DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Interferon beta

Interferon beta (Interferon-beta 1a, i.m. (Avonex), Interferon-beta 1b s.c. (Extavia), Interferon-beta 1a, s.c. (Rebif), Interferon-beta 1b s.c. (Betaferon), Peginterferon-beta 1a , s.c. (Plegridy)

Nachfolgend finden Sie Fragen und Antworten zum Thema "Interferone" der beteiligten Mitglieder des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft aus den Arzt-Sprechstunden auf MS Connect.

Aus Gründen des Datenschutzes wurden Kürzungen vorgenommen.

 

Frage: Ich nehme wöchentlich Avonex. Sollte man, wenn man durch eine Erkältung oder eine Grippe hohes Fieber hat (so ab 38,5), trotzdem spritzen oder lieber aussetzen? Und angenommen, man hätte nachgewiesenermaßen das Coronavirus: Therapie weiter führen oder nicht? Ich bin zum Glück soweit gesund, aber diese Fragen beschäftigen mich zurzeit.

Antwort: Wenn man krank ist, z.B. eine akute Infektion hat, egal durch welchen Erreger, empfehle ich normalerweise die Avonex-Gabe kurz auszusetzen oder etwas zu verschieben. Wenn es einem eh schon schlecht geht, braucht man ja nicht unbedingt noch grippeähnliche Nebenwirkungen. Aber grundsätzlich sollte die Therapie regelmäßig weitergeführt werden. Ob Interferone einen positiven Effekt auf COVID-19 haben, wird derzeit geprüft. 


Frage: Ist mit MS unter der Basistherapie mit einem schwerwiegenden Verlauf zu rechnen? Ab wann zum Arzt? Die grippeähnlichen Symptome unter Interferon ähneln den Symptomen?! 

Antwort: Unter einer Therapie mit Glatirameracetet (Copaxone, Clift) und Beta-Interferonen (Avonex, Betaferon, Extavia, Plegridy, Rebif) ist nicht mit einem anderen Verlauf zu rechnen, als bei vergleichbaren nicht MS-Betroffenen. Beta-Interferone wurden zunächst für Virusinfektionen entwickelt und haben eine antivirale Wirkung. Die grippeähnlichen Symptome nach der Injektion klingen in der Regel innerhalb von 24 Stunden ab und gehen selten mit Hustensymptome einher. Von daher erscheint die Unterscheidung zu einem Corona-Infekt, der nicht innerhalb eines Tages abklingt, nicht schwierig. 


Frage: Sollten bei einer Corona-Erkrankung eines MS-Patienten fiebersenkende Medikamente zur Anwendung kommen? (Da Fieber ja möglichst vermieden werden sollte um keinen Schub zu begünstigen) Und wenn ja, welches Medikament wäre hier zu bevorzugen? 

Antwort: Fiebersenkende Mittel sollte man generell sparsam einsetzen. Und es gibt auch keine Empfehlung, Fieber bei MS härter anzugehen. Infekte sollte man aber schnell behandeln. Das ist etwas anderes. Zur Fiebersenkung würden wir Paracetamol empfehlen.

Letzte Aktualisierung: 18.06.2020 11:34