Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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DMSG International

Gemeinsam stark: Interkontinentales MS Summer Camp verbindet junge MS-Erkrankte

Traumurlaub in Kanada und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, darunter Prominente wie der Schlagzeuger der weltweit bekannten Rockband "Billy Talent": Wer die glücklichen Gesichter im MS Summer Camp sieht, ahnt nicht, was diese 30 jungen Leute aus den USA, Kanada und Deutschland verbindet-sie alle haben Multiple Sklerose, wie Jaqueline, die diese Reise beim DMSG-Bundesverband gewonnen hatte.

Jaqueline"Es war supertoll”, schwärmt die 20-jährige Jaqueline Wittmann aus Bayern, die 2008 die Diagnose MS erhielt und jetzt in Kanada eine unvergessliche Zeit erlebte. Sie war die einzige Teilnehmerin aus Deutschland. Wir berichteten
Ermöglicht wurde die einwöchige Tour durch die Kooperation des DMSG-Bundesverbandes mit der kanadischen MS-Gesellschaft, die ihr MS Summer Camp für an Multipler Sklerose erkrankte Kinder und Jugendliche erstmals auch für einen deutschen Teilnehmer öffnete. Das vor fünf Jahren in Kanada entwickelte Programm ermöglicht jungen Menschen mit MS, an einem Zeltlager am Big Rideau Lake in Ontario teilzunehmen, das abgestimmt ist auf deren Bedürfnisse und Abstand bietet vom Alltag mit der Krankheit.

Abenteuer pur – ohne die Kräfte zu überfordern

Jaqueline_FlugSchon der Flug nach Ontario war aufregend. Für Jaqueline war es die erste Auslandsreise, die sie alleine unternommen hat. Sie sei froh gewesen, am Gepäckband von der kanadischen Betreuerin Mandy Joseph abgeholt worden zu sein, verrät die 20-Jährige im Gespräch mit dem DMSG-Bundesverband.
"Die Organisation war topp", lobt sie. Im MS Summer Camp hatten Berührungsängste keine Chance. individuelle Handicaps traten sofort in den Hintergrund. Schlechte Laune? Fehlanzeige. Auch der Jetlag war schnell verflogen.

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"Im Camp ist alles straff organisiert und es ist immer was los", präsentiert Jaqueline den Zeitplan für einen typischen Tag - prall gefüllt mit Aktionen von Judo, Seifenkistenrennen bis zum Töpfern. Am besten gefallen haben Jaqueline die Kanutouren zu benachbarten Inseln. Natur und Abenteuer pur. Den ganzen Tag auf den Beinen, nachts wurde im Wald geschlafen. "Das war wirklich anstrengend", berichtet Jaqueline, aber all das habe sie ermutigt, "künftig mehr auszuprobieren".


Jaqueline_CampIn einer der kleinen Hütten auf dem Gelände war sie gemeinsam mit vier weiteren Teilnehmern untergebracht. Morgens startete der Tag mit Schwimmen und Fischen. Danach trafen sich alle zum Flagge hissen bevor um neun Uhr das gemeinsame Frühstück eingenommen wurde. Die Betreuer und Krankenschwestern achteten nicht nur darauf, dass alle rechtzeitig ihre Medikamente einnahmen. Auch die "Sip Slap Slop" genannten Trinkpausen wurden strikt eingehalten.

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Mindestens eine sportliche Aktivität stand jeden Tag auf dem Programm. Energie tanken, ohne die eigenen Kräfte zu überfordern, lautete die Devise im Camp. Versüßt wurde das Ganze durch prominente Gäste, wie dem Basketballteam "Ravens" von der Carleton University.

Leben mit MS - Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten macht Mut

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Spannend waren die Geschichten, die hinter den verschiedenen Teilnehmern standen. "Ein Kind erhielt schon im Alter von sieben Jahren die Diagnose MS”, erzählt Jaqueline und stellte begeistert fest, wie ansteckend dessen Lebensfreude wirkte. "Ein anderer Junge war fast blind und fing auf einmal an, ausgelassen zu breakdancen. Andere hatten ihren Rollator als Gorilla verkleidet. Am Abend war "Show-time" angesagt, wenn die Betreuer eine "Super Mario"-Vorführung starteten. Die jungen Camper spielten besonders gerne die US-Kochsendung "Iron-Chef" nach. 

