DMSG - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.

MS von A-Z Übersicht

Lexikon

sagittal
(pfeilartig), vom Rücken her in Richtung Bauch oder umgekehrt verlaufende Orientierung.
Sakkade
ruckartige Bewegung, im Augenbereich z.B. bei Blickwechsel von einem Objekt auf ein anderes.
sakkadiert
kurz abgesetzt, ruckartig, nicht kontinuierlich. Bei MS findet man häufig eine sakkadierte Blickfolge (siehe auch: Nystagmus).
schlaffe Lähmung
betrifft die Muskulatur. Muskeltonus herabgesetzt oder aufgehoben, Lähmung oder Teillähmung, Muskelatrophie (s. Atrophie), Muskeleigenreflexe (s.) abgeschwächt oder aufgehoben, charakteristische Veränderung der Muskelaktionsströme, evtl. auch der ...
Schleiersehen
Sehen wie durch einen Schleier bei Retrobulbärneuritis.
Schnürgefühl
s. Parästhesie.
Schock
kreislaufbedingt: Absinken des Blutdruckes, Herzjagen, dünner Puls, kalter Schweiß, Beeinträchtigung der Nierentätigkeit, Bewusstseinsstörung, Koma (s.). Psychisch: Angst- und Schreckreaktion, Unfähigkeit, Überlegungen anzustellen und ...
Schub
erneutes Auftreten von Krankheitszeichen nach mehr oder weniger langer Pause und nach mehr oder weniger erfolgter Rückbildung der Symptome.
Schub, aufgesetzter
Von aufgesetzten Schüben spricht man v.a. bei sekundär progredienten Verläufen; d.h. wenn sich die Krankheit schleichend kontinuierlich verschlechtert, zu dieser Verschlechterung aber auch noch Schübe kommen. Das kann man sich als Darstellung so ...
Schubförmiger - schubförmig remittierender Verlauf der MS. Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren Symptom
Schubförmiger - schubförmig remittierender Verlauf der MS. Bei dieser Verlaufsform treten (relativ plötzlich) Schübe auf, deren ...
schwarze Löcher
engl.: black holes; im MRT sichtbare rundliche Veränderungen im Gehirn, die auf einer Zerstörung von Nervenzellen und nicht mehr rückgängig zu machender Schädigung von Nervenfortsätzen beruhen.
Screening
(Suchtest), gezielte Untersuchung bestimmter Personengruppen nach genauem Programm, z.B. auf biochemische Besonderheiten oder überstandene Krankheiten.
Sedierung
medikamentös verursachte Beruhigung
Sehnervenentzündung
s. Neuritis nervi optici
Sehnervenkopf
s. Papille.
Sehrinde
ein Bereich im Hinterhauptlappen des Gehirns in welchem optische Wahrnehmungen zu bewussten Empfindungen werden.
Sekretion
Absonderung, speziell Absonderung einer Drüse. innere Sekretion: = Hormonabsonderung verschiedener Art aus dafür bestimmten Organen und Organteilen im Körperinneren (z.B. Schilddrüse, Nebenniere u.a.).
Sektion
s. Autopsie.
Sekundär-progredienter Verlauf
der MS: {{IMAGE-COLS:1}} {{IMAGE:http://www.dmsg.de/bildarchiv/msformen_spms_kleiner.gif}} {{IMAGE-FLOAT:left}} {{/IMAGE-COLS}} es handelt sich um eine Verlaufsform der MS, die sich dadurch auszeichnet, dass vor allem anfänglich Schübe mit ...
sensibel
s. Sensibilität.
sensibilisieren
empfindlich machen.
Sensibilität
Fähigkeit der Wahrnehmung von Berührungs-, Tast-, Schmerz-, Temperaturreizen, Vibration nach Stärke und Lokalisation.
sensitiv
(psychisch): sehr empfindlich, feinfühlig.
Sensomotorik
Zusammenspiel der motorischen und sensiblen Funktionen, um flüssige Bewegungsabläufe zu gewährleisten.
