Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Leben mit MS


Multiple Sklerose und Kinderwunsch: Studie nimmt Ängste vor Schwangerschaft & Geburt

Für Frauen, die an Multipler Sklerose leiden, stellt die Krankheit kein Hindernis dar, Kinder zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Forscher der University of British Columbia. Deren Untersuchungen bestätigen bisherige Erkenntnisse, dass die neurologische Krankheit keine negativen Auswirkungen auf die Geburt und den Nachwuchs selbst hat. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Annals of Neurology" erschienen (doi:10.1002/ana.22483).

Für Ihre Untersuchung analysierten die Wissenschaftler Daten der "British Columbia MS Clinics' Database" und des "British Columbia Perinatal Database Registry". Zwischen 1998 und 2009 wurden demnach 432 Frauen mit MS und 2.975 gesunde Frauen erfasst, die ein Kind bekommen haben. Der Datenvergleich dieser beiden Gruppen berücksichtigte den Zeitpunkt der Geburt jedes Kindes (Frühgeburt, termingerecht oder später), sein Geburtsgewicht und die Geburtsart sowie das Alter, in dem die Krankheit bei der Mutter ausgebrochen war, die Krankheitsdauer und den Grad der Behinderung.

MS der Mutter bringt keine Nachteile für Geburtsgewicht und Befinden der Kinder

Wie das Forscherteam um Studienleiterin Dr. Helen Tremlett feststellte, kamen die Kinder MS-kranker Frauen nicht früher zur Welt und unterschieden sich auch nicht in ihrem Geburtsgewicht. Bezüglich der Geburtsart (vaginale Geburt oder Kaiserschnitt) gab es keinen Unterschied zwischen kranken und gesunden Frauen. Auch die Krankheitsdauer hatte keinen Einfluss auf die Geburt oder das Befinden der Kinder nach der Geburt. "Unsere Ergebnisse könnten MS-kranken Frauen, die planen, eine Familie zu gründen, die Ängste nehmen", so Dr. Helen Tremlett.

Die Mehrheit der MS-Erkrankten sind Frauen. Oft bricht die Krankheit im frühen Erwachsenenalter aus - eine Zeit, in der viele mit der Familienplanung beginnen. Ein Drittel der Frauen mit MS bekommen demnach ihre Kinder, nachdem die Krankheit bereits ausgebrochen ist.

Aus medizinischer Sicht spricht in der Regel nichts gegen eine Schwangerschaft mit MS. Es scheint sogar so zu sein, dass der Verlauf der Krankheit während einer Schwangerschaft positiv beeinflusst wird. Häufig sinkt die Schubrate. Schwangerschaften und Geburten verlaufen in der Regel komplikationslos, und es gibt keine Hinweise, dass sich die Erkrankung negativ auf die Schwangerschaft auswirkt (PRIMS-Studie). Obwohl sich die Wahrscheinlichkeit eines Schubs nach der Entbindung erhöht.

Multiple Sklerose kein Ausschlusskriterium für eine Schwangerschaft

"Schwangerschaft und Multiple Sklerose schließen sich keineswegs aus", bestätigt auch Prof. Dr. med. Judith Haas, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat der DMSG Bundesverband e. V. und erklärt im Podcast-Interview, was MS-erkrankte Frauen berücksichtigen sollten.

Hier sehen Sie Videos der DMSG zum Thema Schwangerschaft und MS

  • Der erste Teil des Videos beschäftigt sich mit der Zeit der Schwangerschaft. Wann planen MS-Erkrankte am besten eine Schwangerschaft, was gilt es zu bedenken und welche Medikamente sollten rechtzeitig abgesetzt werden? Mehr
  •  Im zweiten Teil erklärt Prof. Dr. med. Judith Haas, was schwangere MS-Erkrankte für die Zeit nach der Geburt wissen sollten. Löst die Geburt Schübe aus und kann ich mein Kind überhaupt stillen oder sollte ich möglichst schnell meine Therapie fortsetzen? Das sind die wesentlichen Fragen, die junge Mütter bewegen, wenn sie MS-betroffen sind. Damit verbunden ist die Frage, ab wann man eine Basistherapie wieder aufnehmen soll. Mehr

Die Diagnose MS bedeutet nicht das Aus für den Kinderwunsch

Die Krankheit MS macht jedoch einige zusätzliche Überlegungen nötig. Wie alle zukünftigen Eltern sollten sich auch MS-Erkrankte schon im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie das Kind auf lange Sicht betreut werden kann, und bezogen auf Ihre persönliche Situation, wer ihnen bei einer eventuellen Verschlechterung des Gesundheitszustandes behilflich sein könnte.

In der Phase der Familienplanung tauchen viele Fragen auf. Das MS-Infoblatt des DMSG-Bundesverbandes liefert Antworten. Mehr

AndreaundAmelieWeitere Informationen zu Partnerschaft, Schwangerschaft und Kindererziehung finden Sie in der DMSG-Broschüre "Familienleben mit MS". 
Hier berichtet auch Andrea R. über ihre Erfahrungen rund um die Geburt ihrer Tochter Amelie – von Schwangerschaft, Stillen bis zur positiven Auswirkung auf ihren Gesundheitszustand. Heute sagt die junge Mutter: "Amelie ist der Sonnenschein meines Lebens." Mehr 

 

 

Quelle: EurekaAlert, Fachzeitschrift "Annals of Neurology" – 27. Juni 2011
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 29. Juni 2011

Letzte Änderung: 29.06.2011

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