Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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AAN 2012: Gibt es einen Schlüssel zur ‘gutartigen’ MS?

Neue Ergebnisse zu MS-Therapien, Risikofaktoren, Krankheitsmechanismen und Rehabilitation haben 12000 Neurologen und Wissenschaftler beim 64. Jahrestreffen der AAN (American Academy of Neurology) präsentiert: Im dritten Teil der Serie des DMSG-Bundesverbandes erfahren Sie mehr über Forschung mit dem Ziel, Multiple Sklerose zu besiegen und deren Verlauf zu bremsen.

500 Vorträge und Poster gewährten beim internationalen Treffen der MS-Experten in New Orleans einen aktuellen Überblick zum Forschungsstand im Bereich Multiple Sklerose. Der DMSG-Bundesverband stellt im letzten Teil seiner Serie zur AAN aktuelle Studien vor zum Thema:

Forschungen, um MS für immer zu beenden

Das Verständnis dafür, welche Risikofaktoren einen Einfluss darauf haben, wer MS bekommt und welchen Verlauf die MS haben wird, ist besonders wichtig, um Wege zu finden, der MS insgesamt oder auch dem Fortschreiten der Symptome vorzubeugen.

Geschlechterunterschiede und Vitamin D – Männer mit geringeren Vitamin-D-Blutspiegeln (weniger als 30ng/ml) können für MS-bedingte Behinderungen empfänglicher sein: Darauf deutet eine Studie unter Einschluss von 500 Patienten mit unterschiedlichen MS-Formen hin, die von Dr. John Rose und seinen Kollegen von der Universität Utah, Salt Lake City, durchgeführt worden ist.
Im Ergebnis dieser Studie ergab sich auch, dass Frauen mit Vitamin-D-Mangel (weniger als 20 ng/ml) immer dann signifikant mehr aktive Hirnläsionen hatten (gemessen im MRT), wenn sie einen bei MS-Erkrankten häufig auftretenden genetischen Marker (HLA-DR2) besaßen. Die Studie trägt zur ständig wachsenden Information bei über die Rolle von Vitamin D und möglicher Einflüsse von Genetik und Geschlechterspezifik bei MS (Abstract S50.004).

Ein Schlüssel zur ‘gutartigen’ MS? Einige Patienten haben einen ungewöhnlich milden Verlauf ihrer MS, was manchmal auch als ‚gutartige‘ MS bezeichnet wird. Forscher aus Israel (Sheba Medical Center, Tel-Hashomer) entnahmen bei 31 Patienten mit sehr mildem MS-Verlauf sowie bei 36 Patienten mit schubförmiger MS Blutproben. Mit Hilfe der ‚Microarray‘-Technik wurden diese auf ihre genetische Zusammensetzung untersucht. Mit dieser Technik ist es möglich, hunderttausende Variationen von tausenden Genen gleichzeitig zu analysieren. Zwischen den beiden untersuchten Erkrankungsgruppen konnten Unterschiede in der Aktivität von 406 Genen festgestellt werden. Diejenigen Gene, die bei den Patienten mit milderen MS-Verläufen aktiver waren, waren solche, die mit der Unterdrückung von T-Zellen des Immunsystems in Verbindung stehen. Der bedeutendste Unterschied konnte bei einem Gen festgestellt werden, das für den RNA-Polymerase-I-Stoffwechsel, der bei der Entstehung von Entzündungen eine Schlüsselrolle spielt, verantwortlich ist.
Die vorliegende Studie könnte die Forschungen zur Verbesserung der Prognose bei MS bedeutend voranbringen (Abstract S20.005).

Der Einfluss von Viren auf Schübe – Auch das Epstein-Barr Virus, das Pfeiffersches Drüsenfieber hervorrufen kann und schon seit Längerem mit einem höheren MS-Risiko in Verbindung gebracht wird, stand erneut im Fokus:
Dr. Jennifer Graves von der Universität von Kalifornien, San Francisco, und ihre Kollegen untersuchten, ob die Immunantwort gegen das Epstein-Barr Virus, Zytomegalovirus und Herpes simplex Virus mit der Schubrate bei Kindern und Erwachsenen mit MS in Verbindung stand. Es konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang festgestellt werden (Abstract P02.096).
Derzeit werden in den USA 640 Kinder mit früher MS oder einem hohen MS-Risiko rekrutiert, um in einer weiteren Studie herauszufinden, ob derartige Risikofaktoren Kinder besonders für die Ausbildung einer MS empfindlich machen.

Kurzzusammenfassungen zu den Studien finden Sie auf der Website der American Academy of Neurology.

Beim Treffen der AAN wurden in vielen Fällen erste vorläufige Studienergebnisse präsentiert. Diese müssen noch weiter ausgewertet, in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und durch weitere Studien bestätigt werden, um die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu erhöhen.

Hier lesen Sie die beiden ersten Berichte zum AAN-Treffen


 

Quelle: Research News NMSS, USA
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 14. Juni 2012
 

Letzte Änderung: 14.06.2012

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