- 17.06.2010
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Internationale Studie: Wie wirkt sich Multiple Sklerose auf das Berufsleben aus?
Knapp 8.700 Menschen aus 125 Ländern nahmen an einer Umfrage teil, die von der Multiple Sclerosis International Federation (MSIF) in Auftrag gegeben worden war, um mehr über die Folgen der Multiplen Sklerose für die Berufssituation der Erkrankten herauszufinden. Auch der DMSG-Bundesverband hatte zur Teilnahme aufgerufen.
Erste Ergebnisse liegen jetzt vor: Obwohl sich 96 Prozent der Befragten im erwerbsfähigen Alter befanden (19 bis 60 Jahre), arbeiteten demnach 41 Prozent nicht. Unklar bleibt in den bisher vorliegenden Daten allerdings, wie viele MS-Erkrankte in dieser Gruppe vor der Diagnose einer Beschäftigung nachgegangen sind.
Zwei Drittel der Befragten arbeiten trotz MS
Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer, 59 Prozent, gab an, noch berufstätig zu sein, mehr als zwei Drittel davon sogar in Vollzeit. Allerdings blieb die Krankheit bei 67 Prozent nicht ohne Auswirkungen auf ihren Beruf - in Form von Reduzierung der Arbeitszeit, Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Art der Tätigkeit.
Zudem belegt die internationale Untersuchung, dass bei fast der Hälfte der MS-Erkrankten, die ihre Erwerbstätigkeit aufgegeben haben, dieser Schritt innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose erfolgte.
Fatique und eingeschränkte Mobilität sind die größten Hemmnisse
Ein hoher Anteil derer, die als arbeitslos gemeldet waren (85 Prozent) berichtete, dass die Fatique das größte Hindernis für eine Berufstätigkeit sei. Zudem sagten 72 Prozent, dass sich auch Probleme mit der Mobilität negativ auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Flexible Arbeitsbedingungen und mehr Aufklärung gefordert
Auf die Frage, welche Änderungen nötig wären, um den Betroffenen zu ermöglichen, ihre Berufstätigkeit fortzusetzen, wurden am häufigsten flexible Arbeitsbedingungen genannt. Gefolgt von dem Wunsch nach besserer Aufklärung der Vorgesetzten und Kollegen über die Multiple Sklerose. Insbesondere darüber, wie sich die Krankheit auf die Fähigkeit der Betroffenen auswirkt, in ihrem Arbeitsumfeld zu agieren. Als eine einfache Maßnahme, die ihnen dabei helfen könnte, besser durch den Arbeitstag zu kommen, schlug ein Großteil der MS-Erkrankten vor, am Arbeitsplatz einen Ruheraum bereit zu stellen.
Politik und Arbeitgeber sind zum Handeln aufgerufen
Ayesha Ali, Kampagnen- und Kommunikations - Manager der MSIF, zog eine erste Bilanz: "Die Berufstätigkeit ist ein fundamentaler Bereich in unserem Leben. Sie liefert nicht nur ein finanzielles Einkommen, sondern auch Selbstwertgefühl und die Möglichkeit, ein unabhängiges Leben zu führen. Unsere Untersuchung offenbarte einige der Hindernisse, die es MS-Erkrankten erschweren, weiterhin am Erwerbsleben teilzunehmen.
Wir appellieren an Regierungen und Arbeitgeber, diese Barrieren in Angriff zu nehmen und Menschen mit MS zu helfen, im Arbeitsleben zu verbleiben."
Die am Welt MS Tag 2010 veröffentlichte Studie ist nach Angaben der MSIF die erste, die weltweit durchgeführt wurde. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Ein Bericht mit weiteren Details ist für August angekündigt.
Einen ersten Überblick und weitere Informationen erhalten Sie hier
MS-Register der DMSG informiert seit 2001 zur Lage in Deutschland
Unter Federführung der DMSG, Bundesverband e.V., wurde bereits 2001 ein flächendeckendes MS-Register ins Leben gerufen. Der Basisdatensatz wird seit der Pilotphase kontinuierlich modifiziert und aktuelle Informationen der beteiligten MS-Zentren, Akut- und Rehabilitationskliniken sowie Schwerpunktpraxen eingepflegt. Ziel war und ist es, aussagekräftige Daten zur Zahl von Menschen mit MS, zur Verlaufsform der Erkrankung und zur Versorgungssituation in Deutschland zu erhalten. Auch der Bereich Erwerbstätigkeit ist Gegenstand der Untersuchung.
Demnach bezogen hierzulande nach einer Krankheitsdauer von knapp 13 Jahren fast 40 Prozent der MS-Patienten bei einem mittleren Alter von 44 Jahren Rentenleistungen aufgrund einer Erwerbsminderung. Nur 28 Prozent waren noch in Vollzeit berufstätig.
