DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.
Gesundheitsreform / Krankenkassen

Häusliche Krankenpflege – Katheterisierung künftig durch GKV erstattet?

22.01.2007 - Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen hat die Verordnungsrichtlinien erweitert. Ärzte können künftig die mehrfach täglich zu wiederholende Harnableitung für Patienten mit Störungen bei der Harnblasenentleerung zulasten der GKV verordnen

Die Versorgung von Patienten mit neurogenen Blasenentleerungsstörungen wird damit vereinfacht. Künftig soll auch die mehrmals tägliche Katheterisierung der Harnblase mit Einmal-Kathetern zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung gehören. Bislang ist dies im Rahmen der häuslichen Krankenpflege nur als Anleitung für Patienten möglich, die die intermittierende Selbst-Katheterisierung erlernen sollen.

Die Neuregelung soll eine Versorgungslücke schließen, die entsteht, wenn Patienten die Selbst-Katheterisierung zum Beispiel wegen Einschränkungen der Motorik oder der Sehfähigkeit nicht durchführen können. Voraussetzung ist, dass eine andere Methode der Harnableitung nicht zu besseren Ergebnissen führt.

Weiterhin ist geplant, den abschließenden Leistungskatalog der Richtlinien mit einer Öffnungsklausel zu ergänzen, damit unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen verordnet werden können, die nicht in den Richtlinien aufgeführt werden.

Quelle: Ärzte-Zeitung vom 12. Januar 2007

- 22.01.2007