DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

MS von A-Z Übersicht

Lexikon

Pallästhesie
Vibrationssinn. Wahrnehmung der Schwingungen einer auf einen dicht unter der Haut liegenden Knochen aufgesetzten Stimmgabel. Pallhypästhesie: verminderte Vibrationsempfindlichkeit. Pallanästhesie: aufgehobenes Vibrationsempfinden.
Papille des Sehnerven
runde, etwas erhabene Austrittsstelle des Sehnervs aus der Netzhaut, gelb-rötlich gefärbt. Kann beim Augenspiegeln am Augenhintergrund betrachtet werden.
Papillenabblassung
Unspezifische, vor allem aber nach Sehnervenentzündung auftretende Blässe der Papille (s. Papille).
parainfektiös
begleitende andere (para = zugleich, daneben) Erkrankung, die im Verlauf einer Infektionskrankheit auftritt.
Paralyse
vollständige Lähmung (s. Plegie).
Paraplegie
s. Plegie.
Paraproteinämie
Auftreten monoklonaler Paraproteine im Blut durch krankhafte Vermehrung bestimmter immunglobulinprodizierenden Zellen (z.B. B-Lymphozyten) im Knochenmark oder den Lymphknoten.
Paraproteine
von den o.g. Zellen produzierte Immunglobuline, die zumeist keine spezielle Antikörperfunktion haben.
Paraspastik
spastische Tonuserhöhung beider Arme oder Beine, zumeist auch Lähmungen (s. Spastik).
Parästhesie
von selbst, ohne Reiz von außen, auftretende Missempfindungen. Bei MS z.B. Ameisenlaufen in Gliedabschnitten, oft unangenehm, oder Schnürgefühle, Bandagengefühle, wovon Rumpf, größere Gelenke oder Extremitätenabschnitte betroffen sein können. ...
Parese
Teillähmung. Hemiparese: Halbseitenlähmung. Monoparese: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. Paraparese: Lähmung beider Arme oder Beine. Tetraparese: Lähmung beider Arme und Beine.
parietal
seitlich, wandständig; auch: zum Scheitelbein (Os parietale) gehörend.
Parietallappen
der in der Scheitelregion befindliche Teil des Gehirns.
Parosmie
Fehlwahrnehmung von Geruchsstoffen, die meist als unangenehm empfunden werden. Auch Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsstoffen.
paroxysmal
anfallsweise.
Paroxysmus
Anfall.
passager
vorübergehend.
pathogen
krankheitserregend, krankheitsauslösend
Pathogenese
Entstehung und Entwicklung einer Krankheit durch definierte (festgestellte) Ursache.
pathognomonisch
für eine Krankheit charakteristisch.
Pathologie
Lehre von den krankhaften Vorgängen und Zuständen des Organismus.
pathologischer Reflex
s. Reflex.
Pathophysiologie
Lehre von den krankhaft gestörten Lebensvorgängen und deren Entstehung.
PEG
Perkutane endoskopische Gastrostomie. Eine Ernährungssonde wird nach Punktion durch die Bauchdecken direkt in den Magen gelegt und steht dauerhaft für die Ernährung zur Verfügung.
Pendelnystagmus
s. Nystagmus.
Perimetrie
Aufzeichnung der Gesichtsfelder mit zu diesem Zweck konstruierten Apparaturen. Untersuchung der Grenzen des Gesichtsfeldes und dessen evtl. Ausfällen.
peripheres Nervensystem
die Nervenbahnen außerhalb des Zentralnervensystems. Die aus motorischen, sensiblen, vegetativen Fasern bestehenden Nervenanteile, gegliedert in Nervenwurzeln, Arm- und Beinnervengeflechte, Nervenstränge des Rumpfes und der Extremitäten.
Periphlebitis retinae
peri . . . = Wortteil um, herum, phlebitis = Venenentzündung, Retina = Netzhaut des Auges. Entzündung entlang der Venen der Netzhaut. (Wurde früher als typisches Zeichen einer MS gedeutet.)
periventrikulär
den Hirnkammern (Ventrikel) anliegend, typische Lokalisation der Entmarkungsherde bei der MS.
