Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Spenden und Helfen


In vier Tagen von London nach Paris: Martin Meyer stellt sich der Herausforderung-für Menschen mit Multipler Sklerose

"Wer sich vornimmt, in vier Tagen 500 Kilometer Rad zu fahren, ist entweder Profisportler, verrückt oder ein echter Held", schreibt die Berliner Zeitung über Martin Meyer, der in einem internationalen Team bei der Benefiz-Tour "London Paris bike ride" zugunsten des DMSG-Bundesverbandes gestartet ist-sein Ziel: "Brücken bilden für Menschen mit MS." Im Tour-Tagebuch berichtet der 43-Jährige über seine Erlebnisse.

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Martin Meyer hat in der eigenen Familie erlebt, was es für Menschen mit Multipler Sklerose und ihr persönliches Umfeld bedeutet, plötzlich mit dieser unheilbaren Krankheit konfrontiert zu sein. Sein Vater hat seit 25 Jahren MS. Die Diagnose erhielt er mit Ende 30. "Ich weiß, was das für einen Menschen ausmacht, wenn er auf einmal so ein Schicksal annehmen muss", erklärt Martin Meyer im Gespräch mit dem DMSG-Bundesverband seine Motivation, mit dieser ganz besonderen Aktion die Arbeit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft für die Belange von MS-Erkrankten zu unterstützen.

"Ich will Brücken bauen zwischen Menschen, die spenden wollen und denjenigen die Hilfe brauchen"

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Der 43-Jährige beteiligt sich an der "London Paris bike ride", einer Benefiztour, bei der 130 Menschen aus ganz Europa gemeinsam mit dem Fahrrad innerhalb von vier Tagen von London nach Paris fahren – jeder Teilnehmer wählt eine gemeinnützige Organisation, für deren Anliegen er bei dieser Tour um Spenden wirbt. Meyer hat sich für die Multiple Sklerose Gesellschaften in Deutschland und dem Vereinigten Königreich England entschieden. "Ich will eine Brücke bilden zwischen Menschen, die spenden wollen und denjenigen die Hilfe brauchen", sagt der Berliner und erklärt auch, warum er "zweigleisig" fährt: "Ich bin in beiden Ländern zu Hause." 

Gemeinsam stark

Meyer, der als Bereichsleiter Logistik an der Berliner Charité arbeitet, studierte in Kuba, Kanada und Großbritannien, wo er in den letzten zehn Jahren auch gelebt hat. Daher wisse er, dass es um die medizinische Versorgung in Deutschland noch vergleichsweise gut bestellt sei. "Obwohl sich das nach und nach ändert", betont er den Handlungsbedarf. Zunehmend sei auch in Deutschland mehr Eigenleistung sowie Verantwortungsgefühl für die Schwachen in der Gesellschaft gefragt. Die Bereitschaft, sich sozial zu engagieren und mit Charity-Aktionen einzubringen, sei in England wesentlich ausgeprägter. Diese Einstellung habe er in sein Heimatland mitgebracht und hofft auf viele Mitstreiter, verdeutlicht er: "Ich bin gesund - zum Glück". Grund genug, für andere aktiv zu werden.

"Das wird spannend": Meyer startet voller Elan zur Marathon-Tour

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Privat

Martin Meyer beim Trainingsauftakt für die London Paris bike ride.

Seit einem Jahr arbeitet der gebürtige Hannoveraner in Berlin. Nachdem er in England vor zwei Jahren bereits mit dem "kleinsten Oktoberfest der Welt" erfolgreich Spenden gesammelt hat, will er jetzt "etwas Großes" auf die Beine stellen. Ein "Iron-Man" sei er jedoch nicht. Mindestens 100 Kilometer am Tag: Eine Tour in dieser Größenordnung habe Meyer noch nie gemacht. Dennoch stellt er sich der Herausforderung.
Im Vorfeld habe er viele Experten gefragt, ob es realistisch ist, als Nicht-Profi vier Tage am Stück diese Distanzen zurückzulegen. Die Antwort lautete schlichtweg: "Nein", verrät er. Zwei Monate Vorbereitung seien das Minimum. Aus diesem Grund nutzt der 43-Jährige jede freie Minute zum Training. Über Zufälle habe er einen mehrfachen Berliner Meister im Radfahren kennengelernt. Dieser baute ihm das passende Rad zusammen und gab ihm bei ersten gemeinsamen Touren wichtige Tipps.


