DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

MS von A-Z Übersicht

Lexikon

B-Lymphozyten
Aus dem Knochenmark stammende Lymphozyten, die sich in Plasmazellen umwandeln können und Immunglobuline zur Aufrechterhaltung der Immunität bilden.
Babinski-Zeichen
Beim Bestreichen der seitlichen Fußsohle wird die Großzehe nach oben gestreckt mit gleichzeitigem Spreizen der übrigen Zehen. Er gehört zu den Zeichen einer Schädigung des zentralen Nervensystems und ist bei der MS häufig nachweisbar.
Baclofen-Pumpe
Das Medikament Baclofen (z.B. Lioresal®) wird vorzugsweise zur Behandlung der Spastizität eingesetzt. Es wirkt vorwiegend auf motorische Schaltkreise des Rückenmarks, sodass sich neben der oralen systemischen Anwendung auch das direkte Einbringen in ...
Balken
(= Corpus callosum); eine die beiden Großhirnhälften verbindende Masse quer verlaufender markhaltiger Nervenfasern, häufig von der Demyelinisierung der MS betroffen.
Bandagengefühl
s. Parästhesie.
Bandscheibe
(= Discus intervertebralis); aus einem äußeren Faserring und einem gallertartigen Kern bestehende knorpelige Zwischenwirbelscheibe, die zwischen den Wirbelkörpern liegt und durch welche die Biegsamkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird.
Barthel-Index
Der Barthel-Index ist eine Messmethode, mit der Einschränkungen im Alltag gemessen werden und z.B. auch ein Erfolg einer Rehabilitation eingeschätzt werden kann. Er gibt Informationen zur Mobilität, wichtigen Aktivitäten des täglichen Lebens sowie ...
basal
auf die Basis bezogen, unten gelegen.
Basalganglien
siehe: Stammganglien
Basis
Grund, unterer Teil eines Organs.
Basistherapie
Behandlungsmaßnahmen zur Erhaltung des Allgemeinzustandes und zur Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden.
BEAR
(s. AEP, akustische Hirnstammpotentiale).
Beckenboden EMG (Elektromyographie)
Beckenboden EMG (Elektromyographie) Registrierung der elektrischen Aktivität der Beckenbodenmuskeln mit Nadelelektroden.
Behinderung
messbar durch EDSS (Expanded disability status scale = erweiterte Behinderungsskala).
benigne
gutartig. Der Begriff wird uneinheitlich benutzt, wenn eine MS ohne oder nur mit geringen Behinderungen über eine Zeit von mehr als 10 Jahren abläuft.
Berührungsempfindung
Wahrnehmung von Berührungsreizen und Fähigkeit, sie mit geschlossenen Augen zu lokalisieren.
Beta-lnterferon
Eiweißkörper, der unter bestimmten Situationen von Fibroblasten gebildet wird, der inzwischen auch großtechnisch rekombinant (s. dort) hergestellt werden kann. Es gibt ein Beta-Interferon 1a, das mit dem natürlichen Betainterferon identisch ist und ...
Beugeautomatismen
häufig nachts auftretende unwillkürliche, automatische, schmerzhafte Kontraktionen der Beugemuskeln, u.a. der Beine (Beine an den Leib gezogen), wobei willentliches Gegenstrecken nicht möglich ist.
Bindegewebe
Füll- und Hüllgewebe, z.B. Organkapseln, Nervenhüllen, Begleitgewebe der Blutgefäße.
biographische Anamnese
Darstellung der gesamten Lebensgeschichte durch den Patienten.
Biopsie
Entnahme von Körpergewebe zur mikroskopischen Untersuchung unter örtlicher Betäubung.
Black holes (englisch: schwarze Löcher)
Black holes (englisch: schwarze Löcher): Im MRT (Magnetresonanztomogramm) sich darstellende runde bis ovale vor allem in den T1gewichteten Darstellungen dunkle Herde.
Blickrichtungsnystagmus
s. Nystagmus.
Blinkreflex
Lidschlussreflex. Beklopfen der Nasenwurzel mit dem Reflexhammer oder Finger löst Lidschluß aus. Fehlen kann Krankheitszeichen sein.
Blut-Hirn-Schranke
Selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem Zentralnervensystem einer aktiven Kontrolle unterliegt; Schutzschranke, die schädliche Stoffe von den Nervenzellen abhält; erhöhte Durchlässigkeit ...
Blutwäsche
siehe unter: Plasmapherese
Bobath-Methode
(nach einem englischen Ehepaar benannt): Eine spezielle Form der Krankengymnastik, die sich für Patienten mit Schlaganfällen oder Multipler Sklerose besonders eignet.
Botulinumtoxin
Nahrungsmittelgift eines Bakteriums, das zu Lähmungen führt. Es wird zur Behandlung der Spastik in den Muskel gespritzt.
Brady-
(griech.); Wortteil mit der Bedeutung langsam.
Bradydysdiadochokinese
Langsame Einschränkung der Feinbeweglichkeit und Unfähigkeit, rasch aufeinander folgende Bewegungen (z.B. Finger) auszuführen.
BSG
Blutsenkungsgeschwindigkeit. Sedimentationsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen in Citratflüssigkeit.
bulbäre Sprechstörung
Lähmung der Sprechmuskulatur. Unfähigkeit, Verschluß- und Mitlaute zu bilden: P wird zu f, t zu s, k zu ch, verbunden mit Schluckstörungen und Unfähigkeit abzuhusten (angesammelter Schleim muss abgesaugt werden). Speiseteile gelangen in die ...
Bulbus
Augapfel oder untere Teile des Hirnstamms, wo sich motorische Hirnnervenkerne für Sprech-, Schluck- und Kehlkopfmuskulatur befinden (s. bulbäre Sprechstörung).
Letzte Aktualisierung: 15.11.2017 17:33