Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Aus dem Ärztlichen Beirat


Winterzeit ist Grippezeit

Der Ärztliche Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und das Kompetenznetz Multiple Sklerose empfehlen Grippeschutzimpfung für MS-Erkrankte.

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit haben auch Grippeviren wieder Saison. Gerade die hohe Luftfeuchtigkeit und zunehmende Kälte der letzten Wochen lässt die Patientenzahl in den Wartezimmern der Ärzte anschwellen. Alljährlich stellt sich die Frage: "Ist eine Grippeschutzimpfung sinnvoll?" "Für Multiple Sklerose Erkrankte können wir mit einem klaren ‚Ja‘ antworten", erklärt Prof. Dr. Uwe Zettl, stellvertretender Leiter der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Rostock.

"Eine Influenza-Infektion kann neue MS-Schübe auslösen und damit den Gesamtzustand der Patienten verschlechtern", so Zettl, der im Auftrag des Ärztlichen Beirats der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) eine aktuelle Stellungnahme zum Thema für Fachkollegen erarbeitet hat.

Grippeimpfung erhöht das Schubrisiko nicht

Da bei Influenza Totimpfstoffe zum Einsatz kommen, ist die Befürchtung vieler MS-Patienten, die Impfung selbst könne Schübe auslösen, in der Regel unbegründet. Eine Reihe von Studien belegen, dass die Grippeimpfung das Schubrisiko nicht erhöht. Pro Grippesaison treten zwei bis drei unterschiedliche Influenza-Stämme auf. Der diesjährige Impfstoff enthält in seiner Zusammensetzung einen Stamm des Schweinegrippevirus H1N1 sowie zwei weitere Erregerstämme. "Zwei kleinere Fallstudien, die im Zuge der Schweinegrippen-Pandemie mit MS-Patienten durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass der H1N1-Stamm ebenfalls nicht zu einem erhöhten Schubrisiko bei-trägt", sagt Zettl.
Der aktuelle Impfstoff bietet jedoch keine Sicherheit vor dem Vogelgrippe-Virus H5N1. Allerdings ist bisher auch kein direkter Übertragungsweg von Mensch zu Mensch nachgewiesen worden. Zu den bereits entwickelten Impf-stoffen liegen aktuell keine Daten zu ihren Auswirkungen auf Multiple Sklerose vor.

Impfung auch unter Immuntherapie

Nach gegenwärtigem Wissensstand wird trotz Behandlung mit den gängigen MS-Immuntherapeutika eine Impfantwort auf das Grippevirus aufgebaut. Studien mit MS-Patienten, die mit Interferon beta 1a behandelt werden, belegen, dass nach einer Grippeschutzimpfung ein ausreichender Schutz aufgebaut wird. Auch für das neue orale MS-Medikament Fingolimod ist nachgewiesen, dass es nach Influenza-Impfungen zu vergleichbaren Immunantworten wie bei gesunden Kontrollpersonen kommt.
"Eine Grippeschutzimpfung von MS-Patienten senkt das Infektionsrisiko spürbar und trägt so dazu bei, einen ungünstigen MS-Krankheitsverlauf zu verhindern. Der Impftermin beim Arzt sollte daher einen festen Platz im Kalender von MS-Patienten haben", rät Zettl abschließend.


 


Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 30. November 2011

Letzte Änderung: 30.11.2011

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