Keiner startet allein:  Das "Anglo-German Racing Team" bei der Generalprobe in Manchester

Meyer_M_Start250Über Ostern trainierte der Deutsche das erste Mal in Manchester zusammen mit seinen Kollegen im "Anglo-German Racing Team" mit den Engländern Adrian Marsh und Tom Turner sowie dem Nordiren Gavin Hegarty, die für die Cancer Research UK mitfahren. Bei dieser Benefizaktion geht es nicht darum, große Distanzen zu überwinden. Vielmehr steht im Vordergrund, in der Gruppe gemeinsam Gutes zu bewirken, Freundschaften zu schließen und Hilfsbereitschaft zu wecken. Mehr


Vom Herzen Londons bis zum Eifelturm


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Heute, am 1. Juni 2011, ist der Startschuss in London gefallen. Nach der ersten Strecke durch den Norden Englands geht es per Fähre nach Calais. Weiter nach Abbeville und an der Somme entlang Richtung Beauvais. Die Ankunft ist für den 4. Juni am Eiffelturm in Paris geplant. Übernachtet wird in Jugendherbergen und Hotels. "Wo genau, ist noch eine Überraschung”, sagt Meyer. Das Gepäck samt Notebook für das Tour-Tagebuch fährt im Begleitfahrzeug mit.

Der Aufwand für Martin Meyer ist groß. Eine Woche Urlaub hat sich der Logistiker für diese Fundraising-Aktion genommen. Sämtliche Unkosten, von Ausrüstung, Unterbringung, Reisekosten bis zur Teilnahmegebühr, trägt der 43-Jährige aus eigener Tasche, so dass die Spenden zu 100 Prozent der Hilfe für MS-Erkrankte zugute kommen.

"Man muss nicht nach Paris fahren, um Menschen mit MS zu helfen", bittet der Berliner um Spenden, um das Engagement zugunsten von MS-Erkrankten zu unterstützen: "Wir alle können etwas tun."


Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Auf diesem Konto bei der Commerzbank kommen Spenden ohne Abzüge beim DMSG-Bundesverband an:

Stichwort: London nach Paris für die DMSG
Konto-Nr: 0597743401
BLZ: 10040000


Während des Rennens hält Sie der DMSG-Bundesverband in den nächsten Tagen auf www.dmsg.de auf dem Laufenden.
Wann immer sich eine Möglichkeit bietet, berichtet Martin Meyer von seinen Eindrücken und Erlebnissen bei der Tour.

Der Start ist geglückt:

02. Juni 2011: Die erste Etappe ist geschafft!

Über 140km! Gestartet sind wir gegen 07:00 Uhr englischer Zeit. Das Anglo German racing Team ist um 15:15 Uhr in Dover angekommen. Fahrzeit auf dem Fahrrad: 5:43 Stunden.
120 Personen nehmen am Rennen teil -aus England, Wales, Schottland, Irland, Polen, Amerika, Suedarfrika. Die meisten leben aber in UK. 10 Leute haben es gestern nicht rechtzeitig bis 18:00 Uhr auf die Fähre geschafft. Ansonsten keine Stürze oder Verletzungen. 
Wir sind überwiegend Landstraßen gefahren. Super Strecke, super Wetter! Leider auch einige Steigungen zu bewältigen, an einer Stelle über 25 Prozent. Hin und wieder sind einige auch vom Rad abgestiegen.
Heute stehen 120 Kilometer an. Nun durch Frankreich. Super Wetter und noch wämer als gestern.

Bislang sind, auf alle Teilnehmer gerechnet, 130.000 britische Pfnd an Spenden zusammengekommen. Tendenz steigend.

Gruß
Martin Meyer

03. Juni 2011: erste Stürze und Bandagen

Hallo und guten Morgen!

