- 01.03.2011
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Podcast zu "Depressionen bei MS" (Teil 2)
Viele MS-Erkrankte leiden unter depressiven Verstimmungen. Wie sich das auf die Multiple Sklerose auswirken kann und was hilft, aus dem Tief herauszukommen, darüber spricht der Neurologe und Psychiater Dr.Martin Meier mit seiner Patientin Corinna Ferenac im aktuellen DMSG-Podcast.
Antriebsschwäche, Lustlosigkeit und das Gefühl "Du bist gar nichts mehr wert": Corinna Ferenac kennt diese Auswirkungen einer Depression allzu gut. Die MS-Erkrankte hatte Phasen, in denen ihr schon morgens die Energie fehlte, das Bett zu verlassen und tagsüber mehr zu machen als Essen und Schlafen. Erst abends wurde es etwas besser. Diese "Tagesrhythmik" sei typisch bei depressiven Störungen, erklärt Dr. Martin Meier im aktuellen Podcast von DMSG-Bundesverband und AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg.
Im Gespräch mit seiner Patientin verdeutlicht der in der Marianne- Strauß-Klinik am Starnberger See tätige Neurologe die Zusammenhänge von Depression und MS - vom Einfluss der Jahreszeiten, der Bedeutung von Tageslicht, sozialen Kontakten und Mobilität bis zu den Möglichkeiten der Behandlung. Eine Depression habe durchaus negativen Einfluss auf das körperliche Befinden - besonders bei MS, sagt Dr. Meier. Fehlende Bewegung und Gesellschaft verstärkten die depressive Verstimmung und bewirkten, dass sich auch die motorischen Fähigkeiten der Erkrankten verschlechterten. "Ein Teufelskreis", bestätigt Corinna Ferenac.
Teufelskreis Depression
"Dieser Teufelskreis kann durchbrochen werden", betont Dr. Meier. Im Rahmen einer psychopharmakologischen Behandlung, einer Verhaltenstherapie und durch Gespräche.
Auch ein stationärer Aufenthalt kann sinnvoll sein. Die Angst davor sei unbegründet, berichtet seine Patientin aus eigener Erfahrung. Im Gegenteil: In der Klinik könne sie Urlaub von der Erkrankung machen. Hier müsse sie nichts erklären, fühle sich mit ihren Sorgen gut aufgehoben. "Wenn ich die Depression nicht hätte behandeln lassen, wäre es körperlich bergab gegangen mit mir – extrem", ist sie sich sicher.
Vor allem rät Corinna Ferenac, sich nicht zurückzuziehen, sondern aktiv Kontakt zu anderen Erkrankten zu suchen, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe. Dort merke man schnell: "Ich bin nicht die Einzige", ermutigt sie, Hilfe anzunehmen.
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Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 01. März 2011 |
Letzte Änderung: 01.03.2011
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