Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


Suche

Artikel MS FAQ MS Lexikon

Hauptnavigation 3.Ebene


Inhaltsbereich

Forschungspreise

Helmut-Bauer-Nachwuchspreis 2011 für Multiple-Sklerose-Forschung

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis geht zu gleichen Teilen an zwei Nachwuchswissenschaftler: Dr. rer. nat. Simone Wüst aus Maryland (USA) und Lukas Haider aus Wien- den Festvortrag zum Thema "Aktuelle Entwicklungen in der symptomatischen MS-Therapie" hielt Professor Thomas Henze, Mitglied des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes.

Zum achten Mal hat die Universitätsmedizin Göttingen den Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung vergeben. Der Preis wurde für das Jahr 2011 verliehen und geht zu gleichen Teilen von jeweils 5.000 Euro an zwei Nachwuchswissenschaftler der Neuroimmunologie. Veranstalter sind die Abteilungen Neuropathologie und Neurologie der Universitätsmedizin Göttingen sowie das Institut für Multiple-Sklerose-Forschung (IMSF).

Den Forschungsergebnissen der Preisträger wird große Bedeutung zugeschrieben

"Die Arbeiten beider Nachwuchswissenschaftler liefern neue, sehr grundlegende Erkenntnisse, um den Krankheitsverlauf und die Therapiemöglichkeiten von Multipler Sklerose besser zu verstehen. Die Forschungsergebnisse ihrer Arbeiten haben große Bedeutung, um künftige neue Therapien zu entwickeln", sagte Prof. Dr. Wolfgang Brück, Direktor der Abteilung Neuropathologie und Mitglied im Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V.: "Deshalb hat die Jury den Preis in diesem Jahr geteilt und zwei Nachwuchswissenschaftlern zuerkannt. Mit der Prämierung der Arbeit von Lukas Haider honoriert die Jury Forschungsergebnisse, die neue Erkenntnisse zur Pathogenese des Gewebeschadens bei der Multiplen Sklerose gebracht haben. Die Arbeit von Dr. Simone Wüst wurde prämiert, weil sie im Detail die Wirkung des monoklonalen Antikörpers Daclizumab bei der T-Zellaktivierung
erforscht hat."

Helmut-Bauer-Nachwuchspreisträger Lukas HaiderDer 23-jährige Preisträger cand. med. Lukas Haider ist derzeit als PhD Student in der Abteilung Neuroimmunologie im Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien tätig. Den Preis erhielt er für seine Arbeit, die im Juli 2011 in der Fachzeitschrift Brain erschienen ist. In seiner Studie konnte Lukas Haider nachweisen, dass die Schädigung des Nervengewebes zu einem wesentlichen Teil durch Sauerstoff- und Stickoxid-Radikale erfolgt. Therapieverfahren, die die Bildung von Sauerstoff-Radikalen verhindern oder modulieren, könnten in Zukunft die für die Erkrankung typische fortschreitende Neurodegeneration zum Teil aufhalten.

Originalarbeit: Lukas Haider, Marie T. Fischer, Josa M. Frischer, Jan Bauer, Romana Höftberger, Gergö Botond, Harald Esterbauer, Christoph J. Binder, Joseph L. Witztum, and Hans Lassmann. Oxidative damage in multiple sclerosis lesions. Brain. 2011 July; 134(7): 1914-1924.

Helmut-Bauer-Nachwuchspreisträgerin Dr. rer. nat. Simone WüstDie 33-jährige Preisträgerin Dr. rer. nat. Simone Wüst ist derzeit am National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) in Maryland, USA, in der Abteilung Neuroimmunologie als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. In der prämierten Arbeit hat sie den Einfluss des Antikörpers Daclizumab auf Immunzellen des Körpers untersucht. Momentan wird Daclizumab in klinischen Studien zur Therapie von Multipler Sklerose getestet. Dr. Wüst hat in ihrer Arbeit herausgefunden, dass Daclizumab selektiv das Antigen CD25 auf dendritischen Zellen (DCs) blockiert. Die dendritischen Zellen sind wichtige Antigen-präsentierende Zellen des Körpers und für die sogenannte T-Zell-Aktivierung notwendig, die für die Immunabwehr des Körpers verantwortlich ist. Diese Erkenntnisse könnten in der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) von großer Bedeutung sein: Denn bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass der Einsatz des Antikörpers Daclizumab eine positive Wirkung bei der Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose haben könnte. Die prämierte Arbeit wurde im Mai des Jahres 2011 in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

Originalarbeit: Simone C. Wuest, Jehad Edwan, Jayne F. Martin, Sungpil Han, Justin S.A. Perry, Casandra M. Cartagena, Eiji Matsuura, Dragan Maric, Thomas A. Waldmann, and Bibiana Bielekova. A vital role for IL-2 trans-presentation in DC-mediated T cell activation in humans as revealed by daclizumab therapy. Nature Medicine 2011 May; 17(5): 604–609.

Den Festvortrag zum Thema "Aktuelle Entwicklungen in der symptomatischen MS-Therapie" hielt Prof. Dr. Thomas Henze, Ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums Nittenau und Mitglied des Ärztlichen Beirates des DMSG-Bundesverbandes.

Der Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose-Forschung ist nach dem ehemaligen Direktor der Neurologischen Klinik der Universität Göttingen benannt. Prof. em. Dr. Helmut Bauer war von 1963 bis 1980 an der Neurologischen Klinik tätig. Der Nachwuchspreis würdigt Forschungsarbeiten über die Ursachen und neue Behandlungsstrategien bei MS. Allen Bewerbungen liegen wissenschaftliche Publikationen in international anerkannten neurowissenschaftlichen Fachzeitschriften zugrunde. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird von der Firma Biogen Idec aus Ismaning gestiftet.



Quelle: Presseinformation der Universitätsmedizin Göttingen – 9. Februar 2012
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 10. Februar 2012


Letzte Änderung: 10.02.2012

Artikel bewerten:

Artikel Top 20

Weitere Artikel zum Thema


Navigation Inhaltsboxen

Informationen zum Ablauf von Medikamentenstudien

Phase I, II, oder III - was bedeutet das eigentlich? Hier finden Sie Informationen zum Ablauf von Studien:

Forschungsmittel

Infos zur Bewilligung von Forschungsmitteln des DMSG Bundesverbands e.V. lesen Sie bitte hier:

Leitbild der DMSG, Bundesverband e.V.

Das Leitbild der DMSG, Bundesverband e.V. bildet die Grundlage unserer gesamten Arbeit.

Leitlinien der DMSG

Informationen zur Zusammenarbeit mit kommerziellen Anbietern sowie Ehrenamtlichen lesen Sie bitte hier:

Logo MS-Helpline Logo HON-Code Logo DZI-Spendensiegel Logo DQS-Zertifikat
afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2012/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über DMSG Bundesverband e.V. und sein/ihr Internet-Angebot: www.dmsg.de

www.dmsg.de erfüllt die afgis-Transparenz-kriterien für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.

Eine W3 WERK Produktion © DMSG 2014. Alle Rechte vorbehalten Impressum