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Entstehung / Pathogenese der MS

Beeinflussen Darmbakterien das Risiko für Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose?

Ergebnisse, die Hinweise geben könnten, warum Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose bei Frauen häufiger auftreten als bei Männern, liefert ein internationales Forscherteam in der Online-Ausgabe von SCIENCE. Das Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) war mit Analysen des Stoffwechsels von Mäusen beteiligt und untersuchte den Einfluss verschiedener Arten von Darmbakterien.

Zwar ist bekannt, dass sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren zur individuellen Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen beitragen, aber die Wechselwirkungen zwischen Darmbakterien und der Entwicklung von Diabetes Typ 1 sind bisher noch nicht eindeutig geklärt. Bei der Suche nach den Ursachen von Multipler Sklerose entdeckten im letzten Jahr Forscher vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie eine heiße Spur: Möglicherweise spielen eigentlich gesunde Darmbakterien eine entscheidende Rolle als Auslöser für die Autoimmunkrankheit. Mehr

Schützt ein höherer Testosteron-Spiegel?

Dr. Ulrike Rolle-Kampczyk bei der Analyse der Serumproben am UFZ.
© André Künzelmann/UFZ

Dr. Ulrike Rolle-Kampczyk bei der Analyse der Serumproben am UFZ

Für die jetzt veröffentlichte Studie untersuchte das internationale Forscherteam um Prof. Jayne Danska von der University of Toronto Mäuse, die Typ-1-Diabetes entwickelten. Es handelt es sich um eine Zuchtform, die seit den 80er Jahren in der experimentellen Diabetes-Forschung als Tiermodell für den Typ-1-Diabetes eingesetzt wird. Typischerweise sind die Weibchen viel anfälliger als Männchen, die möglicherweise durch einen höheren Testosteronspiegel geschützt sind. Dieser Unterschied verschwand aber, wenn die Mäuse unter keimfreien Bedingungen aufgezogen wurden. Die Forscher übertrugen vor Ausbruch der Krankheit die Darmbakterien von männlichen Tieren in Weibchen und stellten fest, dass die Weibchen dann gegen eine Vielzahl von Typ-1-Diabetes-Symptome geschützt waren. Eine Unterdrückung der Aktivität des Testosterons kehrte diese schützende Wirkung jedoch um.

Am UFZ in Leipzig werden die Folgen der transplantierten Darmbakterien auf den Stoffwechsel der Mäuse nun genauer untersucht.

Forscher hoffen, in Zukunft den Ausbruch der MS verzögern zu können
Weitere Arbeiten sind auch notwendig, um zu untersuchen, ob die jetzt veröffentlichten Erkenntnisse auch beim Menschen gelten. Zum Beispiel könnten sie für Multiple Sklerose von größerer Bedeutung sein als für Typ-1-Diabetes, die bei Männern und Frauen etwa gleich häufig trifft. Die Autoren der Studie hoffen, dass es künftig einfacher wird, Säuglinge und Kinder mit einem hohen Risiko für Autoimmunerkrankungen zu identifizieren. Ebenfalls noch eine Vision ist das Ziel der Wissenschaft, später einmal über die Darmflora den Ausbruch dieser Krankheiten zu verhindern oder zu verzögern.

Publikation:
Janet G. M. Markle, Daniel N. Frank, Steven Mortin-Toth, Charles E. Robertson, Leah M. Feazel, Ulrike Rolle-Kampczyk, Martin von Bergen, Kathy D. McCoy, Andrew J. Macpherson, Jayne S. Danska (2012): Sex Differences in the Gut Microbiome Drive Hormone-Dependent Regulation of Autoimmunity. SCIENCE, 17 January 2013, DOI: 10.1126/science.1233521


Quelle: Pressemitteilung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 30. Januar 2013

Letzte Änderung: 30.01.2013

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