Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Interessenvertretung

Stichwort Patientenbeteiligung: DMSG-Bundesverband vertritt die Interessen von Multiple Sklerose Erkrankten im G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das Gremium, das darüber entscheidet, welche Untersuchungen und Behandlungen die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen und welche nicht, für Patienten somit eine wichtige Instanz: Der DMSG-Bundesverband ist immer beteiligt, wenn es um MS-spezifische Versorgungsfragen geht-aktuelles Beispiel ist die sogenannte "Frühe Nutzenbewertung" nach dem Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG).

G-BA LogoDas beschlussfassende Plenum des G-BA besteht aus je fünf Vertretern der Krankenkassen und der Ärzteschaft, dem unparteiischen Vorsitzenden sowie zwei unparteiischen Mitgliedern. Seit dem Jahr 2004 sind außerdem jeweils bis zu fünf Patientenvertreter beteiligt, zu denen auch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. gehört. Sie dürfen mitberaten und Anträge stellen, ein Stimmrecht konnte jedoch bisher leider noch nicht durchgesetzt werden.

Trotzdem hat die Patientenbeteiligung in den vergangenen Jahren viel Bewegung in die Beratungen des G-BA gebracht, können Patientinnen und Patienten doch hier ganz direkt ihre Probleme und Forderungen in die Arbeitsgruppen und Unterausschüsse einbringen. Patientenverbände können dafür sachkundige Personen zu den jeweilig anstehenden Themen benennen. So ist der DMSG-Bundesverband immer involviert, wenn es um MS-spezifische Versorgungsfragen geht. Aktuelles Beispiel dafür ist derzeit die so genannte "Frühe Nutzenbewertung" nach dem Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG), das seit dem 01.01.2011 in Kraft ist. Ziel dieser Bewertung ist es letztendlich, die Arzneimittelausgaben der Krankenversicherungen einzudämmen. Mit dem AMNOG hat der G-BA die Aufgabe übertragen bekommen, alle neu in den Markt eingeführten Medikamente einer frühen Nutzenbewertung zu unterziehen. "Früh" ist hier so gemeint, dass nach der Markteinführung für die Bewertung zeitlich knappe Fristen gesetzt werden. Auch an dieser frühen Nutzenbewertung sind Vertreter der jeweiligen Patientenorganisationen beteiligt – die knappen Fristen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar, insbesondere wenn, wie im Fall der Multiplen Sklerose, in den vergangenen Monaten kurz hintereinander und teilweise überlappend drei verschiedene neue Medikamente bewertet werden.

Wie läuft die Nutzenbewertung ab, wo werden Patientenvertreter einbezogen?

Zuerst muss die Herstellerfirma des Medikamentes ein sogenanntes "Dossier" beim G-BA einreichen, in dem sie auf evidenzbasierter Grundlage, also anhand von Studienergebnissen, einen Zusatznutzen gegenüber einer vom GBA vorgegebenen Vergleichstherapie nachweisen muss. Das stellt sich insbesondere bei den ersten Bewertungen oft als schwierig heraus, da die Zulassungsstudien teilweise lange vor In-Kraft-Treten des AMNOG geplant und durchgeführt wurden und nicht unbedingt im Vergleich zu einer nun vom G-BA festgelegten Vergleichstherapie angelegt waren.
Dieses Dossier des Herstellers wird dann innerhalb von drei Monaten durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet. Dafür zieht das Institut auch medizinische Experten und Patientenorganisationen heran, die anhand von Fragebögen Informationen zur Erkrankung, zur Behandlung und zu ihren Erwartungen an eine neue Therapie aus ihrer Sicht geben. Die Zeit zum Ausfüllen dieser Fragebögen ist knapp bemessen, was gerade für Patientenorganisationen eine Herausforderung darstellt.

Das IQWiG leitet dann seine Nutzenbewertung an den G-BA zurück und dieser analysiert die Bewertung. Dafür hat er weitere drei Monate zur Verfügung. Auch an diesem Verfahren sind Patientenvertreter beteiligt. Die Entscheidung des G-BA hinsichtlich des Umfangs des Zusatznutzens bestimmt dann letztlich den Preis des Medikamentes. Dieser wird auf Grundlage der zuvor erfolgten Bewertung zwischen dem GKV-Spitzenverband und dem Hersteller ausgehandelt. Können sich die beiden nicht einigen, entscheidet eine Schiedsstelle über den Betrag, orientiert an europäischen Durchschnittspreisen. Bei den Preisverhandlungen sind Patientenvertreter nicht mehr beteiligt – kämen aber wieder ins Spiel, wenn innerhalb von sechs Monaten keine Einigung über den Preis erzielt wird und das Ganze an eine Schiedsstelle übergeben wird.

DMSG-Bundesverband kämpft für optimale Versorgung von MS-Erkrankten

Bisher waren die Bewertungen des IQWiG für die MS-Medikamente Fingolimod (Gilenya®), Extrakt aus Cannabis sativa (Sativex®) und Fampridin (Fampyra®) hinsichtlich ihres Zusatznutzens eher enttäuschend – was insbesondere damit zusammenhängt, dass das IQWiG formell zwar richtig die (Zulassungs)studien nach Aussagen im Vergleich zu den vom GBA festgesetzten Vergleichstherapie analysiert, dabei aber wichtige Ergebnisse der Zulassungsstudien selbst nicht betrachtet. Hier ist aus Sicht des DMSG-Bundesverbandes ein Umdenken notwendig, damit ein wichtiges und notwendiges Gesetz zur Kostenkontrolle im Gesundheitswesen nicht letztlich dazu führt, dass neue und innovative Therapien gebremst werden und den Patienten, die davon profitieren können, möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stehen. Dafür setzen sich auch die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss ein. www.g-ba.de

Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 19. Dezember 2012

Letzte Änderung: 19.12.2012

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