Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Jessica Müller

30.06.2013, 09:30

Hallo! Mein Name ist Jessica. Ich bin 36 Jahre alt und habe selber seit 16 Jahren MS.
Das war eine ganz blöde Sache.
Angefangen hat alles mit einem tauben Gefühl im rechten Bein. Daraufhin folgten viele Arztbesuche, doch keiner wusste mir zu helfen. War beim Orthopäden, der mir fast 1 Jahr alle 14 Tage drei Spritzen in den Rücken gab. Dann reichte es mir und ich ging zu einem anderen Orthopäden. Der schickte mich endlich zum Neurologen. Ich kam ins Krankenhaus und nach vielen Untersuchungen (Nervenwasser, MRT, usw.) war die Diagnose da. Ich war garnicht so geschockt. Eher erleichtert, zu wissen was los ist. Ich bekam Cortison und es wurde besser.
Mein damaliger Arbeitgeber zwang mir einen Aufhebungsvertrag auf, um mich loszuwerden. War schon toll. Dem nächsten verschwieg ich meine Krankheit. Doch nach zwei Jahren wurde ich so krank, dass es auch Ihm reichte. Der nächste Arbeitsplatz zeigte sich sehr Verständnisvoll und tolerant gegenüber mir, trotz Bekanntgabe, was mit mir los war. Jedoch änderte sich alles als ich in Reha mußte.
Noch während meines Aufenthaltes in der Reha bekam ich ein Schreiben vom Anwalt und somit war auch hier Schluß.
Dann folgte ein langer Kampf mit dem Arbeitsamt bis ich EU-Rentnerin wurde. Das bin ich nun seit 7 Jahren.
Alle Versuche, doch noch Stundenweise arbeiten zu gehen, scheiterten daran, dass mich kein Arbeitgeber als tragbar für sein Unternehmen ansah.
In all den Jahren bekam ich verschiedene Theraphien von Rebif bis Copaxon, über Mitoxantron bis zu Gilenya welches ich heute nehme. Natürlich auch immer mal wieder Cortison, bei akkuten Schüben.
Über die ganze Zeit begleiteten und ünterstützen mich hauptsächlich meine Eltern. Sie sind auch heute für mich da, wofür ich auch sehr dankbar bin. Gerade, weil mein gesundheitlicher Zustand sich seit August 2012 sehr verschlechtert hat (starke Geheinschränkungen) und ich eine Pflegestufe gewährt bekommen habe.
Viele sogenannte Freunde, die mir immer Ihre Unterstützung zugesagt, sogar versprochen haben, sind jedoch in weiter Ferne.
Aber was will ich von Freunden und Bekannten verlangen, wenn meine eigene Schwester seit Bekanntwerden der MS keinen nähren Kontakt mehr zu mir haben will.
Ist schon heftig. Doch trotz der vielen menschlichen Enttäuschungen und heftigen Kämpfen mit den Behörden um Unterstützung (die bei weitem noch nicht beendet sind) habe ich meinen Lebensmut und die positive Einstellung zu leben zwar in manchen Situationen aus den Augen gelassen, doch nie verloren.
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