Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Cannabinoide auf Rezept: Hanfpflanze als Inhaltsstoff für Medikamente bei Multipler Sklerose ab sofort legal

Auch in Deutschland ist ab heute, Mittwoch, 18. Mai 2011, eine Zulassung für Fertigarzneimittel mit Cannabis möglich. Multiple Sklerose-Erkrankte könnten von dieser zusätzlichen Therapieoption bei spastischen Schmerzen profitieren.

Cannabis kann Schmerzen lindern, ist aber auch eine süchtig machende Droge. Ärzte fordern schon seit Jahren, dass cannabishaltige Fertigarzneimittel nach den strengen Regeln des Arzneimittelgesetzes (AMG) zugelassen und für Patienten auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden können, um die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze zur Behandlung von chronisch Kranken einzusetzen. Auch der Petitionsausschuss votierte für eine Zulassung.

Dieser Empfehlung folgte die aktuelle Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften, die jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Demnach können Schwerkranke mit Multipler Sklerose ab sofort auf die Linderung ihrer Schmerzen hoffen: Cannabis-haltige Schmerzmittel dürfen ab sofort in Deutschland zugelassen werden. Dies sieht die rechtliche Neuregelung vor, die am 18. Mai 2011 in Kraft tritt, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in Berlin mitteilte.
"Es liegt bereits ein Antrag für ein Medikament vor, und wir hoffen, es werden noch mehr kommen", sagte Dyckmans anlässlich der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2011.

Drogenbeauftragte: die Freigabe ist ein "bedeutender Schritt"

Dyckmans bezeichnete die Freigabe von Cannabis-haltigen Medikamenten als einen "bedeutenden Schritt", weil Schwerkranke dadurch eine zusätzliche Therapieoption erhielten. Viele Menschen warteten auf diese Medizin.
Der Verkauf und die Verwendung des Hanfgewächses Cannabis sativa zu Rauschzwecken bleiben weiterhin verboten. In der Medizin wurden jedoch Erfolge bei der Behandlung von chronisch kranken Schmerzpatienten beobachtet.

Strenge Auflagen: Zulassung nur für Fertigarzneimittel möglich

Das Gesundheitsministerium nannte die Behandlung spastischer Schmerzen bei Multipler Sklerose als eine Anwendungsmöglichkeit. Die Regelung bezieht sich auf sogenannte Fertigarzneimittel, die wie vom Hersteller geliefert über den Ladentisch gehen. Apotheken dürfen keine Medikamente mit Cannabis herstellen. Das Gesundheitsministerium wies gleichzeitig darauf hin, dass die Rechtslage bezüglich Handel und Besitz von Cannabis zum Drogenkonsum unverändert bleibe.

Auch Notfallvorräte in Heimen und Hospizen sind ab sofort erlaubt

Hospize und ähnliche Einrichtungen erhalten laut Dyckmans außerdem ab Mittwoch die Möglichkeit, Notfallvorräte an Betäubungsmitteln vorzuhalten. Auch die Weiterverwendung ärztlich verschriebener aber nicht mehr benötigter Betäubungsmittel wird ausgebaut.

Krankenkassen müssen Kosten für zugelassene Fertigarzneimittel übernehmen

Bis Mai 2005 hatte die Bundesopiumstelle sämtliche Anträge, Cannabinoide zu medizinischen Zwecken einzusetzen, abgelehnt. 2007 erhielt die erste MS-Erkrankte die Erlaubnis, einen Extrakt aus der Hanfpflanze legal zu beziehen. Bisher müssen sich Patienten einem Genehmigungsverfahren bei der Bundesopiumstelle unterwerfen. Im Falle der Genehmigung sind nicht unerhebliche Beträge für den Erwerb des Cannabisextraktes aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Das ändern sich jetzt: Durch die Zulassung eines verschreibungsfähigen Fertigarzneimittels müssten die Krankenkassen die Kosten dieses Medikamentes übernehmen. Der DMSG-Bundesverband hatte Professor Hans-Peter Hartung, Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes, schon 2008 zu dem Thema befragt.


Die Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums über die 25. Verordnung zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher Vorschriften (25. BtMÄndV) finden Sie hier


Quelle: Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums 17. Mai 2011
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 18. Mai 2011

Letzte Änderung: 23.05.2011

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