Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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DMSG - Forschungsprojekte


Förderung der Forschung durch DMSG Bundesverband e.V.

Auch im Jahr 2003 förderte der Bundesverband wieder mehrere Forschungsvorhaben.

Die Forschung über die Ursachen und damit die wirksame Bekämpfung der MS ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Deshalb unterstützt und fördert der DMSG - Bundesverband gemeinsam mit der DMS-Stiftung die Grundlagenforschung und spezielle Forschungsprojekte. Spenden und Zuwendungen helfen, dies zu finanzieren.

Anträge entsprechend den Vergaberichtlinien für Forschungsmittel können beim DMSG – Bundesverband e.V. eingereicht werden. Unabhängige Gutachter bewerten die Anträge und befürworten eine Förderung.

Im Jahr 2003 förderte der DMSG - Bundesverband die nachfolgend aufgeführten Forschungsprojekte:

Entwicklung einer neuen diagnostischen Methode zur Verlaufs- und Therapiekontrolle der MS (Neurochip)
Da Multiple Sklerose immer noch eine Erkrankung ist, die mit schweren Behinderungen das Leben des Patienten beeinträchtigen kann ist anzustreben, dass eine immunmodulatorische Therapie möglichst frühzeitig beginnen kann. Weder im Blut noch im Liquor sind derzeit Marker bekannt, die das Erkrankungsstadium diagnostizieren oder therapeutische Wirksamkeit dokumentieren können. Bildgebende Verfahren wie MRT, die derzeit genutzt werden um die Diagnose MS zu stützen und den weiteren Krankheitsverlauf zu beurteilen können aber weder den Zeitgang der Immunreaktion noch deren Konsequenzen auf die Nervenfunktion darstellen. Es konnte gefunden werden, dass im Liquor von MS-Patienten in Abhängigkeit  vom Erkrankungsstadium Substanzen auftreten, die die Nervenfunktion reversibel einschränken. Durch ein neu entwickeltes verfahren (Neuro-Chip; kultivierte neuronale Zellen auf Multielektroden-Arrays) ist es möglich, die neurofunktionelle Aktivität des Liquors zu messen. Ziel ist, zu überprüfen ob die neue Methode Aussagen über den individuellen Krankheitsverlauf zulässt und mögliche Therapieeffekte bei MS-Patienten labormäßig erkennen lässt.

- Verantwortlich:                                                      Prof. Dr. med. Hans-Peter Hartung; PD Dr. med. Bernd Kieseier; Prof Dr. med. Mario Siebler
- Heinrich Heine Universität Düsseldorf
- Dauer: April 2003 – April 2004
- Bewilligte Mittel: 50.491,74 Euro


Immunologische Effekte von Mitoxantron auf humane T- und B-Lymphozyten in vivo und in vitro: welche Dosierungsschema ist optimal?
Mitoxantron ist ein immunprophylaktisches Medikament zur Behandlung schwerer Formen der schubförmigen und sekundär chronisch-progredienten Multiplen Sklerose, welches aber aufgrund seiner kumulativen Dosis nur über eine bestimmte Zeit in einer bestimmten Menge verabreicht werden darf. Ziel des Forschungsprojektes ist es herauszufinden, welches der gegenwärtig angewendeten Therapieschemata die optimalen immunologischen Effekte erzielt. Dazu sollen klinische und parallel erhobene paraklinische Messwerte mit immunologischen Markern korreliert werden.

- Verantwortlich:                                                      Prof. Dr. med. Hans-Peter Hartung; Dr. med. Oliver Neuhaus
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Dauer: Oktober 2002 – 2005
- Bewilligte Mittel: 43.000,- Euro


Mitoxantron-induzierte immunologische Veränderungen bei MS-Patienten: ex vivo Untersuchungen von Proliferation und Zelltod an Blut-Leukozyten
In der Studie werden bei MS-Patienten nach Beginn und im Verlauf der Mitoxantron-Therapie die Einflüsse auf den Zelltod sowie die Immunsuppression im peripheren Blut untersucht. Mit diesen Daten soll der Wirkmechanismus dieser hochwirksamen Therapie besonders hinsichtlich der Beeinflussung des Immunsystems besser beschrieben sowie geprüft werden, ob eine oder mehrere der innerhalb der Studie erfassten Messgrößen zur Voraussage der therapeutischen Wirksamkeit in Frage kommen.

- Verantwortlich:                                                       Prof. Dr. med. Ralf Gold; Dr. med. Franz X. Weilbach; Dr. med. Andrew Chan
- Universität Würzburg
- Dauer: Januar 2003 – April 2004
- Bewilligte Mittel: 35.000,- Euro


MS-Register
Mit diesem Projekt sollen deutschlandweit epidemiologische Daten zur Erkrankung MS erhoben, gespeichert und analysiert werden. Ziel ist die Sammlung von verlässlichen Daten über Prävalenz der Erkrankung, ihre Unterformen und ihre Behandlung. Eine derartige systematische Erhebung von Daten zur MS gibt es bisher in Deutschland nicht. Derzeit wird die 2-jährige Pilotphase erfolgreich beendet. Das Projekt ist auf weitere drei Jahre verlängert und die Anzahl der teilnehmenden Zentren von 5 in der Pilotphase auf 15 in den weiteren Jahren erhöht. Erstmalig wird es mit den Daten aus dem MS-Register möglich sein, sowohl epidemiologisch gesicherte Aussagen zur Krankheit Multiple Sklerose in Deutschland zu machen als auch diese als Argumentationshilfe in der Lobbyarbeit für MS Erkrankte zu verwenden.

- Verantwortlich:                                                 Forschungs- und Projektentwicklungs- gGmbH, Projektleiterin Ulrike Götze, Hannover                                                MS-Register-Gruppe, bestehend aus den Leitern der teilnehmenden Zentren sowie Vertretern des Ärztlichen Beirates des DMSG Bundesverband e.V.
DMSG Bundesverband e.V.
- Pilotphase 2002-2003
- Eingesetzte Mittel in 2002-2003: 230.000,- Euro

 

Quelle: DMSG - Bundesverband e.V.

05.12.2003

 

Letzte Änderung: 16.02.2004

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