Persistenz
Fortbestand, z.B. eines Krankheitsgeschehens.
Phantom
Trugbild, Sinnestäuschung. Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes.
Phantomgefühl
Empfindung einer nicht mehr vorhandenen Extremität oder eines Extremitätenabschnittes nach Amputation.
Phantomschmerz
schmerzhafte Wahrnehmung eines amputierten Körpergliedes. Das Phantombild kann genau beschrieben und oft auch bewegt werden.
pharmakologisch
die Arzneimittellehre betreffend.
Pharynx
Rachen.
Phobie
Angstzustand ohne vernunftmäßig einsehbare Ursache. Zwanghafte Übersteigerung alltäglicher, natürlicher Ängste. Unfähigkeit, eine freie Fläche zu überqueren = Agoraphobie (Agora = Markt) oder objektgebunden, z.B. Insektenangst u.v.a.m.
Physikalische Heilmethoden
Anwendung physikalischer Faktoren zu Heilzwecken, z.B. des Wassers (Hydrotherapie), des Klimas, der Heilquellen (Balneotherapie), Massage, Krankengymnastik.
Physiologie
Lehre von den normalen Lebensvorgängen und Funktionen des menschlichen Organismus, zahlreiche Spezialgebiete: u.a. Neurophysiologie.
Placebo
Scheinmedikament.
Plaque
(frz. = Platte) fleckförmig begrenzte, plattenartige Erhabenheit oder Gewebsverdichtung unterschiedlicher Größe. Bei MS die sklerotischen, aus Gliafilz bestehenden Herde im zentralen Nervensystem.
Plasmapherese
Abtrennung des Plasmas (der flüssigen Blutbestandteile) von den korpuskulären ("festen") Elementen des Blutes (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten etc.); diese können zusammen mit Fremdplasma ("Plasmaaustausch"), gereinigtem eigenem Plasma (nach ...
Plasmazelle
vorkommend im Knochenmark, vor allem im lokalen Bindegewebe und Iymphatischen Gewebe. Produzent der humoralen (in Körpersäften ablaufenden) Antikörper (der Gammaglobuline, s.).
Plegie
komplette Lähmung. Hemiplegie: Halbseitenlähmung (Arm und Bein). Monoplegie: Lähmung nur eines Gliedmaßes oder eines Gliedmaßenabschnittes. Paraplegie: Lähmung beider Arme oder Beine. Tetraplegie: Lähmung aller vier Gliedmaßen.
Pneumonie
Lungenentzündung.
Pollakisurie
häufiger Harndrang, oft mit häufiger Entleerung kleiner Harnmengen.
Poly...
Wortteil mit der Bedeutung: viel, zahlreich, verstreut.
Polyneuritis
entzündliche Reaktion des peripheren Nervensystems (s.) als Ganzes.
Polyneuropathie
Erkrankung des peripheren Nervensystems (s.) infolge zahlreicher Ursachen, z.B. Zuckerkrankheit, chronischer Alkoholkonsum, Stoffwechselstörungen mannigfacher Art, Vergiftungen, immunologische Prozesse. Das periphere Nervensystem (s.) reagiert ...
Polysklerose
identisch mit der Bezeichnung MS. Der Wortteil "Multipel" ist hier durch den Wortteil "Poly" = viel ersetzt.
post...
hinter, nachher (Wortteil).
postinfektiös
im Anschluss an eine Infektionskrankheit auftretende andere Erkrankung (post = danach).
postpunktionelle Beschwerden
heftige Kopfschmerzen nach lumbaler (s.) Liquorentnahme (s.) mit schmerzhafter Nackensteife, Nackenhinterkopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Ohrensausen. Beschwerden besonders auftretend bei Aufrichten aus dem Liegen. Nicht alle Patienten betroffen. ...
Potential
Unterschied in der elektrischen Spannung als Folge einer Differenz der elektrochemischen Ladungen, z.B. zwischen beiden Seiten einer Membran.
