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Entstehung / Pathogenese der MS

Steigert Übergewicht bei Mädchen das Multiple Sklerose Risiko?

Übergewicht könnte bei Mädchen die Gefahr vergrößern, an Multiple Sklerose zu erkranken: Das hat eine US-amerikanische Studie ergeben, die 75 Kinder und Teenager mit MS mit den Daten von mehr als 900.000 gesunden Kindern und Teenagern verglichen hat. Sollte sich diese Entdeckung bestätigen, eröffnet sich die Möglichkeit, durch eine Gewichtsreduzierung das MS-Risiko für Mädchen zu reduzieren, berichtet das Forscherteam um Annette Langer-Gould, Maryland, PhD (Kaiser Permanente of Southern California, Pasadena) im Neurology Journal der American Academy of Neurology (AAN).

Obwohl MS meist erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird, kann die Krankheit auch schon bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Bekannt ist, dass MS nicht ansteckend oder direkt vererbbar ist. Die Wissenschaftler aus Kalifornien haben jetzt Muster der Krankheit studiert, um mögliche Auslöser der Krankheit bestimmen zu können. Zu den bisher untersuchten Faktoren gehören Geschlecht, Genetik, Alter, geografische Lage und ethnischer Hintergrund. Weil besonders in den Industrienationen immer mehr Menschen schon in jungen Jahren zu viel Körpergewicht auf die Waage bringen und diese Beleibtheit mit einer Zunahme der Aktivität des Immunsystems verbunden wird, haben die Forscher um Dr. Annette Langer-Gould in ihrer Studie überprüft, ob auch ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Wahrscheinlichkeit für Multiple Sklerose besteht.

Anhand der Datenbank des Kaiser Permanente Southern California, einer Gesundheitsorganisation mit fast einer Millionen Mitgliedern im Alter von 18 Jahren oder jünger, verglichen die Forscher die Körpergröße und das Gewicht von 75 Kindern und Jugendlichen mit MS oder dem sogenannten clinisch isolierten Syndrom (CIS), einem Vorzeichen der MS, mit den Daten von 913.172 Kindern und Teenagern in der Kontrollgruppe.

Keine erhöhte MS-Gefahr für übergewichtige Jungen?

Die Ergebnisse stützen die Vermutung der Forscher in Bezug auf geschlechtsspezifische Unterschiede bei den auslösenden Faktoren einer Multiplen Sklerose: Im Unterschied zu Mädchen ohne Übergewicht könnte die Gefahr, eine MS zu entwickeln, für übergewichtige Mädchen über anderthalbfach so hoch sein. Sogar mehr als dreimal größer scheint das MS-Risiko zu sein für Mädchen, die äußerst fettleibig sind. Ein ähnlicher Zusammenhang konnte bei männlichen Kindern und Jugendlichen nicht nachgewiesen werden: Übergewichtige Jungen tragen demnach kein erhöhtes MS-Risiko.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die höhere MS-Gefahr für Mädchen in Verbindung stehen könnte mit der Zunahme von Sexualhormonen wie Östrogen. Zu bedenken ist allerdings, dass die Aussagekraft der Studie trotz der sehr großen Kontrollgruppe durch die geringe Anzahl der gegenübergestellten MS-Fälle begrenzt ist.

"Wenn weitere Forschungen diese Ergebnisse bestätigen, könnte sich Übergewicht als ein modifizierbarer Risikofaktor erweisen, der die Entwicklung von MS bei Kindern und Jugendlichen beeinflusst", betont Nicholas LaRocca, PhD, Vizepräsident of Health Care Delivery and Policy.


Quelle: MSIF, Neurology - 30. Januar 2013
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 8. Februar 2013


Letzte Änderung: 08.02.2013

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