Jugend und Multiple Sklerose (MS)

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Sandra G.

24.03.2013, 22:12

Angefangen hat es Dezember 2009.
Zu dieser Zeit war ich 18 Jahre alt und besuchte noch die Schule, die ich im Jahr 2010 mit der Mittleren Reife verlassen wollte, da die Prüfungen kurz bevor standen, lernte ich teilweise bis in die Nacht.
Dies schien sich auch nach einer kurzen Zeit zu rechen und so hatte ich im Dezember oft Kopfschmerzen und ab und an Schwindelgefühle, aber da denkt man sich ja nichts Schlimmes bei. Oder?

Dann kamen die Winterferien, in denen ich mich neben dem Lernen ausgeruht habe. Aber, die Symptome waren nie weg.
Im neuen Jahr, 2010, kamen sogar noch welche dazu, wie Übelkeit, 24 Stunden schlafen und gelaufen bin ich auch ganz schlecht.
In der Woche, wo eigentlich wieder die Schule hätte beginnen sollen und es nicht besser wurde, bin ich zu meiner Hausärztin gegangen und wie Ärzte nu mal so sind (blutrünstig wie immer), wurde mir Blut abgenommen und da meine Leberwerte erhöht waren, war dann der Verdacht auf eine Leber- Gallen- Blasen- Entzündung, so habe ich dann eine Woche lang, jeden Tag eine Infusion bekommen. Ohne Erfolg.

So wurde ich in eine Anthroposophische Klinik ein gewiesen.
Von dort aus, wurde am 17 Januar 2010 ein MRT gemacht, mit der Diagnose, Gehirnentzündung.
Der Neurologe dort meinte, dass man solch eine Entzündung mit Cortison wegbekommen könnte.
Gut, gesagt getan.
So habe ich in einer Universität Klinik meinen Cortison-Stoß bekommen, danach ging es mir viel besser.
Bin dann in Reha gegangen, aber 2 Wochen später ging es mir wieder so schlecht, dass ich wieder in die Klinik musste.
Diesmal habe ich wieder Cortison plus, 3 mal Immungloboline bekommen gehabt.
Danach ging es mir wieder besser.
Bin dann wieder in die Reha gegangen.
Wieder 2 Wochen später, ging es mir wieder so schlecht, dass ich wieder zurück in die Klinik musste.
Mir ging es so schlecht, dass ich noch nicht einmal mehr das 1x1 konnte, oder nicht mehr die Geburtsdaten von meiner Familie wusste.
Von da an, sind die Ärzte von mir, von MS ausgegangen und haben dieses mal bei mir eine Plasmapharese (Blutwäsche) durchgeführt.
Davon hatten sich die Ärzte ganz viel von erhofft, aber mir ging es immer schlechter und schlechter, bis ich mich gar nicht mehr habe bewegen können und so mussten sich die Ärzte was neues einfallen lassen und so bekam ich dann 2 mal hintereinander Rituximab, was am Anfang auch nicht zu helfen schien, den ich konnte mich immer noch nicht bewegen und mein Atmungszentrum drohte dann auch aus zu setzen, wo ich dann auf die ITS kam.
Die Ärzte wussten nicht mehr weiter und haben sie dann alles für Stammzellen Transplantation vorbereitet. Meine größte Sorge war, dass ich dabei meine Haare verloren hätte, was zu diesem Zeitpunkt eher nebensächlich war, zumindestens für die Ärzte und Angehörige.
Aber am Tag der Verlegung konnte ich meinen linken Arm 10 cm vom Bett hoch heben, und so wurde das auf Eis gelegt und jeden Tag konnte ich mich mehr und mehr bewegen, so das die Ärzte mich nach 2 monatigen Klinikaufenthalt entlassen konnten.
Und trotz dem Rituximab halbjährlich, hatte ich immer und immer wieder Schübe, so das ich allein 2010, sage und schreibe 114 Tage in der Klinik lag, aber irgendwie habe ich mich wieder zurück ins Leben gekämpft, nach dem ich solche Sachen wie mit Messer und Gabel essen, oder Schuhe zubinden, oder das Laufen neu gelernt hatte.
Mittlerweile besuche ich seit September 2011 wieder erfolgreich die Schule, die ich jetzt im Sommer beenden werde.
Der Weg dort hin, war sehr schwer bzw. ist er immer noch, da ich immer noch häufig Schübe habe, obwohl ich monatlich mittlerweile Tysabri bekomme und ich hoffe einfach, dass die Schübe irgendwann ganz aufhören und die Hoffnung stirbt ja schließlich zu letzt.

Und da ich schon immer ein positiv denkender Mensch war, sehe ich trotz allem, vieles positiv.
Angefangen mit, dass ich sehr viel Selbstbewusstsein bekommen habe, nette Leute kennen lernen durfte und das Beste natürlich, dass ich 50 kg abgenommen habe..... aber ich könnte auch darauf verzichten und lieber wieder gesund sein.
Aber na gut, dass kann man sich leider nicht aussuchen, man muss einfach das Beste aus der Situation machen.
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