Auch Tag 2 ist ueberstanden! 120km von Calais nach Abbeville bei super Wetter, schöner Landschaft und netten Leuten, die sich alle für irgendeine gute Sache engagieren. Gestartet sind wir um 08:30 Uhr und angekommen gegen 16:00 Uhr. Da auch in Frankreich ein Feiertag gewesen ist, war es auf den Straßen sehr ruhig und super zu fahren. Auch gestern hatten wir einige Anstiege zu meistern. Es machen sich nun die unterschiedlichen Fitnesslevel bemerkbar. Die letzten sind erst gegen 19:30 Uhr im Hotel angekommen. Die ersten Verschleißerscheinungen sind nun bei einigen Teilnehmern sichtbar. Bandagen an Knien und Armen und leider auch der ein oder andere Sturz. Wir waren mit die ersten im Ziel, wobei wir uns immer wieder dran erinnern müssen: Dabei sein und ankommen ist das Ziel und nicht die gefahrene Zeit!

Viel Spaß
Martin Meyer

04. Juni 2011: Stimmung super - gleich geht es nach Pars!

Hallo und einen sonnigen guten Morgen!

Gestern sind wir nur mal so 112 Kilometer gefahren. War also ein ziemlich entspannter Tag im Vergleich zu den Vortagen ;-). Wenig Steigungen, dafür aber teilweise Gegenwind und Temperaturen ueber 30 Grad Celsius. Stimmung im Team ist weiterhin super. Gerade die Pausen und die Abende bieten Gelegenheit, die anderen Teilnehmer kennenzulernen. David aus Cumbria ist mit 64 Jahren der älteste Teilnehmer, leidenschaftlicher Radfahrer und fit wie ein Turnschuh. Kisho ist Nepalese und ein Gurkha und ehemaliger Soldat. Einige Teilnehmer quälen sich hier richtig. Aufgeben will aber keiner: "Es haben so viele Leute gespendet, ich kann jetzt nicht einfach aufgeben". Eine andere Aussage war: "Mein Vater ist vor einigen Jahren an Krebs gestorben, ich fahre hier für ihn und die Krebsgesellschaft". Der Gute ist schon am ersten Tag nach 10 Meilen nach einer Abfahrt gestürzt. Ansonsten ist alles gut hier und gleich geht es los nach Paris!

Sonnige Grüße nach Deutschland!
Martin Meyer

05. Juni 2011: Es ist geschafft!

Wir sind angekommen! Super Gefühl nach fast 500 km und 4 Tagen auf dem Fahrrad auf den Arc de Triomphe zuzufahren und danach dann zum Eifelturm abzubiegen! Wir sind im Konvoi gefahren, d.h. wir haben uns alle zum letzten Stopp getroffen, uns die blauen T-Shirts mit der Aufschrift "I cycled from London to Paris" (Ich radelte von London nach Paris") übergezogen und sind dann gemeinsam weitergefahren.

Dass wir dabei ein leichtes Verkehrschaos in der Innenstadt erzeugt haben, ist dann auch nicht weiter schlimm gewesen. Viele der Pariser und Touristen haben uns zugejubelt. War richtig klasse! Am Morgen sind wir als Anglo German Racing Team noch mal eine schnelle Runde zum ersten Wasserstop gefahren.

Mit über 30km/h die Stunde Durchschnittsgeschwindigkeit war es der schnellste Abschnitt für uns. Im Anschluss sind wir dann schön entspannt durch die Vororte von Paris immer entlang der Seine gefahren. Wieder bei super Wetter und Temperaturen von über 30 Grad Celsius. Den Muskelkater und alle anderen schmerzenden Körperteile hatte ich dabei ausgeblendet! So, ich brauche jetzt erst einmal ein Bier, oder zwei!

Mit freundlichem Gruß
Martin Meyer


Sie wollen sich über die Aktion von Martin Meyer austauschen? Dann besuchen Sie doch die Facebookseite des DMSG-Bundesverbandes



Der DMSG-Bundesverband bedankt sich ganz herzlich für das Engagement von Martin Meyer und wünscht ihm alles Gute und viel Erfolg bei seiner sportlichen Spenden-Aktion! Wir drücken die Daumen, dass er wohlbehalten ans Ziel kommt!



Weitere Infos zur "London 2 Paris Charity Cycle Ride" finden Sie hier.
 

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 01. Juni 2011 (aktualisiert 06. Juni 2011)

Letzte Änderung: 10.06.2011

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