DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

Rituximab

Rituximab

Nachfolgend finden Sie Fragen und Antworten zum Thema "Rituximab" der beteiligten Mitglieder des Ärztlichen Beirates der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft aus den Arzt-Sprechstunden auf MS Connect.

Aus Gründen des Datenschutzes wurden Kürzungen vorgenommen.  

 

Frage: Ich bekomme seit 2015 Rituximab (letzte Infusion im Februar 2020 in Bochum) und würde gerne von Ihnen wissen, ob das erhöhte Infektionsrisiko dauerhaft besteht oder eher nur kurzfristig nach erfolgter Infusion gilt. Vielen Dank schon im Voraus für Ihre Bemühungen!

Antwort: Wir empfehlen ca. vier Wochen vor/nach der Rituximab-Infusion keine Impfungen, weil sie wahrscheinlich zu niedrigem Schutz führen. Analog dazu gehe ich bei B-Zelldepletion (Zerstörung der aktiven B-Zellen) durch Rituximab auch nur von einer vorübergehend leichten Schwächung des Immunsystems für vier bis sechs Wochen aus.


Frage: Ich werde mit Rituximab therapiert. Da hier die Infektgefahr erhöht ist, habe ich meine Physiotherapiebehandlungen bis nächste Woche unterbrochen. Derzeit sieht es ja so aus, als wenn wir nicht so schnell durch die Corona-Epidemie kommen, daher benötige ich einen Rat, ob ich die Physiotherapie lieber weiterhin lassen soll, da man dort ja direkten Kontakt mit dem Therapeuten hat, der wiederum viel Menschenkontakt hat.

Antwort: Sie sollten wohl auf die Therapien zunächst weiter verzichten. Einige Übungen können Sie auch selbst machen, die Ihnen der/die Therapeut/in zeigen kann. 


Frage: Ich bekomme Rituximab als Therapie und bin dadurch infektanfälliger bzgl. Corona. Leider wird nie über das Thema Schuberhöhungsgefahr gesprochen. Da auch eine Grippe die Schubgefahr erhöht, kann bei Corona doch auch davon ausgegangen werden, auch wenn man einen milden Coronaverlauf hätte. Sehe ich das richtig oder eher nicht?

Antwort: Ob eine Corona-Infektion auch das Schubrisiko unter einer Rituximab-Therapie erhöht, wissen wir nicht. Genaue Daten zum allgemeinen Schubrisiko nach einer Corona-Infektion gibt es noch nicht.

Letzte Aktualisierung: 18.06.2020 11:34