Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Was beeinflusst das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken? ECTRIMS–Komitee thematisiert mögliche Ursachen

Umweltbedingungen, Vitamin D-Mangel, genetische Vorbelastungen: Mit den Wechselwirkungen von Risikofaktoren der Multiplen Sklerose beschäftigt sich der dritte Teil der Serie zur ECTRIMS-Jahrestagung (European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis).

Mehr als 5.500 Neurologen haben sich im schwedischen Göteborg getroffen, um auf der Jahrestagung von ECTRIMS ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und Erfahrungen auszutauschen. Der DMSG-Bundesverband stellt zentrale Themen vor.

• Dr. Trond Riise (Universität Bergen, Norwegen) berichtete über eine ständig wachsende Liste von Faktoren, die bei einem einzelnen Menschen dazu beitragen können, für MS empfänglich zu sein. Zu diesen Faktoren gehören unter anderem eine Gruppe von Genen, die die Immunaktivität kontrollieren (HLA genannt), aber auch Umwelteinflüsse und Auswirkungen der Lebensführung wie Rauchen, ein niedriger Vitamin D-Spiegel und Berührung mit dem Epstein-Barr-Virus.
Zu beachten ist jedoch, dass keiner dieser Aspekte allein für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich gemacht werden kann. Dr. Riise beschrieb einen viel versprechenden Ansatz. Demnach sei darauf zu schauen, wie ‚kleinere‘ Risikofaktoren miteinander zusammenwirken, um höhere Risiken zu produzieren. Zum Beispiel zitierte er eine neue Studie aus Harvard, die herausgefunden hatte, dass sich das Risiko vervielfacht bei Menschen, die rauchen und zusätzlich Kontakt mit dem Epstein-Barr-Virus hatten. Weltweit wird an diesen Wechselwirkungen von Risiken geforscht. Es bleibt zu hoffen, dass diese Studien neue Einsichten in die Entstehung der MS bringen werden.

Studie mit Kindern belegt Auswirkung von Vitamin D-Mangel und genetischer Disposition

• Bei der gleichen Veranstaltung stellte Dr. Heather Hanwell Ergebnisse vor aus dem "Canadian Pediatric Demyelinating Disease Network”, einer Gruppe von Forschern, die sich mit demyelinisierenden Erkrankungen im Kindesalter beschäftigt. Die Wissenschaftler untersuchten in einer Studie 135 Kinder unter 16 Jahren, die mit einem ersten neurologischen Symptom vorstellig wurden, welches auf eine MS hindeutete. Es wurde der Vitamin D - Spiegel im Blut dieser Kinder gemessen und es wurde bestimmt, ob sie ein bestimmtes Gen (HLA-DRB1*15) besitzen. Für dieses Gen war früher schon nachgewiesen worden, dass es das Risiko erhöht, eine MS zu entwickeln. Die Kinder wurden hinsichtlich des weiteren Verlaufes ihrer Erkrankung beobachtet – bei 24% von ihnen wurde letztendlich MS diagnostiziert. Diejenigen, die das HLA-Gen besaßen, hatten ein höheres Risiko und auch jene mit den niedrigsten Vitamin-D-Spiegeln im Blut – allerdings wirkten diese beiden Faktoren unabhängig voneinander.

Datenbank mit "Risiko"-Genen

• Auch Fragen der genetischen Ursachen der MS wurden diskutiert. Dr. Steven Sawcer (Universität Cambridge) präsentierte neue Ergebnisse der laufenden Studien des International Multiple Sclerosis Genetics Consortium, das das gesamte Genom des Menschen hinsichtlich Risikogenen für MS durchforscht. In der Datenbank des Konsortiums sind bereits die Daten von 9.774 MS-Patienten und 17.376 Kontrollpersonen erfasst. Ständig erweitern neue Daten die Liste der möglicherweise an der Entstehung der MS beteiligten Gene. Dr. Sawcer erklärte, dass diese Untersuchungen nicht notwendigerweise dazu dienen sollen, das individuelle Risiko für einen Menschen abzuleiten – aber sie werden das Verständnis dessen vertiefen, was die Ursachen der MS sein können.

Quelle: Research News NMSS, USA - 02. November 2010 
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 09. Dezember 2010

Letzte Änderung: 09.12.2010

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