Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Nicole H.

27.02.2013, 14:44

Ahoi,
mein Name ist Nicole und ich bin 24. Meine Diagnose habe ich pünktlich zu meinem 21. Geburtstag bekommen, doch der Weg dahin war steinig...

Es begann bereits rund ein 3/4 Jahr davor. Damals habe ich meine Ausbildung gemacht und hatte Abends oft taube Füße. Nachdem ich daheim immer barfuß rumlaufe, hat es mich sehr irritiert, mal die kalten Fliesen zu merken und mal nicht. Irgendwann kamen dann noch starke Kreislaufprobleme dazu und meine Hände kribbelten so stark, dass ich nachts aufwachte. Ich ging oft zum Hausarzt aber der hatte gar keine Ahnung, diagnostizierte Magen-Darm und schrieb mich krank. Ganz nach dem Motto "Sie sind gesund, Sie wollen nur eine Krankschreibung". Nach einigen Wochen stand ich wieder bei ihm auf der Matte, diesmal verschrieb er mir Tropfen für den Blutdruck, die mich so hyperaktiv machten, dass ich in der Berufsschule zum Notarzt musste weil ich Herzrasen hatte.
Wieder daheim suchte ich ihn erneut auf und ENDLICH gab er zu, nicht zu wissen was mit mir los ist und schickte mich zum Neurologen ins Krankenhaus.
Die Ärztin machte die üblichen Untersuchungen mit mir, Reflexe testen, bisschen rumlaufen lassen, Nervenreize testen aber konnte nichts auffälliges finden. Abschließend meinte sie zu mir, wir würden ein MRT machen um zu beweisen, dass ich mir das alles einbilde... Und siehe da, es waren einige große Läsionen zu finden! Eine Woche durfte ich im Krankenhaus bleiben, mir wurden Kortison verabreicht und Nervenwasser abgezapft und irgendwann stand der Arzt vor mir und verriert mir die Diagnose: MS.

Es mag vielleicht komisch klingen aber ich war so unglaublich erleichtert über die Diagnose... Sicher konnte ich damals wenig mit dem Begriff anfangen aber allein, dass meine Symptome jetzt einen Namen hatten, dass ich die Bestätigung hatte mir das nicht alles einzubilden, keine Simulantin zu sein... mir fiel ein Stein vom Herzen.

Kurz darauf kam ich zu einem sehr netten Neurologen, der mir sofort riet mit Rebif 22 anzufangen. Nachdem ich im Abstand von 1-2 Monaten immer wieder die unterschiedlichsten Schübe hatte (genau zu Weihnachten waren meine Geschmacksnerven gestört, so gemein!), stiegen wir recht bald auf das 44er um, das ich bis heute gut vertrage.

Sicher gibt es immer wieder schlechte Tage in meinem Leben durch die MS aber dennoch hat sie mir ein ganz neues Lebensgefühl gegeben. Ich genieße jeden Tag jetzt umso mehr, nehme alles viel intensiver wahr und habe gelernt, auf meinen Körper zu hören und ihm Pausen einzugestehen.

Die MS ist mein täglicher Begleiter geworden aber wir kommen inzwischen gut miteinander aus ;)
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