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Entstehung / Pathogenese der MS

Vitamin D und Multiple Sklerose: Gibt es einen Zusammenhang?

Nach heutigem Wissen ist ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen für den Ausbruch von MS verantwortlich. Welche Rolle spielt dabei das Vitamin D? Weltweit versuchen Forscher, verschiedene Puzzleteile zur Wirkung dieses Hoffnungsträgers zusammenzubringen.

In letzter Zeit wird Vitamin D als wahres Wundervitamin gehandelt: Es soll gegen Demenz und Parkinson wirken, das Herz schützen – und eine potente Waffe im Kampf gegen MS darstellen. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine erhöhte Sonneneinstrahlung und die damit verstärkte Vitamin-D-Produktion in der Haut vor MS schützen könnte.

Die Idee ist nicht neu: Bislang ist nachgewiesen, dass Vitamin D eine Rolle bei der MS-Prävention spielt. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass es auch die Zahl der Schübe von Patienten mit schubförmig remittierender MS reduzieren könnte.
Eine kanadische Studie dokumentierte ein erhöhtes MS-Risiko, wenn eine bestimmte Genvariante und ein Vitamin-D-Mangel zusammenfallen. Demnach könnte schon ein Mangel während der Schwangerschaft oder in jungen Jahren das MS-Risiko des Nachwuchses erhöhen.

Milchkonsum bremst die MS: Können Schwangere ihr Ungeborenes schützen?

Eine neue Langzeit-Studie, die kürzlich der American Academy of Neurology präsentiert wurde, lässt vermuten, dass die Gefahr an MS zu erkranken, für weibliche Säuglinge geringer ist, wenn deren Mütter während der Schwangerschaft viel Vollmilch oder Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen haben. 35.794 Krankenschwestern hatten die Ernährungsgewohnheiten ihrer Mütter dokumentiert. 199 dieser Töchter erkrankten innerhalb des 16-jährigen Untersuchungszeitraums an MS. Aus den vorliegenden Daten schlussfolgerten die Forscher: Schon der Konsum von vier Gläsern Milch pro Tag reduziere das MS-Risiko um 56 Prozent gegenüber der Testgruppe, in der die Mütter weniger als drei Gläser Milch pro Monat getrunken hatten. "Das beweist, dass Vitamin D Einfluss auf die MS hat", sagte Dr. Fariba Mirzaei von der Harvard School of Public Health in Boston. Denn Vollmilch, Fettfisch, wie Lachs, und die Wirkung von Sonnenlicht gelten als die wichtigsten Quellen von Vitamin D. Zudem weisen die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass die Wirkung bereits in der Gebärmutter beginnen kann.

Das Thema "Vitamin D" beschäftigt Forscher rund um den Globus

Australische Wissenschaftler entdeckten bei MS-Patienten einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel im Körper und dem Schubrisiko. Amsterdamer Forscher haben zwei weitere Aspekte herausgefunden: Nicht nur das MS-Risiko scheint mit zunehmendem Vitamin D-Level deutlich zu sinken, sondern auch der Behinderungsgrad scheint etwas weniger stark. Beides trifft nur auf Frauen zu. Letzteres könnte mit darauf hinweisen, warum mehr als doppelt so viele Frauen von MS betroffen sind wie Männer.

Sonnenanbeter und im Herbst Geborene erkranken seltener an MS

Eine US-amerikanische Zwillingsstudie belegte, dass Stubenhocker ein höheres MS-Risiko als ihre Geschwister hatten, die als Kinder mehr im Freien waren. Vermutet wird, dass das UV-Licht entweder das Immunsystem direkt beeinflusst oder indirekt über die Vitamin-D-Bildung in der Haut wirkt.
Zudem gibt es Hinweise darauf, dass ein Sonnenmangel während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes haben kann. Schottische Wissenschaftler zeigten, dass unter den im November Geborenen weniger Menschen an MS erkrankt sind als unter Kindern, die im Frühling (April/Mai) zur Welt kamen – ein Hinweis darauf, dass ein Sonnenmangel während der Schwangerschaft negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes haben kann.

Das sind spannende Ergebnisse. Wissenschaftler bremsen allerdings die allzu große Euphorie und warnen vor einer unkontrollierten Aufnahme von Vitamin-D-Präparaten, bevor diese in weiteren Studien ausreichend geprüft sind. Zu hohe Mengen können zu Gesundheitsschäden führen.

Quellen: European Journal of Neurology 2009, 63
Pressemitteilung der American Academy of Neurology, 9.Februar 2010
MSRC Latest News
Redaktion: DMSG, Bundesverband e.V. - 9. April 2010

Letzte Änderung: 16.04.2010

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