlichen Wunsch nach einer weiteren Wiederholung dieses gleichermaßen klangvollen wie sinnstiftenden Konzertes. 

- 01.10.2019