- 14.09.2011
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Augenuntersuchungen helfen bei Früherkennung von Multipler Sklerose
Untersuchungen des Auges sollen künftig die Diagnose und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen verbessern, denn die Netzhaut liefert schon früh Hinweise auf krankhafte Veränderungen des zentralen Nervensystems. Wie bildgebende Untersuchungen des Auges Erkrankungen wie Multiple Sklerose aufdecken, diskutierten Experten auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin.
Bei den meisten Krankheiten verändern sich Zellen und Zellbestandteile viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome. "Moderne bildgebende Verfahren können solche Prozesse schon früh sichtbar machen", so Professor Dr. med. Frank G. Holz, DOG-Präsidiumsmitglied und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. "Bei einer frühzeitigen Diagnose steigt die Chance, die jeweilige Erkrankung erfolgreich behandeln zu können." Bislang kommen bildgebende Techniken wie die optische Kohärenztomografie (OCT) oder die konfokale Scanning-Laser-Ophthalmoskopie vor allem bei Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration zum Einsatz.
Untersuchung der Netzhaut erleichtert Früherkennung von MS
Doch Untersuchungen der Netzhaut oder der Hornhaut können nach neuesten Erkenntnissen auch früh auf degenerative Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer hinweisen. Wie sich dadurch künftig die Früherkennung der Krankheit Morbus Alzheimer verbessern lässt, untersuchen Wissenschaftler derzeit im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes.
Bereits stärker etabliert ist die Diagnostik am Auge bei Multipler Sklerose. Auch hier können Augenuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren frühzeitig auf krankhafte Veränderungen hinweisen. Bei der Autoimmunerkrankung MS zerstört die körpereigene Abwehr die schützenden Hüllen der Nervenfasern. Per optischer Kohärenztomografie (OCT) lassen sich die Nervenfasern der Netzhaut sehr gut abbilden und analysieren. "Studien an MS-Patienten zeigen, dass sich so selbst minimale Verdünnungen der Nervenfasern in der Netzhaut präzise messen lassen", berichtet Holz. "Damit könnte die OCT die Früherkennung der Krankheit künftig deutlich erleichtern. Zudem könnten Ärzte so den Erfolg einer Therapie oder den Nutzen neuer Medikamente besser beurteilen."
Welche Möglichkeiten dieser neue Ansatz bietet, diskutierten Experten auf der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des DOG-Kongresses am 20. September 2011 in Berlin.
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Der DMSG-Bundesverband berichtete bereits über das Thema: |
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Quelle: Informationsdienst Wissenschaft - 14. September 2011 Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 14. September 2011 |
Letzte Änderung: 29.09.2011
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