DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Glatirameracetat

Fragen zu Glatirameracetat (Copaxone/Clift)

Nachfolgend finden Sie Fragen und Antworten zum Thema "Glatirameracetat (Copaxone/Cilft) der beteiligten Mitglieder des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft aus den Arzt-Sprechstunden auf MS Connect.

Aus Gründen des Datenschutzes wurden Kürzungen vorgenommen.


Frage: Ich bin 40 Jahre alt, weiblich, seit 2013 MS in Schüben nehme Copaxone, seit 2018 habe ich Morbus Crohn, zurzeit ohne Medikament. Auf der Seite von der DMSG ist zu lesen, dass wenn man Copaxone nimmt, kein erhöhtes Risiko vorliegt. Das sind zwei Immunerkrankungen, die bei mir vorliegen. Zähle ich damit zur Risikogruppe?

Antwort: Da sie nur Copaxone einnehmen und der M. Crohn offenbar nicht medikamentös behandlungsbedürftig ist würde ich bei Ihnen nicht von einem besonderen Risiko ausgehen. 


Frage: Ich bin ein bisschen länger dabei. Als es dann wirklich 1992 los ging, gab es so gut wie kein Medikament, außer die etwas abenteuerlichen Versuche von Dr. Fratzer mit Fischöl und die Furore um Prof. Niels Franke und natürlich DSG (Deoxyspergualin, welches sich als wirkungslos herausstellte, was für die anderen auch gilt. Zu der Zeit riet mir mein Neurologe zu einer Non-label-Use mit 7 S-Immunglobuline. Diese Therapie erhalte ich bis heute sehr erfolgreich. Dazu meine Frage: Da die meisten Medikamente suppressiv wirken und das Immunsystem bei Covid-19 so wichtig ist: Kann meine o.g. Medikation da nicht nur einerseits durch die Immunmodulierung und Nebenwirkungsfreiheit positiv wirken, sondern darüber hinaus in diesem ganz speziellen Fall nicht auch noch weitere helfende Non-Label-Wirkungen erfüllen?

Antwort: 7S-Immunglobuline (intravenöses Immunglobulin) führen zumindest nicht zu einer Abwehrschwäche. Es ist aber umstritten, ob sie bei der MS nutzen. Ob sie gegen den Virus helfen, ist fraglich, da die Immunglobuline ja von Spendern stammen, die selbst mit dem Virus noch keinen Kontakt hatten. Zukünftig, d.h. in mindestens einem Jahr, könnte es sein, dass die Immunglobuline dann mehr Antikörper auch gegen den Corona-Virus enthalten.

Letzte Aktualisierung: 18.06.2020 11:34