Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V (DMSG)


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Symptomatische Therapie

Mundspray auf Cannabisbasis bei Multipler Sklerose: Studie bestätigt Wirkung

Weniger Spastiken bei MS: 41 % der Patienten, die mit Sativex® behandelt wurden, zeigten nach 3 Monaten eine klinisch relevante Verbesserung. Das belegen Daten aus der Studie MObility ImproVEments with Spasticity in Multiple Sclerosis (MOVE) 2, die den Einsatz des Mundsprays zur Reduzierung mäßiger bis schwerer Spastiken aufgrund von Multipler Sklerose unterstützen. Die Ergebnisse sind auf dem 28. Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) in Lyon, Frankreich, vorgestellt worden.

2011 wurde Sativex® als erstes auf Cannabinoiden basiertes Präparat zur Behandlung der Spastik bei MS in Europa zugelassen. 

Der DMSG-Bundesverband berichtete


Das Mundspray ist als Zusatztherapie zur Basistherapie für Patienten mit mittlerer bis schwerer MS-induzierter Spastik indiziert, wenn durch die bisherigen Therapie-Optionen keine Besserung der Symptomatik erzielt werden kann. Das Fertigarzneimittel besteht aus zwei Wirkstoffen: THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Diese pflanzlichen Cannabinoide stammen aus der Pflanze Cannabis sativa, der Hanfpflanze. Die Wirkstoffe werden für diesen Zweck unter streng kontrollierten Bedingungen angepflanzt und verarbeitet. Cannabinoide reagieren mit körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren unter anderem im Gehirn. Ein Rezeptor ist ein spezifischer Bereich in einer Hirnzelle, an dem sich bestimmte Substanzen für einen begrenzten Zeitraum binden. Diese Bindung bewirkt, dass die Zelle Nervenimpulse aussendet, die letztlich eine Verringerung der Spastik hervorrufen. Dieser Effekt kann den Betroffenen helfen, ihre alltäglichen Aufgaben besser zu meistern.

Wirkung kann bereits nach vier Wochen einsetzen


Die Herstellerfirma gab jetzt in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Ergebnisse der in Deutschland durchgeführten Beobachtungsstudie MOVE 2 mit 300 teilnehmenden Patienten gezeigt haben, dass eine einmonatige Behandlung mit Sativex® mäßige bis schwere MS-induzierte Spastiken (MSS) bei 4 von 10 Patienten, die auf andere herkömmliche Therapien nicht angesprochen haben, um mindestens 20 % reduziert. Nach drei Monaten wurde eine Besserung von mindestens 30 % beobachtet. Insgesamt setzten 55 % der seit Studienbeginn teilnehmenden Patienten die Behandlung nach dem dritten Monat fort. Die prospektive (vorausschauende) Beobachtungsstudie überprüfte die Wirksamkeit von Sativex® in der täglichen klinischen Praxis.

Weniger Schlafstörungen, Schmerzen und Einschränkungen im Alltag

"Eine Verbesserung von mindestens 30 % nach 3 Monaten wird auf der numerischen Ratingskala (NRS) als klinisch relevant betrachtet", kommentierte der leitende Prüfarzt von MOVE 2, Professor Dr. med. Peter Flachenecker, Neurologisches Rehabilitationszentrum Quellenhof in Bad Wildbad und Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes: "Für die Patienten bedeutet dies weniger Schlafstörungen aufgrund von MS-bedingten Spasmen, weniger Schmerzen, eine verbesserte Blasenfunktion und weniger Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten. Diese Erkenntnisse aus der alltäglichen klinischen Praxis bestätigen oder überragen die Ergebnisse aus früheren klinischen Studien zu Sativex® und wurden sogar mit leicht geringeren durchschnittlichen Tagesdosen erreicht."

  • Als Vorstandsmitglied im Ärztlichen Beirat des DMSG-Bundesverbandes äußerte sich Prof. Dr. med. Peter Flachenecker in einer Stellungnahme zur Bedeutung von Sativex® für die symptomatische Therapie der Multiplen Sklerose. Mehr


MOVE 2-Studie untersucht Ergebnisse von über 300 Teilnehmern in 42 Spezialkliniken

MOVE 2 ist eine multizentrische, prospektive Beobachtungsstudie mit 300 erwachsenen Patienten mit mäßiger bis schwerer MSS, die in 42 MS-Spezialkliniken in ganz Deutschland behandelt werden. Die NRS-Durchschnittswerte der MS-indizierten Spastik sanken um 25 % im Vergleich zu den Werten vor der Behandlung mit Sativex, wobei 41 % der Patienten eine Besserung von mindestens 30 % im Vergleich zu der Zeit vor dem Studienbeginn zeigten. Auch die Messungen der Lebensqualität bei der Kontrolle nach drei Monaten ergaben Verbesserungen im Vergleich zu den Werten vor Studienbeginn. Nach drei Monaten sank der Anteil der Patienten, die häusliche Physiotherapie benötigten, um ein Drittel von 27,3 % auf 17,8 %. Schwere Beeinträchtigungen bei Aktivitäten des täglichen Lebens wurden von 25 % weniger Patienten berichtet, während der Anteil an MS-ERkrankten, die schwere und störende Schmerzen feststellten, um 15,5 % sank.

Als Nebenwirkungen können Müdigkeit und Schwindel auftreten

Sativex® zeigte eine allgemein gute Verträglichkeit. Bei 16,6 % der behandelten Patienten wurden unerwünschte Ereignisse berichtet, zu denen am häufigsten Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit zählten, die jedoch überwiegend vorübergehender und nur leichter bis mäßiger Natur waren. Die Erkenntnisse der MOVE 2-Studie werden von weiteren Datensammlungen aus Groß Britannien und Spanien unterstützt, die ebenfalls auf dem ECTRIMS-Kongress vorgestellt wurden.

Quelle: Presseportal News aktuell - 15. Oktober 2012
Redaktion: DMSG Bundesverband e.V. - 17. Oktober 2012


Letzte Änderung: 17.10.2012

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