Sensorik
die Funktion der Sinnesorgane: Geruch, Geschmack, Sehen, Hören, Beschleunigung, Lage im Raum.
SEP
Abkürzung für "sensorisch evozierte Potentiale". Dabei handelt es sich um durch elektrische Reize ausgelöste summierte Nervenantwortpotentiale; ein diagnostisches Verfahren zur Überprüfung der Reizleitung zentraler Nervenbahnen.
Sepsis
Streuung von Krankheitserregern (Bakterien) über den gesamten Organismus. Nachweis von Bakterien im Blut.
Serum
Blutflüssigkeit (Blutplasma). Wässriger Bestandteil kolloidaler Körpersäfte, i.e.S. das Blutserum (ohne rote und weiße Blutkörperchen), nach Gerinnung.
Signifikanz; signifikant
wesentlich; wichtig; In der Statistik bei Studien werden Ergebnisse als signifikant bezeichnet, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie durch zufällige Zusammenhänge entstanden sind. Die Überprüfung erfolgt anhand spezieller statistischer ...
skandierende Sprache
Koordinationsstörung des Sprechens, die sich als abgehacktes (jede Silbe für sich gesprochen) und verwaschenes (undeutliches) Sprechen äußert.
Sklera
Lederhaut des Auges. Derbe, bindegewebige, weiße äußere Augapfelhülle, die bis zum Hornhautrand reicht.
Skotom
Gesichtsfeldausfall, blinde Stelle im Gesichtsfeld, dunkel oder grau. Skotom, zentrales: Sehverlust im mittleren Teil des Gesichtsfeldes an der Stelle des schärfsten Sehens.
slow virus
s. Virus.
somatisch
körperlich, den Körper betreffend.
somatogen
aus körperlichen Ursachen entstehend (im Gegensatz zu psychogen = aus seelischen Ursachen entstehend).
Somnolenz
krankhafte Schläfrigkeit als Bewusstseinstrübung (vom Gehirn ausgehend). Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Sopor
tiefe Bewusstlosigkeit ohne Spontanreaktionen, aber mit kurzen Abwehrreaktionen und Orientierungsbestrebungen. Zustand verfällt der Erinnerungslosigkeit (Amnesie).
Spastik
krankhafte Erhöhung des Muskeltonus als federnder, mit der Geschwindigkeit passiver und aktiver Bewegungen zunehmender Muskelwiderstand, z.B. Beine in Streckhaltung können nicht in den einzelnen Gelenken gebeugt werden.
Sphinkter ani
Afterschließmuskel. Lähmung: Der After klafft, der eingeführte Finger wird nicht reflektorisch von der Schließmuskulatur umschlossen. Meist kombiniert mit Unfähigkeit, Stuhl abzusetzen und flüssigen Stuhl zurückzuhalten.
Sphinkter vesicae
Blasenschließmuskel. Bei schlaffer Lähmung unwillkürliche Harnabgabe. Bei spastischer Lähmung Unfähigkeit, die Harnblase zu entleeren (s. Restharn).
spinal
zum Rückenmark gehörig.
spinale Ataxie
infolge Schädigung sensibler Bahnen im Rückenmark gelangen Informationen über Stellung der Gelenke und Spannung der Muskulatur nicht mehr zur entsprechenden Zentrale des Gehirns. Wegen dieses Informationsmangels werden Bewegungen nicht mehr ...
SPIR`s
Systemische- Post- Injektions- Reaktion. Bezeichnet die kurzzeitigen voll-reversiblen Reaktionen nach Injektion von Copaxone in Form von Hitzewallungen, Flush, Herzjagen oder Luftnot. Man nimmt an, dass diese durch ungewollte Injektion der Substanz in ...
SPMS
siehe unter: sekundär progredienter Verlauf der MS
Spondylarthrose
Verformung der kleinen Wirbelgelenke mit Einengung der Wirbellöcher, dadurch oft Kompression der austretenden Nervenwurzeln. Degenerativer Prozess (Abnützungserscheinungen).
