Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Gesundheitsreform/Krankenkassen


Gute Nachrichten auch für Multiple Sklerose Erkrankte: Assistenzpflegegesetz kommt, Praxisgebühr geht

Zum 1. Januar 2013 fällt die Praxisgebühr weg: Der Bundestag hat heute das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen beschlossen und stimmte dem Wegfall der Praxisgebühr zu–eine kleine Entlastung auch für Menschen mit Multipler Sklerose.

Ab dem kommenden Jahr läuft der Arztbesuch ohne die Zehn-Euro-Gebühr ab: Laut Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr wird die Praxisgebühr zum 1. Januar Geschichte sein: "Sie hat ihren eigentlichen Zweck, die Zahl der Arztbesuche zu reduzieren, nicht erfüllt. Es ist daher der richtige Weg, dass wir die gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung nutzen, um die Patientinnen und Patienten spürbar zu entlasten und gleichzeitig den bürokratischen Aufwand in den Arztpraxen abzubauen. Arzt und Patient haben dadurch wieder mehr Zeit für ein Gespräch." Der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) begrüßt diese einstimmige Entscheidung des Bundestages.

Assistenzpflege wird ausgeweitet

Pflegebedürftige behinderte Bewohner in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen dürfen auf bessere Unterstützung hoffen: Sie sollen Anspruch auf sogenannte Assistenzpflege erhalten, also von ihnen selbst angestellte Pflegekräfte beschäftigen können. Das Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen knüpft an das bereits bestehende Gesetz zur Regelung des Assistenzpflegebedarfs im Krankenhaus an. Es sieht für pflegebedürftige behinderte Menschen bereits die Möglichkeit einer Assistenzpflege bei stationärer Krankenhausbehandlung vor, soweit sie ihre Pflege durch von ihnen selbst beschäftigte besondere Pflegekräfte nach den Vorschriften des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch im Arbeitgebermodell sicherstellen. Demnach können pflegebedürftige behinderte Menschen bei stationärer Behandlung im Krankenhaus ihre persönliche Assistenzpflegeperson mitnehmen. Die Maßnahmen dieses Gesetzes für den betroffenen leistungsberechtigten Personenkreis werden jetzt auch auf die stationäre Behandlung in Vorsorge - und Rehabilitationseinrichtungen ausgeweitet.

Vorsicht Datenaustausch

Darüber hinaus ermöglicht das Gesetz einen Datenaustausch von Pflegekassen und Sozialhilfeträgern zur Bekämpfung von Missbrauch bei der Abrechnung von Pflegeleistungen. So erhalten Pflegeversicherung und der Sozialhilfeträger die Möglichkeit des Datenaustauschs. Ziel ist eine sachgerechte Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen sowie die Sicherstellung einer gesetzeskonformen Mittelverwendung.

Des Weiteren wird die Regelung der Investitionsfinanzierung von Pflegeeinrichtungen praktikabler ausgestaltet. In der Investitionsfinanzierung von Pflegeeinrichtungen sollen im Landesrecht Pauschalierungen bei Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen und der Belegungsquote ermöglicht werden. Um die Pflegebedürftigen vor übermäßiger finanzieller Belastung zu schützen, müssen dabei die Pauschalen in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Höhe der Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen stehen.

Das Assistenzpflegegesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates.

Weitere Informationen unter: www.bundesgesundheitsministerium.de

Quelle: Pressemitteilung Bundesgesundheitsministerium - 09. November 2012
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 09. November 2012


Letzte Änderung: 09.11.2012

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