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Gesundheitsreform/Krankenkassen

Internetportal bewertet Sinn und Unsinn von IGeL-Selbstzahlerleistungen

Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) auf dem Prüfstand: Ein neues Internetportal informiert über Nutzen und Schaden der Leistungen, die Patienten in der Arztpraxis angeboten und aus eigener Tasche bezahlt werden müssen-unter www.igel-monitor.de erhalten auch Menschen mit Multipler Sklerose wissenschaftlich fundierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Entwickelt wurde die nichtkommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst (MDS) des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV).

IGe-Leistungen haben in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zufolge wurden im Jahr 2005 für geschätzte eine Milliarde Euro IGeL verkauft. Mittlerweile geben gesetzlich Versicherte rund 1,5 Milliarden pro Jahr für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus. Tendenz steigend.
Hinzu kommt, dass viele IGeL umstritten oder überflüssig, im schlimmsten Falle sogar schädlich sind. Nur die Minderheit der Angebote, etwa eine sport- oder tauchmedizinische Untersuchung oder die Impfung vor Fernreisen, gilt als medizinisch uneingeschränkt sinnvoll, wird aber von Kassen nicht erstattet. Nach Aussage von MDS-Chef Peter Pick wiesen von den 24 untersuchten Leistungen elf eine negative Nutzen-Schaden-Bilanz auf, vier davon sogar eine deutlich negative. 'Für die Versicherten bedeutet dies, besonders vorsichtig zu sein', so Pick. Doch wie soll der Kranke erkennen, ob der Arzt zu einer Behandlung oder Diagnostik rät, weil sie medizinisch sinnvoll ist, oder nur weil sie die Kasse des Mediziners aufbessert?

Wann selber zahlen sinnvoll ist: IGel-Monitor bietet Transparenz auf dem Markt der IGe-Leistungen

Das Portal soll es den Patienten erleichtern, Nutzen und Nachteile der IGeL zu beurteilen. Insgesamt gibt es rund 350 IGeL, wobei sich viele nur geringfügig voneinander unterscheiden. Für den Anfang haben die MDS -Experten 24 der populärsten Angebote untersucht. Versicherte erfahren, welche Leistung von den gesetzlichen Krankenkassen bei den Beschwerden übernommen wird, für die der Arzt ihnen die IGeL-Leistung anbietet. Außerdem erhalten sie Auskunft über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird.

Neben den Bewertungen klärt der IGeL-Monitor darüber auf, wie IGeL zustande kommen und er fragt nach den Rollen und Interessen von Ärzten, Herstellern und anderen beteiligten Gruppen. Außerdem beleuchtet er in der Rubrik IGeL-Praxis, wie Ärzte ihre Angebote vermarkten und welche rechtlichen Fragen zu beachten sind. Und schließlich gibt der IGeL-Monitor Tipps, wie sich Versicherte im konkreten Fall verhalten können, wenn ihnen IGeL angeboten werden.

Der Arzt als Verkäufer, der Patient als Kunde: Belasten IGel das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient?

Als Patient stößt man vor allem bei Fachärzten auf die IGeL. Nach der Studie bieten Frauenärzte, Augenärzte, Urologen, Orthopäden und Hautärzte ihren Patienten pro Jahr 300- bis 600-mal eine IGeL an, praktische Ärzte und Allgemeinärzte lediglich etwa 100-mal.

Das Arzt-Patienten-Verhältnis verändert sich dadurch. Haben vor zehn Jahren nur neun Prozent der Patienten berichtet, dass ihnen IGeL angeboten wurden, waren es zuletzt knapp 30 Prozent. Bei der Entscheidung, ob sie eine angebotene IGeL-Leistung in Anspruch nehmen und damit einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Arzt eingehen wollen oder ob sie auf die vom Arzt empfohlene Leistung verzichten wollen, fühlen sich viele Patientinnen und Patienten allein gelassen. 'Obwohl vorgeschrieben, gab es in weniger als der Hälfte der Fälle eine schriftliche Vereinbarung, für jede siebte Leistung gab es nicht einmal eine Rechnung', berichtet Doris Pfeiffer, Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.

Zwar sollte der Arzt sie sachlich und umfassend aufklären, doch das sei nicht immer der Fall. "Eine eigenständige Entscheidung können Versicherte ja überhaupt erst treffen, wenn man Nutzen und möglichen Schaden einer Untersuchungsmethode oder einer Behandlung kennt. Mit dem IGeL-Monitor wollen wir Versicherten deshalb eine Entscheidungshilfe im Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen bieten, die wissenschaftlich abgesichert, verständlich und transparent ist", sagt Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des MDS.



Quelle: Pressemitteilung MDS und GKV-Spitzenverband-25. Januar 2012
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 03. Februar 2012



Letzte Änderung: 03.02.2012

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