Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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„Ich möchte Geschichten erzählen, die das Publikum berühren“

Mit „Morgenschwarm“ eroberte Regisseur Thomas Fröhlich (Jahrgang 1969) die Herzen der Zuschauer beim Festakt des DMSG-Bundesverbandes am 27. Oktober 2005 in Berlin. Im 'aktiv'-Interview spricht der an MS erkrankte Berliner Filmemacher über seine Arbeit und sein Leben.

Sie haben nach dem Abitur eine Banklehre absolviert, mehrere Semester Jura studiert, schließlich hat aber Ihre Leidenschaft Filme zu drehen die Oberhand gewonnen. Woher rührt diese Leidenschaft?

Thomas FröhlichThomas Fröhlich: Eigentlich ist mein Vater dafür verant-wortlich. Er hat mich schon als 3 Jährigen ins Kino mitgeschleppt und später durfte ich mit seiner Super8-Kamera kleine Filme drehen. Damit fing sicher die Faszination und Begeisterung an, Geschichten nur mit Bildern zu erzählen. Ich habe aber erst einen kleinen Umweg gemacht, bis ich soweit war, mich zu dieser Begeisterung zu bekennen. Allerdings schadet es beim Film nicht, wenn man sich ein wenig mit Geld und Rechten auskennt.

Haben Sie bestimmte Lieblingsthemen, die Sie in Ihren Filmen verarbeiten? Wer schreibt die Drehbücher? Wollen Sie mit Ihren Filmen in erster Linie unterhalten, oder wollen Sie eine Botschaft vermitteln und wenn ja, welche?

Thomas Fröhlich: Ein Lieblingsthema habe ich nicht. Ich finde es spannender, jedes Mal Neues zu entdecken und zu erkunden und daraus eine Geschichte entstehen zu lassen. Immer neue Variationen des gleichen Themas herzustellen, wäre nicht mein Ding.
Momentan schreibe ich meine Drehbücher noch selber, aber ich freue mich schon darauf, das Drehbuch eines anderen verfilmen zu dürfen. Es hat einfach einen besonderen Reiz und eine besondere Verantwortung, die Geschichte eines anderen in Bildern umzusetzen.
Nein, ich bin auf keiner Mission und will auch keine besondere Botschaft vermitteln. Ich möchte Geschichten erzählen, die das Publikum berühren und in ihren Bann ziehen.

Wie gelingt es Ihnen, Ihre bürgerliche Berufstätigkeit und ihre Arbeit als Filmregisseur unter einen Hut zu bringen?

Thomas Fröhlich: Es ist anstrengend und keine Lösung auf Dauer. Die bürgerliche Berufstätigkeit hat es mir ermöglicht, nach Jahren der Flaute wieder einen Film zu drehen. Dafür bin ich sehr dankbar. Mit diesem Film versuche ich nun den Weg zurück in die Filmindustrie zu finden. Es wäre natürlich toll, wenn ich mich schon bald wieder ausschließlich auf Film konzentrieren könnte.

Nach drei Kurzfilmen, arbeiten Sie jetzt erstmalig an einem abendfüllenden Spielfilm. Worum geht es in „89 Minuten“. Wer sind die Schauspieler? Wann kommt der Film ins Kino?

Thomas Fröhlich: Es ist die Geschichte eines jungen Polizisten, der sich tadellos verhalten muss, da er auf der Abschussliste seiner Vorgesetzten gelandet ist. Doch ein Raubüberfall mit Geiselnahme macht es ihm in den nächsten 89 Minuten verdammt schwer, sich an Regeln und Befehle zu halten, wenn er das Leben der Geisel retten will.
Das Projekt steht noch ganz am Anfang und ich bin gerade mit einem Produzenten im Gespräch. Insofern kann ich noch gar nicht genau sagen, ob und wann der Film ins Kino kommt, beziehungsweise wer die Schauspieler sein werden. Wir haben da schon einige Ideen diskutiert und wenn alles gut geht, kann man den Film vielleicht schon im Sommer 2007 sehen.

Sie sind seit 1991 an MS erkrankt, seit 1996 zweifelsfrei diagnostiziert. Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf Ihr Leben, Ihre filmische Arbeit? Wie haben Sie den Diagnoseschock bewältigt? Verarbeiten Sie Ihre Erfahrungen mit der Erkrankung auch filmisch oder könnten Sie sich vorstellen, einen Spielfilm zu diesem Thema zu drehen? Wenn ja, was wäre Ihnen wichtig darzustellen?

Thomas Fröhlich: Weil es bei mir fünf Jahre gedauert hat, bis eine endgültige Diagnose feststand, war ich eigentlich ganz gut darauf vorbereitet und vorerst fast erleichtert, dass die Zeit der Ungewissheit vorbei war. Mir schien die Diagnose MS wesentlich besser als die Alternativen, die die Ärzte in Erwägung gezogen hatten, wie z.B. „Gehirntumor. “ Da ich mich mittlerweile auch mit der MS beschäftigt hatte, war ich am Anfang mehr damit beschäftigt, meine Umwelt zu beruhigen und aufzuklären, als mir Sorgen um mich selbst zu machen. Einen sprichwörtlichen Schock gab es daher nicht. Eher ein langsames Umdenken, eine Neugewichtung von Zielen und Lebensvorstellungen. Ich hatte Jura gerade aufgegeben und arbeitete als Regieassistent. Die MS hatte auf meine Arbeit insofern eine Auswirkung, dass ich nach der Diagnose, trotzig reagiert habe und mir dachte, jetzt erst recht. Und so sehe ich es auch heute noch. Jetzt erst recht.

Kurzfilm "Morgenschwarm"Natürlich geistert in meinem Kopf immer der Gedanke, wie man die MS oder vielmehr das Leben mit der Krankheit in einen Spielfilm oder auch in einer Werbung verarbeiten könnte. Ich habe noch keine konkreten Vorstellungen, wie so ein Film aussehen könnte. Gleichzeitig weiß ich aber, dass ich die Zuschauer mit einem positiven Gefühl und mit der Zuversicht entlassen würde, dass es ein schönes und erfülltes Leben auch mit MS geben kann.

Vielen Dank für das Gespräch.

Redaktion: DMSG, Bundesverband e.V. - 01. Dezember 2005

Letzte Änderung: 28.10.2006

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