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Entstehung / Pathogenese der MS

Multiple Sklerose: Höhere Krankheitsaktivität in Frühjahr und Sommer

Neue Hirnläsionen treten bei MS-Erkrankten im Frühjahr und Sommer deutlich häufiger auf als in den beiden anderen Jahreszeiten. Dies ergab eine Studie an unbehandelten Patienten, die im Journal "Neurology" der American Academy of Neurology veröffentlicht wurde.

Forscher Dominik Meier vom Brigham and Women's Hospital in Boston hat die kernspintomographischen Aufnahmen von 44 Patienten ausgewertet. Diese datieren aus den Jahren 1991 bis 1993, als es noch keine Medikamente gab, die den Verlauf der MS günstig beeinflussen können.

Die untersuchte Patientengruppe wurde nicht therapiert, und die Krankheitsaktivität wurde im Anschluss an die Diagnose relativ großzügig überwacht. In den ersten acht Wochen wurde wöchentlich eine Aufnahme angefertigt. Es folgten acht weitere Scans im Abstand von jeweils 2 Wochen und schließlich noch sechs monatliche Kontrollen. Während dieser Zeit wurden 310 neue Läsionen entdeckt.

Von März bis August bis zu dreimal häufiger Läsionen nachgewiesen

Der Abgleich mit den meteorologischen Daten jener Zeit ergab nicht nur, dass die Läsionen in den Monaten März bis August zwei- bis dreimal häufiger auftraten als in den dunklen Jahreszeiten. Auch zu den Außentemperaturen und vor allem zu der Intensität der Sonnenstrahlung bestand eine signifikante Assoziation.

Diese Beobachtung dürfte nicht nur Überlegungen zur Pathogenese der Multiplen Sklerose stimulieren, deren Häufigkeit zu den Polen hin – also mit abnehmender Sonnenintensität – zunimmt. Sie könnte auch die Ergebnisse klinischer Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen, gibt die Editorialistin Anne Cross von der Washington University School of Medicine in St. Louis zu bedenken (Neurology 2010; 75: 762-763).

Die Laufzeit der Studie beträgt typischerweise sechs oder zwölf Monate. Wenn eine Studie im Frühjahr beginnt und im Winter endet, könnte demnach eine vermeintliche Wirkung beobachtet werden, die in Wirklichkeit auf den Wechsel der Jahreszeit beruht. Da die Studien in der Regel placebokontrolliert sind, sollte dies allerdings auch die Kontrollgruppe betreffen.

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Quellen: Ärzteblatt - 31. August 2010 und Pressemitteilung American Academy of Neurology - 30. August 2010
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 2. September 2010

Letzte Änderung: 03.09.2010

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