Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Sandra

26.02.2013, 19:50

Es war vor vier Jahren. Knappe vier Wochen vor Weihnachten. Meine Mama hatte auf einmal unklaren Schwindel.
Ich war gerade mal 17 Jahre... Mit 17 Jahren hat man andere Gedanken im Kopf, als was mit der Mama sein kann. Wir waren gemeinsam Essen, und der Schwindel wurde immer schlimmer. Am gleichen Abend sind meine Eltern noch in die HNO-Klinik gefahren. Der Schwindel kam nicht vom Ohr auch nicht von der Nase. Die Ärzte wussten nicht weiter. Nach einer knappen Woche Krankenhausaufenthalt sagte der Professor zu meiner Mama, er schickt sie zum MRT.
Zack, am nächsten Morgen lief auch sofort das MRT. Das Ergebnis war nicht so berauschend. 3 Läsionen im Kopf. Die Ärzte haben Ihr erstmal nichts davon gesagt, sondern nur, dass noch bestimmte Untersuchungen in der Neurologie stattfinden müssen. Auch dies geschah direkt einen Tag später. Es wurde eine Lumbalpunktion durchgeführt und die ganzen anderen neurologisch-physiologischen Untersuchungen.
Nach knapp 14 Tagen Krankenhausaufenthalt wurde meine Mama mit der Diagnose MS entlassen.
Kurz darauf hatte sie auch schon einen Termin bei einem Neurologen und wurde relativ schnell auf Rebif eingestellt. Bislang 4 Schübe in 2 Jahren. Sie hat keine wesentlich großen Einschränkungen.

2 Jahre später:
Bei mir fingen auf einmal extreme Sensibilitätsstörungen an, am rechten Bein. Es zog vom Fuß rechts bis in die rechte Hüfte. Ich bin erst zum Hausarzt gegangen. Leider sagte er mir direkt, dass er sich mit sowas nicht so gut auskennt, ich soll mich doch mal beim Neurologen vorstellen. Nichts leichter als das. Schließlich ist meine Mama ja auch beim Neurologen in Behandlung.
Zack, eine Woche später hatte ich auch sofort einen Termin bei diesem. Wir haben die Neurologischen Untersuchungen gemacht, eine Lumbalpunktion und das MRT. Im MRT zeigten sich 6 Herde in der HWS.
Meine Mama war zu dieser Zeit gerade im Schub. Sie lag, als das Ergebnis von der Lumbalpunktion ankam, gerade an der Infusion. Der Neurologe sagte zuerst Ihr das Ergebnis. Ich war in der Schule.
Als ich nach Hause kam, saßen meine Eltern beide im Wohnzimmer und mein Papa sagte nur: "Sandra, du hast es auch". Meine Mama hat nach der Diagnose erstmal kein Wort mit mir geredet, da Sie sich die Schuld daran gegeben hat.
Klar, zu Beginn war es auch ein Riesenschock für mich. Doch nach jetzt 2 Jahren sage ich mir: " Es ist, wie es ist".
Ich habe bei der Diagnose meine Ausbildung begonnen und mein Ex-Freund machte mit mir Schluss. Ich habe einen super tollen Chef, der mich wirklich unterstützt. Und eine super Mutter, die mir extrem hilfreich ist.
Jetzt nach 2 Jahren schubfreier Zeit habe auch ich meinen ersten Schub. Seit Oktober 2012 bin ich deswegen krankgeschrieben. Habe knapp 17g Kortison in allen möglichen Arten und Formen und Verabreichung bekommen, sei es intravenös oder direkt ins Nervenwasser. Es wurde eine Medikamentenumstellung vorgenommen und ich lag jetzt deswegen auch 3 mal im Krankenhaus. Trotz allem sage ich: "Es ist, wie es ist" - und es ist MEINE MS....es ist mein Leben... und mein Leben ist verdammt schön mit der MS... ;-)
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