Das deutsche MS-Register gilt als eine der größten Datensammlung zur Multiplen Sklerose und liefert wichtige Daten zum Aufbau eines europäischen MS-Registers.
Mehr Informationen zum MS-Register finden Sie hier und in der DMSG-Broschüre "MS in Deutschland".
Zwei Drittel der Befragten arbeiten trotz MS
Die große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer, 59 Prozent, gab an, noch berufstätig zu sein, mehr als zwei Drittel davon sogar in Vollzeit. Allerdings blieb die Krankheit bei 67 Prozent nicht ohne Auswirkungen auf ihren Beruf - in Form von Reduzierung der Arbeitszeit, Wechsel des Arbeitsplatzes oder der Art der Tätigkeit.
Zudem belegt die internationale Untersuchung, dass bei fast der Hälfte der MS-Erkrankten, die ihre Erwerbstätigkeit aufgegeben haben, dieser Schritt innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose erfolgte.
Fatique und eingeschränkte Mobilität sind die größten Hemmnisse
Ein hoher Anteil derer, die als arbeitslos gemeldet waren (85 Prozent) berichtete, dass die Fatique das größte Hindernis für eine Berufstätigkeit sei. Zudem sagten 72 Prozent, dass sich auch Probleme mit der Mobilität negativ auf ihre Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Flexible Arbeitsbedingungen und mehr Aufklärung gefordert
Auf die Frage, welche Änderungen nötig wären, um den Betroffenen zu ermöglichen, ihre Berufstätigkeit fortzusetzen, wurden am häufigsten flexible Arbeitsbedingungen genannt. Gefolgt von dem Wunsch nach besserer Aufklärung der Vorgesetzten und Kollegen über die Multiple Sklerose. Insbesondere darüber, wie sich die Krankheit auf die Fähigkeit der Betroffenen auswirkt, in ihrem Arbeitsumfeld zu agieren. Als eine einfache Maßnahme, die ihnen dabei helfen könnte, besser durch den Arbeitstag zu kommen, schlug ein Großteil der MS-Erkrankten vor, am Arbeitsplatz einen Ruheraum bereit zu stellen.
Politik und Arbeitgeber sind zum Handeln aufgerufen
Ayesha Ali, Kampagnen- und Kommunikations - Manager der MSIF, zog eine erste Bilanz: "Die Berufstätigkeit ist ein fundamentaler Bereich in unserem Leben. Sie liefert nicht nur ein finanzielles Einkommen, sondern auch Selbstwertgefühl und die Möglichkeit, ein unabhängiges Leben zu führen. Unsere Untersuchung offenbarte einige der Hindernisse, die es MS-Erkrankten erschweren, weiterhin am Erwerbsleben teilzunehmen.
Wir appellieren an Regierungen und Arbeitgeber, diese Barrieren in Angriff zu nehmen und Menschen mit MS zu helfen, im Arbeitsleben zu verbleiben."
Die am Welt MS Tag 2010 veröffentlichte Studie ist nach Angaben der MSIF die erste, die weltweit durchgeführt wurde. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen. Ein Bericht mit weiteren Details ist für August angekündigt.
Einen ersten Überblick und weitere Informationen erhalten Sie hier
MS-Register der DMSG informiert seit 2001 zur Lage in Deutschland
Unter Federführung der DMSG, Bundesverband e.V., wurde bereits 2001 ein flächendeckendes MS-Register ins Leben gerufen. Der Basisdatensatz wird seit der Pilotphase kontinuierlich modifiziert und aktuelle Informationen der beteiligten MS-Zentren, Akut- und Rehabilitationskliniken sowie Schwerpunktpraxen eingepflegt. Ziel war und ist es, aussagekräftige Daten zur Zahl von Menschen mit MS, zur Verlaufsform der Erkrankung und zur Versorgungssituation in Deutschland zu erhalten. Auch der Bereich Erwerbstätigkeit ist Gegenstand der Untersuchung.
Demnach bezogen hierzulande nach einer Krankheitsdauer von knapp 13 Jahren fast 40 Prozent der MS-Patienten bei einem mittleren Alter von 44 Jahren Rentenleistungen aufgrund einer Erwerbsminderung. Nur 28 Prozent waren noch in Vollzeit berufstätig.
Das deutsche MS-Register gilt als eine der größten Datensammlung zur Multiplen Sklerose und liefert wichtige Daten zum Aufbau eines europäischen MS-Registers.
Mehr Informationen zum MS-Register finden Sie hier und in der DMSG-Broschüre "MS in Deutschland".
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Quelle: MSIF survey on Employment and MS - Juni 2010 Redaktion: DMSG, Bundesverband e.V. - 17. Juni 2010 |
Letzte Änderung: 18.06.2010
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