Zum Abschluss des Tages haben sich die 30 Teilnehmer in geselliger Runde am Lagerfeuer ausgetauscht. Die Themen reichten von der MS-Diagnose bis zum Umgang mit der Krankheit in Schule, Studium, Familie, Alltag und Therapie. Im Gespräch seien viele Unterschiede, aber noch viel mehr Gemeinsamkeiten aufgetaucht, freut sich Jaqueline: "Es hat sehr viel Mut gemacht, zu sehen wie andere junge Leute ihr Leben mit MS auf die Reihe gekriegt haben.”
Die Deutsche stand schnell im Zentrum des Interesses. War sie doch die einzige, die schon die Pille gegen MS nimmt. "Damit war ich ein Exot", schmunzelt sie, "die haben mich richtig gelöchert mit Fragen."

KücheAuch das Essen war sehr gut. "Typisch amerikanisch mit Barbeque und Pancakes", scherzt Jaqueline. Die Sprache war kein Problem. Die Abiturientin war bestens vorbereitet und beherrscht Englisch sehr gut. Auch wenn das nicht der Fall gewesen wäre: "Kein Problem", ist sie überzeugt: "Eine Woche hier bringt mehr als ein Jahr Englischunterricht in Deutschland.”

Der Großteil der Camper kam aus den USA und Kanada. Viele verbrachten zum wiederholten Mal ihre Ferien in dem Zeltlager für junge MS-Erkrankte. Auch Jaqueline würde gerne wiederkommen. "Ich kann das nur jedem empfehlen, ich wäre so gerne nächstes Jahr selbst wieder dabei”, betont sie. "Anfangs ist man nervös, aber man ist unter Gleichgesinnten. Alle wissen hier, wie es einem geht. Das ist eine super Erfahrung.” Sie kehre jetzt gestärkt nach Hause zurück. Demnächst zieht sie aus ihrem kleinen Dorf nach München um und beginnt ein Studium der Druck- und Medientechnik.

Tränen zum Abschied – Freundschaften bleiben und werden über das Internet gepflegt

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"Du bist als kleines Mädchen in den Flughafen hereingegangen und als selbstbewusste junge Frau wieder nach Hause gekommen": Das habe ihre Mutter gesagt als sie Jaqueline vom Flughafen abholte. Beim Abflug hatte ihre vierjährige Schwester noch gewünscht: "Ich hoffe so, dass du drüben Freunde findest". Das hat sich mehr als bewahrheitet. "In dieser kurzen Zeit ist so ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden - wie in einer Familie", berichtet die 20-Jährige. "Beim Abschied haben wir alle so geheult", ist sie sich sicher, dass die neuen Kontakte über den großen Teich hinweg erhalten bleiben werden - über Facebook und die Internet-Plattform "someonelikeme.ca" (zu deutsch: "Jemand wie ich"). Zu verdanken ist dieser Blog einem prominenten Gast, den Jaqueline ebenfalls beim MS Summer Camp kennenlernte: Rockmusiker Aaron Solowoniuk.

Jemand wie ich? Viele Prominente besuchten das Camp

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Aaron Solowoniuk, Schlagzeuger der weltweit erfolgreichen kanadischen Rockband Billy Talent, erhielt im Alter von 24 die Diagnose MS. Heute ist er 36 und konnte die Krankheit mithilfe von Medikamenten, Willenskraft und den Informationen von Selbsthilfeorganisationen soweit unter Kontrolle bringen, dass er weiterhin als Musiker mit seiner Band um die Welt touren kann. Mit der Blogging-Website erfüllte er sich einen Traum. "Als ich zum ersten Mal diese Sache, genannt "MS", durchlebte, fühlte ich mich so allein", erklärt er, warum es besonders für junge MS-Erkrankte so wichtig sei, einen Platz zu haben, um mehr über die Krankheit zu lernen und mit Gleichaltrigen in der gleichen Situation ins Gespräch zu kommen. Finanziert wurde der Start von "someonelikeme.ca" mit den Erlösen aus Benefiz-Konzerten seiner Band "Billy Talent" in Toronto.

Jaqueline_CamptorDie Musiker halfen auch dabei, das Camp für Kinder mit MS ins Leben zu rufen. Rockstar Aaron mischte sich auch dieses Jahr einige Tage unter die Teilnehmer und hatte ein offenes Ohr für deren Fragen und Ängste. "Ich finde es toll, wie er sich einsetzt und was mit seiner Hilfe alles auf die Beine gestellt wird", äußert sich Jaqueline beeindruckt.

Auch der DMSG-Bundesverband bietet jungen MS-Erkrankten bei Facebook eine Plattform zum Erfahrungsaustausch.



Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 31. August 2011

Letzte Änderung: 01.09.2011

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