Sprachstörung
s. Aphasie.
Sprechstörung
s. bulbäre Sprechstörung (s. Dysarthrie).
SSEP
somatosensorisch evozierte Potentiale (s. evozierte Potentiale).
Stammganglien
Ansammlungen von Nervenzellen in der Tiefe beider Gehirnhälften; andere Bezeichnung: Basalganglien.
Stammzellen
noch nicht ausdifferenzierte und unbegrenzt teilungsfähige Zellen, aus denen sich unterschiedliche Zellarten entwickeln können. Sie stellen das einheitlichen Ausgangsmaterial für die Organ- und Gewebebildung beim Embryo (embryonale Stammzellen) bzw. ...
Stammzelltransplantation
Übertragung von Stammzellen z.B. aus dem Blut ("hämatopoetische" Stammzellen, werden z.B. aus dem Knochenmark oder dem peripheren Blut gewonnen) nach vorbereitender Chemotherapie oder Bestrahlung zur Therapie schwerer Erkrankungen. Bei MS teilweise ...
Standataxie
s. Ataxie
stereotaktische Hirnoperation
Hirnoperation, die durch kleine Bohrlöcher im Schädel mit feinen nadelähnlichen Operationsinstrumenten an vorberechneter Stelle durchgeführt wird.
Stimulanz
(Mehrzahl Stimulantien) anregende Arzneimittel, Drogen, Psychostimulantien.
stimulieren
anregen, reizen, z.B. mit elektrischem Strom oder chemischen Mitteln, z.B. mit Drogen.
Stimulus
Reiz, physikalisch.
Strahlendosis
die auf physikalischem Wege bestimmte Menge und Intensität von ionisierenden Strahlen.
subcutan (s.c.)
subcutan (s.c.):unter die Haut (z.B. Spritzen eines Medikamentes)
subdural
unter der Dura (harte Hirnhaut) gelegen.
Substitutionsbehandlung
Behandlung, bei welcher eine dem Körper fehlende Substanz zugeführt wird. --- Suchtest: s. Screening.
supprimieren
unterdrücken, abschwächen.
supratentoriell
über dem Tentorium gelegen.
Symptom
subjektiv: von Kranken selbst wahrgenommen und angegeben, z.B. Kopfschmerzen, Missempfindungen mannigfacher Art, bei MS Schnürgefühl, Kribbeln u.a.m. objektiv: Krankheitszeichen durch Untersuchungsmethoden verschiedener Art feststellbar.
symptomatische Behandlung | symptomatische Therapie
Die Behandlung bezieht sich nur auf Symptome (z.B. Schmerzen oder Spastik).
Synapse
die chemisch wirksamen Impulsübertragungsstellen zwischen zwei Nerven bzw. zwischen Nervenfasern und Muskeln. Damit die Impulsübertragung zustande kommt, bedarf es eines für die Synapse spezifischen chemischen Überträgerstoffes (s. ...
Syndrom
Gruppe von sich weitgehend gleichenden Krankheitszeichen, denen verschiedene Ursachen und Verläufe zugrunde liegen können.
Synergie
geordnetes Zusammenwirken z.B. von Muskeln bei geordneten Bewegungen.
Synkope
(griech,: plötzlicher Kräfteverlust); kurzzeitige Bewusstlosigkeit aufgrund einer Minderdurchblutung des Gehirns. Kann unterschiedliche Ursachen haben wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Kreislaufstörungen, Durchblutungsstörungen oder auch ...
Szintigraphie
Darstellung der Aktivitätsverteilung eines in einem Organ gespeicherten radioaktiven Stoffes von geringer Halbwertzeit mit Hilfe spezieller Geräte. Wertvolle diagnostische Methode zur Lokalisation und Abklärung organischer Krankheitsprozesse.
Letzte Aktualisierung: 22.11.2017 15:45