PPMS
siehe unter: Primär Progredienter Verlauf der MS
Prädilektionsalter
bevorzugtes Alter, in welchem eine Krankheit auftritt.
Prädilektionsstelle
bevorzugte Stelle.
Prävalenz
Anzahl von Fällen einer bestimmten Krankheit, in einem bestimmten Gebiet, zu einen festgelegenen Zeitpunkt, bezogen auf eine bestimmte Zahl von Menschen. Die Prävalenz der MS wird in Deutschland etwa mit 120/100.000 Einwohnern geschätzt.
primär
in erster Linie; hauptsächlich
Primär progredienter / primär chronischer Verlauf
der MS: {{IMAGE-COLS:1}} {{IMAGE:http://www.dmsg.de/bildarchiv/msformen_ppms_kleiner.gif}} {{IMAGE-FLOAT:left}} {{/IMAGE-COLS}} Dabei handelt es sich um eine Verlaufsform der MS, die von Anfang an „schleichend“ und nicht schubförmig ist. Die ...
Prognose
Beurteilung des voraussichtlichen Verlaufs einer Krankheit.
Progredienz
Fortschreiten; zunehmende Verschlimmerung einer Krankheit (progredient = fortschreitend).
Proliferation
Zell- und Gewebsvermehrung.
Prophylaxe
Vorbeugung.
Proteine
Eiweiße - diese sind die wichtigsten Baustoffe des menschlichen Körpers (z.B. Hormone, Muskeleiweiß, Antikörper). Sie haben vielfältige Funktionen
Proteinstoffwechsel
alle biochemischen Vorgänge im Körper, die den Auf- und Umbau von Eiweißen betreffen.
proximal
näher zum Rumpf gelegen.
Pseudoschub / Pseudo-Schub
Nur vermeintlicher Schub bedingt durch Fieber (Blasentzündung) oder körperliche Überanstrengung (s. Uhthoff-Phänomen).
Psychiatrie
Lehre und Heilkunde von den Geisteskrankheiten und seelischen Störungen.
psychisch
auf das Seelenleben bezogen, seelisch, geistig.
Psychoanalyse
Aufdecken und damit Heilung verdrängter, unerledigter, unbewusst gewordener Konflikte, die, obwohl für den Betreffenden nicht mehr erkennbar (= unbewusst geworden), das seelische und/oder körperliche Befinden erheblich beeinträchtigen können.
psychogen
aus seelischer Ursache.
Psycholabilität
seelische Unausgewogenheit und Neigung zu gesteigerter seelischer Konfliktbereitschaft.
Psychologie
Seelenkunde. Lehre von den seelischen Prozessen, dem seelischen Befinden, Erleben und Verhalten sowie der psychischen Leistungsfähigkeit, die sie u.a. durch Persönlichkeits-, Leistungs-, Begabungstests zu erfassen bemüht ist.
Psychose
Psychisch Krankheit, Störungen der Psyche. Verlauf schubweise, chronisch-fortschreitend, transitorisch (vorübergehend). durch fassbare krankhafte oder traumatische (s.) Schäden des Gehirns hervorgerufen. Im akuten Stadium: Desorientiertheit, ...
Pubertät
Zeit der geschlechtlichen Reife, verbunden mit seelischer Reifung und Ablösung vom Elternhaus, etwa in der Zeit vom 11. bis 16. Lebensjahr. Pubertas praecox: stark verfrühte, schon in der Kindheit einsetzende geschlechtliche Reife. Pubertas tarda: ...
Punktion
Einstich mit einer Kanüle zwecks Entnahme von Blut, Nervenwasser, anderer Körperflüssigkeiten oder Organgewebe zu diagnostischen Zwecken.
Pyelogramm
Kontrastdarstellung der Harnwege im Röntgenbild.
Pyramidenbahn
beidseitig angelegte motorische Nervenbahnen im zentralen Nervensystem (s.) zu den im Hals-, Brust- und Lendenteil des Rückenmarks befindlichen motorischen Zellen. Schädigung bewirkt spastische Lähmung (s.).
Letzte Aktualisierung: 15.11.2017 17:33