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Neue Medikamente / Neue Ansätze

Fampridin als orales MS-Medikament -Hoffnungsvolle erste Resultate einer klinischen Testung

Verbesserung der symptomatischen Therapie damit möglich?

In einer Presseerklärung kündigte das amerikanische Unternehmen Acorda Therapeutics erste Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit Fampridin-SR an. Es handelt sich bei diesem Medikament um eine chemisch abgewandelten Form des 4-Aminopyridin, das oral eingenommen werden kann und sich durch eine verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs auszeichnet. Ziel ist eine symptomatische Behandlung der Multiplen Sklerose.

Bei Tests zur Bestimmung der optimalen Dosis des Medikamentes konnte bei einer bestimmten Dosis eine leichte Tendenz (ein Effekt, der allerdings nicht ganz statistische Signifikanz erreichte) zur Verbesserung der Gehgeschwindigkeit gefunden werden. Das Medikament zeigte eine statistisch signifikante Fähigkeit zur Verbesserung der Muskelkraft.

Die Daten wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Weitere Auswertungen der placebokontrollierten Studie sind auf dem Weg. Derzeit ist eine Erweiterung der Untersuchungen in klinischen Tests in der Diskussion.

4-Aminopyridin ist ein Kaliumkanalblocker. Die klinischen Effekte sollen darauf zurückgehen, dass er die Leitfähigkeit von demyelinisierten Nervenfortsätze verbessert.

Ein Kaliumkanalblocker wirkt lediglich symptomatisch, das Fortschreiten der Erkrankung wird anscheinend nicht aufgehalten und die Zahl der Schübe wird nicht gemindert.

4-Aminopyridin wird in Deutschland in begrenztem Maße zur Behandlung der Fatigue eingesetzt, ist allerdings für die MS nicht offiziell zugelassen. Expertenmeinung bisher ist, dass die therapeutische Breite dieses Wirkstoffs sehr schmal ist.

Auch toxikologisch ist 4-Aminopyridin nicht unbedenklich. Nebenwirkungen sind Benommenheit, Missempfindungen wie Kribbeln, Übelkeit und Schwindel. Deshalb wird der Wirkstoff derzeit in Deutschland nur in begründeten Fällen eingesetzt, wenn andere Optionen versagt haben.

Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob der Wirkstoff wirkliche Verbesserungen der täglichen Aktivitäten bewirken kann

Quelle: www.nmss.org

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V.

04. Mai 2004


 

Letzte Änderung: 06.05.2004

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